Baustelle: Ingolstadt Hbf (37 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 05.08.2012, 09:36 (vor 4976 Tagen)

Moin oder vielmehr Grüß Gott!

Auf Wunsch eines einzelnen Herren sind wir heute zu Gast in Ingolstadt.


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Ingolstadt liegt in Bayern, zwischen München und Nürnberg. Am linken Ufer die Altstadt, am rechten Ufer, ein Ende vom Fluß entfernt, der Hauptbahnhof.

Schuld daran ist das Militär, Ingolstadt war Festung. Als in den 1860ern der Eisenbahnanschluß geplant wurde, sprach es sich für diese Lage aus, zusammen mit einem Bahnhof nahe des Zentrums, dem heutigen Nordbahnhof. 1867 kam die Eisenbahn von München, der Hauptbahnhof aber erst sieben Jahre später. Zuvor war 1870 die Bahnstrecke bis Treuchtlingen verlängert worden. Zeitgleich mit der Einweihung des Hauptbahnhofs (er hießt natürlich Centralbahnhof) wurde die Donautalbahn nach Regensburg in Betrieb genommen. Im selben Jahr ging die Bahnstrecke nach Donauwörth in Betrieb: die nächste Feier stand 1875 an, als die Strecke nach Augsburg dem Verkehr übergeben wurde.
Im Jahr 1904 schließlich erreichte eine Nebenbahn das Städtchen Riedenburg. Mit der Einstellung des Reiseverkehrs auf dieser Strecke im Jahr 1972 (heute werden noch wenige Kilometer im Güterverkehr betrieben, ansonsten regiert das Fahrrad) könnte der Überblick über das Werden und Vergehen der Eisenbahnstrecken zu Ende sein.

Irgendwann kam der Fahrdraht, 1957 ein Ersatz für das im Krieg zerstörte Empfangsgebäude.

Könnte, ist es aber nicht. 1995 wurde die Neutrassierung der Donautalbahn nach Donauwörth und der nach Augsburg führenden Paartalbahn eröffnet. Insbesondere die erstgenannte führte mitten durchs Stadtgebiet, die neue Streckenführung südlich der Bebauung ermöglichte die Aufhebung zahlreicher Bahnübergänge.

2006 schließlich wurde die Schnellfahrstrecke nach Nürnberg eröffnet, wodurch Ingolstadt größeren Anteil am Fernverkehr zwischen München und dem Norden erhielt. Der Hauptbahnhof befindet sich derzeit im Umbau, die Bahnsteige werden modernisiert und eine neue Unterführung errichtet.


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Im Personenverkehr sind drei Firmen tätig.
Fernverkehrsseitig bedient die DB Ingolstadt etwa stündlich. Hauptsächlich mit Zügen nach Hamburg, einzelne Leistungen über den Frankenwald nach Berlin und über Frankfurt in Richtung Köln. In der Gegenrichtung ist in München Schluß.
Im Nahverkehr ist die DB der führende Anbieter. Sie fährt aber nur noch auf der Hauptstrecke München - Treuchtlingen und den einzigen Nahverkehr über eine Schnellfahrstrecke, hier kommen Wagen des Fernverkehrs zum Einsatz.
Nach Augsburg fährt die Bayerische Regiobahn, sie bedient ein paar Mal am Tag auch die Treuchtlinger Strecke bis Eichstätt Bahnhof, zwecks Anschluß der Stichstrecke nach Eichstätt Stadt. Eingesetzt werden Lint41.
Die Donautalbahn ist fest in der Hand der Hamburger Hochbahn. Ihr Tochterunternehmen Agilis fährt hier mit Triebzügen des Typs Coradia Continental.

Die Bilder entstanden am 30.7. Der Montags-ICE (Hannover ab 5.26) brachte mich nach Ingolstadt, um 9:33 Uhr ging es mit dem Agilis-Schnellzug mit drei Zwischenhalten (Neuburg, Rain, Hamlar) zum Mopsknoten in Donauwörth und nach einem entspannten Umstieg weiter nach Aalen. Die Ingolstadt-Bilder in chronologischer Reihenfolge.


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1 Das erste Bild entstand unmittelbar nach der Ankunft. Auf Gleis 1 steht der Veolia-Triebwagen nach Augsburg, dahinter das Empfangsgebäude in seinem charakteristischen Rotton.


