Von Rottaler Land und Außerfern. Fortsetzung. (Reiseberichte)

TD, Freitag, 25.10.2013, 21:07 (vor 4568 Tagen) @ TD

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Der Zug riecht noch richtig „neu“. In der 1. Klasse gibt es große Tische und man hat sich auch Mühe gemacht mit einer netten Karte des Werdenfelsnetzes.

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Reservierung im Nahverkehr?

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Die Strecke soll am Fuße der Ammergauer Alpen und durch das Tal der Ammer führen – aber auch hier herrscht wieder Nebel. Wobei der Nebel bei der Fahrt durch die Moorlandschaft des Kochelfilz auch eine interessante Stimmung verbreitet. Mehrere Pfeiftafeln an der Strecke machen den Nebenbahncharakter deutlich.

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Nach 40 Minuten ist der Endpunkt Oberammergau erreicht. Die Bezeichnung „Bahnhof“ ist hier wohl nicht mehr angebracht...

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...denn das Bahnhofsgebäude steht etwas verlassen abseits.

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Oberammergau ist nicht nur für die Passionsspiele bekannt, sondern zieht mit seinen Hergottschnitzern und den mit Lüftlmalerei verzierten Gebäude viele Gäste an. Lüftlmalerei ist eine barocke Form von Fassadenmalerei.

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Geburtshaus des Schriftstellers Ludwig Thoma

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Pilatushaus

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Forsthaus

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Kölblhaus

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So, nun geht es aber wieder zurück nach Murnau. Auf der Ammergaubahn pendeln zwei Züge, auch der zweite Talent 2 ist wieder ein langes Exemplar.

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Na, ob die Stelle für den Notruf-Knopf so praktisch ist? Ich möchte nicht wissen, wie oft es da Fehlalarm gibt, weil der der SOS-Knopf mit dem Knopf für die Spülung verwechselt wird.

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An der Wetterfront gibt es auf der Rückfahrt nicht viel Neues. In Bad Kohlgrub stehen wir recht lange wegen des verspäteten Gegenzugs. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn in Murnau sind die Anschlusszüge ebenfalls mit Verspätung angekündigt.

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Von Murnau geht es mit der nächsten Regionalbahn weiter nach Garmisch-Partenkirchen. Dabei sticht mir die Unterführung mit nettem ICE-Motiv ins Auge.

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Bei der halbstündigen Fahrt im modernisierten n-Wagen im DBM-Design macht sich etwas Wehmut breit, denn in den Wagen bin ich eigentlich immer gerne auf der Mittenwaldbahn gefahren.

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Aufgrund der Verspätung geht es in Garmisch-Partenkirchen direkt zum nächsten Zug. Ein 425 fährt als RB ins Außerfern. Diesen Zügen werde ich allerdings nicht nachtrauern, denn die spartanische Einrichtung ist schon sehr Holzklasse.

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Die Außerfernbahn ist knapp 100 Kilometer lang und verbindet Garmisch-Partenkirchen mit Kempten im Allgäu; sie hat dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Die eingleisige Nebenbahn ist zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte elektrifiziert, für gut 40 Kilometer führt sie durch Österreich.

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Die Bahnstrecke folgt dem Tal der Loisach, zunächst ist das Tal noch weit, dann verengt sich das Tal und es geht nun deutlich bergauf. Nachdem wir die deutsch-österreichische Grenze passiert haben, lichtet sich hier oben auch endlich der Nebel.

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Bei der Fahrt am Rande des Ehrwalder Talkessels fällt der Blick auf die 2.417 Meter hohe Sonnenspitze.

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Die Strecke folgt nun dem Tal Zwischentoren zwischen Ammergauer Alpen und Lechtaler Alpen. Dabei erreichen wir in Lähn mit 1.106 Höhenmetern den Scheitelpunkt der Außerfernbahn.

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Oh nein, bei Heiterwang schwappt die Nebelsuppe schon wieder über den Berg.

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In der Ferne ist der Heiterwanger See zu sehen.

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Warum ein Tunnel gleich drei Namen haben kann und sich Katzenbergtunnel, Klausentunnel oder Kesselwangtunnel nennt, erschließt sich mir nicht so ganz. Jedenfalls verlassen wir durch diesen gut 500 Meter langen Tunnel Zwischentoren und erreichen mit dem Talkessel von Reutte auch den Nebel wieder.

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Hier heißt es nun umsteigen, am Bahnsteig steht schon ein Desiro zur Weiterfahrt über den nicht elektrifizierten Abschnitt nach Kempten.

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Die Fahrt durchs Allgäu wäre sicherlich schön, aber so langsam schlägt mir das Wetter aufs Gemüt. Teilweise doch sehr gemütlich fahren wir gen Kempten.

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Mit dem alex geht es nun auf der bayerischen Allgäubahn wieder an den Bodensee. Der Zug kommt aus München und besteht aus Zugteilen nach Lindau und Oberstdorf.

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Gut, dass es nun zur Kaffeezeit mit dem alextreff eine Bordgastronomie gibt – wenn auch nur für 20 Kilometer oder 15 Minuten, denn dann geht der alextreff mit den Wagen nach Oberstdorf getrennte Wege.

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Bei der Fahrt durch das Oberallgäu passen wir den Niedersonthofener See und erreichen Immenstadt.

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Hier wird der Zug geteilt und eine ehemals österreichische Diesellok der Reihe 2143 übernimmt den hinteren Zugteil nach Oberstdorf.

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Für uns geht es nun weiter am Ufer des Großen Alpsees und durch das Tal der Konstanzer Aach und hinauf nach Oberstaufen.

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Heimenkirch mit dem denkmalgeschützte Paul-Bäck-Haus aus dem 15. Jahrhundert.

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Die Apfelplantagen künden dann schon vom nahen Bodensee.

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Wir erreichen Lindau, rechts die Gleise der Bodenseegürtelbahn aus Friedrichshafen. Für mich wird es wenig später auf dieser Strecke heimwärts gehen.

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Jetzt geht es noch über den Bodenseedamm auf die Insel...

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...dort wartet schon ein IRE mit n-Wagen zur Weiterfahrt nach Friedrichshafen. Aber bevor ich jetzt noch mehr Melancholie mit trüben Bildern verbreite, wollen wir den Reisebericht damit schließen, zumal ich auch den Rest der Fahrt auf die Bodenseegürtelbahn schon in mehreren Reiseberichten beschrieben habe.


Viele Grüße und ein schönes Wochenende


Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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