Zwischen Alpen und Adria – Reisebericht m. v. Bildern 3/3 (Reiseberichte)

TD, Montag, 09.04.2012, 13:42 (vor 5102 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem wir gestern in Teil 2 bis Koper gekommen sind, folgt heute der letzte Teil der Reise. Aufgrund der Beschränkung der Textlänge im Forum auf 10.000 Zeichen muss ich wieder zwei Beträge daraus machen.


Tag 4: Koper - Ljubljana - Graz

Heute beginnen wir die Rückreise. Wenn man nicht gerade um 5.25 Uhr am Bahnhof sein möchte, ist die nächste Zugverbindung erst um 10 Uhr und die Heimreise damit nicht an einem Tag zu schaffen. Irgendwo unterwegs müssen wir also eine Pause einlegen, dafür habe ich mir Graz ausgesucht.

Als wir in Koper starten passt das Wetter leider zum tristen Bahnhof: es ist wolkenverhangen und ein paar Regentropfen fallen auch vom Himmel. Für die Fahrt nach Ljubljana wartet wieder ein Desiro auf uns, diesmal ein Zweiteiler.

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Die slowenische Bahn Slovenske železnice (SŽ) hat ein ziemliches Graffiti-Problem, kaum ein Fahrzeug ist davon verschont. Vom wenig einladenden Außeneindruck sollte man sich aber nicht abhalten lassen...

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...denn Innen sind die Fahrzeuge in Ordnung – auch wenn der Türkiston als Markenfarbe der SŽ etwas gewöhnungsbedürftig ist. Auch die Uniformen der Zugbegleiter haben diese Farbe.

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Wenigstens habe ich bei den Fotos der Koperrampe diesmal nicht mit dem Gegenlicht zu kämpfen, aber bei Sonnenschein wäre die Strecke noch schöner.

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In Divača treffen die Strecken aus Koper und Triest zusammen, die historisch zur altösterreichischen Südbahn nach Ljubljana und Wien gehören. Hier wird unser Zug mit einem zweiten Zugteil aus Sežana vereinigt und fährt in Doppeltraktion bis Ljubljana.

Bis Postojna kennen wir die Strecke ja schon, im weiteren Verlauf ist die Strecke zwar nicht so spektakulär, aber doch abwechslungsreich und nett anzusehen.

In Ljubljana haben wir nun gut 3 Stunden Zeit. Mittlerweile ist das Wetter wieder etwas freundlicher und Ljubljana eine attraktive und sehenswerte Stadt, so dass uns bei dem Aufenthalt nicht langweilig wird.

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Die Franziskanerkirche und die Drei Brücken über die Ljubljanica

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St.-Jakobs-Kirche mit Mariensäule

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Rathaus

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Dom St. Nikolaus

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Philharmonie, darüber thront die Burg

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Universität

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Der Hauptbahnhof Železniška postaja Ljubljana, die Nummern davor bezeichnen die Bussteige des Busbahnhofs.

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Um 16 Uhr geht es dann mit dem EC Emona weiter in Richtung Österreich. Der Zug führt an der Spitze slowenische Wagen, deren Herkunft aus Rijeka uns mittlerweile ja bekannt ist. Die restlichen Wagen stammen von den ÖBB und auch ein Speisewagen ist dabei.

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ÖBB-Großraumwagen

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Den linken Reiseplan sehe ich zum ersten Mal. Inhalt und Aufbau entsprechen den üblichen ÖBB-Reiseplänen, das Titelblatt ist aber im Türkis der SŽ gestaltet. Das Exemplar rechts stammt noch von der Hinfahrt und ist im üblichen ÖBB-Design.

Die Strecke verläuft zunächst entlang der Save nach Westen (diesen Streckenabschnitt kennen wir schon von der Hinfahrt nach Zagreb) und folgt ab Zidani Most der Savinja nach Norden.

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Blick aus dem Fenster auf St. Josef in Celje

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Unterwegs statten wir dem Speisewagen wieder einen Besuch ab. Und diesmal haben wir mehr Glück als auf der Hinfahrt. Gut, Cappuccino gibt es zwar wieder nicht (der Milchschäumer ist kaputt), aber dafür ist diesmal Sachertorte an Bord!

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Ach, so macht Zugfahren Spaß!

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Am Ostrand des Pohorje-Gebirgsrückens und durch die slowenische Steiermark fahren wir weiter nach Norden, in Spielfeld-Straß an der österreichischen Grenze wird dann die Lok gewechselt.

