Diskussion: neues Wagenklassensystem in Deutschland? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 14.02.2012, 13:16 (vor 5165 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


hier mal wieder ein Diskussionsansatz.

Heute wurde bei uns in den Medien der "neue" IC-Dosto präsentiert.
"Neu" ist hier quotiert, denn die Züge waren ursprünglich Regio-Dostos (DD-AR).
Nach einem umfassenden Redesign erhielten die Züge zuerst den Arbeitstitel DDZ (Doppeldecker Zonen) und danach NID (Neuer IC Dosto).

Grundsätzlich anders ist aber die Einrichtung des Innenraums. Schluß mit den klassischen Reihensitzen und Vis-A-Vis Bereichen. Der NID hat einen Unterstock mit Unterhaltung pur und ein Oberstock wo Ruhe herrschen soll. Neu sind auch die Lounge-Ecken, in beiden Wagenklassen.

Experimente mit Innenräumen hat es schon mehrmals gegeben, auch bei uns und in Deutschland. Wir erinnern uns der hochmoderne und hochkomfortable IC Plus der Mitte 90er bei uns verkehrte, mit Ledersitzen in beiden Wagenklassen. In Deutschland hatte der Interregio eine innovative Sitzlandschaft, ICE 3/T eine Aussichtskabine und wir erinnern uns auch SBB-ICs mit Panoramawagen.

Allerdings sind in all diesen Beispielen beide Wagenklassen immer noch vorhanden, so wie es seit den 50ern üblich ist. Nun möchten einige Bahnen sogar davon absehen.
Trenitalia z.B. redesignt ihre Frecciarossa Züge und bietet 4 Wagenklassen: Standard, Premium, Business und Executive.
So ganz neu ist das ganze natürlich nicht; der ehemalige Metropolitan Express Train (MET) hatte ja Klassen wie Office, Silence, Club und später auch Traveller.
Auch der neue Doppelstock-Superzug "Mercury", der in England fahren soll, hat einen Innenraum wo man kaum noch 1. und 2. Klasse erkennt.

Und im alten ICE-Forum erinnere ich mich Ansätze für 400 m langen Doppelstock-ICEs mit 16 Wagen, wobei die Wagen nach Bedarf ausgestattet wurden (Ruhe, Unterhaltung, Arbeit, Studie, Verzehr und natürlich eine Ultra-Panorama-Lounge für die ICE-Fans...) und nicht mehr nach Komfortklasse.

Was meint Ihr: ist die Zeit reif für ein neues Klassensystem und/oder eine neue Innenraumeinrichtung, oder sollte man das heutige System beibehalten?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Modifiziertes Klassen System

GUM, Dienstag, 14.02.2012, 14:16 (vor 5165 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von GUM, Dienstag, 14.02.2012, 14:16

Vielen Dank für die Diskussionsanregung, die ich gerne aufnehme. Wie bereits hier 147930 geschrieben bin ich davon überzeugt, dass das bisherige 2-Klassen-System ein Auslaufmodell ist.

Dafür gibt es verschiedene Argumente:
1.)Der Verkauf an Sparpreisen hat enorm zugenommen und damit sinkt der Quadratmeter-Umsatz bzw. die Rentabilität insbesondere in den ICE-Zügen.
2.)Es gibt eine enorme Ungleichbehandlung innerhalb der gleichen Komfortklasse. Kunden, die fast 130 Euro bezahlt haben genießen den gleichen Service (bis auf die Umbuchbarkeit) wie 29 Euro Fahrgäste. Nun gönne ich jedem seinen Sparpreis, aber dennoch würde ich mich als 130 Euro Fahrgast schon wundern.
3.) Die Einkommensstruktur in der Bundesrepublik verändert sich. Während Ferdinand Piech von 7-Klassen bei Autos spricht ist bei der Bahn das traditionelle 2-Klassen-System im Einsatz.
4.) Erfolgreiche Fluggesellschaften wie British Airways bieten im Langstreckenbereich 4 Klassen (Economy, Economy+, Business, First) an.

