Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn? (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 20:26 (vor 5332 Tagen)

Es scheint, als würden die extrem hohen Normalpreise in Deutschland wie ein unabwendbares Schicksal still duldend hingenommen. Dabei sind diese doch kein Naturereignis, sondern eine politische Entscheidung und könnten auch problemlos gesenkt werden, wenn man nur wollte. Bei den Fahrpreisen für die Nahverkehrszüge bedürfte dies nicht einmal einer Gesetzesänderung, es würde der Wille einer oder mehrerer Landesregierungen genügen, den Tarif für ihre bestellten Züge zu senken.

Natürlich würde dies zu Einnahmeausfällen führen, die irgendwie gegenfinanziert werden müßten. Aber die Nahverkehrszüge werden sowieso zum größten Teil aus Bestellerentgelten finanziert, nur der kleinere Teil der Kosten - im Durchschnitt ca. 35% - wird aus Fahrgeldeinnahmen bestritten. Hinzu kommt noch, daß ein großer Teil der Reisenden nicht mit Normalpreisfahrkarten, sondern mit Zeitkarten, Ländertickets, Wochenend- oder QdL-Ticket oder mit Verbundfahrkarten fährt. Würde also der Normalpreis für Nahverkehrszüge halbiert, entstünde eine Finanzierungslücke von vielleicht 10%, höchstens 15%. Diese könnte z.B. dadurch geschlossen werden, daß 10-15% weniger Züge gefahren werden.

Dafür könnte dann aber jedermann flexibel und trotzdem preiswert Bahn fahren. Mir wäre dies auf jeden Fall lieber als die heutige Situation. Und Euch?

Dazu eine Geschichte: Als Freund von mir aus Spanien für zwei Auslandssemester zum Studium nach Würzburg ging, wollte er sich auch das Land ansehen. Nach ein paar Monaten in Deutschland war sein deprimiertes Fazit aber: "Ohne Auto ist man in Deutschland aufgeschmissen." Bahninteressierte diskutieren meist nur die Qualität und den Umfang des Angebots, aber für ihn war nicht dies das Problem, sondern allein die hohen Fahrpreise, die er sich nicht leisten konnte oder wollte.

(Er hat dann doch noch einige Ausflüge mit dem Baden-Württemberg- und dem Bayern-Ticket gemacht und sich wenigstens Süddeutschland angesehen. Als er mich besuchte, nutzte er Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto zu je 12 Euro und 11 Euro (von Göttingen nach Frankfurt). Zum Vergleich: Mit dem Nahverkehr der Bahn kosten diese Strecken 38 Euro bzw. 37,20 Euro, also mehr als das Dreifache!)

Zwar plant die Regierung eine Liberalisierung für Fernbusse* und selbst unter Bahninteressierten findet dieses Vorhaben Zustimmung, weil man hofft, daß die Bahn dadurch gezwungen würde, ihre Preise zu senken. Aber daß sie dies dann auch tut, ist keineswegs sicher, es kann auch sein, daß sie die Buskonkurrenz einfach hinnimmt und stur bei ihren Mondpreisen bleibt. Damit wäre denjenigen, die lieber Bahn fahren würden, auch nicht geholfen.

*) Leider nur für Fernbusse, nicht auch für mittlere Distanzen. Selbst wenn sich die Regierung mit ihrem Vorhaben durchsetzen kann, wird man z.B. Göttingen-Kassel (keine 50 km Entfernung) weiterhin nur mit der Bahn für 13,90 Euro (!!) einfache Fahrt fahren können.

Nein danke ...

fuchur, Freitag, 02.09.2011, 20:36 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Hey

Es scheint, als würden die extrem hohen Normalpreise in Deutschland

Bist du mal in anderen Ländern Bahn gefahren? Jetzt nicht in Dritt-Welt-Ländern sondern in England bspw. Mir gefällt die Bahn schon ganz gut. Ich meine klar gibt es die Verspätungen und Ausfälle und die Entschädigung nach einem zwölfseitigen Fahrgastrechteformular ist für Zeitkarteninhaber auch eher lächerlich. Aber sonst ist der Komfort doch ok. Auf der Strecke Flensburg - Hamburg bekomme ich immer einen Tischplatz, In der Lounge trinke ich eine Cola und im ICE lässt es sich schon vernünftig reisen.

Für die 300,- monatl. die die Bahncard 100 kostet, komme ich mit dem Auto nicht zwei mal durch Deutschland und zurück. Ich finde das Preisleistungs-Verhältnis ok.

Grüße, Fuchur

PS: Klar gibt es viel, was verbesserungswürdig ist. Aber man darf auch nicht immer nur meckern ... ich sitze gerade im ICE mit +17 und bin froh, dass ich die 1.000 Km heute Nacht nicht mit dem Auto fahren muss.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Steffen, Freitag, 02.09.2011, 20:44 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Diese könnte z.B. dadurch geschlossen werden, daß 10-15% weniger Züge gefahren werden.

Halt - Denkfehler! Wenn man den Preis für die Fahrkarten halbiert, wird die Fahrgastzahl deutlich steigen, sodass im Endeffekt mehr und längere Züge fahren müssen. Das treibt die Kosten in die Höhe.

