Über die Mittenwaldbahn ins Zillertal (Reisebericht m. 77 B) (Reiseberichte)

TD, Freitag, 05.04.2013, 14:00 (vor 4735 Tagen)

Hallo zusammen,

an den ersten beiden Apriltagen war ich wieder auf Tour. Ich habe einen kleinen „Wunschzettel“, wo ich bestimmte Züge, Strecken oder Reiseziele sammle. Für Sommer war dort eine „Abschiedstour“ mit den n-Wagen auf der Mittenwaldbahn zwischen München und Innsbruck geplant. Nachdem das Ende der n-Wagen nun aber auf dem österreichischen Abschnitt schneller kommt als gedacht, musste ich die Pläne über den Haufen werfen und die Tour vorziehen.

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Die Tour führt nicht in exotische Länder und es gibt auch keine spektakulären Züge – aber dank des Wetters und leerer Züge ist es eine richtig schöne „Genießertour“ geworden. Die Runde Konstanz-München-Innsbruck-Konstanz (oder andersherum) wäre auch an einem Tag zu schaffen, allerdings ist das doch grenzwertig, und so habe ich eine zweitägige Tour daraus gemacht und mit der Zillertalbahn noch ein zweites, mir bis dahin fremdes Ziel eingebaut. Auf der Hinfahrt fahren wir durch das Allgäu nach München, über die Mittenwaldbahn nach Innsbruck und weiter ins Zillertal, am nächsten Tag geht es über die Arlbergstrecke zurück.


Tag 1: Allensbach – München - Mayrhofen

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Auf der erstklassigen Tour hat mich mein Bruder begleitet, am frühen Ostermontag beginnen wir die Rundreise in Allensbach am Bodensee. In den Tagen zuvor gab es einen bunten Mix mal Schnee, mal Dauerregen, mal auch Schneeregen. Für Ostermontag hatte der Wetterbericht aber einen kleinen Lichtblick verheißen – na, dann hoffen wir mal das Beste.

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Die Fahrt im IRE der Schwarzwaldbahn dauert nur wenige Minuten, in Radolfzell steht schon der erste Umstieg an.

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In Radolfzell nutzen wir den Aufenthalt für einen Abstecher an den See. Schnee am 1. April ist sicherlich eine Seltenheit, aber tatsächlich lässt sich nun die Sonne blicken!

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Die Bildunterschrift würde wohl lauten „Winterruhe am Bodensee“ – aber wir haben doch April!

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In einem Neigetechnikzug der Baureihe 611 geht es nun auf der Bodenseegürtelbahn nach Friedrichshafen.

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In Stahringen halten wir kurz, da an einem Bahnübergang gearbeitet wird. Bei Sipplingen folgt dann eine Langsamfahrstelle, nachdem sich hier ein Felssturz ereignet hatte. Die parallel verlaufende Straße ist gesperrt, die Züge passieren die Stelle mit Schrittgeschwindigkeit.

Gut, dass ich unterwegs nicht online bin, denn während ich die schöne Strecke am Seeufer genieße, geht in meinem Postfach eine beunruhigende Verspätungsalarm-Mail mit dem Hinweis ein „Ermittelte Abweichung: Ein Anschluss wird ggf. nicht erreicht.“

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Der Anschluss-RE in Form einer BR 628 von Friedrichshafen nach Lindau wartet aber, und so können wir die Fahrt planmäßig fortsetzen.

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Für ein Außenbild ist dann aber erst nach der Ankunft in Lindau Zeit.

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Wir wechseln nun zu Gleis 2, wo der EC aus Zürich schon angekommen und die schweizerische Lok bereits abgekuppelt ist. Am Zugschluss führt der Zug zwei abgesperrte Wagen mit.

