DE/AT: Ab 2013 stündlich München-Wien durch Umsteigen (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Freitag, 27.04.2012, 02:43 (vor 5087 Tagen)

In der neuen Schweizer Eisenbahn-Revue ist ein Artikel zum österreichischen integralen Taktfahrplan, den ich in diesem Artikel schon mal vorgestellt habe. Bekanntlich bauen die Österreicher alle Strecken so aus, dass die in genau der richtigen Fahrzeit zwei ITF-Knoten verbinden.

Im Fahrplan 2013 (ich nehme an, ab Dezember 2012) ist bekanntlich die Neubaustrecke St.Pölten-Wien in Betrieb. Sie beschleunigt die Strecke um 15-20 Minuten und ermöglicht die Einrichtung des ITF-Knotens in Wien, weil die IC-Fahrzeit zum (unverrückbaren) ITF-Knoten Linz 90 Minuten erreicht; allenfalls fehlen noch einige Minuten, bis die kurze NBS Ybbs-Amstetten 2015 folgt.

Neu ist mir aber, dass durch geringe Infrastrukturausbauten der EC (Frankfurt-)München-Salzburg-Graz so beschleunigt wird, dass er den 00-Knoten in Salzburg erreicht. Damit kommt man jede Stunde von München nach Wien, davon jede zweite Stunde ohne Umsteigen. Hoffen wir, dass die notwendige Pünktlichkeit erreicht wird.

Ich bin gespannt, ob und wann dieser systematische Ausbau Früchte trägt. Die Österreicher machen praktisch exakt das gleiche wie die Schweizer: Beschränkung auf moderate Geschwindigkeiten, aber passende Infrastruktur für gute Anschlüsse. Bisher hat sich, wenn man die Beförderungsstatistik anschaut, der Erfolg noch nicht eingestellt, aber der ITF ist ja erst im Aufbau.

Haltepolitik ist das Problem, nicht die Strecke.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 27.04.2012, 08:50 (vor 5087 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo Alphorn (CH),

Im Fahrplan 2013 (ich nehme an, ab Dezember 2012) ist bekanntlich die Neubaustrecke St.Pölten-Wien in Betrieb. Sie beschleunigt die Strecke um 15-20 Minuten und ermöglicht die Einrichtung des ITF-Knotens in Wien, weil die IC-Fahrzeit zum (unverrückbaren) ITF-Knoten Linz 90 Minuten erreicht; allenfalls fehlen noch einige Minuten, bis die kurze NBS Ybbs-Amstetten 2015 folgt.

Ein ITF-Knoten in Wien bringt erst etwas, wenn der Hauptbahnhof fertig ist. Wenn man vom Westbahnhof zu einem anderen Bahnhof reisen muß, um die Reise forsetzen zu können, geht's nicht.
Leider ist mir nicht bekannt, wann der Wiener Hauptbahnhof fertiggestellt ist.

Neu ist mir aber, dass durch geringe Infrastrukturausbauten der EC (Frankfurt-)München-Salzburg-Graz so beschleunigt wird, dass er den 00-Knoten in Salzburg erreicht. Damit kommt man jede Stunde von München nach Wien, davon jede zweite Stunde ohne Umsteigen. Hoffen wir, dass die notwendige Pünktlichkeit erreicht wird.

Laut DB Reiseauskunft gibt es in München Hbf folgende Abfahrten:

IC/EC: ab (2n+0):27, an (2n+2):09
RJ   : ab (2n+1):27, an (2n+2):56

Der IC/EC hält zusätzlich in Rosenheim, Prien am Chiemsee, Traunstein und Freilassing; der RJ läßt das ganze aus.
Es gäbe folgende Ansätze:

a. Abfahrtszeit in München Hbf zurückverschieben nach (2n+0):14.
Pro: so erreicht man in Salzburg die erwünschte Knotenzeit.
Kontra: da die IC/EC teilweise sogar aus NRW kommen, würde das den DB-Fahrplan komplett durcheinanderbringen.
Fazit: für DB unbesprechbar.

