Umgekrempelt: Erfurt Hbf (40 Bilder), Teil I (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 15.06.2013, 18:01 (vor 4664 Tagen)

Moin!

Wohl kein deutscher Hauptbahnhof hat sich in den letzten 20 Jahren so verändert wie derjenige der thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Ich besuchte ihn am 7. Juli letzten Jahres.


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Nach Fertigstellung der Neubaustrecken nach Halleipzig und nach Ebensfeld wird Erfurt von Naumburg die Funktion des Anschlußknotens zwischen den Verbindungen von Berlin und Dresden nach Frankfurt und Nürnberg übernehmen. Bis dahin gibt es Fernverkehr nur auf der Ost-West-Achse. Etwa stündlich verkehren ICs und ICEs zwischen Frankfurt und Leipzig, teilweise nach Wiesbaden, Saarbrücken und Dresden verlängert. Daneben gibt es einzelne Fernzüge nach Berlin und über Kassel ins Ruhrgebiet. Vielleicht ist auch ab und an ein Linentauscher dabei. Wochenendverstärker und Nachtzüge erwähne ich wie üblich nicht.

Nahverkehr besteht in viele Richtungen:
Über Döllstädt nach Bad Langensalza und weiter über Leinefelde und Eichenberg nach Kassel fährt die Erfurter Bahn mit Regioshuttles. Jetzt im Dezember kehrt DB Regio nach gewonnener Ausschreibung zurück.
Auf der Strecke nach Nordhausen bleibt DB Regio erhalten, sie fährt hier mit Desiros.
In Richtung Sömmerda - Sangerhausen fahren mit den Magdeburger Zügen zweistündlich Desiros, alternierend fahren ellokbespannte Züge bis Sangerhausen. Bis Sömmerda gibt es einzelne Verstärker.
Die Ost-West-Verbindung von Halle nach Eisenach ist noch eine Domäne der Baureihe 182, hinter ihr kommen y-Wagen zum Einsatz, die hier eines ihrer letzten Einsatzgebiete haben. Bald übernimmt Abellio, wie auch nach Sangerhausen.
Zwischen Göttingen, Leinefelde, Gotha, Erfurt, Göschwitz und Gera fahren Dieseltriebwagen der Baureihe 612, die ab Gera mit Greiz, Altenburg, Glauchau und Zwickau vier Ziele ansteuern. Westlich Erfurts alle zwei Stunden, östlich Erfurts besteht ein Stundentakt.
In Neudietendorf zweigt die Strecke in Richtung Arnstadt ab. Hier fährt die RE-Linie nach Würzburg (Baureihe 612, Zweistundentakt, zwei Zugpaare nach Meiningen). Daneben ist hier die Südthüringenbahn zweistündlich (mit Verstärkern) nach Meiningen sowie die Erfurter Bahn (stündlich nach Ilmenau, derzeit Bauarbeiten, sowie zweistündlich nach Saalfeld) unterwegs. Beide Unternehmen setzen Regioshuttles ein, die Erfurter Bahn angeblich auch mit ihrem Itino.


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Die Streckengeschichte in Stichworten:
1847 Eröffnung der Thüringer Bahn zwischen Weimar und Erfurt, später im Jahr bis Eisenach
1867 Eröffnung Neudietendorf - Arnstadt
1869 Eröffnung Erfurt - Nordhausen
1881 Eröffnung Erfurt - Artern (weiter nach Sangerhausen seit 1880)
1893 Eröffnung des neuen Bahnhofsgebäudes
1897 Eröffnung Kühnhausen (Abzweig von Strecke Erfurt - Nordhausen) - Langensalza
1926 Eröffnung der Kleinbahn Erfurt - Nottleben
1967 Einstellung Reiseverkehr Erfurt - Nottleben
1967 Elektrifzierung Naumburg - Großheringen - Erfurt - Neudietendorf
1976 Inbetriebnahme der „S-Bahn Erfurt” auf der ehemaligen Kleinbahn bis Berliner Straße
1984 Elektrifizierung Neudietendorf - Arnstadt
1992 Bundesverkehrswegeplan, darin enthalten
- Neubaustrecke Halleipzig - Erfurt, Fertigstellung war bis zur Jahrtausendwende vorgesehen
- Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld, 1997 war Fertigstellung bis 2004 vorgesehen
1994 Elektrifizierung Erfurt - Sömmerda (1997 durchgehend bis Sangerhausen)
1995 Aufnahme des elektrischen Betriebs zwischen Neudietendorf und Bebra
1996 Einstellung der „S-Bahn Erfurt”
1996 Einstellung des elektrischen Betriebs Neudietendorf - Arnstadt
2008 Eröffnung des umgebauten Hauptbahnhofs
2015 geplante Inbetriebnahme Neubaustrecke Halleipzig - Erfurt
2017 geplante Inbetriebnahme Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld


Es folgt nun der Rundgang. Zwischendurch schauen wir mal kurz in die Stadt hinein.


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1 Eine große, luftige Halle beherrscht die Gleisebene.


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2 Ein Blick gen Süden.


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3 Wandmalerei.


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4 Die Gleisseite des stadtseitigen Empfangsgebäudes.


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5 Ein Blick hinaus. Der sehr breite Mittelbahnsteig verfügt neben den beiden Durchgangsgleisen (doppelt belegbar) an beiden Seiten über Kopfgleise. Er erinnert somit an das alte Inselgebäude.


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6 Treppenabgang.


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7 Unter dem Mittelbahnsteig eine Ladenpassage.


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8 In der Unterführung der Bahnhofstraße die Haltestelle von Straßenbahn und Bus.


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9 Mit einem Produkt aus der Nachbarstadt kann man eine Stadtrundfahrt machen (Foto vom 5. August 2010).


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10 Ein Blick von außen.


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11 Nebeneingang.


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12 Blick zurück.


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13 Der Warteraum wurde nicht genutzt.


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14 Noch ein Blick in die Unterwelt.


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15 Ein weiterer geschichtlicher Überblick.


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16 Die Eingangshalle.


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17 Der Erfurter Hof, in dem sich am 19. März 1970 Willy Brandt und Willi Stoph trafen.


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18 Der Busbahnhof.


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19 Links der heutige Hauptbahnhof, hinten das Empfangsgebäude von 1847. Es war später der Dienstsitz der Reichsbahndirektion.


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20 Blick in die andere Richtung mit dem Nacht-Intercity im Hintergrund.


Da ich keine 601 Zeichen wegkürzen will, folgt in Kürze die Fortsetzung.


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