Deshalb glaube ich, dass die Bahn ein modifiziertes Klassen-System braucht. Dies besteht aus:
a.) Einer im Design an die 2. Klasse angelehnte Sparpreis-Klasse, die in einem Cpmz eine etwa 20% höhere Produktivität hat (80->96 Sitze im IC, im ICE3 auch eine um 20% höhere Sitzplatzdichte)
b.) Die 2. Klasse insbesondere mit bahn.bonus Silber-Kunden und Vollzahlern wird im Service eine neue Wertigkeit bekommen, die sich durch hochwertige Materialien auszeichnet. Diese ist ja in den ICE-Zügen schon umgesetzt.
c.) Für die 1. Klasse wird es zwei unterschiedliche Lösungen geben, um dem gestiegenen Komfortbewusstsein zu begegnen: In allen Fernzügen wird es eine Art traditionelle 1. Klasse geben.
d.) In touristisch relevanten Verbindungen, Freizeitzügen oder auch im hochwertigen Metropolverkehr kann ich mir persönlich irgendeine Art upgegradete 1. Klasse vortellen. Diese wird mit allen 1. Klasse Fahrscheinen zu benutzen sein und 4er-Abteile oder Einzelsitze umfassen. Aus der Erfahrung mit dem Railjet und Öbb 1. Klasse Business ergibt sich nach derzeitigem Preisniveau: Der Zuschlag sollte unter 25 Euro und über 15 Euro liegen.

In der Summe kann ich mir also 2 "Hauptklassen" vorstellen, wobei Sparpreiskunden in eine Art Cpmz gebucht werden. Die 1. Klasse wird so bleiben wie sie ist, einige Flaggschiffzüge könnten eine 1. Premium oder etwas ähnliches vertragen. Wobei die letztere eher zum Image-Gewinn beiträgt und letztendlich eine geringere Platz/Quadratmeter-Miete wie die 1. Klasse "normal" erzielt.

Dies wären meine Ideen dazu.

Modifiziertes Klassen System

ITF, Dienstag, 14.02.2012, 15:34 (vor 5165 Tagen) @ GUM

Bitte nicht an der seit Jahrzehnten bewährten Klasseneinteilung rütteln. 1. und 2. Klasse, das versteht jeder.

Viel wichtiger wäre, dass es auch in jedem Zug (vielleicht außer S-Bahn) eine 1. Klasse gibt, damit sich der Kunde auf dieses Sevicemerkmal auch verlassen kann.

Diskussion: neues Wagenklassensystem in Deutschland?

airinter, Dienstag, 14.02.2012, 15:39 (vor 5165 Tagen) @ Oscar (NL)

De facto haben wir schon heute viel mehr als nur zwei Klassen, nur daß man sich selten aussuchen kann, welche man kaufen oder benutzen möchte. In der Produktkategorie C gibt es häufig die Fake-First, in der sich bis auf die "1" auf dem Türaufkleber nichts von der 2. Klasse unterscheidet. Bei den IC spielen wir das beliebte Rätselraten, welcher Wagen von der ersten zur zweiten Klasse herabgestuft wurde, wo man Steckdosen haben könnte oder in welchem Zug es Kaffee zu kaufen gibt, sei es nun am Platz, im "Restaurant" oder Steh-Café. Auch bei den ICE gäbe es wohl deutlich weniger Diskussionen hier im Forum, wenn man in allen Zügen den gleichen Standard erwarten könnte.
Stattdessen ist der Sparpreis im ICE quer durch die Republik schon mal billiger als die S-Bahn in die nächste Großstadt, und zu den Stoßzeiten wäre man häufig froh, wenn es überhaupt einen freien Sitzplatz gäbe, ganz gleich in welcher Klasse oder auf welchem Sesselmodell.
Dort, wo es mehr als zwei Klassen gibt, führt dies häufig zu Verwirrung. Im Railjet bekommt man (hoffentlich) etwas mehr Komfort, im Eurostar dagegen ist die Business eigentlich rausgeschmissenes Geld, wenn man nicht unbedingt ein vollflexibles Ticket benötigt. Den wunderschönen Metropolitain hat der gemeine Fahrgast leider nicht verstanden, deshalb verkehrt zwischen Köln und Hamburg nun altes Interregio-Material.
Solange es jedoch nicht gelingt, in den vorhandenen zwei Reiseklassen ein einheitliches Niveau zu bieten, sehe ich keinen Grund, noch weitere Klassen einzuführen.

Meine Zustimmung zum Komfortunterschied

GUM, Dienstag, 14.02.2012, 15:45 (vor 5165 Tagen) @ ITF

Bitte nicht an der seit Jahrzehnten bewährten Klasseneinteilung rütteln. 1. und 2. Klasse, das versteht jeder.

