Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (4/4 m. 47 Bildern) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
in Teil 3 des Reiseberichts waren wir nach einer Rundfahrt ans Wattenmeer wieder in Hamburg angekommen. Nun fahren wir im letzten Teil weiter in die Eifel und später zurück nach Hause an den Bodensee.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/039-Vindobona/39-Karte.jpg)
Tag 5: Hamburg – Aachen – Eupen – Heimbach
Ich bin noch nie ICE Sprinter gefahren, heute soll sich das ändern. Auch wenn wir dafür das Hotel wieder ohne Frühstück verlassen müssen.
Ab Hamburg Altona geht es mit einem ICE-Sprinter nach Köln. Auf meinen Touren ergeben sich recht selten Fahrten mit dem ICE 2 und so ist dies auch meine erste Fahrt nach dem Redesign.
Für den Sprinter-Aufpreis gibt es in der 1. Klasse ein Frühstück bestehend aus Baguette, Müsliriegel, Smoothie und Heißgetränk. Hamburg-Köln ist jetzt keine klassische Hochgeschwindigkeitsstrecke, aber trotzdem ist es interessant, mal 365 Kilometer zwischen Hamburg und Essen ohne Halt zurückzulegen. Ansonsten verläuft die Fahrt ohne besondere Ereignisse und wir erreichen pünktlich Köln.
Gut, nun bin ich also auch mal ICE Sprinter gefahren – aber dafür sind wir jetzt eigentlich viel zu früh in Köln, denn das Hotel in der Eifel können wir erst am Nachmittag beziehen. Aber die Zeit wollen wir nicht ungenutzt lassen.
Im gleichen Gleis vor unserem ICE steht ein Talent 2 zur Fahrt nach Aachen bereit - eigentlich gar kein offizieller Anschluss, aber das soll uns nicht an der Mitfahrt hindern.
Zwischen Eifel und Jülicher Börde fahren wir nun mit dem Rhein-Sieg-Express nach Aachen. Da es in Köln mit dem unverhofften Anschluss geklappt hat, haben wir nun mehr Zeit für einen Spaziergang durch Aachen.
Hier mit Rathaus...
...und Aachener Dom. Nur den Dom ganz aufs Bild zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Versuchen wir es mal von der anderen Seite...
...aber da gibt es eine Baustelle und Gegenlicht. Aber trotzdem ein imposantes Bauwerk, welches 1978 das erste deutsche UNESCO-Weltkulturerbe war.
Ich muss zugeben, dass Pferdesport nicht meine Welt ist. Und so ist es wohl eine Bildungslücke, dass mir bisher nicht bewusst war, dass Aachen eine bedeutende Pferdesportstadt ist. Aber dafür gibt es ja ein Denkmal vor dem Hauptbahnhof.
Der eigentliche Grund für die Fahrt nach Aachen war aber der euregioAIXpress, der im Zweistundentakt Aachen und Lüttich verbindet. In Deutschland wird der Zug als Regional-Express geführt, in Belgien als Interregio. Eigentlich hatte ich noch auf ein rot-gelbes Exemplar der belgischen Triebzüge spekuliert, aber gut, fahren wir eben im modernisierten AM 66.
Ich habe ziemlich lange die Fahrpläne verschiedene Varianten durchgespielt, aber wenn wir heute Abend das Hotel noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen wollen, reicht es nur für eine kleine Runde nach Eupen. Und deshalb fahren wir nun auf der Wesertalstrecke nur ein paar Minuten bis hinter die Grenze nach Welkenraedt.
Ich gehe davon aus, dass außer uns niemand auf die Idee kommt, mit der Bahn von Aachen nach Eupen fahren zu wollen, denn allein während der Übergangszeit von knapp 50 Minuten in Welkenraedt wäre man mit dem Bus schon in Eupen. Aber gut, wir wollten ja mit dem euregioAIXpress fahren und schauen uns nun eben etwas in Welkenraedt um, hier auf dem Place des Combattants.
Nachdem wir auch die Kirche von Welkenraedt gesehen haben...