Als Gegenfinanzierung kann man dann Geld vom Straßenbau nehmen, denn wenn viele Leute Bahn fahren, benötigt man weniger Straßen. Die Stadt Hasselt macht vor, wie es geht :)

Dafür könnte dann aber jedermann flexibel und trotzdem preiswert Bahn fahren. Mir wäre dies auf jeden Fall lieber als die heutige Situation. Und Euch?

Das ganze Luxusgetue eines ICE ist mir nicht wichtig. Ich möchte zügig voran kommen, dabei bequem sitzen und keine Schweißtropfen verlieren, weil der Anschlusszug weg ist und meine Fahrkarte nur dort gegolten hätte.

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Nein danke ...

JumpUp, Freitag, 02.09.2011, 20:54 (vor 5332 Tagen) @ fuchur

Es ging ja in erster Linie um die Normalpreise, und die sind nunmal richtig teuer. Selbst die Sparangebote sind ein Witz, wenn man nicht gerade 3 Monate vorher bucht.

Na klar, viele hier im ICE-Treff kennen die Tricks (EU Spezial im Inland, Nutella etc.) Aber sucht doch nur mal (wie es Otto macht, der alle 3 Jahre Bahn fährt) eine Hin- und Rückfahrt in 2-3 Wochen für eine innerdeutsche Fernstrecke und ihr werdet sehen wie teuer das einen kommt. Oft (aus eigener Erfahrung schon oft bestätigt) ist Lufthansa mit den 99 Euro Tickets dann viel günstiger!! Und das ist wirklich traurig :(

Attraktiver HGV in Deutschland

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 20:57 (vor 5332 Tagen) @ Steffen

so wichtig ein getakteter Nahverkehr auch in der Fläche ist, so wichtig ist ein zügiger Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in Deutchland. Dabei sollte es möglich sein der Bahn die Freiheit zu geben an kleineren Milchkannen wie Limburg Süd oder Montabaur durch fahren zu dürfen da dies nicht wirkich viel Sinn ergibt einen ICE an jedem Kaff zum stehen zu bringen. Die Alternative wäre an sonsten wieder ein steigender Anteil innerdeutscher Flugverbindungen und das kann eigentlich auch nicht wirklich einer wollen - oder?

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 21:00 (vor 5332 Tagen) @ Steffen

Halt - Denkfehler! Wenn man den Preis für die Fahrkarten halbiert, wird die Fahrgastzahl deutlich steigen, sodass im Endeffekt mehr und längere Züge fahren müssen. Das treibt die Kosten in die Höhe.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Fahrgastzahl wirklich deutlich steigen würde. Aber wenn sie es täte, müßte man nicht gerade dann die Bahn billiger machen? Denn es würde ja bedeuten, daß der zu hohe Preis heute viele Leute vom Bahnfahren abhält. Stattdessen werden heute immer nur Angebotsverbesserung und -ausweitungen gefordert, um Fahrgäste zu gewinnen.

Als Gegenfinanzierung kann man dann Geld vom Straßenbau nehmen, denn wenn viele Leute Bahn fahren, benötigt man weniger Straßen. Die Stadt Hasselt macht vor, wie es geht :)

Die Fahrgastverbände und alle anderen, die sich in Deutschland zum öffentlichen Verkehr äußern, fordern immer wieder das gleiche, nämlich Angebotsverbesserungen und -ausweitungen, aber wesentliche Senkungen des Fahrpreisniveaus fordert keiner. Es ist, als ob alle so tun, als hätten sie immer genug Geld für das Bahn- und Busfahren und könnten sich gar nicht vorstellen, daß es auch Menschen gäbe, für die das nicht zutrifft. Die Ignoranz gegenüber dem preissensiblen Teil der potentiellen Kundschaft ist enorm.

Nein danke ...

bahnerausleidenschaft, Freitag, 02.09.2011, 21:05 (vor 5332 Tagen) @ fuchur

Bist du mal in anderen Ländern Bahn gefahren? Jetzt nicht in Dritt-Welt-Ländern sondern in England bspw. Mir gefällt die Bahn schon ganz gut. Ich meine klar gibt es die Verspätungen und Ausfälle und die Entschädigung nach einem zwölfseitigen Fahrgastrechteformular ist für Zeitkarteninhaber auch eher lächerlich. Aber sonst ist der Komfort doch ok. Auf der Strecke Flensburg - Hamburg bekomme ich immer einen Tischplatz, In der Lounge trinke ich eine Cola und im ICE lässt es sich schon vernünftig reisen.

Seit wann hat das Fahrgastrechteformular 12 Seiten?

Tricks

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 21:05 (vor 5332 Tagen) @ JumpUp

Ist es aber eigentlich nicht überall so das erst dann wenn man bestimmte Tricks kennt, der Preis einer Sache wirklich interessant ist und nur der Aussenseiter (oder Gelegenheitsnutzer) den vollen Preis einer Sache bezahlt? Dabei spielt es doch keine Rolle ob ich von Hotel-, Flug- oder Bahnbuchungen spreche.

Wenn man ein System des öfteren nutzt dann kennt man die Spielregeln des Systems genauso wie auch dessen Schwächen und kann sie ggf. auch zu seinem Nutzen etwas dehnen.

Interessant ist z.B. auch das, wenn man Richtung München, Passau oder überhaupt Richtung Österreich will, das man ggf. über http://www.oebb.at/ auch vergleichsweise sehr kurzfristig deutlich günstigere Bahnpreise bekommt. Abwicklung entweder per Lastschrift oder Kreditkarte - es bleibt lediglich der Nachteil das über die ÖBB keine Bahn Bonus Punkte sammeln kann.