b. der IC/EC soll nicht mehr in genannten 4 Städten halten.
Pro: es entsteht einen sauberen Stundentakt München-Salzburg, wenn auch mit 2 unterschiedlichen Zugtypen.
Kontra: den genannten 4 Städten verbleibt nur noch den Königssee-IC als Fernverkehr, die Direktverbindung mit Mannheim entfällt.
Fazit: für die Lokalpolitik und den örtlichen Tourismus unbesprechbar.

c. die Strecke ausbauen, damit auch der IC/EC die aktuellen RJ-Fahrzeiten erreicht, trotz der 4 extra Zwischenhalte.
Pro: es entsteht einen sauberen Stundentakt München-Salzburg + der aktuelle 2h-Takt bleibt nach wie vor bestehen
Kontra: es kostet Geld, der RJ darf nicht von den Ausbauten profitieren weil er im Takt bleiben muss.
Fazit: für mehrere Parteien unerwünscht aber besprechbar. Fortsetzung folgt.

d. die Strecke wie c. ausbauen, der railjet 4x extra halten lassen.
Pro: auch die 4 Zwischenhalte profitieren vom Stundentakt + Direktverbindung mit Wien in 2h-Takt.
Kontra: RJ wird zu einem "IR" herabgestuft (während der ÖBB-EC Salzburg-Kufstein nonstop verkehrt), Salzburg-München 13 Minuten langsamer.
Fazit: für ÖBB unbesprechbar.


Ein Teil der bei c. notwendige Fahrzeitgewinne kann man schon ohne großen Ausbauten haben, nämlich dadurch, dass die IC/EC auf die neuen IC230-Triebwagen umgestellt werden. Diese beschleunigen ja besser. Dafür sind zwar Ausbauten der Bahnhofsweichenstraßen notwendig, aber die kann man relativ billig haben.
Sollten auf der Strecke irgendwelche Lafas existieren, dann kann man diese beheben.

Die restlichen Minuten müssen allerdings von Streckenbegradigungen / Kurvenentschärfungen kommen (bogenschnell fahren sehe ich hier nicht als Alternative). Frage ist aber, ob DB bereit ist, in diese zu investieren. Ich vermute, die Prioritäten liegen irgendwo anders. Innerhalb Deutschlands ist München-Salzburg bezüglich Fernverkehr ja eher eine Nebenbahn, genauso wie Oberhausen-Arnhem. Und dort passiert im Moment genauso wenig. Wobei Oberhausen-Arnhem auch mehr Güterverkehr zu verarbeiten hat als München-Salzburg.

Ich vermute leider, dass genauso wie bei Zürich-Gäubahn-Stuttgart auch in diesem Fall DB wieder quer liegt. Aber vielleicht ändert die Sache, wenn die Ausbauten mit EU-Moneten finanziert wird.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Haltepolitik ist das Problem, nicht die Strecke.

oberzugfahrer, Freitag, 27.04.2012, 09:54 (vor 5087 Tagen) @ Oscar (NL)

Eins darf man bei dieser Problematik nicht vergessen, der RJ Bregenz-Wien fährt zwischen der Rosenheimer Schleife in der Trasse des eine Stunde später verkehrenden RJ München-Budapest. Demnach könnte der EC München-Salzburg in Rosenheim einen Halt einlegen und dem RJ Bregenz-Wien im Blockabstand folgen, dann könnte es sich ausgehen. Ansonsten bleibt nur die frühere Abfahrt in München. Die Halte zwischen Rosenheim und Salzburg müssen bei den EC auf jeden Fall entfallen. mfg

Wien Hbf

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Freitag, 27.04.2012, 15:40 (vor 5087 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo!

Leider ist mir nicht bekannt, wann der Wiener Hauptbahnhof fertiggestellt ist.

