Im Zeichen der Vier: Neubrandenburg (viermal zehn Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 09.10.2013, 21:18 (vor 4574 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Mittwoch, 09.10.2013, 21:19

Moin,

für Züge in vier Richtungen gibt es in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg vier Bahnsteiggleise. Wer's nicht kennt: Neubrandenburg liegt im Südosten von Mecklenburg.


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Die einzige elektrifizierte (23. Mai 1993 Neustrelitz - Neubrandenburg, 29. Mai 1994 weiter bis Stralsund) Strecke ist die Berliner Nordbahn. Sie führt von Berlin aus ziemlich gerade nordwärts nach Stralsund. Am 10. Juli 1877 wurde der Abschnitt von der Hauptstadt bis nach Neubrandenburg eröffnet, am 1. Dezember die Fortsetzung nach Demmin und am 1. Januar des Folgejahres der Rest bis an den Strelasund.

Die älteste Strecke ist die von der Friedrich-Franz-Eisenbahn (benannt nach Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin) erbaute Verbindung von Güstrow ostwest durch sein hügeliges Reich nach Neubrandenburg. Sie ging am 11. November 1864 in Betrieb. 1866/1867 erfolgte die Verlängerung über Strasburg und weiter unter preußischer Ägide nach Pasewalk an der Strecke Angermünde - Stralsund.

Im Januar 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn eröffnet, die Neubrandenburg über Waren und Karow mit Parchim verband. Anfangs Privatbahn, wurde sie 1894 verstaatlicht. Der Abschnitt nach Neubrandenburg wurde 1945 als Reparation abgebaut und ist seitdem Geschichte.

Wenige Wochen vor der Südbahn, am 5. November 1884, eröffnete Herrmann Bachstein die Privatbahn nach Friedland. Im Jahr 1994 endete der Reiseverkehr. Die Strecke ist als Industriegleis erhalten und wird im Güterverkehr noch bedient.


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In Nord-Süd-Richtung fährt die DB zweistündlich zwischen Stralsund, Neubrandenburg, Neustrelitz, Berlin und weiter südlich. Eingesetzt werden Elektroloks der Baureihe 112/114 und moderne Doppelstockwagen. In den anderen Stunden gibt es Züge nur zwischen Stralsund und Neustrelitz. Hier fahren abwechselnd die DB (mit was?) und die Ostseeland Verkehr mit Talent-Triebwagen.
Auch in Ost-West-Richtung teilen sich DB und OLA den Verkehr. Letztere fährt mit ihren Talenten zweistündlich zwischen Ueckermünde, Pasewalk, Neubrandenburg und Bützow. Ebenfalls zweistündlich, wenn auch nicht paßgenau, fahren 628er der DB zwischen Stettin und Lübeck. Zum Fahrplanwechsel muß die OLA allerdings alle ihre Leistungen abgeben, Neubrandenburg ist dann (wieder) fest in Händen der DB.


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1 Vom Neubrandenburger Bahnhof ging ich immer geradeaus, bis ich zum Stadttor kam. Auf der anderen Seite bot sich diese Ansicht. Das ist offenbar nicht die Altstadt. Also umgedreht.


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2 Das Stadttor sieht aus, als würde es noch immer geschlossen, wenn abends die Bürgersteige hochgeklappt werden.
Es ist das Stargarder Tor. Die namensgebende Stadt heißt, um sie von anderen alten Städten zu unterscheiden, heute Burg Stargard.


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3 Doch, hier sieht es nach Altstadt aus. Das ist die Konzertkirche.


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4 Das ist der Marktplatz der mittelalterlichen Innenstadt. Das Haus der Kultur und Bildung, 1965 im Rahmen der Neugestaltung der Altstadt (sie wurde nach dem Einmarsch der Roten Armee weitgehend zerstört) fertiggestellt, wird derzeit umgebaut.


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5 Die Treptower Straße führt zum Treptower Tor. Die dazugehörige Stadt heißt mittlerweile Altentreptow.


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6 St. Johannis. Davor die Polizei.


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7 Durch die Friedländer Straße kommt man zum Friedländer Tor. Die dazugehörige Stadt heißt seltsamerweise einfach nur Friedland.
Das vierte Stadttor ist übrigens das Neue Tor aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, somit 100 Jahre jünger als der Rest. Daher der Name.


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8 Am Nordende der Altstadt gibt es einen Durchbruch durch die Stadtmauer, dort sitzt Fritz Reuter auf seinem Denkmal.


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9 Und dort steht jenseits des Friedrich-Engels-Rings, der Einbahnstraße, auf der man die Altstadt umkreisen kann, bis einem schwindlig wird, dieses Gebäude.


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10 In die Gegenrichtung sehen wir eine Ampel, St. Johannis, den Polizeifunkmast, das Hochhaus und die Konzertkirche, einstmals Marienkirche.


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11 Wir drehen uns wieder um und nähern uns dem Haus vom vorvorigen Bild.


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12 Nebenan steht diese Schöpfung.


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13 Dahinter der Stadtbusbahnhof...


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14 ...und der Regionalbusbahnhof.


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15 Von der Fußgängerbrücke im Westkopf ein erster Eindruck der Gleisanlagen.


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16 Gesamtansicht des Personenbahnhofs. Der ehemalige Hausbahnsteig existiert quasi nicht mehr.


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17 Westwärts.


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18 Das ehemalige Bahnbetriebswerk.


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19 Prellbock.


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20 Bahnsteig.


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21 Der alte Lokschuppen.


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22 Der neue Lokschuppen.


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23 Blick hinüber zum Bahnsteig 2/4 und dem dahinterliegenden Empfangsgebäude.


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24 Bahnsteig mit Bude.


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25 Treppenabgang.


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26 Tunnel.


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27 Ostwärts. Hinter der Brücke das Stellwerk.


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28 Früher mußte die Menschheit lesen können. Heute nicht mehr.


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29 Gesamtansicht von Osten.


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30 Das Empfangsgebäude, 1864 nach Plänen von Richard Steche errichtet. Er war von 1863 bis 1867 als Architekt bei der Friedrich-Franz-Eisenbahn beschäftigt.


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31 Keine Menschen? Kein Wunder. Die Züge fahren um halb herum.


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32 Nochmals das Empfangsgebäude, davor die Treppenzugänge.


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33 Treppe.


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34 Podest.


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35 Hin zum Empfangsgebäude.


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36 Innendrin. Nach längerer Zeit mal wieder mit Werbung der Lokalzeitung.


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37 Die Ansicht gen Gleise. Die Abfahrtstafel befindet sich gut versteckt rechts an der Wand.


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38 Signale und Bahnsteige.


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39 Eine Portraitaufnahme von VT 0004 der Ostseeland Verkehr.


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40 Ueckermünde, Holzdorf und Lübeck (v.l.n.r.).


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Viele Grüße,
Sören


PS: Besuchstag war der 25. Juli 2013.

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