[NL] Zwischen Bentheim und Utrecht (Teil 3, 35 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 09.03.2013, 11:42 (vor 4762 Tagen)

Moin,

unsere Rundreise durch die östlichen Niederlande neigt sich dem Ende entgegen. Wir kehren zum Bahnhof Almere Centrum zurück und erreichen mit Umstiegen in Zwolle und Deventer wieder den Intercity nach Deutschland.


Teil 1 berichtete über Bad Bentheim, Oldenzaal, Zutphen, Arnhem, Ede-Wageningen und Amersfoort.
Teil 2 sah uns in Baarn, Utrecht und Almere.


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77 Der Marktplatz von Almere. Stadt und Bahnhof wirken modern, bieten nichts Altes. Das ist kein Wunder: Vor 100 Jahren war hier noch Wasser. Zur Aufnahme der wachsenden Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg wurde Neuland geschaffen, zwei große Polder bilden heute die Insel Flevoland, in deren Westende Almere liegt. Die Stadt wurde 1975 gegründet und hat heute knapp 200.000 Einwohner, Tendenz steigend.

Die Eisenbahnverbindung Weesp - Almere - Lelystad wurde im Jahr 1987 eröffnet und schließt in Weesp ans Bestandsnetz an. Vor wenigen Jahren wurde eine Verbindungskurve eröffnet, die direkte Züge Utrecht - Hilversum - Almere möglich macht. Diese Linie wird halbstündlich betrieben, weshalb die Einfädelungen kreuzungsfrei angelegt sind. Im Jahr 2012 wurde mit Almere Poort eine weitere Station zur Erschließung eines Neubaugebiets eröffnet, gleichzeitig wurde die Verlängerung von Lelystad nach Zwolle (Hanzelijn) in Betrieb genommen. Sie ermöglicht eine schnellere Eisenbahnverbindung zwischen den nordöstlichen Niederlanden und Amsterdam.


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78 Die Bahnsteighalle von außen...


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79 ...und von draußen.


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80 Einer der niederländischen 425. Über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, aber schöner als die FYRA-Triebzüge ist er, wenn auch nicht allzuviel.


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81 Warteraum.

Zwischen Almere und Lelystad fahren vier Züge pro Stunde, so daß man nicht lange warten muß. Nördlich der Strecke befindet sich das Gebiet Oostvaardersplassen, das von diversen Pferden, Rindviechern und anderen Wesen bevölkert wird. Hier war ursprünglich Schwerindustrie geplant, da das Gebiet jedoch nicht komplett trockenfiel und aufgrund der Ölkrise wurde es jedoch sich selbst überlassen. Es verbuschte jedoch zunehmend, weshalbt man 1992 diese Viecher ansiedelte. Ein ungewohnter Anblick!


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82 Im selben Stil wie die Station Almere Centrum ist der Bahnhof von Lelystad errichtet. Es blieb bei einem kurzen Aufenthalt, ich nahm den im Blockabstand folgenden Intercity bis Zwolle.


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83 Bei der Ankunft in Zwolle fällt der Blick von der neuen, knallroten Eisenbahnbrücke auf die Straßenbrücke über die IJssel.


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84 Vor dem Empfangsgebäude in Zwolle warten die Busse auf Fahrgäste. Die Sonne stand mittlerweile schon tief.


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85 Das Empfangsgebäude.


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86 Innen im Empfangsgebäude.


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87 Die Bahnsteighalle. Hier ist relativ wenig Betrieb, da der Zugang zu den Gleisen östlich der Halle erfolgt.


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88 paraplu. old dutch. deo spray. tandenborstel. fietslampje.
Ein seltsames Automatensortiment.


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89 Über den Gleisen eine Fußgängerbrücke.

Zwolles Bahnhof befindet sich derzeit im Umbau.
Ein dritter Inselbahnsteig wurde im Dezember 2012 in Betrieb genommen, derzeit entsteht ein neuer Personentunnel und ein weiterer Bahnsteig, so daß mehr bahnsteiggleiche Umstiege möglich werden.

1864 erreichte die erste Bahnstrecke Zwolle, sie führte von Utrecht nach Kampen. Zwei Jahre später, 1866, eröffnete der Bahnhof der Staatsbahn an der Strecke von Arnhem nach Leeuwarden. Dieser wurde anschließend von beiden Bahngesellschaften als Kopfbahnhof genutzt.
1881 wurde die Verbindung nach Almelo eröffnet, 1889 die mittlerweile stillgelegte Strecke nach Apeldoorn und 1903 die Strecke nach Stadskanaal. Diese wird noch bis Emmen betrieb, seit Dezember fährt hier Arriva.


