Ein Vorstadthauptbahnhof (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 21.06.2014, 10:24 (vor 4336 Tagen)

Sehr geehrte Leserschaft,

vor nicht gar zu geraumer Zeit hattet ihr das Vergnügen, Solingens alten Hauptbahnhof besuchen zu dürfen. Der lag ein wenig abseits dicht an der Innenstadt. Heute besucht ihr Solingens neuen Hauptbahnhof. Der liegt ziemlich abseits der Innenstadt, dafür aber quasi direkt am Zentrum des heutigen Solinger Stadtteils Ohligs, der bis Ende Juli 1929 eine eigenständige Kommune war. Bis zum 9. Dezember 2006 hielten die Züge in Solingen-Ohligs, dann erhielt der Bahnhof mit Solingen Hbf seinen vierten Namen. Eröffnet wurde er am 25. September 1867 als Ohligs-Wald, 1890 entfiel der Wald (heute ein Stadtteil Solingens, an der einstigen Korkenzieherbahn Solingen - Vohwinkel gelegen) und nach der Eingemeindung wurde Solingen vorangestellt. Noch heute hat der Bahnhof aber die bahnamtliche Abkürzung KSO.


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In Ohligs hält die mehr oder minder stündliche Fernverbindung von Dortmund über Hagen und Wuppertal nach Köln. Für die Ziele jenseits der Knoten sei aufs Kursbuch verwiesen.
Desweiteren verkehren vier Regionalzuglinien. Mit älteren Doppelstockwagen (ellokbespannt) ist der RE 7 unterwegs. Er verbindet Rheine über Münster, Hamm, Hagen, Wuppertal und Köln mit Krefeld. Die RB 48 verbindet Wuppertal, Köln und Bonn. Hinter Köln fahren die 425er stündlich, in Solingen besteht also ein Halbstundentakt. Beide Linien übrnimmt im Dezember 2015 ein Betreiber von der Insel, die mehrheitlich ach so gerne kein Teil der EU mehr wäre.
Dann gibt es noch die S 1. Die Doppeltraktionen der Baureihe 422 verkehren planmäßig von Dortmund über Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf bis Solingen. Am selben Bahnsteig fährt die S 7. Bis vor wenigen Jahren war diese Nummer der Verbindung vom Flughafen Düsseldorf nach Solingen vorbehalten, seit Fahrplanwechsel im Dezember 2013 ist es die von Abellio mit neuen Lints der Baureihe 1648 betriebene Verbindung von Solingen über Remscheid nach Wuppertal. Beide Linien verkehren mo-fr tagsüber alle 20, ansonsten alle 30 Minuten. Die Besserwisser dürfen sich über den Nachtverkehr auslassen.


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Eisenbahntechnisch hat Solingens Hauptbahnhof drei Strecken. Eine Verbindungskurve, die den damaligen Bahnhof SG-Ohligs umging und direkte Fahrten in der Relation Köln - Remscheid ermöglicht hätte, ging wohl nie in Betrieb.

Beginnen wir mit der am 3. Januar 1894 in Betrieb genommenen Strecke nach Hilden. Hier wurde am 28. September 1980 der elektrische Betrieb aufgenommen, sie wird heute von der S 1 befahren.

Bereits am 25. September 1867 war die Strecke von Ohligs nach Solingen eröffnet worden. Sie endete zunächst am Bahnhof Weyersberg, bevor sie zum heutigen Hauptbahnhof umgelegt wurde. Mehr darüber im Bahnhofsportrait Durchzug: Solingen Hbf vom 14. März - der Link findet sich im Beitragsverzeichnis, das über die Signatur erreichbar ist.
Am selben Tag, dem 25. September 1867, nahm die Bergisch-Märkische Eisenbahn auch den Reiseverkehr von Gruiten (hier schließt sie an die Strecke Düsseldorf - Hagen an) nach Opladen auf, am 1. Mai 1868 die Fortsetzung nach Köln-Mülheim, wo sie ebenfalls ans Bestandsnetz anschloß. Am 26. Mai 1964 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen. Alle erwähnten Strecken sind übrigens zweigleisig.

Bis zum 6. August 2012 wurde der Bahnhof Solingen-Ohligs vom 1964 fertiggestellten Stellwerk Sof nordöstlich der Bahnsteige gesteuert, seit jenem Tag wird der Bahnhof aus der Betriebszentrale Duisburg ferngesteuert. Wenig jünger als Sof ist das Empfangsgebäude. Es ersetzte 1968 seinen im Vorjahr im Alter von 100 Jahren abgerissenen Vorgänger.


Nachfolgend eine bildliche Mischung vom 4. Juli 2012, vom 20. Juli 2013 und vom 3. Mai 2014.


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1 Am erstgenannten Tag waren die Arbeiten fürs ESTW in Gang, nebenan 422 032.


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2 Am 3. Mai 2014 sind die alten Signale längst verschwunden, ebenso manche Gleise und Weichen. Das Stellwerk hinten zwischen den Signalen ist außer Betrieb.


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3 Erledigen wir gleich die fast schon obligatorische Spiegelei.


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4 Der S-Bahnsteig ist recht eng.


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5 Ebenso der Treppenabgang.


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6 Das ist der Hintereingang.


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7 Gleich unten teilt es sich. Nach rechts zu den Zügen, nach links (in Wirklichkeit geradeaus) ohne Bahnsteigzugang auf die andere Seite.


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8 Nein, die Aufzüge führen hierhin.


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9 Tunnelbild.


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10 Nehmen wir den Mittelbahnsteig.


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11 Das Empfangsgebäude.


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12 Treppenabgang.


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13 Die S-Bahn aus Solingen erreicht Solingen.


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14 Portraitbild von 1648 009.


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15 Seitlich.


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16 Der Treppenabgang von der anderen Seite. Mehr Aufnahmen vom Mittelbahnsteig habe ich seltsamerweise nicht.


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17 Der Hausbahnsteig wurde nordwärts provisorisch erhöht.


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18 101 030 hilft, den IC gen Hamburg zu bringen.


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19 Offenbar sind Jägerzäune nicht EU-förderschildkompatibel. Oder passen die Normen nicht zueinander?


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20 Wochenendruhe vorm alten Stellwerk. -Ohligs hat man entfernt.


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21 Der Expreßgutladehof.


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22 Das Empfangsgebäude.


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23 Von der anderen Seite.


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24 Richtig, das sollte Bild Nummer 1 werden. :-)


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25 Da geht es in die Ohligser Innenstadt.


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26 Obus 185.


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27 Obus 270.


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28 Die Brücken über den südlichen Bahnhofseinfahrten geben einen Überblick, hier die Hauptstrecke.


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29 Remscheid rechts.


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30 Behelfsbahnsteig System Hanau in der Seitenansicht.


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31 Südwärts.


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32 Nordwärts.


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33 Nordwärts.


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34 Südwärts.


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35 Ausgang nach Gleis 1.


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36 425 101 nach Wuppertal.


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37 422 002 nach Dortmund.


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38 Noch eine Spiegelei.


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39 Richtung Führerstand gesehen. Der Erstklasstreifen mußte sich dem Farbdesign unterordnen.


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40 ...sage auch ich.


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Abschließend sei auf bahnen-wuppertal.de hingewiesen, dort finden sich neben einer Menge Zugbilder auch Aufnahmen des alten Empfangsgebäudes und Informationen zur oben erwähnten Verbindungskurve. Wenn ihr dort fertig seid, nehmt ihr die S 7 und den Schienenersatzverkehr und findet euch bitte heute in einer Woche am Bahnhof Remscheid Hbf ein.


Viele Grüße
Sören

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