[FR] Reisebericht (Teil 3): Mit dem iDTGV nach Paris (Reiseberichte)

DG, Sonntag, 17.08.2014, 00:44 (vor 4242 Tagen) @ DG

Für den Urlaub hatte ich auch einen kleinen, nagut, okay, mit knapp 700Km Luftlinie nicht ganz so kleinen, Tagesausflug nach Paris geplant.
Die Fahrkarten habe ich ebenfalls etwa 3 Monate im Voraus über Voyages-SNCF gebucht.
Für die Hinfahrt erhielt ich äußerst günstig (29€) eine Fahrkarte der ersten Klasse für den iDTGV, für die Rückfahrt eine ungleich teurere, jedoch immer noch sehr günstige Fahrkarte (40€) für den 'normalen' TGV.

Der iDTGV ist ein besonderes Angebot der SNCF, welches nur online und wohl nur 3-6 Monate vor der Reise buchbar ist, dafür aber mit sehr günstigen Preisen besticht. Diese Züge verkehren meist im Verbund mit einem regulären TGV.
Man kann dabei zwischen den beiden Ambiente 'iDzap' und 'iDzen' wählen.
Ersteres soll eine Art Party-Athmosphäre bieten, letzteres eine ruhige Umgebung zum Ausruhen o.Ä.
Ich entschied mich für iDzen. (Achtung, es folgt Ironie) Hätte ich gewusst, was die SNCF darunter versteht, hätte ich mich wohl anders entschieden, dazu aber später mehr.

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Bild 41: Während in Deutschland ja häufig schon bei Buchung drei Monate im Voraus oder sogar ein Jahr im Voraus feststeht, von welchem Gleis ein Zug fahren soll, scheinen das die Fahrdienstleiter im letzten Moment auszuwürfeln. Entsprechend stehen immer massenhaft Leute herum und beobachten die Anzeigetafeln.

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Bild 42: Der Zug soll bald abfahren, die auf der Fahrkarte angekündigte Boarding-Zeit bricht gleich an, wo der Zug abfährt weiss man noch nicht.

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Bild 43: Das Klima im Bahnhof wird immer mal wieder kurz mit Wassernebel angereichert.

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Bild 44: Manche Fahrscheine kann man hier zum kompostieren abgeben.

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Bild 45: Die Bahnsteige werden in Frankreich 2 Minuten vor Abfahrt gesperrt, damit der Zug pünktlich abfahren kann. Hier wurde gerade für den Regionalzug abgesperrt.

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Bild 46: Kurz darauf, aber doch recht knapp wird dann aber doch bekanntgegeben, wo der Zug abfährt, die Massen brechen auf.
An der Bahnsteigsperre stehen Aufsichtsprsonen, mein Ausdruckticket wird nur oberflächlich begutachtet. Es ist ausgedruckt und sieht aus wie ein Ticket, das reicht wohl aus. Ein Scan des QR-Codes erfolgt nicht, auch nicht später im Zug. Okay, ist mir recht.

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Bild 47: Wagen 11 (Endwagen), obere Ebene. Eine Woche vor der Fahr habe ich von zu Hause nochmal geschaut, ob mit den Tickets auch alles in Ordnung ist. Das geht hier sogar ohne Account, man muss nur den Namen des Reisenden und den Buchungscode eingeben. Auf idtgv.com kann man dann sogar seinen Sitzplatz grafisch auswählen (konnte ich wegen der Buchung auf voyages-sncf ja ursprünglich nicht). Da der iDzen-Bereich in der oberen Ebene nur in diesem Wagen besteht und ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht um die Nachteile der Tischplätze wusste, buche ich kurzfristig kostenlos den Platz um, da der Viererplatz am Wagenende, und übrigens auch fast der gesamte Wagen, kaum gebucht ist. Das Onlineticket muss ich nun neu ausdrucken. Online sehe ich dann auch, dass man dort ein Menü günstig buchen kann und entscheide mich spontan noch für ein Salat-Menü. Bezahlt wird einfach mit Kreditkarte. Das Menü steht dann auf dem OT.
Der iDTGV unterschied sich im Inneren übrigens nicht von einem normalen Duplex, ich hatte da eigentlich mit einigen Aufklebern an den Türen oder so gerechnet.
Der Duplex unterschied sich übrigens in einigen Punkten vom Euroduplex: Es gab keine Infomonitore mit Fahrtverlauf und Geschwindigkeit sowie keine Reservierungsanzeigen. Wozu auch, wenn man ohnehin reservieren muss und somit seinen festen Platz hat.

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Bild 48: Wir verlassen den Bahnhof Marseille St. Charles

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Bild 49: im Vorfeld steht ein AVE der Renfe zur Fahrt nach Barcelona und/oder Madrid bereit.

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Bild 50:

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Bild 51: In der Provence.