Viel wichtiger wäre, dass es auch in jedem Zug (vielleicht außer S-Bahn) eine 1. Klasse gibt, damit sich der Kunde auf dieses Sevicemerkmal auch verlassen kann.

Das sehe ich genauso. Allerdings muss diese für mindestens 60 % Zuschlag auch mehr Komfort anbieten. 2+2 Sitzteiler wie in den 424/440 ist grundsätzlich nicht akzeptabel.

Zudem ist es auch ein Fehler immer nur "ein" Fenster 1. Klasse anzubieten und das andere am anderen Ende. Es sollte schon immer ein halber-ganzer Waggon sein und über eine eigene Tür verfügen.

Diskussion: neues Wagenklassensystem in Deutschland?

Benjamin.Keller, Dienstag, 14.02.2012, 15:48 (vor 5165 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Benjamin.Keller, Dienstag, 14.02.2012, 15:49

So ganz neu ist das ganze natürlich nicht; der ehemalige Metropolitan Express Train (MET) hatte ja Klassen wie Office, Silence, Club und später auch Traveller.

Wobei ja eben das genau genommen eigentlich gerade nicht richtig ist. Der MET war ja wie der TEE eher einklassig/erstklassig. Die drei Bereiche Office, Silence und Club dienten ja bei gleichem Preis er eher der Befriedigung unterschiedlicher Nutzungsinteressen, was ja schon was anderes ist als die unterschiedlichen Klassen, die NTV und Trenitalia jetzt anbieten wollen oder wie man sie aus AVE und Railjet kennt. Letztlich ist das von der Idee her auch nicht anders als ein Raucher-/Nichtraucherbereich oder ein Ruhe-/Handybereich.
Diese beiden Aspekte (unterschiedliche "Klassen" und unterschiedliche, differenzierte Nutzungsarten) sollten man denke ich sauber voneinander trennen.

Versuche, unterschiedliche Nutzergruppen in einer Klasse mit unterschiedlichen Innenraumgestaltung und so weiter gerecht zu werden, hat es ja durchaus auch schon vielfach gegeben, auch im Nahverkehr: Deiner-Wagen in NRW, Lirex, dieser Versuchszug zur Expo (was ist eigentlich aus dem geworden?), ...

Innovationszug: Rumänien

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 14.02.2012, 15:59 (vor 5165 Tagen) @ Benjamin.Keller

dieser Versuchszug zur Expo (was ist eigentlich aus dem geworden?), ...

Das war der Innovationszug.

Über Google finde ich doch tatsächlich (eher schlechte, was soll's) Fahrzeuggrundrisse. Wollte ich aber gar nicht.

Die Wagen laufen (noch?) in Rumänien - siehe die Antworten hier (DSO). Daneben ist mir kürzlich ein älterer Reisebericht über den Weg gelaufen, den ich hier wiedergrfunden habe (ziemlich weit unten, Dezember 2009). Hier ein Bild von 2006.

Neuere Informationen liegen mir nicht vor, vielleicht im DSO-Auslandsforum mal neu fragen. Da gibt's ein paar Rumänien-Exprten oder bei railfaneurope.net forschen.

Viele Grüße, Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Modifiziertes Klassen System

hwilker, Dienstag, 14.02.2012, 16:33 (vor 5165 Tagen) @ GUM

Vergleiche mit Fluggesellschaften hinken. Im Mehr-Klassen-Flieger gibt es nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen; vor Abflug ist die Belegung klar; jeder Platz ist reserviert; jeder Platz ist leicht zu finden; es gibt im Zweifelsfall vor dem Start persönliche Betreuung; die Reisedauer ist eher hoch (mehr als sechs Stunden). In der Netz-Bahn wie in Deutschland gibt es ständigen Fahrgastwechsel, offene Fahrkarten und damit schwer vorhersehbare Belegung, Schwierigkeiten bei der Platzfindung (unterschiedliche Wagentypen, umgekehrte Reihung, fehlende Wagen, Ersatzzüge, wenig Betreuung) und sehr unterschiedliche Reisezeiten (zwischen 30 Minuten und acht Stunden). Die einzig erfolgreichen Fluggesellschaften, die Billigflieger, deuten bei der Diskussion um die Anzahl der Klassen eigentlich in genau die andere Richtung: die Eigenschaften des Produkts sind den Kunden egal, solange sie das Gefühl haben, billig zu reisen.

