Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (2/4 m. 47 Bildern) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 05.10.2013, 11:22 (vor 4578 Tagen)

Hallo zusammen,

in Teil 1 des Reiseberichts waren wir am Abend in Verona angekommen, jetzt geht’s weiter.

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Tag 2: Verona - Villach

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Wir starten wieder am Bahnhof Verona Porta Nuova, unser Tagesziel ist Villach – allerdings werden wir nicht auf dem direkten Weg dorthin fahren, sondern müssen unterwegs noch etwas Zeit abbummeln, bis am Abend der Micotra-Zug fährt.

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In der Unterführung zu den Gleisen hängt Werbung für den DB-ÖBB-Eurocity. Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch: welche Stadt ist denn da abgebildet?

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Mit einem Frecciargento fahren wir nun nach Bologna. Die 50-minütige Fahrt ist landschaftlich langweilig, dafür gibt es kostenlose Getränke in der 1. Klasse.

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Nach der Ankunft im neuen Tiefbahnhof, der erst im Juni eröffnet wurde, wollen wir uns etwas in Bologna umsehen. Durch die Porta Galliera...

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...und über die Via Indipendenza laufen wir ins Zentrum. Es ist Sonntagmorgen und es macht den Eindruck, als schlafe die Stadt noch.

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Bologna war früher von einem Netz von Wasserkanälen durchzogen, die heute fast vollständig verschwunden sind. Der Canale delle Moline ist als einer von wenigen oberirdisch erhalten geblieben.

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Palazzo del Podestà

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Neptunbrunnen

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Palazzo Comunale

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Das eigentliche Wahrzeichen von Bologna aber sind die beiden schiefen Türme, der Torre Garisenda und der Torre degli Asinelli - wobei die aus dieser Perspektive gar nicht so schief wirken.

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So, nach diesem Stadtspaziergang durch Bologna geht es jetzt wieder zurück an den Bahnhof. Unser Zug fährt diesmal von den oberirdischen Gleisen ab.

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Ich gebe es zu, die Besichtigung von Bologna war nur ein „Nebeneffekt“, eigentlich stand die Stadt zuvor gar nicht unbedingt auf meiner Wunschzielliste. Aber mit dem Umweg über Bologna hat sich nun eine Fahrt mit dem .italo ergeben. Der private Hochgeschwindigkeitszug von Nuovo Trasporto Viaggiatori ist seit 2012 in Italien unterwegs.

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Der rote Flitzer hat 3 Klassen, wir reisen in der Club-Klasse. Es gibt einen Großraum-Bereich mit 11 Plätzen sowie zwei Vierer-Abteile, die aber nur jeweils im Ganzen als „Private Lounge“ gebucht werden können.

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Man beachte auch die Temperaturanzeige: ja, es ist Sommer.

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Es gibt kostenlose Getränke, Süßigkeiten und WLAN sowie Kopfhörer. Und da es draußen vor dem Zugfenster nicht ganz so aufregen ist, schauen wir mal, für was die Kopfhörer sind...

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Unter der Armlehne verbirgt sich ein ausklappbarer Monitor.

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Verschiedene Programme stehen zur Auswahl:

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...Ein Nachrichtenticker mit Meldungen der Nachrichtenagentur ANSA (ich kann zwar kein Italienisch, aber um was es bei „Crisi“, „Merkel“, „euro“ und „Grecia“ geht ist unschwer zu erahnen)...

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...verschiedene Zeitungen...

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...und Live-Fernsehen. Das Einstiegsmenü lässt sich noch auf Englisch umschalten, die Inhalte sind aber nur auf Italienisch. Aber auch so vergeht die Zeit wie im Fluge...

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...und wir fahren schon über die Ponte della Libertà über die Lagune von Venedig zum Bahnhof Venezia Santa Lucia.

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Die Lage des Bahnhofs ist einfach toll, man verlässt das Bahnhofsgebäude und steht am Canal Grande. Bis zur Weiterfahrt haben wir eine Stunde Zeit, da wollen wir gar nicht erst versuchen, viel von der Stadt zu sehen (fürs Sightseeing empfehle ich ohnehin die Anreise mit dem CNL, vor ein paar Jahren bin ich morgens um 6:38 Uhr in Venedig angekommen, da kann man die Stadt erkunden bevor die Touristenströme einsetzen und ist auf dem Markusplatz noch alleine).

