Auf Führerstand und Simulator zum Rheinfall (mit 62 Bildern) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 02.11.2013, 16:45 (vor 4549 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe hier ja schon so manchen Reisebericht eingestellt. Üblicherweise kommt dann früher oder später die Frage nach Fahrkarte und Preis. Deshalb will ich das diesmal gleich vorab beantworten: diese Tour habe ich nicht gekauft – sondern gewonnen.

Für die Planung eines Ausflugs hatte ich vor einiger Zeit mal wieder auf der Internetseite der Tageskarte Euregio Bodensee vorbeigeschaut und dort eine Verlosung zum 10-jährigen Jubiläum der Tageskarte gesehen. Ich mache eigentlich nicht oft bei Preisausschreiben mit und nur dann, wenn mich die Preise wirklich interessieren. Und in diesem Fall waren die Preise ganz in meinem Sinn, so dass ich mal meine Mailadresse eingetippt hatte und den Wettbewerb dann auch schnell wieder vergessen hatte. Bis dann eines Tages eine E-Mail kam, dass ich doch bitte meine Postanschrift mitteilen solle, denn ich hätte etwas gewonnen.

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Und gewonnen hatte ich nicht nur irgendwas, sondern den Hauptpreis: einen Gutschein für eine Mitfahrt im Führerstand eines Thurbo-Zuges und eine Einführung im Loksimulator, Wert 900 Franken.

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Die Tour beginnt in Kreuzlingen, im Führerstand geht es dann auf der Seelinie nach Schaffhausen und wieder zurück nach Kreuzlingen. Anschließend darf ich die Strecke im Loksimulator selbst fahren. Und da der Preis mit einer Euregio-Tageskarte verbunden ist, fahre ich anschließend als Fahrgast wieder nach Schaffhausen, weiter an den Rheinfall und schließlich via Singen zurück nach Konstanz.

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Nachdem ich von Konstanz mit einem Regio ins schweizerische Kreuzlingen rübergefahren bin, treffe ich dort meinen Begleiter für den heutigen Vormittag und bekomme ein Paket mit Fahrkarte, Streckenbeschreibung, Signalerläuterung, Stadler-Typenblatt zum GTW und Souvenirs von Thurbo. Wem „Thurbo“ kein Begriff ist, kurz zur Info: Die Regionalbahn ist eine Tochtergesellschaft der SBB, an der der Kanton Thurgau mit 10 Prozent beteiligt ist. Hauptsitz ist in Kreuzlingen, auf 580 Kilometer Netzlänge ist Thurbo mit 90 Gelenktriebwagen (GTW) in der Ostschweiz und bis nach Singen unterwegs. (Ja, eine Imagebroschüre war auch im Paket – brauche ich diese Daten schon nicht extra im Internet zusammenzusuchen).

Mit der S 8 geht es nun auf der Seelinie nach Schaffhausen.

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Die Strecke führt zunächst am Untersee nach Stein am Rhein. Einige Abschnitte führen direkt am Ufer entlang, am gegenüberliegenden deutschen Ufer ziehen die Insel Reichenau und die Halbinsel Höri vorbei.

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Der Untersee reicht bis nach Stein am Rhein, hier beim Ausfluss aus dem Bodensee beginnt der Hochrhein. Die Bahnlinie verlässt nun den Fluss und führt durch das Hinterland, gleichzeitig verlassen wir auch den Hochnebel und tauchen ein in den goldenen Oktober.

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Beim Halt in Feuerthalen ist in der Ferne schon der Turm der Festung Munot zu sehen. Der Munot ist das Wahrzeichen Schaffhausens – aber dazu später mehr.

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Nun geht es über die Rheinbrücke Feuerthalen. Am Ende der Brücke ist das Portal des Emmersbergtunnels zu sehen. Bevor es aber in den Tunnel geht, gibt es von der Brücke aus links noch einen tollen Blick auf Schaffhausen.

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Nach der Fahrt durch den 761 Meter langen Tunnel fahren wir in den Bahnhof Schaffhausen ein. Hier heißt es nun den Führerstand wechseln und dann geht es gleich wieder zurück nach Kreuzlingen.

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Von der Rückfahrt gibt es jetzt nicht mehr so viele Bilder, denn wir fahren nun direkt gegen die Sonne und ich will Euch auch nicht langweilen.

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Und mit der Einfahrt in den Bahnhof Kreuzlingen endet die Führerstandsmitfahrt und wir wechseln vom Zug in den Loksimulator.

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Thurbo hat keinen so aufwändigen Simulator wie beispielsweise die DB, sondern ein etwas kleineres Modell, welches aus einem originalen GTW-Führerstand und einem Original-Fahrzeugleitgerät besteht. Sogar die Pneumatik im Lokführersitz funktioniert, nur die Knöpfe für die Führerstandsklimatisierung und für die Außenspiegel sind ohne Funktion.

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Abgetrennt vom Führerstand befindet sich der Instruktorplatz. Der Simulator arbeitet mit Streckenfilmen, in denen die Signale nachbearbeitet wurden, so dass diese verschiedene Signalbilder anzeigen können. Vom Instruktorplatz aus werden die Fahrzeug- und Streckenparameter sowie die Adhäsionsverhältnisse vorgegeben und die Signale gesteuert bis hin zum Auslösen der Haltewunschtaste.

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Hin und wieder krame ich zu Hause den alten Microsoft Train Simulator heraus und drehe eine kleine Runde am Computer – aber das hier hat schon eine ganz andere Qualität. Mit einer Zwangsbremsung meistere ich die Strecke von Kreuzlingen bis Stein am Rhein (im simplen Laienmodus).

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Anschließend darf ich im Simulator noch von Schaffhausen nach Singen fahren, hier die Einfahrt nach Schaffhausen. Die Filme wurden bei der Aufnahme mit der Zuggeschwindigkeit synchronisiert und vermitteln so einen realistischen Fahreindruck. Nur Objekte neben der Bahnstrecke verhalten sich manchmal etwa kurios, wenn beispielsweise Fußgänger in langsamer Vorbeifahrt gefilmt wurden und man nun im Simulator beschleunigt, haben auch die Fußgänger ein beeindruckendes Tempo drauf.

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Noch ein letztes Bild vom Simulator, dann geht es mit der richtigen Bahn weiter.

Es geht gleich weiter...

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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