[BE] Belux Teil 2/4: Wallonie (z.B. Couvin), 21 Fotos (Reiseberichte)

Fabian318, Münster i. W., Montag, 19.09.2011, 21:13 (vor 5294 Tagen)

Weiter geht es mit dem 12. August. - Teil 1 aus Flandern findet sich dort: http://www.ice-treff.de/index.php?id=144502

Die Anreise war wieder wie gewohnt über Viersen, Venlo, Roermond und Maastricht nach Lüttich (Liège):

Münster(Westf) Hbf -> 04:10 Duisburg Hbf 05:31, RE2 10200, 5D + 146 010, 99 km
Duisburg Hbf 06:00 -> Viersen 06:27, RE11 30040, 425 064, 36 km
Viersen 06:33 _-> Venlo 06:56 +5, ERB RE13 20202, ET 7.09, 22 km
Venlo 07:04 -> Roermond 07:27, Stoptrein 32217 (Veolia), 353, 24 km
Roermond 07:33 -> Maastricht 08:04, Intercity 817, 8740, 46 km
Maastricht 08:09 -> Liège-Guillemins 08:39, IC O 479, 1353 + 10 I11, 32 km

Nicht weiter erwähnenswert, außer vielleicht der Tatsache, dass zwischen Sittard und Maastricht Kupferdiebe wieder am Werk waren und der Zug daher in Maastricht leicht verspätet ankam, dank bahnsteiggleichem Umstieg aber so kein Problem.

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ICE nach Brussel-Zuid im Bahnhof Liège-Guillemins

Weiter nach Löwen (Leuven) bin ich dann über die Altstrecke gefahren. Leider bestand der IC F nach Brüssel (Brussel/Bruxelles) und Quiévrain nicht aus M4-Wagen, sondern aus Triebzügen Typ MS96.

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Lütticher Abfahrtstafel

Es hat sich da alles irgendwie verzögert, der ICE fuhr auch schließlich erst mit etwa 25 Verspätungsminuten ab und wir selbst mit etwa zehn derer. Ankunft im gründlich modernisierten Bahnhof von Löwen war dann jedenfalls mit +6. - Also noch genug Zeit.

Liège-Guillemins 09:08 -> Leuven 10:01 +6, IC F 1731, 482, 71 km

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Der Bahnhof der Stadt Löwen, zur Zeit im Umbau, der aber fast abgeschlossen scheint. (Ein weiteres Bild gibt es im vorherigen Bericht)

Von Löwen aus gibt es dann eine Querverbindung, die Strecke 139, nach Ottignies an der Bahnstrecke Brüssel-Luxemburg.

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L-Zug nach Ottignies.

Leuven 10:28 -> Ottignies 11:08, L 6460, 993, 29 km

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Das eingesetzte modernisierte "CityRail"-Material.

Landschaftlich gibt die Strecke, zwischen Sint-Joris-Weert und Pécrot die Sprach- und Regionsgrenze von Flämisch-Brabant nach Wallonisch-Brabant überschreitend, doch ein bisschen was her. Traurige Berühmtheit erlangte sie am 27. März 2001 durch einen Unfall mit acht Toten und zwölf Verletzten. Es stieß eine Leerfahrt frontal mit einem Reisezug nach einer Signalverfehlung zusammen. Aufgrund von Kommunikationsproblemen sprachlicher Natur zwischen dem Fahrdienstleiter aus Wavre und dem aus Löwen konnte das Unglück auch nicht mehr verhindert werden. [NL], [FR], [EN], Crash railmen spoke different languages.

Schöne Stationsgebäude gibt es dort aber dennoch zu sehen:

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Auf den Bahnhof Heverlee...

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...folgt der Bahnhof Oud-Heverlee.

Ottignies ist mit etwa 22.000 Einsteigern am Wochentag der fahrgaststärkste Bahnhof der Wallonie und liegt an der wichtigen Strecke Brüssel - Namur - Luxemburg. Von hier aus zweigt sowohl die genannte Strecke nach Wavre und Löwen ab, als auch eine weitere Nebenstrecke nach Chrarleroi.