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Bald sind wir nun in Graz angekommen. Auch heute Abend wollen wir uns wieder etwas die Füße vertreten und machen einen kleinen Spaziergang.

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Auf der Erzherzog-Johann-Brücke über die Mur grüßen links vom Schlossberg die Stallbastei und der Uhrturm...

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...rechts die Franziskanerkirche.

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Häuserzeile am Hauptplatz

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Stadtpfarrkirche in der Herrengasse

Fortsetzung folgt gleich...

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Zwischen Alpen und Adria – Fortsetzung 3/3

TD, Montag, 09.04.2012, 13:49 (vor 5102 Tagen) @ TD

Tag 5: Graz - Konstanz

Heute steht also der zweite Teil der Heimreise an. Den Tag werden wir mehr oder weniger den ganzen Tag im Zug verbringen, ohne größere Aufenthalte sind wir heute etwa elf Stunden unterwegs. Über München wäre die Rückreise zwar etwas schneller und auch etwas preiswerter gewesen, aber zur Abwechslung möchte ich diesmal lieber einen anderen Weg fahren, zumal ich so auch mir noch unbekannte Strecken in Österreich anschauen kann und die Strecke über den Arlberg auch landschaftlich reizvoller ist.

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Hauptbahnhof von Graz – mit großer Baustelle

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Um halb acht Uhr starten wir in Graz mit einer Zuggattung, die immer seltener anzutreffen ist: einem D-Zug. Der Zug ist gebildet aus CitySchuttle-Wagen.

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Etwa drei Stunden fahren wir nun mit diesem Zug bis nach Bischofshofen. Die Strecke führt uns zunächst entlang der Mur nach Norden und dann über die Schoberpassstrecke nach Selzthal, wo wir die Fahrtrichtung wechseln.

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Über die landschaftlich schöne Ennstalbahn fahren wir weiter nach Westen bis Bischofshofen.

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In Bischofshofen steigen wir nun um in einen OIC nach Innsbruck. Das kurze Stück bis Schwarzach-St.Veit sind wir auf der Hinfahrt bereits gefahren, dann biegen wir nach Westen auf die Salzburg-Tiroler-Bahn ab.

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Wie auf der Fahrt gestern haben wir wieder Plätze im Großraum. Ich fahre eigentlich ohnehin lieber im Großraumwagen, da man einen besseren Blick auf die Landschaft hat, auf der Hinfahrt im Business-Abteil hat mich die eingeschränkte Sicht durch die Abteiltür und die dort angebrachten Sichtschutzstreifen schon etwas gestört. Und wenn man einen ganzen Großraumwagen (fast) für sich alleine hat und noch dazu auf einer solch schönen Strecke fährt, ist das doch perfekt.

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Die Strecke verläuft zunächst durch das enge Tal der Salzach und bietet dann immer wieder tolle Ausblicke auf die Berglandschaft des Pinzgaus.

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Fahrt am Zeller See

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Mit 1,90 € für einen Kaffee ist die Bordgastronomie vergleichsweise preiswert, auch wenn es in diesem Zug nur eine Minibar gibt.

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Auf der weiteren Fahrt durch das Pinzgau gewinnt die Strecke an Höhe und erreicht an der Landesgrenze zwischen Salzburg und Tirol bis 970 Höhenmeter...

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...was sich auch draußen bemerkbar macht, denn wir fahren wir nun durch eine geschlossene Schneedecke. Links und rechts der Strecke sind Skilifte in Betrieb.

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Durch das Inntal führt die Strecke weiter nach Innsbruck, wo wir das nächste Mal umsteigen, diesmal auf einen Railjet. Der Zug kommt aus Budapest und hat bis hierher schon über 800 Kilometer hinter sich.

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Seit meiner letzten Fahrt im Railjet hat der Reisebegleiter sein Design geändert, dafür fällt die Begrüßung nun etwas sparsamer aus, diesmal gibt’s nur einen Schokoriegel – das letzte Mal gab’s noch ein Päckchen mit Schokoriegel, Orangensaft und Erfrischungstuch.

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Über den Arlberg fahren wir nun weiter nach Westen, zunächst folgen wir weiter dem Inn, dann geht es hinauf bis auf 1.311 Höhenmeter.

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Kurz bevor wir Österreich verlassen und mit Liechtenstein das fünfte Land der Reise durchqueren, schauen wir noch im Bordbistro vorbei.