Das nennt man ein Stilmittel

fuchur, Freitag, 02.09.2011, 21:11 (vor 5332 Tagen) @ bahnerausleidenschaft

Seit wann hat das Fahrgastrechteformular 12 Seiten?

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperbel_(Sprache)

Grüße, Fuchur

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Steffen, Freitag, 02.09.2011, 21:16 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Halt - Denkfehler! Wenn man den Preis für die Fahrkarten halbiert, wird die Fahrgastzahl deutlich steigen, sodass im Endeffekt mehr und längere Züge fahren müssen. Das treibt die Kosten in die Höhe.


Ich bin mir nicht sicher, ob die Fahrgastzahl wirklich deutlich steigen würde. Aber wenn sie es täte, müßte man nicht gerade dann die Bahn billiger machen? Denn es würde ja bedeuten, daß der zu hohe Preis heute viele Leute vom Bahnfahren abhält.

Deine These war, dass geringere Preise mit weniger Verkehr kompensiert werden können. Meine Gegenthese dazu ist, dass es nicht funktioniert, weil dann das Angebot gesteigert werden muss.

Jeht man jedoch von dem Ziel aus, möglichst viele Menschen in den Zug zu locken, so bin ich auch der Meinung, dass man dies erstmal mit deutlich niedrigeren Preisen erreichen kann.

Als Gegenfinanzierung kann man dann Geld vom Straßenbau nehmen, denn wenn viele Leute Bahn fahren, benötigt man weniger Straßen. Die Stadt Hasselt macht vor, wie es geht :)


Die Fahrgastverbände und alle anderen, die sich in Deutschland zum öffentlichen Verkehr äußern, fordern immer wieder das gleiche, nämlich Angebotsverbesserungen und -ausweitungen, aber wesentliche Senkungen des Fahrpreisniveaus fordert keiner. Es ist, als ob alle so tun, als hätten sie immer genug Geld für das Bahn- und Busfahren und könnten sich gar nicht vorstellen, daß es auch Menschen gäbe, für die das nicht zutrifft. Die Ignoranz gegenüber dem preissensiblen Teil der potentiellen Kundschaft ist enorm.

Ja das stimmt. Und das "bessere" Angebot rechtfertigt dann weiter steigende Preise :(

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Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Redesign, Freitag, 02.09.2011, 21:29 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft fährt vermutlich auch nicht ICE, sondern weicht zwangsweise auf das QdL-Ticket aus, so scheint es mir jedenfalls.

Meine Erfahrung als Nicht-Reservierer, auch in nachfragestarken Zeiten unterwegs: Ich habe bis jetzt immer einen Platz gefunden, in 90 % aller Fälle mindestens zwei Plätze für mich, meistens vier, auf meinen Strecken könnte die Bahn die Preise deutlich herabsetzen, mehr Kunden transportieren im Fernverkehr, ohne mehr Wagen einsetzen zu müssen.

Das wird natürlich beeinflusst durch Sparangebote, um die Nachfrage zu steuern - das funktioniert noch nicht so gut - wieso sind Züge morgens um kurz nach 4h nur zum Normalpreis buchbar, in der Realität transportieren sie fast über die gesamte Laufzeit nur Luft, und der Zug vier Stunden später, Pendlerzeit, Sonderangebote 39 Euro bis zum Geht-Nicht-Mehr?
Außerdem ist mir immer noch unklar, warum Sonderangebote drei Tage vorher gebucht werden müssen? Wenn der Zug leer ist, dann sollte er auch kurz vor Abfahrt noch buchbar sein zum Sonderpreis - nur so kann ich die Züge vollkriegen, mehr Leute transportieren, und auch mehr einnehmen, so dass der "Normal-Mondpreis" gesenkt werden kann.

Tricks

JumpUp, Freitag, 02.09.2011, 21:30 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Das mag ja alles richtig sein, trotzdem ist die Bahn für jeden "Normalkunden" sch.... teuer.

Und Strecken wie Frankfurt-Paris toppen dann nochmal alles, was es an teuren Strecken gibt. Jedenfalls ist es für mich immer noch eine Schande, dass Fliegen oft (und wir reden nicht von ryanair) günstiger ist.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 21:42 (vor 5332 Tagen) @ Redesign

Mal abgesehen davon das ich dies für eine recht interessante Wortschöpfung halte, so würde mich mal interessieren von welcher gesellschaftlichen Gruppierung hierbei eigentlich die Rede sein soll.

Immerhin leben wir hier in einem reichen Wohlfahrtsstaat wo sich es auch durchaus ALG2 Empfänger mittels BC25 sich regelmässig erlauben können im FV die 1. Klasse zu benutzen um damit den entsprechenden Mehrkomfort im ICE zu geniessen. Sind diese oder ähnliche Gruppierungen etwa mit dem "preissensible Teil dieser Gesellschaft" gemeint? An sonsten ist die Geschichte von wegen ALG2 Empfänger und 1. Klasse kein Scherz. Ich kenne da wohl welche die auch unter solchen Bedingungen ihrem Bahn Hobby nach gehen. Von daher kann ich mir nicht vorstellen das die Bahn Tarife in Deutschland zu hoch sind.