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Ottignies, L-Zug nach Louvain-la-Neuve ("neues Löwen", eine belgische Planstadt)

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In der Mitte kommt der Intercity nach Luxemburg an.

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IC Lüttich/Dinant-Brüssel, IC Brüssel-Luxemburg und L-Zug nach Louvain-la-Neuve (v.l.n.r.).

Ottignies 11:22 -> Charleroi-Sud 12:03, L 4561, 177, 36 km

Wie schon gesagt, in Ottignies zweigt nach Charleroi-Sud über Fleurus eine weitere Strecke ab. Solche Strecken haben auch ihren Reiz, mit zahlreichen kleinen Haltepunkten, die eigentlich nur aus einem Stationsschild, einer Wartehütte und einem Splitthaufen (Bahnsteig) bestehen.

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Die Ruinen von Villers la Ville, Bildquelle: Wikipedia

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Charleroi-Sud, Triebzug 734. Die über den Bahnhof verlaufende Schnellstraße macht dort alles nicht gerade attraktiv.

Auf dem Programm stand aber die nicht elektrifizierte Strecke nach Philippeville, Mariembourg und Couvin. Auf dieser verkehren unter der Woche Interregio- und Lokalzüge, am Wochenende nur Lokalzüge im Zweistundentakt.

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Die Strecke ist fest in der Hand der MW41 - andere Dieseltriebzüge gibt es in Belgien ja nicht mehr.

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Charleroi-Sud 12:34 -> Couvin 13:33, L 4662, 4119, 64 km

Landschaftlich ist die Strecke auf jeden Fall die Mühe wert gewesen. Bis 1984 war in Mariembourg Endstation, dann wurde die knapp sechs Kilometer lange Stichstrecke nach Couvin wieder eröffnet.

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Angekommen in Couvin.

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Brüssel ist auch nicht weit...

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Man hält es kaum für möglich: Aber auch dieser kleine Bahnhof hat einen Schalter, der vormittags unter der Woche auch noch geöffnet ist.

Schließlich musste ich schon wieder die Rückfahrt antreten.

Couvin 13:53 -> Charleroi-Sud 14:46, IR r 4834, 4119, 64 km

Natürlich das selbe Fahrzeug, diesmal aber als Interregio. Schön auch, dass man mich schon kennt und ich keine Fahrkarte vorzeigen brauche ("Bonjour à nouveau" oder so ähnlich...).

Neben diesen ganzen kleinen Strecken war dann auch mal die Strecke von Charleroi nach Mons (dt./ndl. Bergen) neu für mich, Zielbahnhof war aber Tournai.

Charleroi-Sud 15:02 -> Tournai 15:57, IC D 936, 450, 89 km

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Gare de Tournai. Sicher einer der schönsten belgischen Bahnhof, die sich noch im alten Zustand befinden.

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Das war es dann auch leider schon wieder. Über Brüssel ging es nach Rotterdam und ins Bett.

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Tournai, Interregio Richtung Brüssel.

Tournai 16:22 -> Brussel-Zuid/Midi 17:30, IR d 3115. 417, 86 km
Brussel-Zuid/Midi 18:18 -> Rotterdam Centraal 20:06, IC B 9249, NMBS 2811 + 7 NS-ICR, 148 km

Teil 2 ist hier wieder am Ende angekommen, mit Teil 3 und 4 geht es dann in Kürze weiter.

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Über Fragen und Anregungen freue ich mich jederzeit wieder!

[BE] Belux Teil 2/4: Wallonie (z.B. Couvin), 21 Fotos

Lars(DK), Montag, 19.09.2011, 23:13 (vor 5294 Tagen) @ Fabian318

Hej Fabian
Tausend Dank für Deine beiden Teilberichte - informativ, toll bebildert und sehr, sehr stimmungsreich!
Da bekommet man wieder Lust auf Belgien, dieses herrlich anarchisch-kulturelle-spannende-zerrissene-regierungslose-nasse-merkwürdige Land mit seinen vielen komfortablen Zügen und teilweise imponierenden Bahnhöfen ;-)))
Bg
Lars

Lust auf Belgien

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 20.09.2011, 09:47 (vor 5294 Tagen) @ Lars(DK)

Moin!