Teilinbetriebnahme für den NV 12/2012, FV folgt etwa 2 Jahre später

m b g,
Anoj

ABS Augsburg-München bringt die Minuten!

naseweiß, Freitag, 27.04.2012, 16:03 (vor 5087 Tagen) @ Oscar (NL)

Neu ist mir aber, dass durch geringe Infrastrukturausbauten der EC (Frankfurt-)München-Salzburg-Graz so beschleunigt wird, dass er den 00-Knoten in Salzburg erreicht. Damit kommt man jede Stunde von München nach Wien, davon jede zweite Stunde ohne Umsteigen. Hoffen wir, dass die notwendige Pünktlichkeit erreicht wird.

a. Abfahrtszeit in München Hbf zurückverschieben nach (2n+0):14.
Pro: so erreicht man in Salzburg die erwünschte Knotenzeit.
Kontra: da die IC/EC teilweise sogar aus NRW kommen, würde das den DB-Fahrplan komplett durcheinanderbringen.
Fazit: für DB unbesprechbar.

Oscar, du denkst wieder viel zu kompliziert und theoretisch. Hast du den Ausbau Augsburg-München vergessen? Durch diesen stehen die EC der L62/32 rund 15 min in München Hbf herum. Eben genau nur diese 10 min fehlen in Salzburg. Der Rest, falls noch paar Minuten fehlen, wird sich durch paar Detailverschiebungen regeln lassen.

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Zwischenhalte

john-vogel, Freitag, 27.04.2012, 16:41 (vor 5086 Tagen) @ Oscar (NL)

Bisher hält ein RJ-Zugpaar auf der Strecke München-Salzburg auch in Rosenheim. Die IC/ECs werden ab/nach Rosenheim sehr rege benutzt, daher würde ich Rosenheim nicht vom Großteil des Fernverkehrs abhängen. Eine mögliche Lösung wäre es evtl., Prien, Traunstein und Freilassing nicht mehr anzufahren. Würde das das Problem lösen können?

! Ja, würde es lösen

GUM, Donnerstag, 09.08.2012, 11:51 (vor 4983 Tagen) @ john-vogel

Bisher hält ein RJ-Zugpaar auf der Strecke München-Salzburg auch in Rosenheim. Die IC/ECs werden ab/nach Rosenheim sehr rege benutzt, daher würde ich Rosenheim nicht vom Großteil des Fernverkehrs abhängen.

Rosenheim kann nicht abgehängt werden, da dort ein Umstieg in Richtung Kufstein-Wörgl-Jenbach-Innsbruck möglich ist. Diese Strecke wird ja vom Fernverkehr aus München nur alle zwei Stunden angeboten. Aber die "Chiemsee"-Halte könnten dann ruhig entfallen.

Haltepolitik ist das Problem, nicht die Strecke.

Lumi25, Freitag, 27.04.2012, 18:19 (vor 5086 Tagen) @ Oscar (NL)

Laut DB Reiseauskunft gibt es in München Hbf folgende Abfahrten:

IC/EC: ab (2n+0):27, an (2n+2):09
RJ   : ab (2n+1):27, an (2n+2):56

Ganz einfach man verzichtet auf die 15 Minuten Standzeit in München Hbf bzw. reduziert diese:

IC/EC Augsburg ab 42 - an 11 München Hbf ab 16 (statt heute 27) - an 58 Salzburg Hbf

Haltepolitik ist das Problem, nicht die Strecke.

Holger2, Freitag, 27.04.2012, 21:00 (vor 5086 Tagen) @ Lumi25

Hallo,

war nicht auch mal geplant, die Halte neu zu verteilen?

Ich erinnere mich dunkel an so etwas wie:
RJ München - M Ost - Rosenheim - Traunstein - Salzburg und
EC München - Rosenheim - Prien - Freilassing - Salzburg

Müssten die Züge nur noch etwa gleichzeitig in München losfahren - ein paar Minuten eher als jetzt halt.