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90 Ein Weichenkreuz in Bahnsteigmitte ermöglicht zusammen mit bahnsteiglosen Gleisen die Nutzung einer Bahnsteigkante durch zwei Züge.


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91 Rechts der Nahverkehrszug nach Groningen und links der Eilzug nach Coevorden.


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92 Von der provisorischen Fußgängerbrücke ein Blick auf die Bahnsteighalle.


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93 Die Fußgängerbrücke.


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94 Ein Blick in den in Bau befindlichen Tunnel.


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95 Die Bahnsteighalle von Nordwesten.


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96 Die nordwestliche Ausfahrt mit Stellwerk.


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97 Paralleleinfahrt des Sprinters aus Raalte (links, die Strecke nach Almelo ist ab Anfang April nach einer mehrjährigen Sperrung wieder durchgehend befahrbar) und des Intercitys aus Roosendaal (rechts). Beide Züge fahren nach wenigen Minuten Wendezeit wirder zurück. Ich nahm den IC bis Deventer, wo ich noch eine gute halbe Stunde Zeit hatte, bis der Zug zurück nach Deutschland fahren sollte.


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98 Die untergehende Sonne taucht das Empfangsgebäude von Deventer in ein rötliches Licht.

Am 5. August 1865 wurde die Bahnstrecke von Arnhem nach Deventer eröffnet, womit diese Stadt Eisenbahnanschluß erhielt. 1866 ging die Verlängerung nach Zwolle in Betrieb. 1887/1888 folgte die Bahnstrecke von Apeldoorn nach Almelo. Zwischen 1910 und 1935 (!) bestand eine Lokalbahn, die in nördlicher Richtung über Raalte nach Ommen führte.

Deventers Empfangsgebäude wurde im Jahr 1914 eingeweiht. Der Bahnhof präsentiert sie architektonisch weitgehend im Ursprungszustand. Die Mehrheit der Züge hält am einzigen Mittelbahnsteig, den es gibt.


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99 Im Empfangsgebäude.


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100 Der Personentunnel.


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101 Eine Gedenktafel für im Krieg gefallene Eisenbahner des Bahnhofs.


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102 Die Treppe hinauf zum Bahnsteig.


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103 Die größte Verspätung, die ich am Tag sah. Der Zug hatte eine dreistellige Zugnummer.


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104 Warteraum 1. und 2. Klasse. Heute Bahnhofsbuchhandlung.


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105 Warteraum 3. Klasse.


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106 WC.


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107 Ein Blick gen Bahnsteigende. Beachte die Minisignale.


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108 Eine Grünanlage. Man hatte den Eindruck, hier sei vormals ein Stumpfgleis gewesen.


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109 Ein Sprinter wartet auf Überholung durch den IC Berlin - Amsterdam. Beachte die Bänke.


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110 In einem weiteren Gebäude auf den Bahnsteig hatte der Bahnhofsvorsteher sein Büro.


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Wir verlassen nun Deventer mit dem Intercity zurück nach Deutschland. Die Rückreise verlief im Prinzip ereignislos.


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111 Zeit, einen Blick auf die Fahrkarten zu werfen.[/center]
Für die erste Etappe bekam ich drei Tage vor der Reise noch einen 19 Euro-Sparpreis. Der Grenzübertritt erfolgte zum Haustarif des Grensland-Express.
Die Rundreise führte ich mit einem Blokker-Ticket (nochmals vielen Dank!) durch, ab dem Grenzpunkt hatte ich einen Fahrschein mit BC50. Eine solche Fahrkarte und ein weiteres Blokker-Ticket liegen noch hier, daher folgt wohl noch ein zweiter Bericht.


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Ich gestatte mir dennoch ein kleines Fazit:

Als negativ empfand ich die Pünktlichkeit. Aber nur die der Züge aus Deutschland.
Ungewohnt, daß selbst Züge über längere Strecken kein WC besitzen. Nun, man könnte die niederländischen Eisenbahnen als größeres S-Bahn-Netz sehen (die Fahrplandichte gibt das her), dann wäre das Bild andersrum.
Verbesserungswürdig fand ich die Sauberkeit in manchen Zügen.

Positiv überrascht hat mich die Sauberkeit der Bahnhöfe und auch die Pünktlichkeit der Züge.
Verwundert war ich über die teilweise geringe Zahl der Bahnsteigkanten.
Der Komfort der Züge war den Fahrzeiten angemessen.

Die OV-Chipkarte kann ich nicht beurteilen, stehe solchen Systemen - wie auch Bahnsteigsperren - allerdings eher ablehnend entgegen. Ein- und Auschecken ist aber zweifellos Gewöhnungssache. Völlig unklar ist mir, wie das System erkennt, ob man 1. oder 2. Klasse reist.


Viele Grüße,
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
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