Ein Sonntagsauflug zur Montreux–Berner Oberland–Bahn 1/2 39B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
ich habe nun schon seit längerer Zeit keinen Reisebericht mehr eingestellt. Das liegt zum einen daran, dass ich viele andere Dinge um die Ohren hatte, zum anderen aber auch daran, dass ich viel unterwegs war und neues Material gesammelt habe. Und so harren jetzt 6 Reisen mit insgesamt 26 Reisetagen der Nachbereitung und ich stehe vor einem riesigen Berg von über 3.400 Bildern, die gesichtet, selektiert und bearbeitet werden wollen.
Aber irgendwann muss ich ja mal damit anfangen und so passt es ganz gut, dass ich für den Start zum Aufwärmen noch eine kleinere Tagestour in die Schweiz abzuarbeiten habe. Die Tour war zwar schon im Juni, aber ich hoffe, das stört Euch nicht.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/049-Gstaad-Lenk/49-00Karte.jpg)
Ich hatte noch eine SBB-Tageskarte 1. Klasse und wollte damit noch einige Strecken, Züge und Orte sammeln. Insofern ging es nicht um eine spektakuläre Tour, sondern eher darum, den Alltag etwas einzufangen. Da ich flexibel auf den Wetterbericht reagieren konnte, starten wir nun an einem sonnigen Sonntag über Winterthur und Koblenz (Schweiz) nach Baden. Dann geht es über Bern und Zweisimmen und mit der Montreux–Berner Oberland–Bahn (MOB) nach Gstaad und Lenk und von dort zurück an den Bodensee.
Die Tour beginnt am Sonntagmorgen um 7.03 Uhr in Konstanz. Da der Interregio in die Schweiz aber schon in so vielen meiner Reiseberichte vorkommt, überspringen wir diesen Teil und sind nun um 8 Uhr in Winterthur. Ich bin schon unzählige Male durch Winterthur gefahren – heute will ich von der sechstgrößten Stadt der Schweiz mal etwas mehr sehen als nur den Bahnhof.
Winterthur erhielt am 22. Juni 1264 durch Rudolf I. von Habsburg das Stadtrecht. Dass ich auf den Tag genau 750 Jahre später die Stadt besuche, merke ich erst an den Festvorbereitungen auf dem Morgenspaziergang durch die Stadt.
Das Stadtbild wird geprägt von der Stadtkirche mit ihren beiden markanten ungleichen Türmen. Während die Geschichte des Nordturms bis ins Jahr 1180 zurückgeht, ist der Südturm rund 300 Jahre jünger.
Hier sind wir wieder am Bahnhof angelangt, wo bereits Aufbauten zur Jubiläumszeremonie 750 Jahre Stadtrecht stehen. Die Zeremonie wird allerdings ohne mich stattfinden...
...denn mit einer Tageskarte in der Tasche fällt mir die Entscheidung zwischen Stadtjubiläum und Bahntour nicht schwer. Mit einem Thurbo-GTW als S 41 geht es jetzt nach Koblenz.
Die Fahrt geht auf der sogenannten Dettenberglinie durch die Täler von Töss und Glatt nach Bülach ins Zürcher Unterland und weiter am Hochrhein nach Koblenz (Schweiz). Die S 41 fährt weiter über den Rhein nach Waldshut, während es für mich einen schlanken 3-Minuten-Übergang auf die S 27 nach Baden gibt.
Während die S 41 noch zur S-Bahn Zürich gehörte, sind wir mit der S 27 nun bei der S-Bahn Aargau angekommen und fahren in einem NPZ durch das Aaretal.
Bei Turgi queren wir die Limmat auf ihrem Weg von Zürich zur Aare und erreichen dann die 18.000-Einwohner-Stadt Baden.
Hier bietet sich nun die Gelegenheit, ein Bild der S 27 von außen nachzuholen.
Die Bötzbergstrecke führt hier durch den Schlossbergtunnel weiter in Richtung Zürich, darüber wacht die Ruine Stein.
Durch den mittelalterlichen Stadtturm geht es dann in die Altstadt. Das Wappen von Baden (Fahne vorne rechts) erinnert mich sehr an das Wappen meiner Heimatstadt Konstanz, während Baden unter rotem Schildhaupt einen schwarzer Pfahl hat, ist es in Konstanz ein schwarzes Kreuz.