Im Flieger wird schon lange "yield-gemanagt", also jedem Fluggast möglichst seine gesamte Zahlungsbereitschaft aus der Tasche geleiert (sowohl bei den Netz- als auch bei den Billigfliegern). Das Argument mit "Ungleichbehandlung" halte ich heute für nicht mehr wichtig.

Wenn man mehr Klassen einführt, wird bei der Bahn vor allem die Verwirrung beim Fahrgastwechsel erhöht. Das macht sie für Wenigfahrer wieder deutlich weniger attraktiv, vor allem, wenn man davon ausgeht, dass die Betreuung nicht angepasst wird.

Ich habe den Eindruck, dass alle Versuche, Mehrklassigkeit oder nach anderen Merkmalen differenzierte Angebote nie lange aufrechterhalten werden, was ein Indiz dafür ist, dass sie nicht gleichzeitig kosteneffektiv sein und den Kundenwünschen entsprechen können. Bei den Nutzungsmustern in Deutschland passt es nicht. (Hatte nicht die SNCF mal so ein Angebot? Doppelstock-TGVs mit Party-, Rede- und Zen-Zone oder so ähnlich? Finde ich auch nichts mehr drüber.)

Als einziges längerfristig erfolgreiches Mehrklassen-Angebot fallen mir Nachtzüge ein: Schlaf- und Liegewagen in verschiedenen Klassen und Belegungsvarianten sowie die Luxus-Moskau-Schlafwagen haben viel mit Langstreckenflügen gemein: mehr oder weniger Punkt-zu-Punkt; Reisedauer über sechs Stunden; persönliche Betreuung.

Der "Quadratmeter-Umsatz" könnte ja auch durch entsprechende Sparpreis-Bewirtschaftung wieder angehoben werden. Die DB ist einfach noch etwas neuer bei der dynamischen Preisgestaltung. Es gibt ja schon einige anekdotische Hinweise darauf, dass die Sparpreis-Verfügbarkeit sinkt.

Als konstruktiven Vorschlag würde ich eine extrem flexible Handhabung der Reservierungen begrüßen: Mit Smartphone "einchecken" und, je nach Vorlaufzeit, einen Platz zugewiesen bekommen. Auf dem Bahnsteig leitet das Smartphone dann automatisch an die richtige Tür.

Ach ja: British Airways ist keine erfolgreiche Fluggesellschaft (schon länger nicht mehr).

Danke für den Expo Link! (owT)

GUM, Dienstag, 14.02.2012, 17:24 (vor 5165 Tagen) @ Sören Heise

nix

A-Klasse fuer die, die sich benehmen koennen. B-Klasse rest.

br752, Dienstag, 14.02.2012, 17:30 (vor 5165 Tagen) @ Oscar (NL)

Kandiaten der B-Klasse:

Fuesse auf den Sitz Sitzer
Schuheauszieher auch wenn nicht auf den Sitz.
Ups-Ups-Ups auf den tauben Ohren Hoerer.
Drogeriemarktverweigerer.
Alkoholmissbraucher.
Von mir aus auch wieder Raucher.
Pommes&Haehnchenimzug Esser.
Zug mit Kneiper Verwechsler.
Telefonierer die anderen ihr Wort in den Gehoergang druecken.
Nicht Guten Tag sagen Koenner.

A-Klasseberechtigung gibt es _nur_ gegen Benimmschein ohne finanzielle Zuzahlung.

Aus meiner Sicht koennte die Aufteilung der Zuege so bleiben. Grossartige Auslastungstungsverschiebung wird es wohl nicht geben.

BR752

Zustimmung zu einer dritten Klasse für Sparpreisler

rayquaza, Dienstag, 14.02.2012, 17:33 (vor 5165 Tagen) @ GUM

Ich habe mal dein Posting als Grundlage genutzt und meinen Vorstellungen angepasst. Ich hoffe, du hast nichts dagegen.

1.) Die Einkommensstruktur in der Bundesrepublik verändert sich. Während Ferdinand Piech von 7-Klassen bei Autos spricht ist bei der Bahn das traditionelle 2-Klassen-System im Einsatz.
2.) Erfolgreiche Fluggesellschaften wie British Airways bieten im Langstreckenbereich 4 Klassen (Economy, Economy+, Business, First) an
3.)Der Verkauf an Sparpreisen hat enorm zugenommen und damit sinkt der Quadratmeter-Umsatz bzw. die Rentabilität insbesondere in den ICE-Zügen.
4.)Es gibt eine enorme Ungleichbehandlung innerhalb der gleichen Komfortklasse. Kunden, die fast 130 Euro bezahlt haben genießen den gleichen Service (bis auf die Umbuchbarkeit) wie 29 Euro Fahrgäste.

