Reisebericht: Bebra und Eschwege (bebildert), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 16.03.2012, 14:53 (vor 5123 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Freitag, 16.03.2012, 14:54

Moin!

Kürzlich, am Tag, bevor die Sonne aus dem Urlaub zurückkam, zog es mich gen Süden.

Bebra, der vor dem Umbau stehende Knotenpunkt in Nordhessen, und Eschwege, der neue Stadtbahnhof im Norden von Nordhessen, standen auf dem Programm.

Die Anreise erfolgte mit ICE 783 und IC 2245 via Kassel.


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101 037 (Klagenfurt-Werbelok) schiebt ihren IC 2245 aus Bebra und weiter nach Leipzig. Eine Näheraufnahme ist leider überdynamisiert. Der Zug war pünktlich, aber auch 20 Minuten Verspätung können Anschlußreisenden egal sein. Während der IC zur halben Stunde hält, hat der Nahverkehr einen Knoten zur vollen Stunde.


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Bebra zeichnet sich durch das vom Bahnsteig einsehbare ehemalige Bahnbetriebswerk aus. Zur Abstellung von Güterzuglokomotiven ist es noch in Benutzung.


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Auch fürs leibliche Wohl nicht oberleitungsbetriebener Fahrzeuge wird gesorgt.


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Der zweite Lokschuppen ist außer Betrieb.


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Blick zurück auf Gleis 9/10 und das funktionslose Empfangegebäude in Insellage. Man sieht erste Spuren der kommenden Bauarbeiten.


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Wir folgen dem Pfeil zur Gillershäuser Straße. Die Bildqualität ist arg grenzwertig.


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Nach einer 90°-Kurve geht's ans (nicht vorhandene) Licht.


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Blick zurück. Tanks der Dieseltankstelle, das Empfangsgebäude und der Zugang im alten Lokschuppen.


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Weiter geht's. Mitten durchs alte Bw.


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Noch'n Bild, weil's so schön morbide ist.


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Von der Straße sieht der östliche Bahnhofszugang so aus.


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Über den teilweise abgerissenen Lokschuppen und die durch Herausschneiden eines Stückes unbenutzbar gemachte Drehscheibe geht der Blick zum Bahnhofsgebäude.


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Hier baut: Der Magistrat der Stadt Bebra.

Stadtsanierung II, Stadtgebiet Bahnhof Bebra -Errichtung öffentlicher Verkehrsinfrastruktur-; Aufbau der P+R-Anlage Ostseite.

So das Baustellenschild.


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Eisenbahnknoten Bebra. Nachdem man ihn schon zweimal gehört hat, kommer der von 185 370 gezogene Güterzug auf der alten Nord-Süd-Strecke an.


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Blick über den Personenbahnhof.
Über dem Güterzug der stadtseitige Eingang. Der folgende Inselbahnsteig wird durch den Umbau überflüssig, am Hausbahnsteig der Cantus nach Göttingen, auf dem Kopfgleis ein abgestellter Triebwagen.


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Auch der überlandfarbige Bus der niederländischen Eisenbahnen wartet auf seinen nächsten Einsatz. Die angezeigte Linie 311A gibt es nicht, wenn man den NVV-Fahrplantabellen glaubt.


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Die Bushaltestelle, nach den Normen des Nordhessischen Verkehrsverbundes. Zumindest teilweise.


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Der stadtseitige Eingang zum Bahnhof.


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Ein kleiner Abstecher in die Stadt. Daß sie sehenswert ist, kann ich nicht behaupten. Im 9. Jahrhundert urkundlich erstmals erwähnt, erhielt sie erst in den 1930er Jahren die Stadtrechte verliehen.


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Eine Wandmalerei erinnert an alte Zeiten.


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Das Rathaus.


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Die Kirche.


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Eine Vorform der Leppermänner weist den Weg zurück zum (im Hintergrund sichtbaren) Bahnhof.


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152 138 mit einem Güterzug gen Norden.