Ja, Lust auf Belgien macht der Bericht. Danke dafür!

Schön auch, dass man mich schon kennt und ich keine Fahrkarte vorzeigen brauche ("Bonjour à nouveau" oder so ähnlich...).

Ja, auf den Nebenbahnen um Genthin wurde man mal mit "Sie schon wieder" begrüßt. ;-)

Viele Grüße, Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Einfach nur Danke dafür !

GUM, Dienstag, 20.09.2011, 10:09 (vor 5294 Tagen) @ Lars(DK)

Grüße GUM

[BE] Belux Teil 2/4: Wallonie (z.B. Couvin), 21 Fotos

Thalyseo, Donnerstag, 22.09.2011, 09:08 (vor 5292 Tagen) @ Fabian318

Wie immer sehr impressionistisch!

Mich freut natürlich vor allem, dass diesmal auch die Wallonie stärker in den Fokus rückt.

Aufgrund von Kommunikationsproblemen sprachlicher Natur zwischen dem Fahrdienstleiter aus Wavre und dem aus Löwen konnte das Unglück auch nicht mehr verhindert werden.

Ist es heute nicht so, dass man bei der belgischen Bahn bilingual sein muss? Ich verstehe nicht so ganz, wie es sein konnte, dass sich die Lokführer nicht verständigen konnten (= Rahmenbedingungen). Aber gut, le passé est passé.

Von hier aus zweigt sowohl die genannte Strecke nach Wavre und Löwen ab, als auch > eine weitere Nebenstrecke nach Chrarleroi.

Sofern es eine Direktverbindung zwischen Leuven und Louvain-la-Neuve gäbe, wäre es da - im Vergleich zum Auto - ein signifikanter Umweg, über Ottignies zu fahren?

(...) einer Wartehütte und einem Splitthaufen (Bahnsteig) bestehen.

Hm, die Beschreibung erinnert mich an den Bahnhof von Eupen... ;)

dort alles nicht gerade attraktiv.[/i]

Auf dieser verkehren unter der Woche Interregio- und Lokalzüge, am Wochenende nur Lokalzüge im Zweistundentakt.

In Berlgien sollte man - vor allem am WE - froh sein, wenn überhaupt etwas fährt.

Man hält es kaum für möglich: Aber auch dieser kleine Bahnhof hat einen Schalter, der vormittags unter der Woche auch noch geöffnet ist.

Das gibt dem Ganzen doch irgendwie einen gewissen Charme, oder? Ich weiß nicht warum, aber ich mag diese kleinen Schalter unheimlich. Irgendwie gemütlich und zeitlos (= "on a du temps").

Natürlich das selbe Fahrzeug, diesmal aber als Interregio. Schön auch, dass man mich schon kennt und ich keine Fahrkarte vorzeigen brauche ("Bonjour à nouveau" oder so ähnlich...).

Ich müsste mich in Belgien erst mal an das "Rebonjour", dass man bspw. am Telefon verwendet, wenn man jemanden bereits am selben Tag gesehen/gesproch hat.
Aber auch sonst ist das Vokabular der Belgier ganz drollig, z. B. "sonner" (= klingeln) für "appeller" (= hier: anrufen) oder "farde" statt "classeur" (= Ordner), wobei auch die Belgier das Verb "classer" benutzen.

PS: Ob es legitim ist, "Brussel-Zuid" in Verbindung mit "Liège-Guillemins" zu nennen? -;)

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Fabian318, Münster i. W., Donnerstag, 22.09.2011, 18:07 (vor 5291 Tagen) @ Thalyseo
bearbeitet von Fabian318, Donnerstag, 22.09.2011, 18:07

Erstmal danke für die Kommentare an alle!

Mich freut natürlich vor allem, dass diesmal auch die Wallonie stärker in den Fokus rückt.

Nachdem ich mir die Rosinen rausgepickt habe, kommt nun halt mal der Rest dran. (nicht ganz ernst gemeint ;) )

Aufgrund von Kommunikationsproblemen sprachlicher Natur zwischen dem Fahrdienstleiter aus Wavre und dem aus Löwen konnte das Unglück auch nicht mehr verhindert werden.


