Fortsetzung Côte d’Azur & Wilhelm Tell [1/3] (Reiseberichte)
Tag 2: Marseille – Nizza – Monaco – Sanremo
Unser Zug fährt erst um 11 Uhr, und so haben wir den Vormittag noch für Sightseeing in Marseille. Nachdem gestern Abend in der Ferne die Notre-Dame de la Garde schon unser Interesse geweckt hat, soll das unser Ziel sein.
Und so sieht der Blick vom Bahnhof bei Tageslicht aus
Der Weg zur Basilika führt uns zunächst am alten Hafen, dem Vieux Port vorbei. Der Hafen war einst das historische und kulturelle Zentrum der Stadt, heute dient er als Yachthafen. An der Hafenausfahrt ist das Fort Saint-Nicolas zu sehen.
Es ist schon gut warm, und so wird der Aufstieg zu Fuß recht beschwerlich. Doch die Strapazen lohnen sich, wir werden mit einem tollen Blick über die Stadt belohnt.
Blick über Marseille und die vorgelagerten Inseln
Notre-Dame de la Garde
Im Inneren der Basilika
Und nun geht es wieder hinab in die Altstadt
Der Glockenturm von Notre-Dame-des-Accoules gehört ebenfalls zu den Baudenkmalen der Stadt (monument historique)
Porte d’Aix
Nach der morgendlichen Stadterkundung laufen wir zurück zum Hotel nahe des Bahnhofs und holen das Gepäck, dann geht es weiter mit einem TGV nach Nizza - auch dies wieder ein TGV Duplex.
Bahnhofshalle von Marseille Saint Charles
Der TGV nach Nizza kommt aus dem nordfranzösischen Lille.
Mit dem Reservierungssystem im TGV stehe ich etwas auf Kriegsfuß, auch heute haben wir wieder schlechte Plätze, nämlich rückwärts und auf der falschen (also küstenabgewandten) Seite. Gut, dass der Zug sich bis Saint-Raphaël leert und nun bessere Plätze frei werden. Denn die Strecke ist absolut sehenswert – ich würde sogar sagen, eine der schönsten Strecken, die ich kenne.
Zunächst führt die Strecke bis La Garde an der Küste entlang und macht dann einen Bogen durchs Hinterland.
Ab Saint-Raphaël verläuft die Strecke dann wieder direkt an der Küste des ligurischen Meers entlang mit Blick auf Strände, Häfen, Buchten und Ferienorte.
Ankunft unter Palmen
In Nizza haben wir nun eine Pause von knapp 2 Stunden eingeplant, die wir für einen Stadtspaziergang und einen Abstecher an den Strand nutzen.
Auf dem Place Masséna
Die Figuren gehören zu dem Kunstwerk „Conversation à Nice“ von Jaume Plensa
Strand von Nizza
Turm der Kathedrale Sainte-Réparate
Der Rückweg führt uns wieder über den Place Masséna
Bahnhof von Nizza
Die nächste Bahnfahrt dauert nur 20 Minuten, wir fahren mit einem Regionalzug der TER PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur) weiter nach Monte Carlo. Die Doppelstockzüge verkehren hier im Halbstundentakt.
Unbemerkt queren wir die Grenze zu Monaco und ich kann ein weiteres Land auf meiner Europakarte abhaken. Die Eisenbahnstrecke auf monegassischem Staatsgebiet beträgt 1,7 Kilometer und verläuft komplett unterirdisch, auch der Bahnhof wurde unter die Erde verlegt, damit sich der dicht besiedelte Stadtstaat weiter ausbreiten kann. Eine eigene Bahngesellschaft hat Monaco übrigens nicht, der Bahnhof wird von der SNCF betrieben.
Ankunft in Monte Carlo
Auch hier haben wir wieder gute 2 Stunden Zeit, die wir ausgiebig für Sightseeing nutzen. Vom Bahnhof aus hat man die Wahl zwischen Altstadt oder Casinoviertel – bergauf geht es auf jeden Fall. Aber mit dem Besteigen von Hügeln haben wir heute ja schon Erfahrung und die Mühen lohnen sich, die Stadt ist wirklich beeindruckend.
Port de Monaco
„Adam und Eva“ von Fernando Botero
Spielbank von Monte Carlo
Fürstenpalast
Altstadt von Monaco-Ville
Palastplatz
Port de Fontvieille
Kathedrale Notre-Dame-Immaculée
Blick auf Monaco – das Gebäude in der Bildmitte ist der Bahnhof (über der Brücke)
Auf dem Weg zum Bahnhof liegt die Kirche Sainte-Dévote. Die heilige Devota ist die Schutzpatronin von Monaco und von Korsika.
Bahnhof von Monaco
Mit dem nächsten Regionalzug folgen wir nun weiter der Küste bis zum französisch-italienischen Grenzort Ventigmilia, wo die französischen Züge enden. Die Fahrt dauert wieder nur eine knappe halbe Stunde.
Regionalzug nach Ventimiglia, im Zugzielanzeiger ist der französische Name Vintimille angeschrieben
Die Strecke führt nicht minder schön weiter an der Küste entlang.
Im Stadtgebiet von Ventimiglia queren wir den Fluss Roya, kurz darauf erreichen wir den Bahnhof. Eigentlich wäre die Grenze auch ein schöner Abschluss für den heutigen Tag, allerdings hat mir bei der Planung keine Unterkunft zugesagt und Sanremo schien mir attraktiver. Und so bleibt Ventimiglia für uns ein Umsteigebahnhof und wir wechseln den Bahnsteig, wo schon ein IC der Trenitalia bereitsteht.
Der 1. Klasse-Großraumwagen ist nur deshalb so leer, weil die Klimaanlage ausgefallen ist. Aber wir fahren ja nur 15 Minuten bis Sanremo.
Auch Sanremo empfängt uns mit einem unterirdischen Bahnhof, von den Gleisen führt ein langer Tunnel mit Rollbändern ans Tageslicht – aber dazu mehr im nächsten Teil.
Wir verschaffen uns noch einen ersten Eindruck von Sanremo und lassen den Abend nach drei anstrengenden Städten an einem Tag gemütlich ausklingen – aber nicht in der Spielbank.
Spielbank von Sanremo
Abendstimmung an der italienischen Riviera
Teil 2 folgt morgen.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Tobias
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TD,
07.09.2012, 17:42