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Aber auch während unseres kurzen Aufenthalts können wir rund um den Bahnhof in das besondere Flair der Lagunenstadt mit den engen Gassen, Kanälen, Gondeln und Vaporetti eintauchen und uns unter die vielen, vielen Touristen mischen.

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Es geht gleich weiter...

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Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (Fortsetzung Teil 2)

TD, Samstag, 05.10.2013, 11:26 (vor 4578 Tagen) @ TD

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Blick von der Ponte degli Scalzi zum Bahnhof Venezia Santa Lucia

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Mit einem Regionalzug der Trenitalia fahren wir nun nach Udine.

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Auf der Fahrt durch Nordostitalien queren wir den Piave auf seinem Weg von den Alpen zur Adria. Allerdings mache ich mir so langsam Sorgen um unseren eigenen Weg, denn nach einem längeren Halt auf freier Strecke steht der Zug nun in Pordenone und Lokführer und Zugbegleiterin sind auf dem Bahnsteig zu Gange. Von der Durchsage verstehe ich nur „problema tecnico“ – aber irgendwann geht die Fahrt dann doch weiter.

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Gut, dann müssen uns bei der Besichtigung von Udine halt etwas sputen. Nach dem Rummel von Venedig wirkt die Stadt wie ausgestorben. Hier die Loggia di San Giovanni am Piazza della Libertá.

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Dom von Udine…

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...mit Glockenturm

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Hier vor dem Bahnhof von Udine ist eben der ÖBB Intercitybus abgefahren, aber wir wechseln lieber zu den Gleisen.

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Dort steht schon der MICOTRA-Zug bereit, der von den ÖBB und der Ferrovie Udine Cividale (FUC) im Auftrag des Landes Kärnten und der Region Friaul-Julisch-Venetien betrieben wird. Der Zug besteht aus zwei Abteilwagen (2. Klasse) und einem Wagen für Fahrräder.

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Das Abteil werden wir allerdings nicht lange für uns allein haben, denn der Zug ist sehr gut ausgelastet und insbesondere viele Fahrradfahrer nutzen die Verbindung. Mein Versuch, für den österreichischen Streckenabschnitt den Deutschland-Pass zu nutzen, geht aber gründlich schief. Denn nachdem ich dem italienischen Zugpersonal mit einiger Mühe verständlich machen konnte, was das für eine Fahrkarte ist und warum ein Deutschland-Pass in Österreich gilt, stellt sich heraus, dass Fahrkarten bis zur Grenze nur mit Bordzuschlag verkauft werden können, wonach die Fahrkarte Udine-Tarviso teurer wäre als eine Fahrkarte Udine-Villach. Aber egal, jetzt genießen wir erst mal die Fahrt über die Pontebbana.

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Fellatal

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Nach dem Halt in Tarvisio Boscoverde queren wir die Grenze zu Österreich und fahren nun auf der Rudolfsbahn durch das Gailtal nach Villach.

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Jetzt bringen wir das Gepäck ins Hotel und schauen uns dann in Villach um, hier die letzten Sonnenstrahlen über der Drau.

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Hauptplatz

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Nikolaikirche

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Lichtkunst zwischen Drau und Hauptplatz

Und morgen früh startet dann die große Fahrt nach Hamburg, aber das demnächst in Teil 3.


Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Tobias

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Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (Fortsetzung Teil 2)

moonglum, Hagen, Samstag, 05.10.2013, 20:54 (vor 4577 Tagen) @ TD

wieder toll, ich liebe Venedig!

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Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (2/4 m. 47 Bildern)

caboruivo, CH, Samstag, 05.10.2013, 11:58 (vor 4577 Tagen) @ TD

Vielen Dank auch für den zweiten Teil. Ich hab mal auf deiner Website rumgestöbert, und da zahlreiche geniale Ideen gefunden... :D

Wie hat dir der .Italo abgesehen vom Bordprogramm denn gefallen? Die Auslastung sah jetzt nicht gerade überwältigend aus.