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2 Aus dem Empfangsgebäude fällt der Blick auf den Busbahnhof.


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3 Blick zurück. Der Eingang befindet sich an der Seite der Empfangshalle.


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4 Die 1903 erbaute 98 507 verbringt die Zeit seit ihrer Pensionierung in der Gegenwart des verdieselten Busbahnhofes. Es schien ihr wenig auszumachen.


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5 Morgens neun Uhr, strahlender Sonnenschein und ein Foto gen Osten, für das sich partout kein schattiger Platz finden will. Das kann nicht gutgehen, hier dennoch der Blick aufs Empfangsgebäude in seinen klaren Formen mit der großen Uhr und den noch größeren Westfenstern.


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6 Wir verlassen das Empfangsgebäude und wenden uns gen Süden. Weg vom Bahnhof?


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7 Nein! Gleis 31 befindet sich hier draußen.


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8 Ein schicker Metallbahnsteig direkt neben dem alten Güterschuppen. Errichtet, um während der Bauarbeiten allen Zügen, die Platz haben wollen, auch welchen zu bieten. Jetzt um 9 Uhr ist er leer.


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9 Blick zu den einstelligen Bahnsteigen. Der Agilis-Mops hat sich hinter dem Oberleitungsmast verstecken wollen, es ist ihm nicht allzu gut gelungen, finde ich.


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10 Der Fahrplan sitzt in einer Halterung in Bushaltestellengröße.


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11 Blick gen Süden.


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12 Vorbei an der einzigen Sitzgelegenheit, auch sie erinnert eher an eine Bushaltestelle, verlassen wir den Bahnsteig.


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13 Nicht, ohne noch kurz innezuhalten und den Blick gen eigentlichem Bahnhof auf uns wirken zu lassen. Der ICE nach Hamburg hat an diesem Montagmorgen ein paar Minuten Verspätung.


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14 Ein Baum, ein Kofferkuli und jede Menge Autos.


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15 Wenn man sich das Parkhaus anschaut (es gibt noch einen Zusatzparkplatz zum selben Preis, 2 Euro pro Tag), könnte man denken, Ingolstadt sei ein Vorort einer größeren Stadt und nicht selber eine Großstadt.


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16 Da Max nicht nur im Bahnhof rumbuddelt, sondern auch an der Strecke, fährt man nach München teilweise mit Zweiachsern. Wider Erwarten setzte sich Herr Geldhauser etwa gleichzeitig mit Herrn Grube in Bewegung, so daß anstatt zweier Sonnenbilder nur ein Frontschattenbild heraussprang.


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17 Der Bundeswettbewerb Grün und Blumen als Reiselust hat im Internet keine Spuren hinterlassen, so daß offen bleiben muß, welchen Platz Ingolstadts Hauptbahnhof im Jahr 1970 belegt hat. Sofern es um die Gleisanlagen geht, würde der Bahnhof im Jahr 2012 kaum auf eine medallienverdächtige Postition kommen.


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18 Zur Gleisseite wird die Empfangsgshalle von einem großen Wandbild geschmückt, das eine Karte von Ingolstadt zeigt. Durch die mittigen Automaten wirkt sie leider recht eng.


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19 Der Hausbahnsteig.


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20 Blick über die modernen Bahnsteige mit ihren ländlich-rustikalen Wartehallen.


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21 Auch die Überdachung des Treppenabganges ist in traditioneller Bauweise hergestellt.


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22 Der Tunnel ist nur hälftig nutzbar. Gummimatten sorgen für einen unsicheren Gang.


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23 Blick in eine der Wartehallen. Scheinbar hatte man keine Bushaltestellenbank mehr übrig.


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24 Huch, da ist ja doch eine Deutsche Bahn-Standard-Wartehalle! Links lugt ein Kirchturm hervor, der aus der selben Zeit wie das Empfangsgebäude stammen dürfte. Es ist die Markuskirche.


Wegen Überlänge folgt Teil 2.

Baustelle: Ingolstadt Hbf (37 Bilder), Teil 2

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 05.08.2012, 09:37 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

Fortsetzung.


