Japan - Metro Tokio (Teil 1, ohne Bilder) (Reiseberichte)

ice-t-411, Donnerstag, 08.09.2011, 18:00 (vor 5308 Tagen)

Hallo zusammen!

Treibe mich gerade in Japan rum und wollte daher einen kleinen Einblick in den japanischen Eisenbahnverkehr geben. Zunächst soll es um die Metro (und Lokalzüge) in Tokio gehen. Leider habe ich im Moment noch keine Bilder, werde die aber eventuell nachreichen. Für die Shinkansen wird es auf jeden Fall Bilder geben, aber da steht die erste Fahrt noch bevor.

Insgesamt gibt es in Tokio zwei verschiedene Metro-Systeme, JR-Linien (könnte man als S-Bahn bezeichnen) und diverse private Eisenbahnlinien ins Umland, letztere habe ich nicht benutzt.

Metro
Obwohl es zwei verschiedene Systeme gibt, ist das für den Benutzer relativ egal. Die meisten besitzen eine Pulsbo-Karte, von der bei jeder Fahrt Geld abgebucht wird. Die gilt auch in Bussen und JR-Linien und kann auch als Tourist erworben und aufgeladen werden. Monatskarten, etc. gibt es nicht, nur Tageskarten, die dann einzeln für jeweils eines der Systeme oder für alle (750-1500 YEN, 100 YEN sind ungefähr 1 €). Alle Zugänge haben Sperren an denen man die Fahrkarte einstecken bzw. die Pulsbo-Karte ranhalten muss. Diese sind auch alle mit einer Aufsicht besetzt.

Die Züge der Metro sind sehr unspektakulär, die Inneneinrichtung erinnert in etwa an die A-Züge in München oder die frühen F-Wagen in Berlin. Großer Wert auf Außen- oder Innendesign wird nicht gelegt, allerdings ist alles extrem sauber und klimatisiert. Türen sind alle als Taschenschiebetüren ausgeführt und schließen daher nicht bündig. Dafür ist mir bis jetzt keine Türstörung untergekommen. Würden die Japaner TAV einsetzen, würden sie wohl nie zur Arbeit kommen. Es gibt LED-FIS-Anzeigen, die die jeweils nächste Station in Japanisch und Englisch ankündigen. Als Energiezufuhr dient eine Stromschiene an der Decke (nicht wirklich eine Oberleitung). Die Sitze sind immer längs angeordnet und viele Stehplätze zu schaffen.

Die Gleise sind in Kapspur (1066mm) auf fester Fahrbahn verlegt. Eines der Systeme verwendet Bahnsteigsperren die gleichzeitig mit den Türen öffnen. Allerdings fahren die Bahnen nicht vollautomatisch sondern sind immer mit Personal besetzt. Ebenso gibt es überall eine Bahnsteigaufsicht.

Die Stationen sind riesig, die Bahnsteige für eine U-Bahn extrem lang (bis zu 12-Wagen-Züge, ca. 200m). Meistens gibt es 10-15 Ausgänge die nummeriert und beschildert sind. Ebenso sind alle Umsteigemöglichkeiten und die Fahrtrichtung des Bahnsteigs sehr gut in Japanisch und Englisch angeschrieben. Um wieder an die Oberfläche zu kommen bzw. umzusteigen sind aber durchaus Strecken von 300m oder mehr zurückzulegen inkl. Treppen auf und ab. Mit noch größeren Umwegen scheint aber alles behindertengerecht zu sein.

Das die Züge pünktlich fahren braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Normalerweise sind die Züge voll, etwa so wie in der Rush-Hour in Deutschland. In der wirklichen Rush-Hour sieht es so aus wie bei uns direkt nach einem Bundesligaspiel, aber ohne Gedränge. Die berühmten Menschen mit den weißen Handschuhen zum reinschieben von Menschen habe ich bis jetzt nicht gesehen, ich glaub nicht, dass es sie wirklich gibt. Generell geht alles extrem gesittet zu, aber Angst vor Körperkontakt sollte man nicht haben, die Japaner sehen ihre Privatsphäre eher nur 5mm als 50cm um ihren Körper herum.

JR-Linien

Neben den U-Bahnen gibt es noch die JR-Linien, die wichtigste läuft einmal im Kreis um die Stadt (etwa wie der S-Bahn-Ring in Berlin) und es gibt ein paar Durchmesser-Linien.. Technisch unterscheiden sie sich nicht besonders von den U-Bahnen-Triebwagen, teilweise gehen sie wohl ineinander über, aber sie sind grundsätzlich oberirdisch. Auf dem Netz hab ich auch Güterzüge fahren sehen, wobei diese wohl die Stadt nur tangieren.

Fotos folgen...

Gruß
Johannes


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