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Der Zugang zum Personentunnel. Links der Bahnhofskiosk, rechts der Fahrkartenschalter.


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Heiße Bockwurst 1,50. Der nächste Güterzug kam freundlicherweise erst gegen Ende der Pause. [image]
Hinweis an Lebensmittelsicherheit & Co.: Das Brötchen ist nicht mehr im Verkaufszustand.


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Die südliche Unterführung ist abgesperrt. Rechts wartet 185 399 mit ihrer Werbung für ihren nahegelegenen Hersteller auf den nächsten Einsatz.


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Nur die nördliche Unterführung darf noch genutzt werden.


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Überschreiten der Gleise für Unbefugte verboten.


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Raucherinsel mit typischer Bank einer vergangenen Zeit.


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Das fünftausendfünfhundertfünfundfünfzigste Bild meiner Kamera zeigt den Personentunnel.
So allmählich nähert sich der Elf-Uhr-Takt-Cantusknoten.


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Anno 2006 wurde in der Unterführung eine Kunstgalerie unter dem Motto "Unten ist Leben" gestaltet.


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Bislang noch gar nicht umgesehen haben wir uns auf dem Inselbahnsteig. Treppe hoch!


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Der Bahnsteig am Gleis 3.


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Die Zeit steht still.


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Die Prellböcke der Kopfgleise.


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Gleis 8. Die beworbene gelbe (!) Telefonzelle ist ebenso leer wie die nicht mehr beworbene Bahnhofsgaststätte und der Bahnsteig.


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Zurück auf Gleis 3. Jeder Versuch, nach Gleis 8 zu kommen, wird hier scheitern.


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Während 185 284 mit einem Güterzug in den Güterbahnhof einfährt, wartet Cantus 427 002 (427 136) auf die Abfahrt über Eschwege nach Göttingen. Zuvor wird nebenan auf Gleis 2 noch der Cantus Kassel - Fulda und auf der anderen Bahnhoffseite der Cantus Fulda - Kassel ankommen und abfahren.

Fortsetzung folgt.

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Reisebericht: Bebra und Eschwege (bebildert), Teil 2

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 16.03.2012, 14:57 (vor 5123 Tagen) @ Sören Heise

Fortsetzung.

Mit dem sehr leeren zweiten, dreiteiligen und etwa mit vier Fahrgästen besetzten Cantus-Flirt machen wir uns auf den Weg. Zuvor ein kurzer Blick nach innen.

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Ein Blick in den Fahrgastraum.


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Hinweis aufs Flügeln in Eichenberg.


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Im WC ein Blatt mit Übersicht über die Reinigung - die Namenskürzel muß man nicht unbedingt sehen.


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Ob die für die Anbringung des Toilettenpapierhalters Verantwortlichen jemals die Toilette benutzt haben?


Tür auf. Raus. Tür zu. Platz suchen. Hinsetzen. Rausgucken.

In einer großen höhegewinnenden Kurve, vorbei an Cornberg, mit Halt in Sontra, vorbei an Hoheneiche. Nun sehen wir links einen Bahndamm ankommen: Die Kanonenbahn aus Kassel. Nach dem überflüssigen Halt in Reichensachsen gelang ein schlechtes Bild einer Brücke dieser strategischen Bahnstrecke.

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Das recht frisch geschotterte Gleis wenig weiter nördlich wird langsam befahren, die auf Abzweig gestellte Weiche gebietet dies. Nach Passieren des zugemauerten Lokschuppens von Niederhone beschleunigt der Zug wieder, weshalb das Bild des Bahnhofes Eschwege West arg grenzwertig ist - wer mehr und bessere Bilder von dort sehen möchte, klickt das Bild bitte an, Nutzer Ludo war vor ein paar Monaten dort und berichtete.

