Einmal quer durch – Reisebericht mit 66 Fotos (Reiseberichte)

TD, Montag, 01.04.2013, 06:27 (vor 4741 Tagen) @ TD

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Aber egal, mit der Kusttram geht es nun der Ostseeküste entlang nach Westen.

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Die Holzsitze in der Straßenbahn haben eine dünne Lederauflage bekommen, das macht die Fahrt einigermaßen erträglich.

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Bei der Fahrt durch die Holsteinische Schweiz erschließt sich mir auch, warum diese beeindruckende Landschaft diesen Namen trägt, man fühlt sich tatsächlich in die Schweiz versetzt.

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Zwischen Ost- und Nordsee überwindet die Bahn den schleswig-holsteinischen Geestrücken. Hier in den Höhenlagen herrscht noch tiefer Winter.

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Dabei gelingt mir auch noch ein Foto von einem Schneeräumer auf dem Gegengleis.

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Einer der Höhepunkte bei der Fahrt nach Sylt ist sicherlich die Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals. Nur schade, dass gerade keine großen Schiffe unterwegs sind.

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In Niebüll heißt es nun umsteigen. Dies ist das erste Mal, dass ich durch den neuen Tunnel nach Sylt fahre. Wie beim Eurotunnel steht zu Beginn der Reise eine Sicherheitskontrolle.

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Ein roter Flitzer steht schon bereit und wird uns unter dem Watt auf die Insel bringen. Eigentlich schade, die Fahrt über den Hindenburgdamm war doch sonst immer ein Erlebnis.

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Wir nähern uns der Küste...

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...und dann geht es in den Tunnel.

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Um dem Touristenansturm gewachsen zu sein, gibt es hier 3+2 Bestuhlung. Nach der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein wurden die schwarzen Kopfstützen ausgetauscht, allerdings habe ich den Verdacht, dass die Sitzverteilung zwischen rot und grün nicht ganz stimmt.

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Nach der Ankunft im Tunnelbahnhof von Westerland geht es gleich weiter. Westerland selbst hat keinen Hafen...

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...deshalb fahren wir mit dem Inselbus nach List.

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Der Hafen ist schon beeindruckend, die meisten Promis haben hier ihre Yachten liegen. Aber wie immer haben wir einen dichten Reiseplan und haben nicht viel Zeit für Sightseeing, denn es geht gleich am Schiffsanleger weiter.

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Mit dem Dampfer steht nun eine Überfahrt von Sylt nach Norddeich an. Wenigstens ist die See ruhig und die Fahrt damit recht angenehm.

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Etwas Abwechslung gibt es auf halber Strecke, als wir Helgoland passieren.

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Ich bin dann aber doch ganz froh, als wir in den Hafen von Norddeich einlaufen. Schienenkreuzfahrten gefallen mir einfach besser.

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Der Bahnhof Norddeich Mole war ja längere Zeit wegen Umbauarbeiten gesperrt. Während dieser Zeit ist eine große Bahnsteighalle entstanden, soll der Bahnhof doch zukünftig einer der Knotenbahnhöfe für das TIC-Netz werden. Die Touristik-Intercity werden die Tradition des Interregio wieder aufleben lassen und touristische Ziele mit hochwertigem Fernverkehr anbinden.

Der TIC 4711 von Norddeich über die Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt nach Berchtesgaden steht schon bereit. Ich muss aber sagen, dass mir die TIC-Farbgebung nicht so gefällt, der rote Streifen beim herkömmlichen ICE gefällt mir besser. Im Hintergrund steht übrigens der TIC 0815 über Leipzig nach Seebrugg im Schwarzwald.

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Nach dem Redesign bringen frische Grün- und Blautöne die Touristen in Urlaubsstimmung.

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Hier rächt es sich nun, dass der Snackautomat online mit dem Reservierungssystem verbunden ist. Entweder hat der Schaffner versehentlich eine Diskette vom TAC (Touristik-Auslandscity) Norddeich-Palermo eingelesen (der fährt doch nur an ungeraden Kalendertagen) oder es liegt daran, dass ich den Sitzplatz unter www.bahn.it reserviert habe, jedenfalls erhalten wir den Snack in der italienischen Sprachversion.

Schade, dass der heutige Kalendertag keine Primzahl ist, denn nur an diesen Tagen fährt der TOE (Touristik-Orient-Express) Norddeich-Istanbul.

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In Köln steigen wir aus, da wir für die Rückfahrt noch ein Highlight eingeplant haben. Von der gewaltigen Bahnhofshalle bin ich bei jedem Besuch beeindruckt, auch heute geht der Blick nach oben zur Hallenkonstruktion. Zum Abschluss der Tour wollen wir noch den Drachenfelsen besuchen.

