Einzigartig: Emdens Hauptbahnhof (40 Lichtbilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 02.11.2013, 18:07 (vor 4561 Tagen)

Moin moin,

Max Goldt sagte: „Der Bahnhof von Emden braucht sich nicht hinter den Bahnhöfen von Stuttgart und Leipzig zu verstecken. Nett wäre, wenn er es trotzdem täte.” Ich möchte euch heute zeigen, warum es schön ist, daß sich Emdens Hauptbahnhof nicht versteckt. Alle Aufnahmen entstanden am 27. Oktober letzten Jahres, also vor gut einem Jahr. Es gilt, aus 129 Aufnahmen von Bahnhof, Stadt und Klappbrücke möglichst 40 auszuwählen.


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1 Voll war's. 101 122, 101 003, 111 143 und 111 089 stehen im Bahnhof, warten auf die Abfahrtszeit.


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2 Zensur?


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3 Eher schlecht fotografierbar ein altes Stellwerk. Hbf ist weißer hinterlegt als Emden. Das hat seinen Grund.


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Verglichen mit anderen Bahnhöfen ist Emdens Hauptbahnhof jung. Das Empfangsgebäude wurde am 24. Mai 1973 eröffnet, etwa einhundertneunzehn Jahre nach Einführung der Eisenbahn in Emden. Denn am 24. November 1854 nahm die Hannoversche Westbahn ihre Bahnstrecke von der ostfriesischen Metropole über Leer nach Papenburg in Betrieb. Von Papenburg aus führt sie seit dem 2. Mai 1856 weiter über Meppen nach Lingen (das hält mich dennoch nicht davon ab, diese beiden Städte auch weiterhin zu verwechseln) und als sie am 23. Juni das westfälische Rheine erreichte, da war Emden mit der großen, weiten Schienenwelt verbunden.

In Emden endete die Bahnstrecke als Kopfbahnhof auf der anderen Seite des Emder Fahrwassers, der dortige Bahnhof wurde später zum Südbahnhof. 1971 endete der Verkehr. Mittlerweile befindet sich hier ein Wohngebiet, die heutige Straße Am Südbahnhof erinnert an ihn.

Am 15. Juni 1883 erfolgte die Verlängerung über Emden hinaus via Norden, Esens und Wittmund zur Landesgrenze; die teilweise kleinbahnmäßig am Straßenrand trassierte Strecke wurde als Ostfriesische Küstenbahn bezeichnet. Schon in den Jahren 1903 bis 1906 war sie zwischen Emden und Norden dem Verkehr nicht mehr gewachsen, bei einer Neutrassierung erhielt sie ihre heutige Lage. Wie das Kursbuch 1944 verrät, fuhren die meisten durchgehenden Züge den Südbahnhof nicht an, er war von der Strecke Richtung Norden nur mittels Fahrtrichtungswechsel erreichbar. Seit 1980 ist die Bahnstrecke von Salzbergen (gleich hinter beziehungsweise von Emden aus vor Rheine) bis nach Norddeich Mole elektrifiziert.

Die neue Bahnstrecke nordwärts erhielt westlich der Innenstadt eine Station, Emden Larrelter Straße. Diese wurde 1935 in Emden West umbenannt. Im selben Jahr wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet, dessen Erdgeschoß laut westbahn.de noch erhalten sein soll. Im Jahr 1971 wurde mit dem Umbau des Westbahnhofes zum Hauptbahnhof begonnen. Da war es schon acht Jahre her, seit am 26. Mai 1963 der letzte Zug nach Greetsiel gefahren war. Die metersuprige Kreisbahn Emden-Pewsum-Greetsiel war am 27. Juli 1899 bis Pewsum und am 21. September 1906 bis Greetsiel eröffnet worden.

Auch die zweite in Emden abzweigende Strecke beginnt im ehemaligen Westbahnhof. Am 1. Juli 1901 ging die kurze Strecke zum Außenhafen in Betrieb, hier herrscht seit dem Jahr 2006 elektrischer Betrieb.


Gleich geht's weiter.


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