Via Niederhone erreichen wir Eschwege. Nach langen Jahren des Dornröschenschlafes wurden Dornen und Rosen durch Schienen und Oberleitungen ersetzt, vierundzwanzigeinhalb Jahre nach der Einstellung wurde im Dezember 2009 der Reiseverkehr wieder aufgenommen. Statt hinter Diesel nach Kassel fahren die Cantus-Flirts zwischen Göttingen und Bebra nun den Schlenker über den stadtnahen Kreisstadtbahnhof, dies auf Kosten eines leicht merkbaren Stundentaktes. Kassel ist nur noch mit Umsteigen zu erreichen.


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427 002 nach der Ankunft aus Bebra. Die halbstündige Pause bis zur Weiterfahrt nach Göttingen reicht zu einem Portait des recht neuen Bahnhofs. Die Innenstadt ist einen guten Kilometer entfernt.


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Monitore mit Vorrang für die Eisenbahn, darunter die Aushangfahrpläne. Leider fehlt das typische Gelb der Abfahrtpläne. Eine hessische Unsitte, wie mir scheint.


Wir verlassen den Bahnhof zunächst über den zwar nicht vorhandenen, aber doch benutzten Westausgang.

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Auf den ehemaligen, aber nicht heutigen Bahnanlagen stehend, ein Blick zu den Bahnsteigen.


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Etwas weg von den Gleisen das alte Empfangsgebäude, heute als Privatschule genutzt.


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Ein erhöhter Standpunkt zeigt rechts den einen Bahnsteig, der andere ist hinter dem Zug. Links das Parkhaus Stadtbahnhof Eschwege, für das trotz des gefühlt extrem dichten Busverkehrs offenbar Bedarf besteht. Auch Botaniker kommen auf ihre Kosten, wenn es wohl keine seltenen Gewächse sind.


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Früher mal. Früher mal ging es hier nach Leinefelde und nach Eisenach. Mit dem Zug. Nach 1945 nur noch bis Heldra, später nur noch bis Wanfried, später und wohl für immer nirgendwo mehr hin.


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Das Bahnhofsgebäude von der Straßenseite. Architektonisch sehr schlicht gehalten. Was wäre die Menschheit ohne Beton?


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Fahrrad. Presse. Café. Fahrkarten.


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Lustiger wäre eine die Lippen ableckende Zunge. Der Namensgeber der Bäckerei macht einen einladenden Eindruck, ebenso die Bäckerei selber.


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Ein Blick zum kombinierten Kundenbäckereizentrum. Aus den Öffnungszeiten kann man schließen, daß der Bedarf an Bäckereiprodukten höher ist.


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427 553 kommt gerade aus Göttingen an. Nach üppiger Wendezeit geht es weiter nach Bebra. 427 002 wird in einigen Minuten die Fahrt nach Göttingen fortsetzen - bedeutend besser besetzt als südlich Eschweges.


Viele Grüße, Sören

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Reisebericht: Bebra und Eschwege (bebildert), Teil 1

schmidti91, Freitag, 16.03.2012, 15:39 (vor 5123 Tagen) @ Sören Heise

Vielen Dank für den Bericht. Ich als Eisenacher kenne die Bahnhöfe zwar, aber war doch mal wieder interessant, deine Eindrücke zu lesen und die Fotos anzugucken.

Schade, dass der Bebraer Bahnhof so heruntergekommen ist, aber mir ist schon klar, dass die Bahn dafür keine Unsummen an Renovierungskosten ausgeben will. Man sieht aber heute noch, dass dort früher Leben war. Der Bahnhof hat bahnsteigmäßig die gleiche Größe und den gleichen Aufbau wie der neue Erfurter Bahnhof (im Bezug auf die Länge wahrscheinlich nicht).

Der Eschweger "Bahnhofskomplex" ;-) hat mich aber bei meinem Aufenthalt sehr überrascht, wo man vorher doch mit Eschwege West nichts annähernd Vergleichbares hatte.

Danke für den Bericht und die Bilder

GUM, Freitag, 16.03.2012, 15:58 (vor 5123 Tagen) @ schmidti91

Auch wenn mich ein Teil davon etwas traurig stimmt.