Nun gönne ich jedem seinen Sparpreis, aber dennoch würde ich als Normalpreis-Fahrgast einen Unterschied im Komfort und/oder Service für gerecht halten.
Hierzu ein paar Vorschläge:

A.) Einer im Design an die 2. Klasse angelehnte Sparpreis-Klasse, die in einem Cpmz eine etwa 24% höhere Produktivität hat (80->100 Sitze im IC, im ICE3 auch eine um 24% höhere Sitzplatzdichte)
B.) Die 2. Klasse insbesondere mit bahn.bonus.comfort-Kunden und Vollzahlern wird im Service eine neue Wertigkeit bekommen, die sich durch hochwertige Materialien auszeichnet. Diese ist ja in den ICE-Zügen schon umgesetzt.

Kommentar/Nachfrage: Ist es das? Wie?

Eine Möglichkeit, die ich mir sehr gut Vorstellen könnte, wäre, sich an der Gestaltung der EC-Wagen der OEBB zu orientieren. Diese empfinde ich als deutlich komfortabler - sowohl in den Abteilen wie auch im Grossraum.
C.) Ein verbesserter Service in der "echten" 2. Klasse (wie es auch in der 1. Klasse sinnvoll wäre). Hierzu könnte zum Beispiel häufigere Anwesenheit des Personals für Fragen o.Ä. ein Ansatz sein.

Zusammengefasst kann ich mir also eine Umstellung auf 3 Klassen vorstellen, wobei die 3. Klasse für Sparpreiskunden vorgesehen ist. Die 1. Klasse wird so bleiben wie sie ist, könnte jedoch einen Verbesserten Service bzw. geringere Ausfallraten des APS/der First-Class-Stewards vertragen. In einigen Flaggschiffzüge könnte evtl. eine 1. Premium oder etwas ähnliches sinnvoll sein, wobei diese eher zum Image-Gewinn beiträgt und letztendlich eine geringere Platz/Quadratmeter-Miete wie die 1. Klasse "normal" erzielt.


Der Text dieses Postings darf von mir aus gerne weiter manipuliert werden, solange er dadurch verbessert wird.

--
How to waste bits in a MySQL-Database? Don't use DS100-Abbreviations.

Modifiziertes Klassen System

GUM, Dienstag, 14.02.2012, 17:37 (vor 5165 Tagen) @ hwilker
bearbeitet von GUM, Dienstag, 14.02.2012, 17:37

Wenn man mehr Klassen einführt, wird bei der Bahn vor allem die Verwirrung beim Fahrgastwechsel erhöht. Das macht sie für Wenigfahrer wieder deutlich weniger attraktiv, vor allem, wenn man davon ausgeht, dass die Betreuung nicht angepasst wird.

Es kommt darauf an! Man könnte beispielsweise wie beim TGV eine eindeutige farbliche Zuordnung der Türen zu den einzelnen Klassenbereichen vornehmen. Diese Farben würden sich dann auch auf den Wagenstandsanzeigern wiederfinden.

In einem 3-Klassen System könnten folgende Farben genutzt werden.

2. (Sparpreis) Klasse -> grün
2. Normalpreis & bahn.bonus comfort Klasse -> silber
1. Klasse -> gelb oder rot.

Ebenso könnten dann die Eingangsbereiche der Lounges mit einer silbernen Figur gekennzeichnet werden ebenso wie alle "Stammkunden" Service-Einrichtungen. So ganz ähnlich dieser blauen Figur "Fahrplan" oder der überlebensgroßen Willkommens-Figur.

Finde gerade keinen Bildlink dazu.

Ich habe den Eindruck, dass alle Versuche, Mehrklassigkeit oder nach anderen Merkmalen differenzierte Angebote nie lange aufrechterhalten werden, was ein Indiz dafür ist, dass sie nicht gleichzeitig kosteneffektiv sein und den Kundenwünschen entsprechen können. Bei den Nutzungsmustern in Deutschland passt es nicht. (Hatte nicht die SNCF mal so ein Angebot? Doppelstock-TGVs mit Party-, Rede- und Zen-Zone oder so ähnlich? Finde ich auch nichts mehr drüber.)