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Nanu, sind wir die einzigen Fahrgäste? Später beim Aussteigen in München zähle ich durch, in der 1. Klasse ist das Verhältnis 6:3, also 6 Fahrgäste auf 3 Wagen. Der Schaffner mustert das Ticket kritisch, sagt aber nichts – ja, ich weiß, von Lindau ins Zillertal würde man üblicherweise nicht in diesem Zug sitzen.

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Und so steht eine gemütliche und entspannte Fahrt durch das Allgäu an – noch schöner wäre nur die Strecke über Kempten gewesen. Über den Bodenseedamm verlassen wir Lindau und dann geht es hinauf ins Allgäu, welches sich winterlich verschneit präsentiert.

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Von der Bahn gibt es einen süßen Gruß in Form von Gummibärchen...

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...während man sich im Speisewagen etwas mehr Gedanken gemacht hat und passend zu Ostern bunte Eier auf den Tischen stehen.

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Wir entscheiden uns jedoch für ein kleines zweites Frühstück in Form von Café Crème und Gipfeli.

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Den Winter haben wir nun vorerst wieder verlassen, hier im Ostallgäu präsentiert sich die Landschaft wieder grün.

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In München haben wir nun eine Dreiviertelstunde Aufenthalt. Das ist zwischendurch ganz angenehm, wenn man nicht direkt von einem Zug zum nächsten muss. So können wir noch etwas Proviant besorgen und in der Lounge vorbeischauen. Hier macht sich aber schon der Oster-Rückreiseverkehr bemerkbar und wir finden nur noch zwei getrennte Einzelplätze.

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Anschließend machen wir uns auf den Weg zu Gleis 29, wo die Regionalbahn nach Innsbruck wartet.

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Ich selbst bin nun kein großer Nostalgiefan und bevorzuge eigentlich die moderne Bahn, aber gerade auf der Mittenwaldbahn war die Fahrt im Sommer am offenen Fenster immer ein Genuss. Vielleicht kann ich das auf dem bayerischen Abschnitt diesen Sommer noch einmal einplanen.

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Am Staffelsee herrscht derweil aber wieder Winter...

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...während es in Richtung Garmisch-Partenkirchen wieder grün wird...

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...und wir dann zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau im tiefsten Winter ankommen.

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Ich erinnere mich noch an die frühere Aufschrift, aus „Deutschlands höchstgelegenem Intercity-Bahnhof“ ist zwischenzeitlich „Bayerns höchstgelegener Bahnhof“ geworden.

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Zwischen Mittenwald und Scharnitz queren wir die deutsch-österreichische Grenze. Da das Europa-Spezial zwischenzeitlich auch beim Grenzübertritt in Nahverkehrszügen gilt, konnte ich bequem von Allensbach bis Mayrhofen im Zillertal durchbuchen und das Stückeln umgehen. Falls sich trotzdem jemand mit „Tarifabitur“ mit tariflichen Spitzfindigkeiten beschäftigen möchte: benötigt man eigentlich zwischen Mittenwald und Mittenwald Grenze einen 1. Klasse-Fahrschein?

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Leider hat sich herumgesprochen, dass es in Österreich im Nahverkehr keine 1. Klasse gibt, und so füllt sich der Wagen nun deutlich. Es scheint zwar die Sonne, die Luft ist aber eisig kalt, deshalb will ich jetzt nicht mehr ständig das Fenster aufreißen auf der Fahrt zur Martinswand und hinunter ins Inntal.

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Auf der Fahrt zwischen Westbahnhof und Hauptbahnhof von Innsbruck fährt parallel schon die S-Bahn, auf die wir nun umsteigen wollen. Deshalb gibt es nur kurz diesen Blick zurück, der bald Geschichte sein wird.

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Bahnsteiganzeiger und Zugzielanzeiger sind sich uneinig, wohin die Fahrt der S 1 gehen soll, aber bis Jenbach fährt der Zug auf jeden Fall.

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Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir weiter durch das Unterinntal nach Jenbach.

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Es geht gleich weiter...

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