Wucherzinsen? (Fahrkarten und Angebote)

liebe70, Montag, 26.09.2011, 10:46 (vor 5503 Tagen) @ KB

Nein bekommst du nicht.

Eine Möglichkeit gibt's allerdings. Kauf dir die Karte bei Gleisnost in Freiburg. Da kostet sie nicht 350, sondern nur 329,33 im Monat. Also keine Wucherzinsen wie bei der DB.

Ich finde es recht fragwürdig, wie Du Dein Nicht-Wissen zu bestimmten Verfahrensweisen innerhalb der DB umdeutest in Vorwürfe, die sehr weit daneben liegen.

Jede Ware hat ihren Preis. Sowohl im Handel, als auch bei der DB. Die BC 100 der 2. Klasse kostet 3800 Euro, wenn der Preis sofort bezahlt wird. So steht es auch in den BB Bahn. Bei monatlicher Zahlung sind es 350 Euro im Monat, steht auch in den BB. Was nicht drin steht - weil es die allerwenigsten begreifen würden - bei der Einmalzahlung wird ein Preisnachlaß gewährt, Skonto genannt (für die, die nicht wissen, was das ist, einfach mal in der Wikipedia nachgucken). Preisnachlässe bei sofortiger Zahlung sind weit verbreitet, bei Versicherungsverträgen gibt es das beispielsweise auch. Je kürzer das Zahlungsziel, desto höher der Skontosatz. Man kann auch statt des Prozentsatzes eine feste Summe als Skonto vereinbaren.

Da aber wie schon erwähnt, die wenigsten Reisenden damit etwas anfangen können, hat sich die DB entschieden, der Einfachheit halber nur den Preis bei der Einmalzahlung zu nennen. Das ist nun so schlimm, oder wie?

Da ich nicht aus Freiburg komme, habe ich sie mir kürzlich erst zuschicken lassen, die Vorläufige war am nächsten Tag da.

Gleisnost tritt als "Provider" für die DB auf, sie kaufen die BC 100 zu 3800 Euro bei der DB ein - und verkaufen sie für 3951,96 Euro weiter. Damit das nicht so auffällt und sie "gut" in den Augen des Kunden dastehen können, wird das in 12 Raten zu je 329,33 Euro verpackt. So bekommen sie ganz nebenbei ein gutes Verkaufsargument, denn im direkten Vergleich der monatlichen Raten de DB steht die Gleisnost-Rate natürlich besser da als die DB-Rate, obwohl nicht richtig ist. Der Kunde sieht aber lieber das, was für ihn günstig ist und deswegen ist die DB als Staatskonzern schon von vornherein "böse".

Die rund 152 Euro mehr nutzt Gleisnost vermutlich, um ggf. zu erwartende Zahlungsausfälle zu kompensieren. Für den Kunden, der aus unterschiedlichsten Gründen die Zusammenhänge nicht kennt, ist das natürlich ein Vorteil.
Ich persönlich halte das für ein fragwürdiges Geschäftsmodell, die nur so lange gut geht, so lange die Zahlungsausfälle im Rahmen bleiben (also nicht auftreten). Wenn die Zahlungsausfälle zu hoch werden, kippt sehr schnell das Geschäftsmodell und man fällt bitterböse auf die Schnauze.

Was an der Geschäftspraxis der DB nun "Wucher" sein soll, verstehe ich immer noch nicht. Aber ich bin auch kein Reisender, der dem "bösen" Staatskonzern DB "hilflos ausgeliefert ist".


...und für das wenige kaufmännische Rechnen und logisches Denken studieren viele BWL... unbegreiflich...


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