Ist es heute nicht so, dass man bei der belgischen Bahn bilingual sein muss? Ich verstehe nicht so ganz, wie es sein konnte, dass sich die Lokführer nicht verständigen konnten (= Rahmenbedingungen). Aber gut, le passé est passé.

Wie ich bei DSO berichtigt wurde, steht in den Artikeln nur die halbe Wahrheit. Ich zitiere:
"1. Der Stellwerkswärter in Löwen konnte schon französisch. Es wurde auch eine Aufnahme freigegeben, auf dem man das deutlich hören konnte.
2. Der Stellwerkswärter in Wavre sprach schnell und sehr aufgeregt und die Verbindung war ziemlich schlecht. Auch meine französischspachigen Kollegen konnten ihn kaum verstehen."

Allerdings scheint es nicht mal in Brüssel beim Bahnpersonal selbstverständlich zu sein, dass diese Niederländisch können. Für einen Fahrdienstleiter an einer wallonischen oder flämischen Provinzstrecke scheint mir dies auch nicht erforderlich zu sein. Allerdings beim Zugpersonal: Da glaube ich wohl kaum, dass es welche gibt, die nie nach Brüssel oder gar den anderen Landesteil kommen.

Von hier aus zweigt sowohl die genannte Strecke nach Wavre und Löwen ab, als auch > eine weitere Nebenstrecke nach Chrarleroi.


Sofern es eine Direktverbindung zwischen Leuven und Louvain-la-Neuve gäbe, wäre es da - im Vergleich zum Auto - ein signifikanter Umweg, über Ottignies zu fahren?

Die Bahnstrecke scheint mir genauso langsam wie die Autofahrt zu sein, da es ja keine ausgebaute Schnnellstraße o.ä. gibt. Aber man würde natürlich schon Zeit sparen, wenn man von Wavre direkt nach Louvain-la-Neuve fahren könnte. Ob es aber so ein großes Verkehrsbedürfnis zwischen Löwen und dem neuen Löwen gibt? ;-)

(...) einer Wartehütte und einem Splitthaufen (Bahnsteig) bestehen.


Hm, die Beschreibung erinnert mich an den Bahnhof von Eupen... ;)

Eupen hat sogar Stationsvorsteher, Fahrkartenschalter, Fahrdienstleiter (wahrscheinlich alles dieselbe Person) und vor allem einen Warteraum.

Auf dieser verkehren unter der Woche Interregio- und Lokalzüge, am Wochenende nur Lokalzüge im Zweistundentakt.


In Berlgien sollte man - vor allem am WE - froh sein, wenn überhaupt etwas fährt.

So schlimm ist es ja zum Glück doch noch nicht. ;-) In Belgien ist es ja einfach nur so, dass wir hier die Hälfte der Strecken (besonders die vielen Strecken westlich von Brüssel) wahrscheinlich einfach komplett stillgelegt hätten, in den Niederlanden garantiert. Züge nur unter der Woche sind noch besser als gar keine, wenn am Wochenende ein adäquater Ersatz besteht.

Man hält es kaum für möglich: Aber auch dieser kleine Bahnhof hat einen Schalter, der vormittags unter der Woche auch noch geöffnet ist.


Das gibt dem Ganzen doch irgendwie einen gewissen Charme, oder? Ich weiß nicht warum, aber ich mag diese kleinen Schalter unheimlich. Irgendwie gemütlich und zeitlos (= "on a du temps").

Automten haben aber auch ihren Vorteil: Wenn es nämlich nur noch drei Minuten bis Zugabfahrt sind, ist vor einem garantiert wer, der eine umfangreiche Beratung braucht...

PS: Ob es legitim ist, "Brussel-Zuid" in Verbindung mit "Liège-Guillemins" zu nennen? -;)

Aber selbstverständlich. Ich habe nur dann die wallonische Sprachmafia auf dem Hals, wenn ich Luik-Guillemins und Antwerpen-Centraal in einem Satz nennen...

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