Ein unverwechselbarer Bahnhof (40 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)
Moin!
Wittenberg liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Halleipzig. Wittenberge liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Hamburg. Das birgt Verwechslungsgefahr, auch wenn die Bahnhöfe für sich unverwechselbar sind. Im Rahmen des Ausbaus der Strecke Hamburg - Berlin veränderte der Bahnhof Wittenberge sein Gesicht ziemlich stark.
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Recht taktvoll ist das Regionalverkehrsangebot. Hauptlinie ist der RE 2. Er fährt zwischen Cottbus, Berlin und Wittenberge stündlich, alle zwei Stunden geht es über Schwerin weiter nach Wismar. Die neue Ostdeutsche Eisenbahn (die alte war die Lenz-Tochter für Ostpreußen) setzt hier ihre vierteiligen Doppelstockwagen der Baureihe 445 (Stadler Kiss) ein. Die zweite Regionalverkehrslinie ist der RE 6. Er kommt ebenfalls von Berlin, nimmt aber den Umweg über Hennigsdorf, Neuruppin, Wittstock und Pritzwalk. Noch werden Dieseltriebwagen der Baureihe 646 eingesetzt, demnächst übernimmt DB Regio als alter und neuer Betreiber die Leistungen mit der Baureihe 648. (Warum sind die 645 und 647 eigentlich nicht besetzt?)
Ferner endet in Wittenberge die sachsen-anhaltinische Linie aus Magdeburg - Stendal, im Rahmen der S-Bahn Mittelelbe bis Schönebeck-Salzelmen durchgebunden. Es verkehren Elektrotriebwagen der Baureihe 425.
Umso taktloser ist das Fernzugangebot im Rahmen der Verbindung Hamburg - Berlin mit 16 Abfahrten zwischen 06:05 und 22:22 (geschaut für den 19. Mai 2014, zwischen 09:42 und 14:02 gibt es nur Durchfahrten). Einige Züge fahren weiter, einen der langlaufendsten Züge sehen wir später im Bild. Nicht mehr der Rede wert ist das Angebot auf der Relation Magdeburg - Rostock, hier ist nur noch ein saisonales IC-Zugpaar übriggeblieben.
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Eisenbahnhistorisch läßt sich Wittenberge auf die durchführende Hauptstrecke Berlin - Hamburg sowie drei anschließende Bahnstrecken reduzieren.
Die Berlin - Hamburger Bahn wurde am 15. Dezember 1846 vollständig in Betrieb genommen. Bereits seit 1842 bestand Verkehr zwischen Hamburg und Bergedorf, der Abschnitt Berlin - Boizenburg der Berlin - Hamburger Bahn war am 15. Oktober 1846 dem Betrieb übergeben worden. Die Reise von der Spree an die Elbe dauerte anfangs 9 Stunden, im Jahr 2005 waren teilweise nur 90 Minuten vorgesehen. Die Bahnstrecke nahm im Deutschen Reich eine wichtige Rolle ein, auch die Rekordfahrten des Schienenzeppelins (230,2 km/h am 21. Juni 1931) und der 05 002 (200,4 km/h am 11. Mai 1936) fanden auf dieser Strecke statt. 1933 nahm die Reichsbahn den planmäßigen Betrieb mit Dieseltriebwagen auf, der Fliegende Hamburger ist sicherlich ein Begriff. Er hielt in Wittenberge aber nicht. Nach 1945 dann der tiefe Fall. Die Vorkriegsfahrzeiten sollten erst gegen Ende des Jahrhunderts erreicht werden, die Strecke wurde auf ein Gleis zurückgebaut. Im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit wurde die Strecke zunächst elektrifiziert und für 160 km/h ausgebaut sowie die Zweigleisigkeit wiederhergestellt. Seit dem 22. Mai 1997 bestand dann elektrischer Betrieb auf der Gesamtstrecke.
Der nächste Umbau sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nachdem im Jahr 2000 beschlossen wurde, keinen Transrapid zu bauen, wurde die Strecke für 230 km/h ertüchtigt. In diesen Zeitraum fiel auch der Umbau des Wittenberger Bahnhofs. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2004 war das fertig.
Die zweite Bahnstrecke war die von der Magdeburg-Wittenbergeschen Eisenbahn-Gesellschaft erbaute Bahnstrecke von Magdeburg nach Wittenberge. Am 7. Juli 1849 nahm sie den Betrieb auf der Teilstrecke Magdeburg - Seehausen auf, am 5. August folgte die Fortsetzung an die Elbe, die dort erst seit dem 25. Oktober 1851 per Zug überquert werden kann. Die Strecke wurde 1982 bis Stendal und 1987 bis Wittenberge elektrifiziert. In diesem Zusammenhang wurde die Elbbrücke neugebaut.
Die Berlin-Hamburger Eisenbahn erhielt im Jahr 1870 die Konzession für eine Strecke von Wittenberge nach Buchholz in der Nordheide. Sie führte bei Dömitz über die Elbe und weiter über Dannenberg und Lüneburg (wo man einen eigenen Bahnhof hatte). Eine anfänglich geplante Fortsetzung nach Bremerhaven wurde erst Jahre später gebaut, als die Bahn schon längst verstaatlicht war. Am 15. Dezember 1873 wurde die erste Teilstrecke über Dömitz und Dannenberg bis Hitzacker eröffnet, am 31. Dezember 1874 ging die Reststrecke bis Buchholz in Betrieb. Die Dömitzer Brücke wurde am 2. April 1945 zerstört, am selben Tag endete auch der Reiseverkehr zwischen Wittenberge und Dömitz. Am 2. November 1947 endete auch der Güterverkehr, die Strecke wurde anschließend als Reparation abgebaut.
Am 15. Oktober 1881 schließlich eröffnete die Wittenberge-Perleberger Eisenbahn ihre einzige Bahnstrecke, die Perleberg an die weite Welt der Eisenbahn anschloß, keine vier Monate nach Erteilung der Konzession. Zum 1. Januar 1941 wurde die Firma verstaatlicht.
Nicht vergessen sollte man das Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn, es liegt gleich östlich des Bahnhofs. Selbiger wurde komplett umgebaut. Hierbei gab man die Gleise auf der Magdeburger Seite des Empfangsgebäudes auf. Die Bahnsteige liegen nun alle auf der Ostseite, wurden allerdings nach Norden verschoben, so daß das Bahnhofsgebäude abseits des Bahnsteigzugangs liegt. Es folgt nun ein virtueller Bahnhofsrundgang. Die Aufnahmen entstanden am 21. Mai 2011, am 30. Juli 2013 sowie am 7. März und 16. Mai 2014. Wir beginnen am alten Zugang zum Bahnhof von der Stadt her.
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Aber das erst in Teil 2.
gesamter Thread:
- Ein unverwechselbarer Bahnhof (40 Bilder), Teil 1 -
Sören Heise,
21.05.2014, 16:00
- Ein unverwechselbarer Bahnhof (40 Bilder), Teil 2 -
Sören Heise,
21.05.2014, 16:00
- Ein unverwechselbarer Bahnhof - Danke! -
EC 178,
21.05.2014, 16:34
- Sammelantwort -
Sören Heise,
22.05.2014, 16:34
- Nee - Matze86, 22.05.2014, 16:44
- Sammelantwort -
Sören Heise,
22.05.2014, 16:34
- Ein unverwechselbarer Bahnhof - Danke! -
EC 178,
21.05.2014, 16:34
- Ein unverwechselbarer Bahnhof (40 Bilder), Teil 2 -
Sören Heise,
21.05.2014, 16:00