Holger

DE/AT: Ab 2013 stündlich München-Wien durch Umsteigen

CNL484, Freitag, 27.04.2012, 12:09 (vor 5087 Tagen) @ Alphorn (CH)

Geht dann auch der EN 491 Hamburg-Wien über Neubaustrecke?Er hat ja schon eine Beschleunigung dieses Jahr bekommen.

DE/AT: Ab 2013 stündlich München-Wien durch Umsteigen

Provodnik, Mittwoch, 08.08.2012, 19:45 (vor 4983 Tagen) @ Alphorn (CH)

Kleine Korrektur:
Die volle Integration der Linie FFM - Graz/Klagenfurt (DB-Linie 62, ÖBB-Linie 7/8) in den 00-Knoten Salzburg kommt mit Fpl 2014, nicht 2013. Das steht auch so im genannten Artikel.
Vorraussetzung dafür ist - neben der Nutzung von Infrastrukturverbesserungen durch die L62 sowie weiteren fahrplankonzeptionellen Modifikationen - u.a. der Abschluss des Bahnhofsumbaues Salzburg, da mit der bis dahin noch eingeschränkten Verfügbarkeit von durchgehenden Bahnsteigkanten bei gleichzeitig laufenden Bauarbeiten das Konzept nicht oder nur mit Abstrichen umsetzbar wäre.
Richtung Westen werden durchgehende FV-Züge künftig auf Bstg 2/3 halten, Richtung Osten auf Bstg 4/5, somit lassen sich die wesentlichen Anschlüsse (L62 auf RJ nach Wien, von RJ aus Zürich nach Graz oder Klagenfurt - jenachdem wie die L62 in der jeweiligen Stunde durchgebunden ist) bahnsteiggleich herstellen.
Auch der Anschluss von München nach Klagenfurt (bzw v.v.) in jenen Stunden, wo die L62 nach Graz fährt, klappt dann wieder. Heute sind da nur 3min Übergangszeit, das war vor Beginn der Bauarbeiten in Salzburg Hbf ein bahnsteiggleicher Anschluss; mit den Bauarbeiten ist es aber nicht möglich, das immer bahnsteiggleich herzustellen - daher derzeit kein Anschluss.


Provodnik

DE/AT: Ab 2013 stündlich München-Wien durch Umsteigen

oberzugfahrer, Donnerstag, 09.08.2012, 13:56 (vor 4983 Tagen) @ Provodnik

Bin gespannt, wie dies angestellt wird. Kommt der RJ von Feldkirch dann hinter dem EC an oder fährt der EC dann Rosenheim-Salzburg durch? Im Prinzip wäre ja beides möglich, bei selbem Taktschema wie heute würde dies heißen, es kommen ein bis zwei Halte im Inntal (demnach Wörgl und/oder Kufstein) dazu, eine Abfahrt in Salzburg um .07, im Block vor dem IC wäre dann sicher möglich, Reservezeiten ostwärts von Salzburg sind genügend vorhanden, daher sicher das wenigste Problem. mfg

DE/AT: Ab 2013 stündlich München-Wien durch Umsteigen

Provodnik, Montag, 29.10.2012, 20:08 (vor 4901 Tagen) @ Provodnik

Kleine Korrektur:
Die volle Integration der Linie FFM - Graz/Klagenfurt (DB-Linie 62, ÖBB-Linie 7/8) in den 00-Knoten Salzburg kommt mit Fpl 2014, nicht 2013. Das steht auch so im genannten Artikel.

Noch zum Fahrplan 2014: Auf
http://www.oebb.at/de/Services/Neu_fuer_Sie/Fahrplan_2013/Zusammenfassung_Tirol.pdf
kann u.a. nachgelesen werden, dass im Fpl 2014 fahrzeitmässig die volle Ausnutzung des Streckenausbaus im Inntal kommt wodurch die RJ-Fahrzeit Wien - Innsbruck auf 4h10 sinkt.


Provodnik

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