ESTW-Softwarewechsel (Aktueller Betrieb)

Zugarbeiter, Mittelndorf, Sonntag, 24.08.2014, 21:20 (vor 4246 Tagen) @ Twindexx

Das Problem ist, dass man mit dem Softwarewechsel die Weichen und Signale nicht mehr stellen kann.


Ja, dafür gibts nächtliche Betriebspausen. Man kann bei bei grösseren Vorhaben auch die Arbeiten auf mehrere Nächte aufteilen und immer nur einzelne Teile umstellen.

Da hast Du recht. Die doch sehr ausgedehnten Sperrpausen in Leipzig fallen mir auch negativ auf, das scheint ein Leipziger Phänomen zu sein. Es finden an diesem Wochenende aber auch noch ein paar Gleisbauarbeiten zum Anschluß der Dresdner Strecke in Leipzig statt.
Aber Du hast Recht: Auch deswegen müsste man die Strecken um Leipzig nicht so lang zumachen.

Davon abgesehen würden diese Zugfahrten die Arbeiten am Stellwerk stören, da nach einem Softwarewechsel sämtliche Fahrstraßen mit einem Testzug abgenommen werden müssen. Das dauert nun einmal Tage, bei 1000ten von möglichen Kombinationen.


Ähm nein, dies ist nicht nötig. Die Komponenten werden vor der Installation schon sehr ausführlich getestet, deutlich ausführlicher und eingehender als dies jemals nach Einbau an der Strecke möglich wäre. Diese Testfahrten sind eine erhebliche Zeitverschwendung, die für niemanden irgendeinen Nutzen haben. Daher verzichtet man in der Schweiz auf solche Testfahrten komplett.

Nur damit Du keinen falschen Eindruck bekommst: Auch in Deutschland gibt es die Testfahrten, die der Kollege ICE-T-Fan (beachte: Fan bedeutet nicht Experte!) da zusammenphantasiert, nicht. Es gibt die sogenannten Übereinstimmungsprüfungen, bei denen Weichenstellungen im ESTW und Realität überprüft werden und ähnliches für Fahrstraßen und Signalbilder. Aber dazu fährt kein einziger Zug, das machen zwei Abnahmeprüfer eines von DB Netz beauftragten Ingenieurbüros (einer am ESTW-Notbedienplatz im Container und der Zweite im/am Gleis).
Das dauert etwas und während dieser Zeit wäre ein Zugverkehr unpraktisch, wenn nicht unmöglich.
Ich gebe aber Dir recht, daß die gegenwärtige Praxis, gerade bei den ESTW-Software-Wechseln in Leipzig und Erfurt, eigentlich eines Verkehrssystems unwürdig ist. Wahrscheinlich hat man Angst vor Sperrpausenüberschreitungen und verfährt jetzt nach dem Prinzip "Viel hilft viel!", was natürlich Quatsch ist.

Ich freu' mich aber schon, ab Oktober (oder spätestens Dezember) nicht mehr mit 70 km/h bis zum ex. Abzw. Sellerhausen fahren zu müssen, sondern mit 100/160 km/h nach Dresden fahren zu können.

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Zugarbeiter

Bei Mädchen, Funk und Eisenbahn
kommt's auf den rechten Anschluß an.


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