Aber trotzdem dane für den Bericht!

Reisebericht: Bebra - Korrektur

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 16.03.2012, 16:31 (vor 5123 Tagen) @ Sören Heise

Korrektur.

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Wie ich bei DSO erfahren habe, ist das eine Segmentdrehscheibe (DSO-Hifo).

Merci!

NIM rocks, Freitag, 16.03.2012, 17:17 (vor 5123 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von NIM rocks, Freitag, 16.03.2012, 17:18

Eine Näheraufnahme ist leider überdynamisiert.

Hehe, danke für den Lacher :D Du bekommst von mir den Preis für die schönste Umschreibung eines Verwacklers verliehen, Gratulation!

Achja: Klasse Bericht aus Hessen, und vor allem aus Ecken, wo ich praktisch noch nie einen Fuß aus dem Zug gesetzt habe.

Danke für den Bericht und die tollen Bilder.

AndyUlm, TDI, Freitag, 16.03.2012, 18:19 (vor 5122 Tagen) @ Sören Heise

- kein Text -

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Wer früher bremst, ist länger schnell.

Reisebericht: Bebra und Eschwege (bebildert), Teil 2

AX-330, Freitag, 16.03.2012, 23:22 (vor 5122 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von AX-330, Freitag, 16.03.2012, 23:25

Moin,

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also auf den ersten, flüchtigen Blick sieht das aus wie eine Lehrtafel aus dem Horrorkabinett des EBA.

Was müssen die armen Kollegen auf dem Cantus da nur ertragen! Mit schöner Regelmäßigkeit scheinen sie in Nord-Nordhessen ein äußerst unangenehmes betriebliches Ereignis durchleiden zu müssen, was aufgrund seiner Häufigkeit (vielleicht aus Resignation gegenüber den unerbittlichen Gegebenheiten?) offenbar schon Eingang in die Verkehrsplanung ihres Unternehmens gefunden hat - man rechnet schon planmäßig mit einer

Zugtrennung in Eichenberg.

Klasse Titel für eine Geschichte aus dem Referat "Eisenbahners schlimmster Albtraum". Gerade in diesem Bahnhof wünsche ich das meinem ärgsten Feind nicht, am abgerissenen Zugteil die Handbremsen festdrehen zu müssen. Und der arme Fahrdienstleiter erst - mit schöner Regelmäßigkeit wird ihm mit Nothaltaufträgen über Funk der ganze Bahnhof lahmgelegt, nur weil es dem Cantus beim Flügelungsversuch wieder mal die Garnitur zerlegt. Schrecklich!

Spinnermodus aus, Klugscheißmodus an: Eine Zugtrennung bezeichnet die ungewollte Selbstzerlegung eines Zuges in mehrere, hoffentlich nur zwei, Einzelteile - aus welchem Grund auch immer. Bei einer Zugteilung macht man aus einem Zug zwei oder mehr, indem man die Kupplungen gewollt löst.

Genaugenommen sollte die Firma Cantus also eine Zugteilung in Eichenberg anstreben, und bitte keine (grusel!) Zugtrennung.

Klugscheißmodus aus

Schönen Gruß,
Andreas (der immer in Notlandungs-Brace-Haltung geht, wenn der Zugchef im ICE ankündigt, daß in Hamm eine Zugtrennung ansteht)

Hm...

Blaschke, Samstag, 17.03.2012, 01:15 (vor 5122 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Blaschke, Samstag, 17.03.2012, 01:17

Mahlzeit!

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Ähm, hat der Autor des Beitrages da etwa die Staatsmacht auf den Plan gerufen?

Vielleicht weil er den Bahnhof durch einen - nach eigenen Angaben! - nicht existierenden (West-!!!!!)Ausgang verlassen hat?
Oder fehlte die Fotogenehmigung?
Wurden Triebzüge aufgenommen, die dort gar nicht verkehren sollten? (heimliche Umlaufplanänderungen)
Oder macht sich dort verdächtig, wer Privatschulen und Privat-Pkw fotografiert?