Hauptproblem dabei ist, dass insbesondere der Springer-Konzern nicht nur die B... Zeitung herausgibt, sondern auch Auto-B.... . Somit können die Menschen jede Motorvariante von VW schon an den verwendeten Alurädern oder Zierstreifen unterscheiden, aber einen ICE von einer Regionalbahn zu unterscheiden wird schon schwieriger. Und für mehr Platz und Komfort mehr zu zahlen muss auch erst in die Köpfe der Kunden.

Mit ein bisschen Aufwand lässt sich auch dies kommunizieren. Und mit der Zeit steigt auch die Preisbereitschaft bei den Menschen. Wichtig ist dabei ein barrierefreier, unkomplizierter Kauf. Karten für die "1+" Klasse sollten also ganz einfach bei Vorliegen eines 1. Klasse Fahrscheines und einer Differenz an Bord gekauft werden können. Und zwar für alle Kategorien vom Normalpreis bis zum Sparpreis.

+

Mel, Dienstag, 14.02.2012, 17:46 (vor 5165 Tagen) @ br752

- kein Text -

A-Klasse fuer die, die sich benehmen koennen. B-Klasse rest.

DG, Dienstag, 14.02.2012, 18:00 (vor 5165 Tagen) @ br752

Aus meiner Sicht koennte die Aufteilung der Zuege so bleiben. Grossartige Auslastungstungsverschiebung wird es wohl nicht geben.

Dem schließe ich mich an, das jetzige System ist bewährt,
außerdem würde eine neuklassierung wahrscheinlich mit Preiserhöhungen einher gehen!

Dritte Klasse für Sparpreisler?

michael_seelze, Dienstag, 14.02.2012, 18:12 (vor 5165 Tagen) @ rayquaza

4.)Es gibt eine enorme Ungleichbehandlung innerhalb der gleichen Komfortklasse. Kunden, die fast 130 Euro bezahlt haben genießen den gleichen Service (bis auf die Umbuchbarkeit) wie 29 Euro Fahrgäste.

Nun gönne ich jedem seinen Sparpreis, aber dennoch würde ich als Normalpreis-Fahrgast einen Unterschied im Komfort und/oder Service für gerecht halten.
Hierzu ein paar Vorschläge:

A.) Einer im Design an die 2. Klasse angelehnte Sparpreis-Klasse, die in einem Cpmz eine etwa 24% höhere Produktivität hat (80->100 Sitze im IC, im ICE3 auch eine um 24% höhere Sitzplatzdichte)
B.) Die 2. Klasse insbesondere mit bahn.bonus.comfort-Kunden und Vollzahlern wird im Service eine neue Wertigkeit bekommen, die sich durch hochwertige Materialien auszeichnet. Diese ist ja in den ICE-Zügen schon umgesetzt.

Kommentar/Nachfrage: Ist es das? Wie?

Eine Möglichkeit, die ich mir sehr gut Vorstellen könnte, wäre, sich an der Gestaltung der EC-Wagen der OEBB zu orientieren. Diese empfinde ich als deutlich komfortabler - sowohl in den Abteilen wie auch im Grossraum.
C.) Ein verbesserter Service in der "echten" 2. Klasse (wie es auch in der 1. Klasse sinnvoll wäre). Hierzu könnte zum Beispiel häufigere Anwesenheit des Personals für Fragen o.Ä. ein Ansatz sein.

Zusammengefasst kann ich mir also eine Umstellung auf 3 Klassen vorstellen, wobei die 3. Klasse für Sparpreiskunden vorgesehen ist. Die 1. Klasse wird so bleiben wie sie ist, könnte jedoch einen Verbesserten Service bzw. geringere Ausfallraten des APS/der First-Class-Stewards vertragen. In einigen Flaggschiffzüge könnte evtl. eine 1. Premium oder etwas ähnliches sinnvoll sein, wobei diese eher zum Image-Gewinn beiträgt und letztendlich eine geringere Platz/Quadratmeter-Miete wie die 1. Klasse "normal" erzielt.

Das Preissystem mit den Sparpreisen beruht doch darauf, die Züge möglichst gleichmäßig auszulasten. Flexibilität kostet dann eben mehr Geld.
Wenn man eine seperate Sparpreisklasse mit anderen Komfortmerkmalen einführt, hat man das Problem, die Sparpreiskontingente nicht mehr beliebig steuern zu können. Sind die entsprechenden Wagen voll, gibt es keine Sparpreise mehr; auch wenn der Normalpreis-Teil des Zuges recht leer bleibt.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Sparpreise aktuell bis 99€ in der 2.Kl.
gehen. Möchte man also einen Sparpreiszahler (99€) immer noch von einem Normalpreiszahler (z.B. 120€) in Komfort und Service differenzieren?
Wer soll zudem die Anwesenheit des Personals kontrollieren und bewerten? Wird dann mit einer Stoppuhr gearbeitet werden?