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Bild 52: Es fließt ein Gewässer neben der Strecke.
Achso: Nachdem der iDTGV-Teil in Marseille nicht wirklich voll wurde und ich das bestätigt sah, was einige Tage zuvor auch in der Reservierungsgrafik zu sehen war, füllte sich der Zug in Aix-en-Provence und Avignon noch deutlich. (Achtung, jetzt wieder Ironie) Die SNCF wollte mir übrigens das volle iDzen-Erlebnis bieten und setzte auf die drei verblieben Plätze meines Viererplatzes ein asiatisches Paar mit der wohl (gerade) erwachsenen Tochter.
Letztere packte dann bald ein Nudel-Lachs-Salat-Essen mit starkem Aroma aus und aß dies genüsslich. Nachdem das dann vorbei war ging die Mutter kurz weg, wie sich herausstellte, um drei Äpfel abzuwaschen. Das 'Nicht trinken' auf französisch im Bord-WC hatte sie wohl ignoriert. Anschließend fing sie dann an, laut schmatzend die Äpfel zu verspeisen, während Tochter und Vater jeweils auf einem Tablet einen Film sahen und nebenbei ihre beiden Smartphones bedienten. Aber meine Rache sollte kommen.

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Bild 53: Ich beschloss, mein vorbestelltes Menü abzuholen. Im Bustro zeigte ich dem Mitarbeiter meine Fahrkarte mit dem Vermerk, er holte daraufhin einen Zettel hervor, auf dem ich unterschreiben sollte, und von hinten holte er ein vorbereitetes Täschchen mit dem Menü. Der Curry-Nudel-Hähnchen-Salat mit kleinen Tomaten war erstaunlich fleischreich und sehr lecker. Ich hätte ihn ja auch gerne in der Bar verspeist, jedoch war es dort zu voll. Also nahm ich ihn mit an den Platz.
Im iDzap-Bereich war von Party übrigens nichts zu sehen, es war ruhig.

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Bild 54: Angekommen in Paris Gare de Lyon.

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Bild 55: Nachdem ich mir eine Metro-Tageskarte gelauft hatte und mir von einem Mitarbeiter, der auf meine in englischer Sprache gestellten Fragen völlig selbstverständlich auf Französisch antwortete sich immerhin dazu hinreißen ließ, mir eine Verbindung auf einem kleinen Metroplan aufzumalen, ging es also zur Metro. Das Ziel sollte zum Start direkt der Eiffelturm sein.
Zunächst nahm ich also die Metro-Linie 1. Diese scheinen vollautomatisch ohne Fahrer zu fahren, dadurch können diese so genau anhalten, dass die Bahnsteigkanten abgesperrt sind und sich die Türen der Absperrung direkt vor den Zugtüren nur öffnen, wenn da ein Zug steht. An der Station 'Franklin D. Roosevelt' musste ich dann umsteigen. Dort verkehrten deutlich ältere Wagen mit Fahrpersonal und es gab keine solche Bahnsteigkantensperren. Der Weg durch die Station war ganz schön lang.

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Bild 56: Erste Impression in Paris nach dem ich den Metro-Tunnel verlassen hatte. Gerade hatte es wohl noch geregnet, die Schirmverkäufer hatten Hochkonjunktur. Ich zog mir nur die Jacke an und öffnete den Regenschutz meines Rucksacks. Es blieb aber trocken.

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Bild 57: Mich als Norddeutschen interessierte natürlich besonders der Pariser Leuchtturm. Und ich wurde nicht enttäuscht.

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Bild 58: Weil er so schön ist, gleich nocheinmal. Die Schlangen, um auf den Eiffelturm zu gelangen waren übrigens richtig enorm lang. Wenn man da hoch will und nicht den ganzen Tag warten will, sollte man vorher reservieren, dann gehts deutlich schneller.

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Bild 59: Ein Detail der Pariser Metro. Wie auch in Marseille fuhr man offenbar auf Luft-Reifen. Dem Fahrgefühl tat das gut.

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Bild 60: Rückfahrt im TGV-Duplex. Es war hier übrigens ruhiger, als im iDzen-Bereich auf der Hinfahrt, vielleicht auch, weil es tatsächlich leerer war. Mein Online-Ticket wurde hier gescannt, meinen Ausweis wollte aber niemand sehen, obwohl dies auf dem Ticket ausdrücklich erwähnt war.

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Bild 61: Bei der Ausfahrt aus dem Gare de Lyon sehen wir einen anderen TGV...

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Bild 62: ...und auch den TGV La Poste, der ja auch nicht mehr lange betrieben werden soll.

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Bild 63: Unwesentliche und sehr bequeme gute drei Stunden später sind wir wieder in Marseille. Das Klima ist mittlerweile übrigens deutlich angenehmer, immer noch sehr warm, teils auch drückend, aber die Luft wirkt nicht mehr so verbraucht.

Das war es auch schon fast. In Teil 4 folgt nun noch ein kleiner Abschluss.


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