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25 In brutalem Gegenlicht ein Blick, der den Bauzustand zeigt. An den Bahnsteigen ist noch einiges zu tun.


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26 Auch ein neuer Personentunnel ist im Entstehen begriffen.


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27 Ein Blick hinüber zum Empfangsgebäude.


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28 Blick gen Norden.


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29 Nicht immer kann ich die Schilder Verengter Bahnsteigbereich. Hier kein Anfenthalt nachvollziehen, hier dann doch.


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30 Zum Schluß gehen wir noch auf den den Bahnhof überspannenden Fußgängersteg. Ein Blick auf den Personenbahnhof.


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31 Der Steg wird von einer großen Uhr beherrscht.


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32 Noch ein Blick gen Bahnhof, diesmal mit Zug statt Gitter.

Letzte Bilder auf dem Hausbahnsteig.


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33 Wegweiser. Sie sind dringend nötig.


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34 Im Parkhaus befindet sich u.a. ein Kundenzentrum von Agilis.


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35 Der gleisseitige Eingang ins Empfangsgebäude.


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36 Weil's so schön ist, nochmals ein Baustellenschild.


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37 Im Tunnel ein schönes, altes Intercity-Schild als allerletztes Bild.


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Damit verlassen wir Ingolstadt. Wenn der Bahnhof irgendwann mal fertig ist und Zeit da ist, werde ich wiederkommen und auch mal in die Innenstadt vordringen.


An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, daß die bisherigen Bahnhofsportraits über den Link in meiner Signatur abzurufen sind. Noch unklar ist, ob das Beitragsverzeichnis am nächsten Freitag Zuwachs bekommt; am Sonntag aber sind wir irgendwo weiter im Norden Deutschlands zu Gast, es dürfte man wieder Zeit für Nordrhein-Westfalen sein, oder wie wäre es mit Hessen? Laßt euch überraschen!


Viele Grüße, Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Danke für die überraschend schönen Bilder!

Reisender, München, Sonntag, 05.08.2012, 12:32 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

Grüß Gott in Bayern, Sören!

Schön, dass es dich auch mal nach Ingolstadt verschlagen hat. Ich bin überrascht, dass deine Baustellenfotos gar nicht so schlecht, sogar im Gegenteil recht gut, geworden sind. Als ich einen Tag vor dir, am 29. Juli von München am Ingolstädter Hauptbahnhof ankam, hatte ich zufälligerweise ebenfalls einen Fotoapparat dabei. Aber erstens habe ich nicht daran gedacht Baustellenfotos zu knipsen und zweitens fand ich die unsägliche Baustelle bislang auch nicht für besonders fotografierwürdig. Demnach ist die Überraschung bei mir umso größer, dass man dort anscheinend doch schöne Fotos machen kann.

Ja, die Baustelle am Hauptbahnhof ist schon ein großes Ärgernis, weil sie sich jetzt schon viel zu lange hinzieht. Schön ist natürlich, dass die Bahn den in die Jahre gekommenen Bahnhof wieder herrichten und modernisieren will, doch die Bauarbeiten ruhten zwischenzeitlich sieben Monate lang, da sich die Bahn mit der Baufirma überworfen hatte und das Bauvorhaben anschließend nochmals ausgeschrieben werden musste. Insgesamt hatte sich dadurch die Fertigstellung um 15 Monate verzögert. Zu Beginn der Bauarbeiten hatte die Bahn noch große Pläne: eine neue Bahnsteigunterführung, eine neue Ausstattung der Bahnsteige, Aufzüge zu den Bahnsteigen, Modernisierung des Empfangsgebäudes und den Bau eines Intercity Hotels. Die Arbeiten an den Bahnsteigen gehen jetzt einigermaßen zügig weiter, doch wie es dann mit der Modernisierung des dringend renovierungsbedürftigen und ohnehin nicht mehr zeitgemäßen Empfangsgebäudes und den Bau des geplanten Hotels weitergeht, ist zumindest mir nicht bekannt.