Davon mal abgesehen darf gute Leistung auch etwas kosten und es will bzw. soll ja keiner mit einem "unter Tarif" Lohn arbeiten müssen.

kurz vor Abfahrt

ktmb, Freitag, 02.09.2011, 21:43 (vor 5332 Tagen) @ Redesign

Wenn man Glück hat, gibt es hier noch etwas kurz vor Abfahrt:
http://bahn.ltur.com/

Tricks

bahnerausleidenschaft, Freitag, 02.09.2011, 21:44 (vor 5332 Tagen) @ JumpUp

Die Fluggesellschaften müssen auch keine Mineralölsteuer bezahlen.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

Tobi, Freitag, 02.09.2011, 21:57 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Sehe ich ähnlich, ich halte das System mit den Sparpreisen für sehr gut zum Abschöpfen der Zahlungsbereitschaften der Kunden. Wer den Normalpreis braucht um flexibel zu sein und erst kurz zuvor bucht muss eben tiefer in die Tasche greifen.
Wem das Kleingeld hierfür fehlt, der muss eben früher planen.
Gerade mit den Gutscheinen und BC25 habe ich mir wieder für 21,75€ zu zweit eine Reise durch Deutschland gebucht, je nach Flexibilität ist da für jeden Geldbeutel etwas dabei.

günstige Preise durch langfristige Vorausbuchung

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 22:05 (vor 5332 Tagen) @ Tobi

ausserdem ist es doch wohl allgemein akzeptierte und gängige Praxis im Reisemarkt das die Frühbucher im allgemeinen deutlich bessere Preise bekommen als die Spätbucher.

Nein danke ...

Uniqum, Frankfurt am Main, Freitag, 02.09.2011, 22:18 (vor 5332 Tagen) @ fuchur

Bist du mal in anderen Ländern Bahn gefahren? Jetzt nicht in Dritt-Welt-Ländern sondern in England bspw.

Ich kann es nicht mehr hören!

In den vergangenen Jahren hat sich einiges in Großbritanien getan und die Fehler der Anfangszeit wurden fast gänzlich beseitigt.

Der Fuhrpark, auch wenn er die meisten Eisenbahnfreunde nicht erfreut, ist auf einem sehr hohen, modernen, Niveau. Durchgehende Tickets, auch von Gesellschaft zu Gesellschaft sind möglich und die Preise sind mitlerweile auch auf einem ordentlichen Niveau.

Es gibt sehr, sehr viele (wenn nicht sogar die meisten Gesellschaften) die wirklich sehr in Ihre Züge und auch Haltebahnhöfe investiert haben. Mitlerweile geht man jedoch schrittweise dazu über, dass das Fahrmaterial vorgeschrieben wird und auch die Qualität wird äußerst umfangreich überwacht.

Die Gleisinfrasturktur ist mit Sicherheit auf europäischem Mittelwert und die Stationen sind inzwischen in 95% aller Fälle bestens gepflegt.

Zu British Rail-Zeiten waren einige Dinge besser, vieles einfacher. Ich möchte auch nicht sagen, dass die Privatisierung die bessere Lösung war, aber man hat gelernt und es gibt sehr viele ambitionierte Unternehmen die wirklich viel unternehmen, um Fahrgäste in ihre Züge zu locken.

Ein modernisierter EastCoast Intercity braucht keinen Vergleich mit dem Deutschen IC zu scheuen. Die CrossCountry-Züge, die im Übrigen von der Deutschen Bahn betrieben werden, sind vorbildlich. Bei Virgin machen allenfalls die oft als hoch empfundenen Preise zu schaffen.

Man kann in "England" aber sehr wohl, wenn man 14 Tage eher bucht von London nach Glasgow oder Edinburgh für umgerechnet unter 15 Euro fahren. Nur eben nicht in der RushHour, das ist aber hierzulande nicht anders.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Mario, Freitag, 02.09.2011, 22:19 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Aus meiner Sicht ist ein großes Problem, dass wir Deutschen irgendwie nicht wissen, was wir nun eigentlich wollen. Man will billige Fahrkarten aber gleichzeitig komfortable Züge. Man will am liebsten an jeder Milchkanne ITF aber gleichzeitig nicht so viele Zwischenhalte. Man macht hier ein bisschen HGV und da ein bisschen Ausbau, aber es passt einfach nicht zusammen. Man möchte die Leute mit schnellen Fahrzeiten in die Züge holen aber ist gleichzeitg gegen NBS und Umfahrungen. Man lobt den ITF als heilige Kuh aber man möchte gleichzeitig auch große Flexibilität. Man verweißt als Fahrgastverband neidisch auf die Schweiz mit ihren Fernzügen mit Linoleumboden aber regt sich zugleich über den etwas abgespeckten Komfort des ICx mit Teppichboden auf.

Ja was wollen wir nun eigentlich?

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 02.09.2011, 22:21 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Dafür könnte dann aber jedermann flexibel und trotzdem preiswert Bahn fahren. Mir wäre dies auf jeden Fall lieber als die heutige Situation. Und Euch?

Ich finde die Situation so wie sie ist ganz OK. Immerhin blieb die Preiserhöhung Ende 2010 aus und das kann auch gerne so bleiben. Ansonsten kann ich mich nicht beschweren, auch nicht was die Zuverlässigkeit angeht: Selbst in 1 Monat WMinnen-Pass hatte ich keinen einzigen Anschlussverlust; höchste Verspätung war +30. Daumen hoch!