Fragen über Fragen.

Was wäre die Menschheit ohne Beton?

Sie hätte Mörtel und Mausi verpaßt...

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

Mal gucken, wie lange es dauert, bis zwischen den Pflastersteinen auf dem Bahnsteig vor allem das Grünzeugs gedeiht und wie wenig Jahre es dauern wird, bis das ganze Ensemble mehr Patina angesetzt hat als Bebra nach einigen Jahrzehnten...

Bebra und Eschwege - Sammelantwort

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 17.03.2012, 10:35 (vor 5122 Tagen) @ Sören Heise

Moin!

Danke für die positiven Kommentare, sie geben Ansporn, Fotoapparat und Forum weiter zu malträtieren.

@Andreas: Unter dem Gesichtspunkt hatte ich das Infoplakat gar nicht gesehen.

@Jörg: Eschwege war im Westen, da ist die Betonung des Westausgangs überflüssig. Warum das Auto mit den - da unbenutzten - blauen Lichtern? Da war irgendwas beim Bäcker. Vermutlich wurde Geld gegen Papiertüte mit Inhalt getauscht.

@Roland: Solange der Preis kein Stativ ist...


Bei DSO bin ich noch auf einen Beitrag zur Segmentdrehscheibe hingewiesen worden: 216 und 232 an und auf Bebras Segmentdrehscheibe.


Viele Grüße, Sören

Reisebericht: Bebra und Eschwege (bebildert), Teil 2

Ludo, Niedersachsen, Samstag, 17.03.2012, 15:59 (vor 5122 Tagen) @ AX-330

Moin,

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also auf den ersten, flüchtigen Blick sieht das aus wie eine Lehrtafel aus dem Horrorkabinett des EBA.

Was müssen die armen Kollegen auf dem Cantus da nur ertragen! Mit schöner Regelmäßigkeit scheinen sie in Nord-Nordhessen ein äußerst unangenehmes betriebliches Ereignis durchleiden zu müssen, was aufgrund seiner Häufigkeit (vielleicht aus Resignation gegenüber den unerbittlichen Gegebenheiten?) offenbar schon Eingang in die Verkehrsplanung ihres Unternehmens gefunden hat - man rechnet schon planmäßig mit einer

Zugtrennung in Eichenberg.

Wo wir gerade schon beim Thema Trennungsschmerz sind:
Zu schade, dass nur noch 1 Zug pro Tag direkt von Göttingen nach Fulda fährt, alle anderen CAN-Züge nach Fulda verkehren von Kassel und machen somit einen Umstieg in Bebra erforderlich.
Ich gönne den Eschwegern wirklich ihren Stadtbahnhof, aber die knapp 30 Minuten Aufenthalt auf diesem Bahnhof + der "Schlenker" machen die Gesamtfahrzeit sehr unattraktiv. Hätte man nicht einfach den alten Takt beibehalten können und dafür einen Zubringerverkehr nach Eschwege West einrichten können (z.B. mit VT 650). Dann hätte man sich auch die Kosten für die Elektrifizierung sparen können. Für P+R-Kunden aus den umliegenden Dörfern war die Lage des alten Bahnhof ideal (direkt an der B 27).
Die Bewohner von Einbeck beispielsweise, die ein paar tausend Einwohner mehr haben, sind sogar auf den Regionalbus angewiesen, um zum 7 Kilometer entfernten Bahnhof Einbeck-Salzderhelden zu kommen. Hoffentlich wird dort nicht auch eine derartige Lösung angestrebt.

@Sören:
Vielen Dank für die tollen Bilder und den netten Bericht!

Eschwege

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 17.03.2012, 16:40 (vor 5122 Tagen) @ Ludo

Moin!