Ingolstadt ist Herzogs- und Universitätsstadt. Im Jahre 1472 wurde hier die erste Hochschule Bayerns gegründet. Außerdem gab es hier die Landesfestung Bayern, wobei viele Festungsbauten noch heute existieren. Die Donau teilt das Ingolstädter Stadtgebiet übrigens in einen Nord- und Südteil. Deshalb ist mir auch schleierhaft, wo es dort ein linkes und ein rechtes Ufer geben soll. Richtig ist, dass der alte „Centralbahnhof“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Betreiben des Militärs an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs außerhalb der Innenstadt errichtet wurde. Der Nordbahnhof ist zwar deutlich näher am Zentrum, doch ebenfalls kein richtiger Innenstadtbahnhof.

Der Ingolstädter Hauptbahnhof ist normalerweise Systemhalt der ICE-Linien 25 und 28. Dass es derzeit gleichwohl nur „einzelne Leistungen über den Frankenwald nach Berlin“ gibt, liegt am Baustellenfahrplan während der Sommerferien hier in Bayern. Der Behelfsbahnsteig an Gleis 31 wird seit dem Fahrplanwechsel im Dezember nur noch von wenigen Zügen benutzt. Dafür ist Gleis 1 meist mit den agilis-Zügen nach Ulm und der Bayerischen Regiobahn nach Augsburg doppelt belegt. Die für Großstadtbahnhöfe äußerst günstigen Parkgebühren sind von Seiten der Stadt beabsichtigt und sozusagen eine Art Subventionierung von Bahnpendlern. Die von dir angesprochenen „ländlich-rustikalen“ Wartehäuschen und die „Überdachung des Treppenabganges“ ist alles baustellenbedingt. Insofern sah es am Hauptbahnhof vorher viel schöner aus. Der Kirchturm, der auf Bild 24 zu sehen ist, ist übrigens nicht von der evangelischen Markuskirche, sondern von der katholischen St. Anton-Kirche. Fremde können dies allerdings schon mal verwechseln, weil beide Kirchen fast nebeneinander liegen.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Danke zurück nach Ingolstadt!

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 05.08.2012, 15:38 (vor 4976 Tagen) @ Reisender

Hallo und danke für Deine freundlichen Zeilen!

Daß die Fotos in Deinen Augen so gut aussehen, liegt zu einem gewissen Teil am Sonnenschein. Da hatte ich Glück mit dem Wetter.

Baustellenprovisorien sind widerlich, vor der Expo hatte ich hier in Hannover das Vergnügen und auch aus Halle weiß ich das. Wenn das dann mehr als zwei Jahre länger dauert als geplant, ist das einfach nur noch ärgerlich.

Das Empfangsgebäude macht auf mich einen guten Eindruck. Ich persönlich würde es behutsam modernisieren, so daß sein Charakter nicht verloren geht. Vielleicht zur Gleisseite eine gläserne Halle davor und die Automaten dorthin auslagern, sie stören das Raumgefüge der Halle doch erheblich.

Danke auch für die wenigen Zeilen zur Geschichte. Du schreibst:

Die Donau teilt das Ingolstädter Stadtgebiet übrigens in einen Nord- und Südteil. Deshalb ist mir auch schleierhaft, wo es dort ein linkes und ein rechtes Ufer geben soll.

Dem möchte ich entgegenhalten, daß es üblich ist, Flüssen ein rechtes und ein linkes Ufer zu geben, indem man von der Quelle aus talwärts blickt. Auch wenn nun die Donau keine "echte" Quelle hat (Brigach und Breg bringen die Donau zuweg), so habe ich das doch angewandt, es mag aber sein, daß man es am Fluß selbst nicht so sagt.

Die Doppelbelegung von Gleis 1 war während meines Besuches offenbar nicht möglich, da zur Stunde 09 der schnelle RE nicht fährt, war das kein Problem.

Die Rustikalität entsprang meiner manchmal etwas ironischen Schreibweise, es ist völlig klar, daß das kein Dauerzustand sein wird. Obwohl, ein schöner Holzbahnhof wäre doch was. ;-)

Die Kirchen habe ich in der Tat verwechselt, die richtige evangelische habe ich vor lauter Freide darüber, daß es in der bayrischen Diaspora evangelische Kirchen gibt, übersehen. ;-)


Viele Grüße, Sören

Weitere Infos & Anmerkungen

Reisender, München, Sonntag, 05.08.2012, 17:47 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

Links lugt ein Kirchturm hervor, der aus der selben Zeit wie das Empfangsgebäude stammen dürfte.

Das ist fast richtig. Im zweiten Weltkrieg war die Bahnhofsgegend mehrmaliges Ziel von Luftangriffen. Am 11. April 1945 wurde die alte Pfarrkirche St. Anton durch Fliegerbomben zerstört. Infolge eines Volltreffers stürzte der auf einem mangelhaften Fundament gebaute Turm der St. Anton Kirche laut Wikipedia (das habe ich aber auch so im HSK-Unterricht in der Schule gelernt) um und durch nachfolgend abgeworfene Brandbomben wurde der Rest der schwer beschädigten Kirche ein Raub der Flammen.

Auch das alte Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes wurde durch alliierte Luftangriffe stark beschädigt, insbesondere durch den Angriff vom 23. April 1945. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann sowohl die Kirche St. Anton als auch das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes neu errichtet. Am 14. Dezember 1947 erfolgte offenbar zunächst die Einweihung der neuen St. Anton-Kirche, zehn Jahre später, am 25. November 1957, wurde dann das neue Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes in Betrieb genommen. Die Bahn war also schon damals bei den Bauarbeiten langsamer.

Das Empfangsgebäude macht auf mich einen guten Eindruck. Ich persönlich würde es behutsam modernisieren, so daß sein Charakter nicht verloren geht.

Naja, das alte Empfangsgebäude, welches z. B. auf dieser Internetseite im Abschnitt „Etwas zur Geschichte des Bahnhofs“ auf der linken Seite oder auch hier zu sehen ist, gefällt mir zumindest den Fotografien zufolge (damals habe ich ja noch nicht gelebt, sodass ich es natürlich auch nie real sehen konnte) wesentlich besser. Das alte Empfangsgebäude des Nordbahnhofes wurde übrigens abgerissen, das neue Gebäude ist sicherlich ebenfalls Geschmacksache. Als moderne Nahverkehrsdrehscheibe ist es allerdings jedenfalls besser geeignet als das alte Gebäude.

Die Doppelbelegung von Gleis 1 war während meines Besuches offenbar nicht möglich, da zur Stunde 09 der schnelle RE nicht fährt, war das kein Problem.

Richtig, die Doppelbelegung von Gleis 1 findet nur zur geraden Stunde statt, wenn der München-Nürnberg-Express aus beiden Richtungen in Ingolstadt ist. Schließlich werden dann zwei zusätzliche Bahnsteiggleise benötigt.

Die Rustikalität entsprang meiner manchmal etwas ironischen Schreibweise, es ist völlig klar, daß das kein Dauerzustand sein wird. Obwohl, ein schöner Holzbahnhof wäre doch was. ;-)

Wie der Ingolstädter Hauptbahnhof vor Beginn der Bauarbeiten aussah, kann man übrigens hier oder hier sehen.

Die Kirchen habe ich in der Tat verwechselt, die richtige evangelische habe ich vor lauter Freide darüber, daß es in der bayrischen Diaspora evangelische Kirchen gibt, übersehen. ;-)

So pauschal kann man das nicht sagen. Während sich die Bevölkerung in Oberbayern und Niederbayern überwiegend aus Angehörigen der katholischen Kirche zusammensetzt, gibt es in Oberfranken und Mittelfranken mehr Mitglieder der evangelischen als der katholischen Kirche. Besonders deutlich wird dies am 15. August. Denn in den Kommunen Bayerns, wo es mehr Katholiken gibt, ist mit „Mariä Himmelfahrt“ ein gesetzlicher Feiertag, ansonsten nicht. Wo am 15. August genau Feiertag ist, kann man auf dieser Karte sehen. In den mittelfränkischen Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen wird dann beispielsweise gearbeitet, weil es dort mehr evangelische Kirchenmitglieder ist. Ingolstadt war übrigens im 16. Jahrhundert intellektuelles Zentrum der Gegenreformation, da von hier aus der Ingolstädter Professor und Gegner Martin Luthers Johannes Eck lebte und wirkte.

Wenn der Bahnhof irgendwann mal fertig ist und Zeit da ist, werde ich wiederkommen und auch mal in die Innenstadt vordringen.

Im Jahr 2020 findet übrigens die Landesgartenschau in Ingolstadt statt. Bis dahin sind die Bauarbeiten am Hauptbahnhof hoffentlich beendet!

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

? zu Ingolstadt Nord u.a.

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 05.08.2012, 18:00 (vor 4976 Tagen) @ Reisender

Hallo!

Danke für die weiteren Informationen.

Stammte das alte Nordbahnhofsgebäude nicht noch aus der Anfangszeit der Bahn?

Wie der Ingolstädter Hauptbahnhof vor Beginn der Bauarbeiten aussah, kann man übrigens hier oder hier sehen.

Danke für die Bilder. Bahnsteigdächer also, die kommen hoffentlich wieder.
Bei der Stationsdatenbank erfreut mich die uralte Karte, noch mit der alten Streckenführung gen Donauwörth.

Die Kirchen habe ich in der Tat verwechselt, die richtige evangelische habe ich vor lauter Freide darüber, daß es in der bayrischen Diaspora evangelische Kirchen gibt, übersehen. ;-)


So pauschal kann man das nicht sagen. Während sich die Bevölkerung in Oberbayern und Niederbayern überwiegend aus Angehörigen der katholischen Kirche zusammensetzt, gibt es in Oberfranken und Mittelfranken mehr Mitglieder der evangelischen als der katholischen Kirche.

Deshalb schrieb ich ja von Bayern und nicht von Franken. Freut die Franken, ärgert echte Bayern wie Dich. ;-)


Viele Grüße, Sören

Antwort Ingolstadt Nord u.a.

Reisender, München, Sonntag, 05.08.2012, 19:52 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

Danke für die Bilder. Bahnsteigdächer also, die kommen hoffentlich wieder.

Siehe Pressemitteilung der Bahn vom 09.06.2011: „Der barrierefreie Ausbau des Hauptbahnhofs umfasst neben dem Bau einer neuen Bahnsteigunterführung mit behindertengerechten Aufzügen auch die Anpassung und neue Ausstattung der Bahnsteige. Neue Bahnsteigdächer und ein Blindenleitsystem runden das Paket ab.“

Stammte das alte Nordbahnhofsgebäude nicht noch aus der Anfangszeit der Bahn?

Errichtet wurde es im Jahre 1869/1870. Mehr Infos: http://www.rottenplaces.de/rp/page.php?modul=Article&op=read&nid=89&rub=8

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Bahnsteigdächer & Wartehäuschen

Reisender, München, Donnerstag, 09.08.2012, 07:58 (vor 4973 Tagen) @ Sören Heise

Danke für die Bilder. Bahnsteigdächer also, die kommen hoffentlich wieder.

So ziemlich das Erste, was die Bauarbeiter abgerissen haben, waren die Bahnsteigdächer. Unter http://eisenbahn.bplaced.net/20091003.htm habe ich noch etwas ältere Baustellenfotos gefunden, wo an den Bahnsteigen an Gleis 4/5 und 6/7 die Dächer noch vorhanden waren. Damit die Leute nicht im Regen stehen mussten, kamen später die besagten "ländlich-rustikalen" Wartehäuschen hinzu.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Danke!

Sese, Sonntag, 05.08.2012, 16:37 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

Danke für den Bildbericht von einem Exil-Ingolstädter, der zum Studieren inverse Republikflucht beging und nun in Dresden heimisch ist ;-) So richtig SCHNELL geht das mit dem Bahnhofsumbau aber auch nicht. Als ich das letzte mal vor gut 3 Monaten dort war, sah es alles noch sehr ähnlich aus...

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Grüße,
Sese

Behelfsbahnsteig Gleis 31

Reisender, München, Sonntag, 05.08.2012, 20:09 (vor 4976 Tagen) @ Sören Heise

8 Ein schicker Metallbahnsteig direkt neben dem alten Güterschuppen. Errichtet, um während der Bauarbeiten allen Zügen, die Platz haben wollen, auch welchen zu bieten. Jetzt um 9 Uhr ist er leer.

Letztes Jahr fuhren von Gleis 31 noch standardmäßig die Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) nach Augsburg ab. Wie auch in der Zeitung „Haltestelle“ Ausgabe 6/2011 auf Seite 12 zu lesen ist, entfällt für Fahrgäste der BRB seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember der „lange Fußmarsch zum Gleis 31“ bis auf wenige Ausnahmen.

Als Ausnahme gibt es - soweit ich sehe - aktuell nur noch die Stunde 16. Dann ergbit sich folgende Gleisbelegung im 00er-Knoten:

Gleis 1: RE nach München
Gleis 2: Doppelbelegung - 2a: AG nach Ulm, 2b: BRB nach Eichstätt
Gleis 3: ICE nach München
Gleis 4: ICE nach Lübeck
Gleis 5: RE nach Nürnberg
Gleis 6: wegen Bauarbeiten gesperrt
Gleis 7: AG nach Landshut
Gleis 31: BRB nach Augsburg

Da die AG nach Landshut um 16.06 Uhr und die nächste AG nach Regensburg schon um 16.22 Uhr abfährt, ist es wohl nicht möglich die BRB nach Augsburg noch auf Gleis 7 unterzubringen. Die Gleise 1, 3, 4 und 6 scheiden wegen der Länge der dort haltenden Züge ohnehin für eine weitere Doppelbelegung aus.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Baustelle: Ingolstadt Hbf (37 Bilder), Teil 1

Holger2, Montag, 06.08.2012, 13:45 (vor 4975 Tagen) @ Sören Heise

Hallo,

schöne Bilder.

Schade, dass es für zwei Durchfahrtsgleise in Ingolstadt offenbar nicht gereicht hat.

Holger

Gleisplan

Reisender, München, Montag, 06.08.2012, 22:05 (vor 4975 Tagen) @ Holger2

Schade, dass es für zwei Durchfahrtsgleise in Ingolstadt offenbar nicht gereicht hat.

Hier ist der Gleisplan: http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/geschaefte/infrastruktur__schiene/netz/netzzug...

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

DB: Wer im Sitzen warten will, soll zur Bahnhofsmission!

Reisender, München, Mittwoch, 08.08.2012, 18:10 (vor 4973 Tagen) @ Sören Heise

23 Blick in eine der Wartehallen. Scheinbar hatte man keine Bushaltestellenbank mehr übrig.

Mittlerweile hat die Bahn auch auf Nachfrage des Donaukuriers erläutert, wieso es am Ingolstädter Hauptbahnhof während der laufenden Bauarbeiten auf den Bahnsteigen keine Sitzgelegenheiten gibt.

Wie diesem Artikel zu entnehmen ist, liege dies daran, dass Sitzgelegenheiten aus Sicherheitsgründen immer fest im Bahnsteig verankert sein müssten. Da die Wetterhäuschen allerdings je nach aktuellem Baufortschritt umgestellt werden müssten, könnten dort keine fest verankerten Bänke installiert werden.

Einen Tipp hat die Bahn jedoch noch: wer gleichwohl im Sitzen warten wolle, solle doch zur Bahnhofsmission gehen. Dort könnten sich die Reisenden dann hinsetzen.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Update: neue Bilder in neuem Thread

Reisender, München, Mittwoch, 12.09.2012, 16:21 (vor 4938 Tagen) @ Sören Heise

21 weitere Fotos von den Umbauarbeiten am Ingolstädter Hauptbahnhof gibt es in diesem Thread zu sehen. So wurde z. B. inzwischen eine neue Bahnsteigunterführung in Betrieb genommen. Außerdem haben nun endlich auch die Arbeiten zum Bau eines Intercity-Hotels gleich neben dem Empfangsgebäude begonnen.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Update: neue Bilder in neuem Thread

Reisender, München, Sonntag, 07.07.2013, 12:08 (vor 4640 Tagen) @ Reisender

Hier geht's zum Update vom Update: http://www.ice-treff.de/index.php?id=238801

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Etwas ältere Baustellenfotos (10 Bilder)

Reisender, München, Montag, 24.09.2012, 15:40 (vor 4926 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Reisender, Montag, 24.09.2012, 15:41

Offenbar kurz nach der Wiederaufnahme der Bauarbeiten am Hauptbahnhof im Juli 2011 wurden folgende Fotos gemacht:

http://www.donaukurier.de/_/tools/diaview.html?prev=true&_CMTREE=208767&_CMELEM=0

Auf Bild 6 ist zu erkennen, dass damals die Dächer am Bahnsteig 6/7 teilweise noch standen.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

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