Absichtlich! (Allgemeines Forum)

Ösi, Sonntag, 11.12.2011, 01:26 (vor 5219 Tagen) @ JW
bearbeitet von Ösi, Sonntag, 11.12.2011, 01:27

die ÖBB haben eine marktbeherrschende Stellung wie die DB AG in Deutschland. Allein durch die Größe des Unternehmens ergeben sich riesige Einkaufsvorteile. Dagegen hat es jeder neue Markteilnehmer sehr schwer. Ohne Regulierung würde da gar nichts gehen. Aber auch unter den gegebenen Bedingungen finde ich es sehr mutig von den Westbahninvestoren da Geld zu investieren.

Warum sollte die umgekehrt als in der Luftfahrt sein. Konkurrenz belebt überall das Geschäft und führt zu sinkenden Preisen.

Wettbewerb hat noch nie langfristig den Preis gesenkt. Preissenkungen gingen immer auf Kosten der Qualität oder der Mitarbeitergehälter (ist ja auch klar, wenn man es sich durchüberlegt).

Die ÖBB haben eine (de-facto-)Verpflichtung, unprofitable Strecken zu bedienen. Die Privaten nicht.

Einfache Rechnung:
Nehmen wir an, die Westbahn macht im Jahr 200 Millionen Euro Gewinn, die anderen Strecken hingegen 300 Millionen Euro Verlust.

Damit würde die ÖBB im Jahr 100 Millionen Euro Verlust machen, die vom Steuerzahler getragen werden müssten.

Jetzt nehmen wir an, es kommt die Wehinger-Haselsteiner-Bahn dazu und teilt sich die Westbahn 50:50 mit den ÖBB.

Dann macht die Wehinger-Haselsteiner-Bahn im Jahr 100 Millionen Euro Gewinn, die ÖBB hingegen 200 Millionen Euro Verlust (vom Steuerzahler zu zahlen).

Damit hat der Steuerzahler 100 Millionen Euro verloren und die Privatmänner Wehinger und Haselsteiner 100 Millionen Euro gewonnen. Ein Nullsummenspiel, das vielleicht kurzfristig die Tickets billiger macht (ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass der Halbpreis bei der W-H-Bahn laut Tarifbestimmungen befristet ist!), aber langfristig nur dem Steuerzahler schadet.


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