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Nachdem ADAC und Post erst in den Fernbusverkehr eingestiegen sind, machen die beiden nun der Bahn mit ihren gelben Zügen auch Konkurrenz auf der Schiene. Während sich die DB vom Denglisch verabschiedet, setzen ADAC und Post mit ihrem mbs (mobility.bahn.sprinter) noch voll auf diesen Trend.

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Und auch der Innenraum präsentiert sich ganz in Post- bzw. ADAC-Gelb, auf der kurzen Fahrt von Köln nach Königswinter ist das erträglich.

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Von Königswinter aus geht es nun mit der Drachenfelsbahn ins Siebengebirge.

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Von hier oben hat man einen tollen Blick über das Rheintal.

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Burg Drachenfels

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Nachdem wir bei der Bergfahrt einen alten Triebwagen hatten, steht für die Talfahrt nun einer der modernen Triebwagen bereit.

Für die Rückfahrt nach Konstanz habe ich nun noch ein Experiment gewagt. Während in Frankreich mit dem TGV Ouigo eigene Billigzüge unterwegs sind, setzt die DB auf ein anderes Konzept für Sparfüchse. Im Rahmen einer Kooperation mit der PKP werden neuerdings auf ausgewählten Strecken reguläre ICs mit polnischen Wagen verstärkt, die nur mit „kreativen Fahrkarten“ buchbar sind, deren Start oder Ziel in Polen liegt. Mit einiger Mühe war es mir gelungen, ein Europaspezial Polen für den Zug zu buchen. Mein Kumpel Theo hatte mir den Tipp geben, es mit Lodz als Start zu versuchen. Das funktioniert aber nur mit NV-Vorlauf bis Warschau, Grenzübertritt Forst mit Abwahl ICE auf der Teilstrecke Wolfsburg-Bielefeld, 13 Stunden Aufenthalt in Buxtehude und in Ost-West-Richtung 60 Tage vor Fahrtantritt für 59 €. Wenn man bedenkt, dass das etwa 1.500 Kilometer sind, liegt der Kilometerpreis gerade mal bei 4 Cent! Hätte ich einen Sparpreis Köln-Konstanz für 49 € gebucht, hätte der Kilometerpreis fast 10 Cent betragen!

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Bei dieser Preisdifferenz verzichte ich gerne auf den bequemen Abteilwagen im IC Bodensee und steige in den polnischen Wagen am Zugschluss.

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Diese Entscheidung bereue ich nicht, der Wagen ist außerordentlich bequem, eine so geschmackvolle Einrichtung würde ich mir für machen Nahverkehrszug in Deutschland auch wünschen. Das minimalistische Design ohne unnötigen Schnickschnack wie Tisch oder Mittelarmlehne überzeugt!

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So wird die Fahrt durch das schöne Rheintal zu einem richtigen Erlebnis.

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Weiter geht es über die Schwarzwaldbahn zurück nach Konstanz. Da die Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn erst im September 1977 abgeschlossen sein wird, steht in Offenburg noch ein Lokwechsel an. Eine Diesellok wird uns nun die letzten Kilometer befördern.

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Für die landschaftlich schöne Strecke wechseln wir in den Panoramawagen.

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Die Schwarzwaldbahn zählt zu Recht zu den schönsten Bahnstrecken in Deutschland, einfach herrlich diese Landschaft!

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Heute herrscht wieder reinstes Aprilwetter, eben sind wir noch bei sommerlichen Temperaturen durch den Schwarzwald gefahren, als wir nun wieder in Konstanz angekommen sind und über den Münsterplatz laufen, erinnert der Wochenmarkt fast an einen verschneiten Weihnachtsmarkt.

Ich hoffe, dass Euch diese phantastische Reise gefallen hat. Es ist mir nicht leicht gefallen, aus 2.400 Bildern eine Auswahl zu treffen, die den Reiseverlauf möglichst detailliert beschreibt. Aus den restlichen Bildern habe ich einige – mehr oder weniger realistische – Reiseberichte geschrieben, die Ihr unter www.bahnreiseberichte.de findet.

Ich habe mir große Mühe mit dem Reisebericht gemacht und hoffe, dass sich keine Fehler eingeschlichen haben. Solltet Ihr doch Fehler finden, bin ich für Korrekturen dankbar.

Zum Abschluss hier noch die Streckenkarte:

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Viele Grüße und einen schönen Ostermontag

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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