Die Altstadt von Baden ist wirklich hübsch und in Kombination mit dem strahlenden Sommerwetter hätte der Aufenthalt gerne noch etwas länger sein dürfen.
Als Endstation der ersten Eisenbahnlinie der Schweiz ist der Bahnhof Baden einer der ältesten Bahnhöfe des Landes. Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1847 ist im Originalzustand erhalten, allerdings mittlerweile durch eine unterirdische Ladenpassage ergänzt.
Mit einer Interregio geht es nun weiter nach Bern. Die Strecke führt zunächst entlang der Aare und durch das Aaretal nach Olten und weiter auf Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist.
Nach einer guten Stunde Fahrzeit ist Bern erreicht. Hier sind ein paar Minuten Zeit um den Reiseproviant aufzufüllen, dann geht es mit einem Lötschberger-Triebzug der BLS weiter.
Dieses Bild zeigt den vorderen Zugteil nach Brig, unser Zugteil ins Simmental befindet sich am Ende des Zugs.
Bald ist der Thuner See erreicht und in Spiez wird der Zug geflügelt, unser Zugteil fährt weiter durch das Berner Oberland nach Zweisimmen.
In Zweisimmen endet die normalspurige Bahnstrecke der BLS, hier heißt es Umsteigen auf die meterspurigen Strecken der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB) nach Lenk sowie Richtung Montreux. Die Strecke nach Lenk steht auch noch auf dem Plan, aber zunächst soll es nach Gstaad gehen. Nachdem ich die Strecke 2012 schon im GoldenPass Panoramic zurückgelegt habe (zum Reisebericht), soll es diesmal ein Regio sein.
Die Sitze nutze ich auf der Fahrt allerdings kaum...
...sondern verbringe die meiste Zeit am offenen Fenster. Hier verlassen wir gerade Zweisimmen.
Blick zurück zum Bahnhof Zweisimmen.
Links geht es nach Lenk, dieser Strecke widmen wir uns dann im zweiten Teil.
Schon kurz nach Verlassen des Bahnhofs von Zweisimmen windet sich der Zug in die Höhe und durchfährt eine Kehrschleife mit dem Moosbach-Kehrtunnel. Während der weiteren Fahrt bieten sich den Reisenden vielfache Panoramablicke, hier der Blick ins Simmental mit der Bahnlinie nach Lenk.
Links und rechts der Strecke ist überall die Heuernte im Gange.
Seit dem Start in Zweisimmen hat der Zug nun über 300 Höhenmeter überwunden und erreicht hier bei Saanenmöser den Scheitelpunkt mit 1.269 Meter über dem Meeresspiegel. Nach einer Zugkreuzung – halt, das heißt hier in der Schweiz Zugskreuzung - setzen wir die Fahrt fort.
In einer großen Schleife geht es schließlich durch das Saanenland weiter hinab nach Gstaad (1.050 m.ü.M.), wo einer der beiden Endpunkte der heutigen Tour ist.
Bevor wir uns nun im Ort umsehen werfen wir noch einen Blick auf den ABDe 8/8 4001, der uns nach Gstaad gebracht hat. Der Doppeltriebwagen ist seit 1968 auf den Gleisen der MOB unterwegs.
Gstaad ist nicht nur bekannte für einen autofreien Dorfkern und eine Promenade mit Häusern im Chalet-Stil, sondern auch als Nobelferienort für Prominente, die der Ruhe und fehlender Autogrammjäger wegen hier her kommen. Gut, da haben die Promis von mir nichts zu befürchten, da ich diese wahrscheinlich ohnehin nicht erkennen würde. Da müsste ich wohl mehr Klatschpresse lesen.
Über dem Ort thront das Gstaad Palace Hotel. Das traditionsreiche Fünf-Sterne-Haus wurde 1913 eröffnet und ist ein weithin sichtbares Zeichen für den Tourismus-Boom, der ab 1905 mit der Montreux-Oberland-Bahn nach Gstaad kam.
An der Kirche St. Josef beenden wir den kleinen Spaziergang durch Gstaad und sind damit auch am Ende von Teil 1 angelangt.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Tobias
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- Ein Sonntagsauflug zur Montreux–Berner Oberland–Bahn 1/2 39B -
TD,
18.10.2014, 13:19
- Vielen Dank! -
Freifahrtensammler,
18.10.2014, 13:27
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Sören Heise,
18.10.2014, 19:22
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TD,
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18.10.2014, 21:18
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Freifahrtensammler,
18.10.2014, 13:27