...geht es wieder zurück zum Bahnhof. Dem Betonklotz...
...hauchen ein paar Blümchen noch etwas Leben ein. Mit einem IC soll es für uns nun weitergehen nach Eupen. Die Betonung hierbei liegt aber auf „soll“, denn wir sind pünktlich auf dem Bahnsteig, aber der Zug kommt nicht. Es gibt keine Ansage und auf dem Monitor zum Bahnsteig ist der Zug weiterhin mit der Planabfahrt angeschrieben. Information ist hier wohl eine Holschuld - als ich nach einer Viertelstunde im Bahnhof nachfrage, wo denn der Zug bleibt, erfahre ich, dass dieser 40 Minuten Verspätung hat.
Tja, und hier kommt er dann endlich, der IC aus Ostende nach Eupen. Ganze 7 Minuten dauert jetzt noch die Fahrt bis Eupen.
Ähnlich wie in Südtirol sind wir nun auch hier im deutschsprachigen Ausland unterwegs. Eupen ist das Zentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und so wird die Endstation des Zuges auch auf Deutsch angekündigt.
Nachdem wir nun schon seit einigen Tagen gemeinsam unterwegs sind, erwartet Ihr nun ein oder zwei Bilder aus Eupen, bevor es dann mit dem nächsten Verkehrsmittel weitergeht. Aber daraus wird nichts, hier war ich wohl beim Fahrplan zu ehrgeizig und habe nicht damit gerechnet, dass wir Eupen 40 Minuten später erreichen. Ein bisschen frustriert über den misslungenen Ausflug nach Belgien steigen wir nun am Bahnhof von Eupen direkt in den Bus nach Aachen. Beim nächsten Foto...
...sitzen wir dann schon wieder im Regional-Express von Aachen nach Düren. Gut, auf der Hinfahrt habe ich den Talent 2 kennengelernt – aber hier im Doppelstockwagen reist es sich doch angenehmer. Auch wenn hier schon die Vierer-Bestuhlung Einzug gehalten hat.
In Düren heißt es nun Umsteigen auf die Rurtalbahn. Wegen Nichtanerkennung des Deutschland-Passes hätte es die RTB eigentlich verdient von uns boykottiert zu werden - aber das hätte ich mir wohl überlegen müssen, bevor ich meinem Bruder einen Angelausflug an die Rurtalsperre versprochen habe.
Mh, zur Fahrt nach Heimbach rollt ein Regio-Shuttle ein. Für meine persönliche Fahrzeugsammlung wäre mir eigentlich ein RegioSprinter lieber gewesen.
Nachdem wir das Stadtgebiet von Düren verlassen haben, führt die Strecke landschaftlich ganz nett durch die Rureifel. Kurvenreich folgen wir der Rur flussaufwärts, hier am Stausee Obermaubach. Nach rund 50 Minuten Fahrzeit und 30 Kilometern erreichen wir den Endbahnhof Heimbach. Jetzt müssen wir nochmals umsteigen, denn bis zur Rurtalsperre Schwammenauel sind es noch etwa zwei Kilometer. Und hier beginnt nun die erniedrigendste „Bahnfahrt“ der ganzen Tour:
Die Fahrt mit der „Rursee-Bahn“. Aber immerhin: das Gefährt ist sogar in die Fahrplanauskunft der Bahn eingearbeitet und wenn man das richtige Hotel gebucht hat, ist die Fahrt sogar kostenlos.
Und nachdem wir durch das Steinbachtal und am einstmals größten Wasserwerks Europas in Hasenfeld vorbei gerumpelt sind, erreichen wir unser Ziel für den nächsten Tag: den Rurstausee.
Die Rur (nicht verwechseln mit der Ruhr) wird hier zur Wasserregulierung und Stromerzeugung zum volumenmäßig zweitgrößten Stausee Deutschlands aufgestaut. 2004 wurde hier der Nationalpark Eifel eingerichtet.
Wir genießen nun die Abendsonne am Rurstausee und beschließen damit Tag 5.
Es geht gleich weiter...
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