Dazu eine Geschichte: Als Freund von mir aus Spanien für zwei Auslandssemester zum Studium nach Würzburg ging, wollte er sich auch das Land ansehen. Nach ein paar Monaten in Deutschland war sein deprimiertes Fazit aber: "Ohne Auto ist man in Deutschland aufgeschmissen." Bahninteressierte diskutieren meist nur die Qualität und den Umfang des Angebots, aber für ihn war nicht dies das Problem, sondern allein die hohen Fahrpreise, die er sich nicht leisten konnte oder wollte.

In Göttingen gibt's (auch) für die ausländischen Studierenden ein Semesterticket, mit dem man zum Nulltarif* ganz Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Kassel, Paderborn, Nordhausen und neuerdings auch Eisenach erkunden kann. Is doch was, oder?!
(*Die Gebühr für das Semesterticket von ca. 80 € ist obligatorischer Bestandteil des Studienbeitrags)

Und die Aussage "Ohne Auto ist man in Deutschland aufgeschmissen" kann ich auch absolut nicht teilen. Ich habe selbst ein halbes Jahr in Frankreich gelebt und weiß, wie abhängig man dort vom Auto ist (wenn man nicht gerade zu den 18% der Franzosen gehört, die in der "Région parisienne" leben). Ich habe dort auch öfters mal die Bahn für Ausflüge genutzt, aber in Frankreich ist es auf manchen Verbindungen so, dass man ein 4-stündiges Loch hat in dem kein Zug in die gewünschte Richtung fährt; Flexibilität sieht anders aus! Danach wusste ich den deutschen Taktfahrplan wieder sehr zu schätzen, bei dem man nicht jede Verbindung nachschauen muss sondern einfach nur die Minutenzahl im Kopf haben muss.
Im Übrigen gab es unter meinen ca. 50 Kolleg(inn)en genau EINE, die mit dem Zug zur Arbeit fuhr - alle anderen mit dem Auto.

(Er hat dann doch noch einige Ausflüge mit dem Baden-Württemberg- und dem Bayern-Ticket gemacht und sich wenigstens Süddeutschland angesehen. Als er mich besuchte, nutzte er Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto zu je 12 Euro und 11 Euro (von Göttingen nach Frankfurt). Zum Vergleich: Mit dem Nahverkehr der Bahn kosten diese Strecken 38 Euro bzw. 37,20 Euro, also mehr als das Dreifache!)

Tja, die lieben Mitfahrgelegenheiten... Wer mit dem Risiko leben kann, der extrem riskanten Fahrweise eines Fahrers ausgeliefert zu sein, der möge das bitte machen. Dafür ist mir mein Leben zu schade. Beim Tf kann man wenigstens sicher sein, dass er an seine Vmax gebunden ist und diese Sicherheit lasse ich mir gerne ein paar Euro mehr kosten. Im übrigen hätten "Kenner des Systems", wie es in einem anderen Beitrag schon genannt wurde, hier nicht den von dir genannten Preis gezahlt. Und bei meiner heutigen Fahrt wäre eine Mitfahrgelegenheit teurer und auch nicht schneller gewesen als der Zug.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

Redesign, Freitag, 02.09.2011, 22:39 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Zu ALG2-Empfänger:
Ich denke nicht, dass der Normal-HartzIV-Empfänger ohne Arbeit überhaupt darüber nachdenkt, groß zu verreisen geschweige denn 1. Klasse Fernverkehrstickets zu kaufen. Das ist einfach nicht machbar bei dem Regelsatz - wobei "Hobby" für mich auch bedeutet, er fährt oft - das ist mit dem Regelsatz nicht finanzierbar. Oder hat er kein Telefon, kein Internet, heizt nicht, braucht kein Essen, keine Kleidung, kein Strom, natürlich auch keine Zeitung, keine Waschmaschine, keine Schuhe, kein Sportverein etc.? Dass HartzIV-Empfänger ihr Bankkonto überziehen können ist auch sehr unwahrscheinlich.

Bei LTur kommen immer noch die Nahverkehrsverbindungen zum Fernverkehrsbahnhof dazu, das vergessen viele. also zehn bis zwanzig Euro dazu zzgl. 24 Euro LTur-Preis. Da ist die Bahn mit 29 oder 39 Euro fast günstiger - aber natürlich nicht so kurzfristig.

Zu Fahrpreisen:
--------------
Natürlich sollte die Fahrt nicht umsonst sein, nur mal ein einfaches Rechenbeispiel:
Die Bahn läßt einen Zug mit 100 Plätzen frühmorgens fahren, 10 Fahrgäste steigen ein, zahlen jeweils 80 Euro, Gesamteinnahme 800 Euro.
90 hätten noch Platz. Aber der hohe Preis schreckt eben viele ab, vor allem ist das Auto noch deutlich günstiger.

Jetzt senkt die Bahn die Preise auf 40 Euro für alle, die Bahnfahrt ist jetzt preislich dem Auto überlegen: Nachfrage auf Plätze in diesem Zug steigt sofort auf 50 Fahrgäste: Gesamteinnahme 2000 Euro.
Und es hätten immer noch 50 Platz.

Eine gute Leistung wird gut bezahlt, 1200 Euro mehr als vorher verdient.
Das heisst noch lange nicht, dass das einzelne Ticket viel kosten muß.

