Von Donau, Balaton und Zürichsee – Reisebericht m. 88 B. 2/3 (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
Teil 1 hatte uns nach Wien geführt, nun geht's weiter.
Tag 4: Wien – Budapest – Balatonfüred
So, heute geht es früh los, wir starten um 6:48 Uhr mit dem ersten Railjet nach Budapest. Der Westbahnhof erstrahlt in der Morgensonne.
Für die Fahrt gönnen wir uns die Business-Class...
...zunächst wollen wir aber im Restaurant frühstücken. Auf der Karte stehen zwei Frühstücks-Varianten, wobei das „Henry Frühstück“ nicht verfügbar ist. Da läuft aber auch was schief, wenn ein Speisewagen morgens am zentralen Startbahnhof schon nicht vollständig bestückt ist. Bleibt als Alternative das „Wiener Frühstück“, wobei das mit einer Semmel doch recht überschaubar ist und wir weitere Komponenten einzeln nachbestellen.
„Wiener Frühstück“
Die Fahrt über die österreichische Ostbahn ist unspektakulär, nach dem Grenzübertritt geht es weiter durch die kleine ungarische Tiefebene, bis auf wenige Abschnitte ist die Fahrt landschaftlich eher langweilig und so werfen wir mal einen Blick auf die Kartenansichten im Display.
Pünktlich erreichen wir den Endbahnhof Budapest Keleti pályaudvar (Ostbahnhof). Hätte ich vorher gewusst, dass der Tag einer der heißesten des Jahres werden und in der Stadt eine drückende Hitze herrschen würde, hätte ich für die Weiterfahrt an den Balaton wohl einen schlanken Übergang in Budapest-Kelenföld eingeplant. Stattdessen lautet der Plan aber, den Wechsel zum Bahnhof Déli pályaudvar (Südbahnhof) für eine kleine Sightseeingtour in Budapest zu nutzen und dann von dort an den Balaton zu fahren. Mitsamt dem Gepäck hält sich das Vergnügen bei der Hitze aber in Grenzen.
Budapest Keleti pályaudvar
Rund um das imposante Bahnhofsgebäude herrschen Bauarbeiten...
...deshalb geht es gleich weiter in die Altstadt von Pest.
Hier treffen wir wieder auf die Donau, im Hintergrund Kettenbrücke und Matthiaskirche.
Über dem anderen Donauufer in Buda erhebt sich der Burgpalast.
Seit 1949 verbindet die Kettenbrücke die beiden Stadtteile Buda und Pest.
Eine Standseilbahn führt auf den Burgberg.
Der Sándor-Palast ist der Sitz des ungarischen Staatspräsidenten.
Blick auf Donau, Kettenbrücke und Parlament
Matthiaskirche
Im Burgviertel reihen sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten aneinander, aber wir sind ja hier in einem Bahnforum, deshalb sollen die Bilder reichen und für uns geht es nun auf der anderen Seite des Burgbergs hinunter zum Bahnhof Déli pályaudvar, wo die meisten Züge in Richtung Balaton starten.
Dieses Bild von Déli pályaudvar entdecke ich später auf der Rückfahrt in einem Abteilwagen. Da es hier aber gut reinpasst, ziehen wir es vor.
Mit dem Eilzug Kék hullám (Blaue Welle) starten wir nun in Richtung Balaton.
Die Züge führen als ersten Wagen einen klimatisierten IC-Wagen, in dem wir es uns nun bequem machen.
Und was ich am allerwenigsten erwartet hätte: es gibt sogar ein funktionierendes und kostenloses WLAN im Wagen!
Die Fahrt geht nun durch die ungarische Tiefebene. Bei Szabadbattyán teilen sich die Bahnstrecken zum Nord- und Südufer des Balaton. Wir fahren auf dem Nordast, der nicht elektrifiziert ist. Immer wieder müssen wir Gegenzüge abwarten, so ganz planmäßig scheint das aber nicht abzulaufen, denn unterwegs sammeln wir 20 Minuten Verspätung an. Aber dafür entschädigt nun der Blick auf den Balaton:
Der Balaton oder auch Plattensee ist der größte Binnensee Mitteleuropas. Als Steppensee hat er nur eine geringe Tiefe von gerade mal 12,5 Meter an der tiefsten Stelle. Zum Vergleich: mein „Heimatsee“ Bodensee ist zwar etwas kleiner, dafür aber bis zu 254 Meter tief. Als Ziel haben wir uns Balatonfüred am Nordostufer ausgesucht.
Balatonfüred empfängt seine Gäste mit einem recht hässlichen Bahnhof, der an sozialistische Zeiten erinnert.
An der Uferpromenade hingegen knüpft der Kurort an die glanzvollen Zeiten des einst mondänen Heilbads an.
Das Trinkhaus über der Kossuth-Quelle – ich bekomme kein Bild ohne Passanten hin, ständig kommen Leute mit Flaschen oder Gefäßen, um Heilwasser abzufüllen. Da müssen wir natürlich auch einen Schluck des Füreder Sauerwassers probieren.
Rundkirche, zwischen 1841 und 1846 in klassizistischem Stil erbaut.
Blick über Balatonfüred
So, und mit einer Sonnenuntergangsfahrt per Schiff beschließen wir nun den ersten Tag am Balaton.
Tag 5: Balatonfüred und Tihany
Ja, ich weiß, dieser Reisebericht ist sehr schiffslastig. Im ersten Teil die Donau-Kreuzfahrt, und jetzt schon wieder ein komplett bahnfreier Tag. Aber es gilt wieder, wer sich nicht für die Schifffahrt interessiert, darf runterscrollen zum nächsten Tag.
Unser Ziel: die Halbinsel Tihany mit der Abtei
Jedenfalls beginnen wir den heutigen Tag am Balaton mit einer Schifffahrt zur Halbinsel Tihany. Mit ihrer Abtei, den denkmalgeschützten Häusern und dem Ausblick vom Plateau über den Balaton ist ein Halbinsel ein Muss für Touristen – und wenn der Reiseführer das so schreibt, wollen wir dem natürlich Folge leisten.
Klosterabtei Tihany
Blick von der Abtei über den Balaton
Nicht nur in Norddeutschland gibt es Reetdächer; auch am Balaton hat die Dacheindeckung aus Schilf Tradition.
Bei bis zu 30.000 Besuchern am Tag hat man sich auf die Touristen eingestellt und es reihen sich die Souvenirgeschäfte aneinander, im Sortiment auch viel traditionelle ungarische Keramik.
Wir verlassen aber die Touristenpfade und lassen uns auf der Suche nach einem Geocache auf den Óvár-Berg führen. Neben dem Plattensee sind von hier aus auch die vulkanischen Kraterseen der Region zu sehen.
Mit dem Schiff geht es dann wieder zurück nach Balatonfüred, wo wir den Abend bei den Weinwochen an der Uferpromenade ausklingen lassen – aber das gehört nicht hierher.
Es geht gleich weiter...
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