Und was macht man mit den Sparpreisen der 1.Kl (von 49-149€)? Die 1.Klasse müsste dann auch wiederum in unterschiedliche Sparpreis/Normalpreiszonen eingeteilt werden.

Ich könnte mir höchtens vorstellen, dass man besonders alte, in der Inneneinrichtung recht abgenutzte Wagen (solange es noch Wagenzüge gibt) als eine Art 3.Klasse einrichtet und dafür speziell gekennzeichnete Sparpreise (von mir aus auch als Pauschalpreis-FK auf Kilometerbasis) verkauft.

Dritte Klasse für Sparpreisler?

hwilker, Dienstag, 14.02.2012, 22:45 (vor 5165 Tagen) @ michael_seelze

Das Preissystem mit den Sparpreisen beruht doch darauf, die Züge möglichst gleichmäßig auszulasten. Flexibilität kostet dann eben mehr Geld.
Wenn man eine seperate Sparpreisklasse mit anderen Komfortmerkmalen einführt, hat man das Problem, die Sparpreiskontingente nicht mehr beliebig steuern zu können. Sind die entsprechenden Wagen voll, gibt es keine Sparpreise mehr; auch wenn der Normalpreis-Teil des Zuges recht leer bleibt.

Exzellentes Argument - das ist der Hauptgrund, warum es keine eigene Sparpreis-Klasse geben kann.

Im Prinzip ist das ein Spezialfall der Eigenschaft "mangelnde Flexibilität bei Mehrklassensystem". Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn der 1-plus-Wagen ausfällt (oder verschlossen ist) - allein die Meckerei hier im Forum würde sich potenzieren (denn mit jeder zusätzlichen Klasse verdoppelt sich die Anzahl der Ich-bin-was-besseres-als-Du-Relationen...).

Das ruft den Spruch aus der Anfangszeit der Eisenbahn in Erinnerung:

Der Zug kommt an eine Steigung. Der Schaffner ruft aus: "Erste Klasse - sitzenbleiben. Zweite Klasse: aussteigen - nebenhergehen; Gepäck kann im Wagen bleiben. Dritte Klasse: aussteigen, Gepäck tragen. Vierte Klasse: aussteigen und schieben!"

einheitliches Fahrkomfort pro Klasse unmachbar?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 15.02.2012, 10:01 (vor 5164 Tagen) @ airinter

De facto haben wir schon heute viel mehr als nur zwei Klassen, nur daß man sich selten aussuchen kann, welche man kaufen oder benutzen möchte.

In der Produktkategorie C gibt es häufig die Fake-First, in der sich bis auf die "1" auf dem Türaufkleber nichts von der 2. Klasse unterscheidet. Bei den IC spielen wir das beliebte Rätselraten, welcher Wagen von der ersten zur zweiten Klasse herabgestuft wurde, wo man Steckdosen haben könnte oder in welchem Zug es Kaffee zu kaufen gibt, sei es nun am Platz, im "Restaurant" oder Steh-Café. Auch bei den ICE gäbe es wohl deutlich weniger Diskussionen hier im Forum, wenn man in allen Zügen den gleichen Standard erwarten könnte.

Leider vermisse ich in Deiner Auflistung das wohl wichtigste Rätselspiel: "lande ich mit meiner IC-Fahrkarte Second auf einen Bpmz-Platz oder einen Bimz-Platz?"

In Gegensatz zu Ausnahmefällen wie IC statt ICE, fehlende, deklassierte oder abgewertete Wagen wird es dieses Rätsel auch geben, wenn der Zug die normale Wagenreihung hat.
Solange DB für den IC (teilweise) auf Bimz-Wagen zurückgreifen muss, die Wagenstandanzeiger den Unterschied Bpmz/Bimz nicht kennen, und der Fahrkartenautomat bei gezielter Sitzplatzreservierung nicht die Wahl "mit/ohne Klima" hat, kann man einheitliches Komfort pro Wagenklasse zumindest beim IC grundsätzlich vergessen.

(fernbahn.de als Mobile-App wäre hier sinnvoll)

Na gut, wir sollen nicht meckern, denn mit den neuen IC-Triebwagen soll das besser werden.

