Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (2/4 m. 47 Bildern) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
in Teil 1 des Reiseberichts waren wir am Abend in Verona angekommen, jetzt geht’s weiter.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/039-Vindobona/39-Karte.jpg)
Tag 2: Verona - Villach
Wir starten wieder am Bahnhof Verona Porta Nuova, unser Tagesziel ist Villach – allerdings werden wir nicht auf dem direkten Weg dorthin fahren, sondern müssen unterwegs noch etwas Zeit abbummeln, bis am Abend der Micotra-Zug fährt.
In der Unterführung zu den Gleisen hängt Werbung für den DB-ÖBB-Eurocity. Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch: welche Stadt ist denn da abgebildet?
Mit einem Frecciargento fahren wir nun nach Bologna. Die 50-minütige Fahrt ist landschaftlich langweilig, dafür gibt es kostenlose Getränke in der 1. Klasse.
Nach der Ankunft im neuen Tiefbahnhof, der erst im Juni eröffnet wurde, wollen wir uns etwas in Bologna umsehen. Durch die Porta Galliera...
...und über die Via Indipendenza laufen wir ins Zentrum. Es ist Sonntagmorgen und es macht den Eindruck, als schlafe die Stadt noch.
Bologna war früher von einem Netz von Wasserkanälen durchzogen, die heute fast vollständig verschwunden sind. Der Canale delle Moline ist als einer von wenigen oberirdisch erhalten geblieben.
Palazzo del Podestà
Neptunbrunnen
Palazzo Comunale
Das eigentliche Wahrzeichen von Bologna aber sind die beiden schiefen Türme, der Torre Garisenda und der Torre degli Asinelli - wobei die aus dieser Perspektive gar nicht so schief wirken.
So, nach diesem Stadtspaziergang durch Bologna geht es jetzt wieder zurück an den Bahnhof. Unser Zug fährt diesmal von den oberirdischen Gleisen ab.
Ich gebe es zu, die Besichtigung von Bologna war nur ein „Nebeneffekt“, eigentlich stand die Stadt zuvor gar nicht unbedingt auf meiner Wunschzielliste. Aber mit dem Umweg über Bologna hat sich nun eine Fahrt mit dem .italo ergeben. Der private Hochgeschwindigkeitszug von Nuovo Trasporto Viaggiatori ist seit 2012 in Italien unterwegs.
Der rote Flitzer hat 3 Klassen, wir reisen in der Club-Klasse. Es gibt einen Großraum-Bereich mit 11 Plätzen sowie zwei Vierer-Abteile, die aber nur jeweils im Ganzen als „Private Lounge“ gebucht werden können.
Man beachte auch die Temperaturanzeige: ja, es ist Sommer.
Es gibt kostenlose Getränke, Süßigkeiten und WLAN sowie Kopfhörer. Und da es draußen vor dem Zugfenster nicht ganz so aufregen ist, schauen wir mal, für was die Kopfhörer sind...
Unter der Armlehne verbirgt sich ein ausklappbarer Monitor.
Verschiedene Programme stehen zur Auswahl:
...Ein Nachrichtenticker mit Meldungen der Nachrichtenagentur ANSA (ich kann zwar kein Italienisch, aber um was es bei „Crisi“, „Merkel“, „euro“ und „Grecia“ geht ist unschwer zu erahnen)...
...verschiedene Zeitungen...
...und Live-Fernsehen. Das Einstiegsmenü lässt sich noch auf Englisch umschalten, die Inhalte sind aber nur auf Italienisch. Aber auch so vergeht die Zeit wie im Fluge...
...und wir fahren schon über die Ponte della Libertà über die Lagune von Venedig zum Bahnhof Venezia Santa Lucia.
Die Lage des Bahnhofs ist einfach toll, man verlässt das Bahnhofsgebäude und steht am Canal Grande. Bis zur Weiterfahrt haben wir eine Stunde Zeit, da wollen wir gar nicht erst versuchen, viel von der Stadt zu sehen (fürs Sightseeing empfehle ich ohnehin die Anreise mit dem CNL, vor ein paar Jahren bin ich morgens um 6:38 Uhr in Venedig angekommen, da kann man die Stadt erkunden bevor die Touristenströme einsetzen und ist auf dem Markusplatz noch alleine).
Aber auch während unseres kurzen Aufenthalts können wir rund um den Bahnhof in das besondere Flair der Lagunenstadt mit den engen Gassen, Kanälen, Gondeln und Vaporetti eintauchen und uns unter die vielen, vielen Touristen mischen.
Es geht gleich weiter...
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