Wie sieht das eigentlich mit den Unterkünften auf deinen Touren aus? Suchst du Spontanunterkünfte oder buchst du alles im Voraus?

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Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (2/4 m. 47 Bildern)

TD, Samstag, 05.10.2013, 12:35 (vor 4577 Tagen) @ caboruivo

Vielen Dank auch für den zweiten Teil. Ich hab mal auf deiner Website rumgestöbert, und da zahlreiche geniale Ideen gefunden... :D

Freut mich, vielen Dank.

Wie hat dir der .Italo abgesehen vom Bordprogramm denn gefallen? Die Auslastung sah jetzt nicht gerade überwältigend aus.

Das mit der Auslastung täuscht. Die beiden Abteile waren belegt und auch im Großraum saß noch ein Paar - ich war nur froh, dass die in Mestre ausgestiegen sind und ich dann noch ein paar Bilder machen konnte. Soweit ich gesehen habe war auch der übrige Zug ganz gut ausgelastet. Der Zug hat mir gut gefallen, auch der Service passt, in Bologna war z.B. vor der Abfahrt eigens .italo-Personal auf dem Bahnsteig (ich glaube weil der Zug falsch herum gereiht war).

Wie sieht das eigentlich mit den Unterkünften auf deinen Touren aus? Suchst du Spontanunterkünfte oder buchst du alles im Voraus?

Ich plane und buche die Touren komplett vorab durch und starte dann mit einer dicken Mappe, in der chronologisch sortiert Fahrkarten, Fahrpläne, Hotelreservierungen und Stadtpläne liegen. Für Spontanreisen fehlt mir etwas der Mut und ich weiß auch nicht, ob dann so ein enges Programm möglich wäre...

Viele Grüße

Tobias

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Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (2/4 m. 47 Bildern)

feiyang, Samstag, 05.10.2013, 15:43 (vor 4577 Tagen) @ TD

Das mit der Auslastung täuscht. Die beiden Abteile waren belegt und auch im Großraum saß noch ein Paar - ich war nur froh, dass die in Mestre ausgestiegen sind und ich dann noch ein paar Bilder machen konnte. Soweit ich gesehen habe war auch der übrige Zug ganz gut ausgelastet. Der Zug hat mir gut gefallen, auch der Service passt, in Bologna war z.B. vor der Abfahrt eigens .italo-Personal auf dem Bahnsteig (ich glaube weil der Zug falsch herum gereiht war).

Auf meinen beiden bisherigen Fahrten mit dem Italo war immer Personal am Bahnsteig, die den Reisenden geholfen haben, die richtige Postion für den Zustieg zu finden. Ich denke, dass das Teil des Servicekonzepts ist.
Finde ich auch sehr gut, damit wird der Fahrgastwechsel wesentlich reibungsloser abgewickelt und man erspart sich die sonst üblichen Szenen, bei denen die Reisenden hektisch am Bahnsteig entlang laufen.
Ganz abgesehen davon vermittelt es einfach einen guten Eindruck, wenn schon am Bahnsteig ein hilfsbereiter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

"in tutto relax"... ;-)

Blaschke, Samstag, 05.10.2013, 17:59 (vor 4577 Tagen) @ TD

Mahlzeit!

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In der Unterführung zu den Gleisen hängt Werbung für den DB-ÖBB-Eurocity.

"in tutto relax"...

Es muß nicht immer Deutsch sein... Das klingt so schon entspannend...

Und auch eine Verspätung liest sich im italienischen RIS
http://www.viaggiatreno.it/viaggiatrenonew/
viel schöner: "Ritardo 35 Min".

Allerdings ist pünktlich, "in orario" auch nicht zu verachten... "Arrivo programmato" - da blüht man noch mehr auf als beim "Wir sind pünktlich!". Und eine Ankunftsverspätung klingt als "Arrivo Effettivo" doch gar nicht mehr so schlimm... ;-)


Erinnert mich an den niederlänischen Puffer, auf dem "Fixstop" drangeschrieben stand - so einfach kann man die Funktionsweise erklären... ;-)


Der Bericht ist wieder klasse! 1A.


Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

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