Nein danke ...

Mario, Freitag, 02.09.2011, 22:40 (vor 5332 Tagen) @ Uniqum

Der Fuhrpark, auch wenn er die meisten Eisenbahnfreunde nicht erfreut, ist auf einem sehr hohen, modernen, Niveau.

Das kann ich bestätigen. Allein die über 350 neuen Desiro UK, welche in den letzten Jahren angeschafft wurden, haben viel zur Verbesserung der Situation beigetragen. Dazu kommen noch die 69 neuen Züge von Virgin-Trains sowie die schnellen Züge London-Eurotunnel und noch viele weitere neue Regional- und Nahverkehrszüge, die neu beschafft wurden. Da hat sich also einiges getan. Und für Thameslink wurden ja auch 1200 Wagen neu bestellt, die bald kommen werden. Natürlich gibt es noch an mehreren Stellen Nachholbedarf, aber es tut sich wirklich kontinuierlich was und das ist gut so.

Und wenn in den nächsten Jahren die High-Speed 2 nach und nach realisiert wird, dann hat man auch immer bessere Reisezeiten zwischen den großen Städten. Dort wird sich also in der nächsten Zeit nicht gerade wenig tun.

Tricks

JumpUp, Freitag, 02.09.2011, 22:42 (vor 5332 Tagen) @ bahnerausleidenschaft

Die alten Argumente... Dafür wird der Regionalverkehr aus Steuern mitfinanziert und trotzdem gibt es viele teure Verkehrsverbünde.
Jeder Verkehrsträger hat so seine Privilegien


Denke es liegt an der fehlenden Konkurrenz bei der Bahn, schaut euch nur mal ÖBB und Westbahn an...

Außerdem: Wurde nicht letztes Jahr so eine Flugsteuer eingeführt??

Attraktiver HGV in Deutschland

ICE-T-Fan, Freitag, 02.09.2011, 22:47 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Limburg und Montabaur generieren mehr Fahrgastpotential als beispielsweise Systemhalte wie Erfurt oder Würzburg.

Die Bahn würde sich selbst ins Knie schießen, wenn sie diese Halte aufgeben würde.

günstige Preise durch langfristige Vorausbuchung

Redesign, Freitag, 02.09.2011, 22:47 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Last Minute gibt es aber auch, bei der Bahn über Ltur.

Ändert aber nichts an den viel zu hohen Normalpreisen, zu diesen Preisen fährt der Normalkunde nicht. Und bis der die ganzen Sonderangebote durchgekaut hat, da ist er schon ins Auto gestiegen.

Jein

ICE-T-Fan, Freitag, 02.09.2011, 22:50 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Die Fahrpreise der ICE sind schon ganz ok, solange die Bahncard50 als Vergünstigungsoption beibehalten wird.

Was überlegenswert wäre, wäre eine Jahresausgabe der Ländertickets, sodass mehr Bürger in die Bahn gelockt werden.

Denn mal ehrlich, 90% der Bahnfahrgäste fährt nicht weiter als 100 km und dafür reicht auch ein RE von der Fahrzeit und dem Komfort.

Was fehlt, ist eine günstige ICE-Alternative... sozusagen Fernverkehr für Jedermann, während die ICE dann doch eher die komfortbedürftigen Langstreckenreisenden versorgen und zwar zu angemessenen Preisen.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 22:51 (vor 5332 Tagen) @ Steffen

Deine These war, dass geringere Preise mit weniger Verkehr kompensiert werden können. Meine Gegenthese dazu ist, dass es nicht funktioniert, weil dann das Angebot gesteigert werden muss.

Ich meinte, weniger Zugfahrten, und dennoch die gleiche oder mehr Zahl von Personenkilometer befördern. Zum Beispiel ist es oft möglich, den Takt auszudünnen (oder auf eine Taktverdichtung zu verzichten) und stattdessen die Züge zu verlängern. Oder man kann auf die Zwei- oder Dreiteilung der Bedienung einer Strecke (RE, RB und ggf. S-Bahn) verzichten und stattdessen alle Bahnhöfe durch eine Zuggattung bedienen. Und schließlich kann man auch Nebenbahnen mit wenig Verkehr durch Buslinien ersetzen. Extrembeispiel, neulich entdeckt, die KBS 259: Magdeburg-Biederitz-Loburg. Die Käffer haben nur ein paar Tausend Einwohner und 99,9% der Bevölkerung in Deutschland wird nie in ihrem Leben auf dieser Strecke fahren. Aber natürlich weiß ich natürlich, bei Angebotsverschlechterungen ist das Geschrei immer riesengroß...

Jein

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 22:54 (vor 5332 Tagen) @ ICE-T-Fan

Was überlegenswert wäre, wäre eine Jahresausgabe der Ländertickets, sodass mehr Bürger in die Bahn gelockt werden.

Eine Jahresausgabe? Wie sähe die aus?

Denn mal ehrlich, 90% der Bahnfahrgäste fährt nicht weiter als 100 km und dafür reicht auch ein RE von der Fahrzeit und dem Komfort.

Einverstanden, aber die Ländertickets sind nur für weite Strecken oder wenn man als Gruppe fährt, ein billiges Angebot. Für kurze Strecken sind sie zu teuer.