Auf der Verbindung Göttingen - Bebra hat man ohnehin ein Problem: Die Abfahrt in Göttingen und Eichenberg ist fest (Nullknoten Göttingen, Übereck-Anschluß Eschwege - Kassel sowie Anschluß Relation Göttingen - Eichsfeld in Eichenberg).

Bedingt durch die Nullknoten in Fulda und Eisenach ist auch in Bebra ein Nullknoten. Die Fahrzeit Eichenberg - Bebra via Eschwege West paßt aber nicht dazu.

- Vor der Wiedereröffnung nach Eschwege Stadt verpaßte der Cantus aus Göttingen diesen Knoten in Bebra um wenige Minuten (Ankunft aus Göttingen .12, Abfahrt nach Göttingen .45). Zwischen Bebra und Fulda fuhren alle zwei Stunden Züge aus Kassel und aus Göttingen, was einen 45/75-Minuten-Takt zur Folge hatte. Zur anderen Stunde fuhren die Kasseler Züge bis Bad Hersfeld, wo sie 90 Minuten Wendezeit hatten (wie auch die in Bebra endenden Göttinger Züge).

- Jetzt hat man zwischen Bebra und Eschwege Stadt einen in den Bebraer Nullknoten eingebundenen Stundentakt, zwischen Eschwege Stadt und Göttingen einen 30/90-Minuten-Takt. Dadurch erreicht man alle zwei Stunden den Göttinger Null- und den Eichenberger 30er-Knoten, hat aber in Eschwege Stadt 30 Minuten Aufenthalt (die ich für die Fotos dort nutzte). Zur anderen Stunde besteht in Eichenberg nach längerer Wartezeit Anschluß nach Kassel und in Göttingen kommt man auf .15 an - nach dem Nullknoten.

Das ist suboptimal. Beides. Alle Knoten zu erreichen, Göttingen/Eichenberg, Bebra und Fulda, geht nicht.

Ein Pendel Eschwege West - Eschwege Stadt wäre prinzipiell möglich gewesen, man hätte alle halbe Stunde fahren müssen, kurze Umsteigezeiten in Eschwege West und kurze Wendezeiten am Stadtbahnhof. Auch nicht ganz optimal.
Da der Stadtbahnhof etwa einen Kilometer von der Altstadt entfernt liegt und auch nicht direkt an den Wohngebieten, wäre so entweder ein paralleler Stadtbusverkehr oder ein zweiter Umstieg erforderlich gewesen.

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In Einbeck ist es ähnlich, sollte man (ich glaube nicht daran) eine Kurve Kreiensen - Einbeck Stadt bauen und die Metronom-Züge darüberleiten, wäre entweder in Hannover/Elze oder in Göttingen der Knoten futsch. Da sich die ME-Züge in Salzderhelden begegnen, könnte man prinzipiell mit einem Pendelzug auskommen, der Bus müßte aber trotzdem fahren (Verbindung Salzderhelden - Einbeck, Verbindung Bahnhof - Industrie). Ich denke aber, daß es beim Bus bleibt.

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Viele Grüße, Sören

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(OT:) Wo ist Behl.., ähm, Eschwege?

Blaschke, Samstag, 17.03.2012, 18:44 (vor 5121 Tagen) @ Sören Heise

Moin!

@Jörg: Eschwege war im Westen, da ist die Betonung des Westausgangs überflüssig.

Eschwege war im Westen? Also auf meiner BRD-Landkarte lag das im Osten. Zumindest wenn man sie nach Norden ausrichtet.

;-)


Schöne Grüße aus einem eher westlichen Landesteil der alten Bundesrepublik von

jörg


der damals als junger Bub bei Fahrten auf der alten NSS feststellte, dass man gar nicht so weit entfernt von Eschwege als Westler nicht östlicher kommt ohne einen Grund zu haben... (umgekehrt übrigens auch nicht). Gruselige Zeiten.

Danke für den Bericht ...

Markus, NNST, Samstag, 17.03.2012, 19:56 (vor 5121 Tagen) @ Sören Heise

... und die interessanten Bilder.

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