„S-Bahnen“ zwischen Bodensee und Zürichsee (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 31.05.2014, 21:52 (vor 4334 Tagen) @ TD
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 31.05.2014, 21:54

Hoi,

Die Fähre Friedrichshafen aus dem Jahr 1966 wird übrigens nur noch als Ersatzfähre eingesetzt.

Nein, die deutsche Fähre ist standardmässig immer im Einsatz. Es gibt eine grosse und eine kleine Schweizer Fähre, und dann eben noch die deutsche, welche sich von der Grösse zwischen den beiden Schweizern platziert. Normal ist immer eine Schweizer und die deutsche Fähre im Einsatz, womit der Einsatz 50:50 geteilt ist. Eine der beiden Schweizer Fähren dient als Ersatz. Die grosse Schweizer Fähre wird aber an Wochenenden am Abend in die Nacht hinein in Friedrichshafen gerne auch als Partyschiff verwendet.

Ich glaube ich habe gerade vergessen, für was der Begriff „S-Bahn“ eigentlich steht,

Nun, in der Schweiz hat der Begriff S-Bahn eine andere Bedeutung als in Deutschland. In der Schweiz ist eine S-Bahn ein regelmässiges flächendeckendes Angebot. Oder etwas präziser gesagt: Merkmale sind ein Taktfahrplan, mindestens stündlich an jedem Wochentag von früh bis spät, und dort, wo sich Linien kreuzen, gibts mit Vorteil einen Taktknoten. Die RHB reiht sich hier wie die Rheineck-Walzenhausen-Bahn in das Gesamtkonstrukt S-Bahn St. Gallen ein.
Somit muss man sich hier auch nicht fragen, was das mit dichtem Grossstadtverkehr zu tun haben soll, denn das wäre die deutsche Bedeutung des Begriffs S-Bahn.

Mit einer Steigung von bis zu 76 Promille ist die Trogenerbahn die steilste schmalspurige Adhäsionsbahn der Schweiz.

Der Ruckhaldetunnel, der im Rahmen der St. Galler Durchmesserlinie gebaut und im Herbst 2017 in Betrieb gehen wird, wird eine Steigung von 80‰ aufweisen. Das wird dann also nochmals etwas steiler. Ab dann wird man auch von/nach Trogen eine erste Klasse erwarten dürfen.
-> http://www.ab-dml.ch/Portals/8/PDF/2014_01_23_MedienorientierungPr%C3%A4sentation.pdf

Bis dann wird auch die komplette Aufwertung des Bahnhofs und des Bahnhofplatzes fertiggestellt sein. Die ersten Arbeiten dafür hast Du sicher bereits sehen können. In der kleineren Unterführung West beim Gaiserbahnhof wird schon kräftig gewerkelt. Hier werden im Frühjahr 2015 Lifte auf jedes Perron und Rolltreppen bei der Haupttreppe beim Gaiserbahnhof installiert.

Nach 25 Minuten und knapp 10 Kilometern endet die Fahrt im Nebenbahnhof von St. Gallen, wo die schmalspurigen Züge der Appenzeller Bahnen verkehren.

Und den Nebenbahnhof nennt man hier Gaiserbahnhof, von Gais, wohin man ab hier abfahren kann.

Wir halten uns aber nicht lange am Bahnhof von St. Gallen auf, sondern besteigen gleich den Voralpen-Express zur Weiterfahrt nach Rapperswil.

Welche VAE-Komposition hattest Du? Gibt ein paar verschiedene: http://www.sob.ch/dienstleistungen/fahrzeuge/flotte.html

Während der Voralpen-Express im SBB-Fahrplan als eigene Zuggattung VAE geführt wird, ist er bei der DB ein „Schnellzug“ mit der Gattung „E“.

Das aus der SBB-Auskunft ist natürlich richtig. Die SOB hat den VAE letzten Herbst zu 100% übernommen. Dabei sah die SOB den VAE schon immer als ihren Paradezug an. Deshalb ist Voralpen-Express und dessen Kürzel VAE mittlerweile als eigenständige Marke etabliert worden. Das ist ähnlich wie der ICE, was ja auch eine Marke der DB ist.
Dass die DB-Auskunft Schweizer Zuggattungen nicht korrekt darstellt, hat aber schon Tradition. Bisher bekanntestes Beispiel ist der ICN.

Mit einem Flirt der Schweizerischen Südostbahn (SOB) geht es von Rapperswil als S 40 auf dem Seedamm über den Zürichsee...

Das ist offensichtlich ein Flirt 2. Davon hat die SOB letztes Jahr zwölf für den Betrieb der S-Bahn St. Gallen erhalten. Sie ergänzen die elf SOB-Flirt der ersten Bauserie. Die erste Klasse in den SOB Flirt 2 ist bequemer ausgefallen als noch in der ersten Bauserie.

Auch der Bahnhof von Einsiedeln ist gerade eine Baustelle.

-> http://www.sob.ch/uploads/media/MM_Einsiedeln-Bahnhofgebaeude-20-12-2013.pdf

Zuvor wurden wie man sieht die Perronkanten zur Erfüllung des Binhertengleichstellungsgesetzes auf 55 cm angehoben.

Von Altstätten geht es deshalb mit der nächsten S-Bahn nach Zürich Stadelhofen zur Forchbahn.

Von Altstätten? Tatsächlich?

Den Fehler machen wirklich einige. Also keine Angst, Du bist in bester Gesellschaft. Und ebenso ist es fast ein Running Gag, immer wieder auf den Fehler hinzuweisen. ;-D

Die Endstation Esslingen ist ein kleiner Ort mit 1.700 Einwohnern. So besonders aufregend ist es hier nicht, dennoch verbringe ich hier 20 Minuten...

Du hättest den alten Bahnhof suchen gehen können: http://api3.geo.admin.ch/main/wsgi/luftbilder/viewer.html?layer=Luftbilder+swisstopo+sc... (Bildviertel rechts oben)

-> https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zUCsDZ3EbteY.kyxTusRbiucw

Das war ein paar Meter entfernt ein gemeinsamer Bahnhof mit der schon lange still gelegten UOe: http://eingestellte-bahnen.ch/58895/1825855.html
Die Forchbahn überlebte, da sie als eine auf Zürich ausgerichtete Bahn einige Pendlerströme hatte.

...um auf die nächste Bahn zu warten. Und ich habe Glück, für die Rückfahrt kann ich mit dem Be 4/6 noch ein Fahrzeug der jüngsten Generation „erfahren“.

Mit so einem Fahrzeug bist Du an diesem Tag schon einmal gefahren. Bis auf dass sie vier- statt dreiteilig sind und eine andere Fahrzeugfront haben, sind sie technisch mit den Triebzügen der Trogenerbahn identisch.

Ich hoffe, dieser kleine Tour zu sehr außergewöhnlichen „S-Bahnen“ zwischen Bodensee und Zürichsee hat Euch gefallen.

Ja, hat sie! :-)

Und ein paar wenige Tage bleiben ja noch, um die Tour nachzumachen...

Den Gipfeli-Express werde ich mir wohl nochmals vornehmen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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[image]

Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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