Hürden bei der Produktion einer ICE-Reportage (Allgemeines Forum)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Samstag, 14.02.2009, 14:17 (vor 6304 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo,
ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die Gründe für diese Zusammenstellung der Reportagen woanders zu finden sind:
- Einkauf und Synchronisation bereits bestehender Dokumentation sind viel preiswerter als die Produktion einer eigenständigen Dokumentation

- Würde ein Fernsehsender für eine dokumentarische Produktion des deutschen ICE-Verkehrs eine freizügige Dreherlaubnis bekommen? Ich glaube, das bekommt man nicht. Alle Themen bieten derzeit "Zündstoff". Bei einer technischen Doku hätte man Angst vor dem Achsenproblem, bei einer Dokumentation über Menschen bei der Bahn über Arbeitszeiten, bei Bauprojekten über Kostenexplosionen. Okay, es läuft einiges "unrund", aber dennoch vermute ich auch einen gewissen Verfolgungswahn in der Chefetage der dazu führt, dass man Dokumentationen lieber selbst macht und sich dann so darstellt, wie man sich sehen will (BAHN-TV) oder es ganz verbietet. Unvergessen ist noch eine Reportage des WDR über die Kölner ICE-Werkstatt: Während der Dreharbeiten fehlte ein Ersatzteil und dann hat man den Luftschlauch mit Schlauchschellen geflickt, damit der irgendwie wieder nach Berlin zurück kommt.

Noch zu Bundesbahnzeiten wurden viele schöne und informative Filme von der DB erstellt, die ohne weiteres als "Reportage" zu bezeichnen gewesen sind, da das Werbebrimborium sich in Grenzen hielt. Die Eigenproduktionen für BAHN-TV haben diese Qualität nie erreicht, selbst in Filmchen im Reportagestil wurde stets die Markenpräsentation in den Vordergrund gerückt.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum