Ein Tag im Ostwind - Reisebericht mit vielen Bildern (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
ich hatte mir dieses Jahr das Schnupper-Halbtax der SBB gekauft, welches im Frühling im Bahnhof Konstanz angeboten wurde. Wer sich mit schweizerischen Tarifen nicht so auskennt, das ist so eine Art Probe-Bahncard für die Schweiz. Bei dem Grüezi-Angebot war auch noch eine Tageskarte für den Tarifverbund Ostwind dabei, der die Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden umfasst. Diese Ecke stand dieses Jahr zwar gar nicht unbedingt auf meinem Plan – aber wer wird schon eine Bahnfahrkarte verfallen lassen?
Ich habe mir deshalb einige Städte, Strecken und Züge ausgesucht, die ich noch nicht kannte oder lange Zeit nicht mehr gefahren war und habe am letzten Sonntag eine kleine Tagestour unternommen.
Von Konstanz fahren wir dem Rhein entlang nach Stein am Rhein, machen einen Abstecher zur Frauenfeld-Wil-Bahn, befahren einige Strecken der Appenzeller Bahnen und kehren entlang der Seelinie wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Im schweizerischen Teil des Konstanzer Bahnhofs steigen wir in einen GTW von Thurbo. Thurbo ist ein Gemeinschaftsunternehmen der SBB und des Kantons Thurgau, welches den Regionalverkehr in der Ostschweiz betreibt. Die GTW-Triebwagen werden uns heute immer wieder begegnen.
Nach 3-minütiger Fahrt heißt es schon wieder umsteigen, in Kreuzlingen wechseln wir am gleichen Gleis auf den nächsten GTW, der diesmal als S 3 nach Schaffhausen verkehrt.
Auf der Seelinie fahren wir nun an Untersee und Rhein flussabwärts. Nach einer knappen halben Stunde Fahrzeit erreichen wir das Städtchen Stein am Rhein, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen.
Der Bahnhof liegt linksrheinisch, die historische Altstadt befindet sich auf der anderen Rheinseite. Nach einem kurzen Fußweg überqueren wir die Rheinbrücke, von wo aus der Blick nicht nur auf die historische Altstadt fällt, sondern auch auf die Burg Hohenklingen, die über der Stadt thront.
Im Sommer wimmelt es in der schmucken Altstadt von (Rad-)Touristen, am Sonntagmittag herrscht hier reges Treiben.
Untertor
Rathaus
Rathausplatz
Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem Kloster St. Georgen verbunden, die mittelalterlichen Klosteranlagen der ehemaligen Benediktinerabtei liegen direkt am Rhein.
Wir sind wieder zurück am Bahnhof, hier steigen wir aber nicht in den Zug, sondern in das Postauto nach Frauenfeld. Der Bahnhof wird übrigens auch von der DB angefahren - allerdings nur auf der Straße in Form zweier Buslinien der Bahntochter SüdbadenBus.
Postauto in Frauenfeld
Mit dem Postauto geht es nun über den Seerücken nach Frauenfeld, dem Hauptort des Kantons Thurgau. Das Parlament des Kantons tagt übrigens nur im Sommerhalbjahr in Frauenfeld, im Winterhalbjahr ist Weinfelden Sitzungsort.
Nach dem Trubel in Stein am Rhein wirkt Frauenfeld geradezu wie ausgestorben.
Schloss Frauenfeld
Nach dem kurzen Stadtspaziergang kehren wir zum Bahnhof zurück. Allerdings gehen wir nicht zu den SBB-Gleisen, sondern bleiben auf dem Bahnhofplatz, wo ein rot-weißes Gefährt auf uns wartet.
Die Frauenfeld–Wil-Bahn ist eine Meterspurbahn, die seit 1887 auf der gut 17 Kilometer langen Strecke zwischen Frauenfeld und Wil verkehrt.
Die Strecke führt unspektakulär durch das Tal der Murg. Eigentlich dauert die Fahrt eine halbe Stunde, wegen einer Stellwerksstörung gibt es unterwegs aber eine unfreiwillige Pause.
Auch in Wil machen wir einen kleinen Abstecher in die Altstadt, wobei uns nun die durch die Stellwerksstörung verlorene Zeit fehlt.
Für ganze 12 Minuten fahren wir anschließend mit dem einzigen Fernverkehrszug der heutigen Tour. Ein ICN bringt uns von Wil nach Gossau. Auf der kurzen aber kurvenreichen Strecke macht sich die Neigetechnik deutlich bemerkbar.
Fahrt im ICN durch den Kanton St. Gallen
In Gossau steigen wir um auf einen Regionalzug der Appenzeller Bahnen. In Meterspur fahren wir jetzt auf landschaftlich reizvoller Strecke durch das Appenzellerland.
Streckennetz der Appenzeller Bahnen
Ankunft in Appenzell
Das Dorf Appenzell ist der Hauptort des Kantons Appenzell Innerrhoden. Der Ort hat keine 6.000 Einwohner, trotzdem herrscht hier wieder einiger Touristentrubel – da will ich mich selbst gar nicht ausnehmen, ist das Dorf doch sehenswert.
Es geht gleich weiter...
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TD,
27.07.2012, 19:16
- Ein Tag im Ostwind - Fortsetzung -
TD,
27.07.2012, 19:25
- Super!!! -
TGV99,
27.07.2012, 19:29
- Da kann ich mich nur anschließen. - Anoj 1, 28.07.2012, 13:04
- Ein Tag im Ostwind -
Twindexx,
28.07.2012, 00:24
- Ein Tag im Ostwind - TD, 28.07.2012, 10:44
- Super!!! -
TGV99,
27.07.2012, 19:29
- Herrlich - RhBDirk, 27.07.2012, 20:13
- Ein Tag im Ostwind - Fortsetzung -
TD,
27.07.2012, 19:25