Jammern auf extrem hohen Niveau

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 22:58 (vor 5332 Tagen) @ Redesign

Hallo @Redesign,

so sehr ich hoffe das du deinen Job möglichst lange behälst, so sehr glaube ich aber auch das du überhaupt keine Ahnung hast was mit ALG2 möglich ist. Einer der beiden Kandidaten die ich persönlich kenne hat vor kurzem wegen erreichen der 2000 Statuspunkte seine Bahn Comfort Karte bekommen.

Und was das lästige Argument betrifft, das das Auto günstiger sein soll als die Bahn, so müssten die Leute, die so ein Argument bringen, eine Vollkostenrechnung beim Auto betreiben und nicht nur die Benzinkosten zur Anrechnung bringen. Wenn man so rechnet kann ein Auto niemals günstiger sein als die Bahn - oder fähst Du ein Tretauto?

Und schlussendlich haben wir hier in Deutschland immer das Problem das hier meistens doch auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Attraktiver HGV in Deutschland

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 23:00 (vor 5332 Tagen) @ ICE-T-Fan

das glaube ich kaum - in jedem Fall ist es völliger Schwachsinn einen ICE mitten in der Pampa halten zu lassen und noch grösserer Schwachsinn, weil politisch gewollt, ist es das gleich 2 Mal hintereinander zu tun.

günstige Preise durch langfristige Vorausbuchung

BR_103, Freitag, 02.09.2011, 23:05 (vor 5332 Tagen) @ Redesign

aber auch nur weil die meisten Leute keine Vollkostenrechnung betreiben soweit es das Auto betrifft. Aber sollen sie doch - wenn sie meinen mit ihrem Töfftöff günstiger weg zu kommen............

`Welche Bahn?

Redesign, Freitag, 02.09.2011, 23:06 (vor 5332 Tagen) @ Mario
bearbeitet von Redesign, Freitag, 02.09.2011, 23:08

ich denke, dass die meisten einfach auf aktuellem Komfortniveau von A nach B fahren wollen, und es soll nicht langsamer sein als das alternative Verkehrsmittel (Auto Bus Flugzeug)

Bei der Bahn ist es doch meistens Nahverkehr bis Fernverkehrsbahnhof, dann Weiterfahrt Fernverkehr bis zum nächstgelegenen Fernverkehrsbahnhof Richtung Ziel und dann wieder Nahverkehr.

Was möchten die Reisenden?
-> Aktuelles Komfortniveau:
Klimaanlage, Sitzplatz bequem wie im Auto, mit Strom für Handy / Notebook, leise Fahrgeräusche
(Bodenbelag: Interessiert das wirklich die Masse? Ist mir z.B. völlig egal)
-> Kosten: nicht teurer als die Alternative
-> Geschwindigkeit: nicht langsamer als die Alternative

Und nun ist die Frage, wie die Bahn das am besten hinkriegt. Ein paar Gedankenschnipsel von mir:

Integraler Taktfahrplan ist schon ambitioniert für Ganz-Deutschland. Vielleicht schafft man es ja trotzdem mit Umsteigeverbindungen schneller zu sein als die anderen Verkehrsmittel? Vielleicht mit großem Kaufhaus am Umsteigebahnhof mit etwas längerer Wartezeit?

Kosten: mir sind die Spannen zwischen Normalpreis und ermäßigten Sonderangeboten zu groß, ich denke, man kann mehr (auch Neu-, Gelegenheits-) Fahrgäste ansprechen, wenn man die Einstiegshürde niedriger legt und eventuell auch mal das eine oder andere Schnäppchen etwas verteuert (was man bei Ltur schon vor einigen Monaten leicht gemacht hat)

Ausstattung der Züge: ICE spitze, IC oft schlechter als S-Bahn-Komfo.rt, man sehe sich nur die alten abgewetzten ex IR-Waggons an, voll mit Fahrgästen bei 35 Grad Außentemperatur... Laut, weil Fenster auf, keine Steckdosen, bretterharte Sitze, ansonsten mit Dosto im Regionalbereich gute Ausstattung - demnächst auch im IC...

Attraktiver HGV in Deutschland

KRM, NRW, Freitag, 02.09.2011, 23:08 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

das glaube ich kaum - in jedem Fall ist es völliger Schwachsinn einen ICE mitten in der Pampa halten zu lassen und noch grösserer Schwachsinn, weil politisch gewollt, ist es das gleich 2 Mal hintereinander zu tun.

Wenn du dir mal den Parkplatz in Limburg bzw. Montabauer morgens um 04:00 Uhr und um 10:00 Uhr anguckst, dann wirst du bemerken, dass dort wirklich Massen einsteigen - ich habe es anfangs auch nicht gedacht. Was auch auffällig ist, dass gefühlte 90% aus Limburg und Montabauer nicht weiter als Frankfurt fahren.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 23:10 (vor 5332 Tagen) @ Ludo

In Göttingen gibt's (auch) für die ausländischen Studierenden ein Semesterticket, mit dem man zum Nulltarif* ganz Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Kassel, Paderborn, Nordhausen und neuerdings auch Eisenach erkunden kann. Is doch was, oder?!
(*Die Gebühr für das Semesterticket von ca. 80 € ist obligatorischer Bestandteil des Studienbeitrags)

Erstens hat er nicht in Göttingen studiert, sondern in Würzburg, wie ich schrieb. Zweitens: Nein, das ist nichts, denn er wollte alle Teile Deutschlands kennenlernen und nicht nur ein (in seinem Fall zwei) Bundesland.

