Korrigierter Link und Kommentar (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Mittwoch, 11.06.2014, 09:58 (vor 4324 Tagen) @ ArbitroCollina

Der Artikel findet sich hier.

Ich finde es erstauntlich, dass die Zeit einem so unscheinbaren Thema im Nachbarland einen langen Artikel widmet - aber es ist berechtigt. Das BehiG (Behindertengleichstellungsgesetz) hat gewaltige Auswirkungen, die vielleicht auch noch auf Deutschland zukommen.

In der Schweiz gilt der Grundsatz, dass der Zugang zum öffentlichen Verkehr für Behinderte autonom (d.h. ohne Hilfe) möglich sein soll. Das finde ich richtig: In der alternden Gesellschaft wird es immer mehr Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer geben; wenn jedem einzeln geholfen werden soll, ist der Personalaufwand unbezahlbar hoch -alle Züge müssten begleitet sein - und die Fahrpläne wären nicht mehr zu halten - was in der Schweiz fatal wäre, denn es müssen ITF-Knoten unbedingt erreicht werden.

Für mich geht aber das BehiG in zwei Punkten zu weit: Erstens sind die Kosten zu hoch und zweitens die Verschlechterungen für Nichtbehinderte inakzeptabel.

Die Kosten für das BehiG sind unter anderem aufgrund des ehrgeizigen Zeitplans sehr hoch. Je mehr Zeit man sich lässt, desto mehr Perronanpassungen lassen sich in turnusgemässe Bahnhofserneuerungen integrieren, was die Kosten signifikant senkt. Zudem wundert mich, dass immer der ganze Bahnsteig auf 55 cm neu gebaut wird, statt ihn zum Beispiel wie bei Trams nur teilweise zu erhöhen - was ausreichen würde, weil neuere Züge überall Niederflureinstiege haben.

Zudem ist es natürlich ein Rückschritt, wenn nun die 99% Nichtrollstuhlfahrer auf Toiletten und Haltestellen verzichten müssen, weil diese nicht rollstuhlgerecht ausgeführt werden können. Hier wäre mehr Augenmass gefordert.


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