Beim ICE gibt es grundsätzlich auch kein einheitliches Komfort. Zwischen Mannheim und München kann man einen ICE 1 erwischen oder einen ICE 3. Allerdings sind hier die Unterschiede wohl nur spürbar für uns eingefleischter ICE-Fans.


gruß,

Oscar (NL).


OT: ich vermisse im Forum das "nbsp" Verfahren -> jetzt wird der Ausdruck "ICE 1" über 2 Zeilen verteilt...:(

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

fernbahn.de + OT

rayquaza, Mittwoch, 15.02.2012, 10:45 (vor 5164 Tagen) @ Oscar (NL)

fernbahn.de als Mobile-App wäre hier sinnvoll

Lade dir doch einfach die PDF-Dateien auf's Smartphone. Wenn Du mehr Funktionen (z.B. Suche direkt nach Zugnr.) wünschst, schreibe hier doch einfach mal eine entsprechende Liste - vielleicht kommt dann tatsächlich mal jemand auf die "blöde Idee", sowas zu programmieren ;-)

OT: ich vermisse im Forum das "nbsp" Verfahren -> jetzt wird der Ausdruck "ICE 1" über 2 Zeilen verteilt...:(

Versuchs mal mit Alt+Leer Strg+Shift+Leer und Ahnlichen - mein Handy hat leider keine Alt/Strg-Taste...

--
How to waste bits in a MySQL-Database? Don't use DS100-Abbreviations.

Diskotheken, Telefonzentralen u.v.m. in beiden Wagenklassen!

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 15.02.2012, 12:59 (vor 5164 Tagen) @ br752
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 15.02.2012, 13:00

Fuesse auf den Sitz Sitzer
Schuheauszieher auch wenn nicht auf den Sitz.
Ups-Ups-Ups auf den tauben Ohren Hoerer. [1]
Drogeriemarktverweigerer.
Alkoholmissbraucher.
Von mir aus auch wieder Raucher.
Pommes&Haehnchenimzug Esser.
Zug mit Kneiper Verwechsler.
Telefonierer die anderen ihr Wort in den Gehoergang druecken. [2]
Nicht Guten Tag sagen Koenner. [3]

Alles Leute, die man in beiden Wagenklassen finden kann.

Zu 1: war mal in der 1. als ich mich knallhart Beethoven und Mozart anhören mußte. Dann lieber in der 2. Adele oder Caro Emerald leise.

Zu 2: der Unterschied ist nur der Gesprächsinhalt.
In der 2. werden die aktuellen Charts, die Bundesliga, die letzten Beats von David Guetta und die Privatsachen von Beyoncé, Taio Cruz und Justin Bieber ausdiskutiert, in der 1. Griechenland, Aktienbörsen, Serverabstürze und die Europakrise.

Zu 3: demnach wäre in NL nur die 2. Klasse fällig, denn "Guten Tag" Begrüßung, das passiert in NL (leider) schon lange nicht mehr.
(mache das selber schon, und Oh Ironie, ich muss immer noch den/die erste(n) treffen, der/die das nicht mag)
Man ist lieber mit Handy & Co beschäftigt als mit den Sitznachbarn.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Diskotheken, Telefonzentralen u.v.m. in beiden Wagenklassen!

GibmirZucker, Mittwoch, 15.02.2012, 22:33 (vor 5164 Tagen) @ Oscar (NL)

Welche Strecken fährst du denn? Zu bestimmten saisonalen Lagen bekommt man als Wochenendheimkehrer in der zweiten Klasse eine Zusammenfassung der Hegel-Vorlesung vom zu Ende gehenden Semester akustisch zugesteckt. Oder ich habe so das erste mal auch überhaupt mitbekommen, was unter Quantenphysik zu verstehen ist, viel besser erklärt als wenn man bei Jogaschwar vor der Glotze sitzen würde.

Danke / Würde die GUM Bahn sofort kaufen

GUM, Mittwoch, 19.12.2012, 10:40 (vor 4856 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 19.12.2012, 10:40

Neuere Informationen liegen mir nicht vor, vielleicht im DSO-Auslandsforum mal neu fragen. Da gibt's ein paar Rumänien-Exprten oder bei railfaneurope.net forschen.

Viele Grüße, Sören

War mir glatt entfallen.

Ah danke! Würde die GUM Bahn sofort kaufen :-)

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum