Streit zwischen Kölner Stadtanzeiger und DB (Allgemeines Forum)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 13.11.2008, 17:20 (vor 6335 Tagen)

Hallo,
nach der Berichterstattung des Kölner Stadtanzeigers zu den möglichen Ursachen der ICE-Entgleisung in Köln hat die DB sich heute mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort gemeldet:

„Anders als dargestellt liegt ein Gutachten der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) zu den Ursachen des ICE-3-Achsbruchs vom vergangenen Juli in Köln noch nicht vor. Im Artikel von Thomas Wüpper werden statt dessen deutlich so gekennzeichnete „Hypothesen“ eines Zwischenberichts in unverantwortlicher Weise als Tatsachen verkauft und damit Ängste und Unsicherheiten bei Bahnreisenden geschürt. Das endgültige Gutachten, das von der Staatsanwaltschaft Köln in Auftrag gegeben worden ist, wird nach Auskunft der BAM erst zum Jahresende vorliegen. Entsprechend haben die Deutsche Bahn wie auch die Bundesanstalt für Materialprüfung und die Kölner Staatsanwaltschaft bislang jeden Kommentar zu diesem noch laufenden Verfahren abgelehnt. Es ist vor diesem Hintergrund hochgradig unseriös, den Eindruck zu erwecken, die Deutsche Bahn unterschlage irgendwelche Tatsachen und wolle die Ursachen der Entgleisung in Köln „vertuschen“.

Richtig ist: Die Staatsanwaltschaft in Köln untersucht den Achsbruch am ICE 3 von Anfang Juli. Bis zur Klärung der Ursache sind die Intervalle zur Ultraschall-Überprüfung der Achsen drastisch verkürzt worden. Damit ist sichergestellt, dass alle im Betrieb befindlichen Züge sicher sind. Nach wie vor gibt es keine Erkenntnisse, die weitergehende Maßnahmen für einen sicheren Bahnbetrieb notwendig machen. Wenn dem so wäre, müssten sofort die Staatsanwaltschaft und auch die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), tätig werden.

Für die Deutsche Bahn gilt der Grundsatz: Sicherheit ist unteilbar und hat oberste Priorität. Es ist geradezu grotesk zu unterstellen, die DB spare an der Sicherheit mit Blick auf den angestrebten Börsengang. Das Gegenteil ist richtig: Sicherheit ist der wertvollste Posten in der Bilanz der DB. Jeder Reisende kann darauf vertrauen, dass sein Zug sicher ist. Wir unterstützen die Ermittlungsbehörden in der Ursachenforschung, damit die Ursache des Achsbruches zweifelsfrei geklärt wird und die notwendigen Folgerungen daraus gezogen werden können.“

Aufmerksam auf diesen Streit wurde ich übrigens über http://www.pro-bahn.de/aktuell/.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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