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Zwischenzeitlich hat sich der Zug deutlich geleert, so dass wir nach dem Fahrtrichtungswechsel in Buchs (Grenze zur Schweiz) freie Platzwahl haben und uns ein neues Plätzchen wieder in Fahrtrichtung suchen können – hier mit Blick auf das Schloss Sargans.

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Die Strecke verläuft nun am Ufer des Walensees, am gegenüberliegenden Ufer erheben sich Steilhänge, die zur Bergkette der Churfirsten gehören.

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Zürich ist nicht mehr weit.

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Nun führt uns die Strecke noch am Ufer des Zürichsees entlang...

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...und bald sind wir in Zürich angekommen.

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Jetzt haben wir noch eine gute Stunde Fahrt vor uns in einem Interregio und erreichen gegen 19 Uhr Konstanz.

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Der Bodensee ist wieder in Sichtweite und damit das Ende unserer Rundfahrt.

Nach 2.426 Kilometern sind wir damit wieder am Ausgangspunkt unserer kleinen Tour angekommen. Hinter uns liegen fünf abwechslungsreiche und interessante Tage zwischen Alpen und Adria – ein tolles Erlebnis.

Ach so, da die Frage nach dem Preis ja schon kam: Fahrkarten und Reservierungen pro Person (mit BC25F) 255 €, gebucht über bahnfuechse.de.

Viele Grüße

Tobias

PS: meine früheren Reiseberichte gibt’s hier.

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Zwischen Alpen und Adria – Fortsetzung 3/3

NIM rocks, Montag, 09.04.2012, 15:31 (vor 5102 Tagen) @ TD

Mal wieder ein - wie gewohnt - super Reisebericht von Dir. Spitze!

Hast recht

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 09.04.2012, 15:38 (vor 5102 Tagen) @ NIM rocks

Mal wieder ein - wie gewohnt - super Reisebericht von Dir. Spitze!

Da hast Du völlig recht, Roland. Ich kann mich Dir nur anschließen.

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Das ist jetzt definitiv die oben von mir zur Beichtigung angemahnte Kirche von Hrastovjle. Ja, jetzt bin ich ruhig.


Viele Grüße, Sörem

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Hast recht

TD, Montag, 09.04.2012, 16:04 (vor 5102 Tagen) @ Sören Heise

Das ist jetzt definitiv die oben von mir zur Beichtigung angemahnte Kirche von Hrastovjle. Ja, jetzt bin ich ruhig.

Ja, ich habe im Reiseführer schon auch von der Kirche von Hrastovlje gelesen - nur ist man als Bahnreisender natürlich in der Mobiltät etwas eingeschränkt, noch dazu bei dem dünnen Fahrplan in der Gegend. Genau so ist es auch mit der Burg Predjama, die war bei der Tour für mich auch "unerreichbar". Mit dem Busangebot in der Region habe ich mich nicht näher befasst, sondern die Tour eben an den mit der Bahn erreichbaren Zielen orientiert.

Viele Grüße

Tobias

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Vernünftig

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 09.04.2012, 16:42 (vor 5102 Tagen) @ TD

Hallo Tobias,

das ist, gerade bei kurzen Touren, das vernünftigste, was Du machen konntest: Aufs Machbare beschränken und sich nicht zu viel vornehmen.

Informationen zum Busverkehr sind im Zweifel nur auf slowenisch. Da erwacht dann aber doch ein Suchinstinkt in mir: Der gefundene Busfahrplan zeigt mo-fr an Schultagen sogar eine Möglichkeit, Hrastovlje mit dem Bus zu erreichen und am selben Tag zu verlassen und Aufenthalt zu haben.

Viele Grüße, Sören

Da kann ich mich nur anschließen

Matze86, München, Dienstag, 10.04.2012, 20:22 (vor 5100 Tagen) @ NIM rocks

- kein Text -

Danke und...

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 10.04.2012, 00:17 (vor 5101 Tagen) @ TD

Hallo!

Seit meiner letzten Fahrt im Railjet hat der Reisebegleiter sein Design geändert, dafür fällt die Begrüßung nun etwas sparsamer aus, diesmal gibt’s nur einen Schokoriegel – das letzte Mal gab’s noch ein Päckchen mit Schokoriegel, Orangensaft und Erfrischungstuch.

Momentan sind Schokoriegel und Orangensaft Standard. Wahrscheinlich gab es in Innsbruck keinen Orangensaft mehr.

m b g,
Anoj

Danke für die tollen Eindrücke

Markus, NNST, Dienstag, 10.04.2012, 12:02 (vor 5101 Tagen) @ TD

- kein Text -

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