NL: Tempo 200 bringt zur Zeit nix. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 06.06.2012, 11:07 (vor 5068 Tagen) @ FH-NL
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 06.06.2012, 11:08

Wer nach dieser Woche auf der Hanselinie ein HGV-Zug sehen möchte muss leider lange warten.

Im verknüpften Beitrag wird behauptet, dass keine HGV-Ambitionen bevorstehen, obwohl die Linie für 200 gebaut wurde.

Wozu sollte man ja auch diese Ambitionen haben?

1. In Vergleich zu 140 braucht man für 160 30% mehr Energie, für 200 die doppelte Menge.
2. Die 200 km/h lohnen sich nur auf Strecken wie Zwolle-Groningen, Zwolle-Leeuwarden, Zwolle-Amersfoort und ja, ggf. auch Zwolle-Lelystad. Aber...
3. ...nur schade, dass die Fahrgastpotentiale dort durchschnittlich niedrig sind, zumindest nicht ausreichend um den technischen Aufwand 140->200 zu rechtfertigen.

Dieser Aufwand würde aus folgenden Maßnahmen bestehen:

1. neue Energieversorgung (25kV AC) = Anpassung aller Fahrzeuge + Oberleitung + Trafo-Anlagen
2. neue Zugsicherung (am besten gleich ERTMS Level 2), sowohl für Strecken als für Fahrzeuge
3. alle BÜ solcher Strecken müssen beseitigt werden, inklusive privatbetriebene BÜ
4. keine Bahnsteigpassagen = alle nicht-IC-Bahnhöfe müssen wie etwa Allersberg oder Kinding gebaut werden.
5. die beiden Gleise müßten 10-15 cm weiter auseinander, damit die Druckwellen bei einem Zugtreffen begrenzt bleiben.
6. Oberleitungsmasten müßten dementsprechend weiter auseinander verschoben werden.

Während man ähnliche oder sogar mehr Zeitgewinne auch billiger haben kann:

1. besseres Beschleunigungsverfahren der Fahrzeuge (der VIRM ist leider kein Sprintwunder)
2. vmin verbessern, statt vmax. Also 80 km/h Weichen, statt 40 km/h; dazu Signaloptimierung. Der japanische Hankyu-IC erreicht im Schnitt schnellere Reisezeiten, obwohl er qua vmax langsamer als der NS-IC ist. Beitrag dazu.
3. mehr Fahrgast- und Schaffnerdisziplin = kürzere Haltezeiten.
4. Wartezeit reduzieren, statt Reisezeit. 3 Minuten schneller verreisen bringt nichts wenn man zugleich 3 Minuten länger warten muß. Also Taktverdichtung, z.B. landesweit 15-Minutentakt oder auf Hauptkorridoren 10-Minutentakt; dazu mehr Korrespondenzen und kürzere Zugfolgezeiten damit diese Verdichtung möglich wird. Strecken sind in NL teuer; Züge kann man relativ billig haben.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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