Und die Aussage "Ohne Auto ist man in Deutschland aufgeschmissen" kann ich auch absolut nicht teilen. Ich habe selbst ein halbes Jahr in Frankreich gelebt und weiß, wie abhängig man dort vom Auto ist (wenn man nicht gerade zu den 18% der Franzosen gehört, die in der "Région parisienne" leben). Ich habe dort auch öfters mal die Bahn für Ausflüge genutzt, aber in Frankreich ist es auf manchen Verbindungen so, dass man ein 4-stündiges Loch hat in dem kein Zug in die gewünschte Richtung fährt; Flexibilität sieht anders aus! Danach wusste ich den deutschen Taktfahrplan wieder sehr zu schätzen, bei dem man nicht jede Verbindung nachschauen muss sondern einfach nur die Minutenzahl im Kopf haben muss.
Im Übrigen gab es unter meinen ca. 50 Kolleg(inn)en genau EINE, die mit dem Zug zur Arbeit fuhr - alle anderen mit dem Auto.

Die große Mehrzahl der Menschen lebt in Städten, das ist sowohl in Frankreich wie auch in Deutschland so. Bei Tagesausflügen ebenso wie bei weiten Reisen kann man mit geringer Bedienungsfrequenz durchaus leben, man muß sich eben an den Fahrplan anpassen. Besser als sich Ausflüge und Reisen von vornherein überhaupt nicht leisten zu können.

(Er hat dann doch noch einige Ausflüge mit dem Baden-Württemberg- und dem Bayern-Ticket gemacht und sich wenigstens Süddeutschland angesehen. Als er mich besuchte, nutzte er Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto zu je 12 Euro und 11 Euro (von Göttingen nach Frankfurt). Zum Vergleich: Mit dem Nahverkehr der Bahn kosten diese Strecken 38 Euro bzw. 37,20 Euro, also mehr als das Dreifache!)

[...]Im übrigen hätten "Kenner des Systems", wie es in einem anderen Beitrag schon genannt wurde, hier nicht den von dir genannten Preis gezahlt.[...]

Wie denn bitte? Für den Besuch konnte er sich erst kurzfristig entscheiden, für Sparpreise war die Vorausbuchungsfrist schon abgelaufen. Und die Resterampe gab es damals noch nicht. Und überhaupt, "Kenner des Systems": Wenn es jedem gegeben ist, zu einem solchen zu werden, wozu dann überhaupt die ganze Abzocke mit den Normalpreisen? Nichts gegen Auslastungssteuerung, aber gerade im steuerfinanzierten Nahverkehr ist es ja gerade nicht möglich, billiger wegzukommen, indem man auf eine schwach ausgelasteten Verbindung etwa am späten Vormittag ausweicht.

Attraktiver HGV in Deutschland

ICE-T-Fan, Freitag, 02.09.2011, 23:15 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

Es ist aber so. Viele Leute arbeiten mittlerweile dank KRM in Köln oder Frankfurt und wohnen in Limburg oder Montabaur oder Umgebung. Die Pendlerzüge über die KRM sind in der HVZ brechend voll... so voll, dass ich sie nach einem Versuch damit mal zu fahren weitgehend meide, auch weil ich gerne längere Zeit mal 300 km/h auf dem FIS sehen möchte. ;)

Attraktiver HGV in Deutschland

Fabian318, Münster i. W., Freitag, 02.09.2011, 23:17 (vor 5332 Tagen) @ BR_103
bearbeitet von Fabian318, Freitag, 02.09.2011, 23:20

das glaube ich kaum - in jedem Fall ist es völliger Schwachsinn einen ICE mitten in der Pampa halten zu lassen und noch grösserer Schwachsinn, weil politisch gewollt, ist es das gleich 2 Mal hintereinander zu tun.

Offensichtlich hast du keine Ahnung. Es sollte doch drauf ankommen, dass ausreichend Fahrgäste generiert werden, was in diesem Fall wohl der Fall ist. Da spielt es keine Rolle, ob der Bahnhof in der Pampa oder sonst wo ist. Die französischen Grüne Wiese-Bahnhöfe, z.B. Avignon, Valence und Aix-en-Provence sind ja auch Erfolge, obwohl sie in der Pampa liegen.

Und außerdem hat die Bahn die Freiheit zu sagen, dass sie in Montabaur und Limburg Süd nicht hält. Außer, es existieren Finanzierungsverträge die dies fordern sollten. Gibt es diese? Das hast du ja im Endeffekt gesagt.

Jein

ICE-T-Fan, Freitag, 02.09.2011, 23:20 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Was überlegenswert wäre, wäre eine Jahresausgabe der Ländertickets, sodass mehr Bürger in die Bahn gelockt werden.


Eine Jahresausgabe? Wie sähe die aus?

Tagesticket kostet 21 Euro (Single). Jahreskarte würde ich so bei 1500 Euro ansetzen, also 50% vom Preis einer BC100. (Entspricht 125 Euro pro Monat und somit billiger als viele Monatszeitkarten.)

Gilt nur im Nahverkehr und innerhalb des entsprechend Bundeslandes. Für FV-Tickets gilt es gleichzeitig als BC50 mit 50% Rabattfähigkeit auf den Normalpreis.

Das QDL-Jahresticket würde ich bei 2000 Euro ansetzen, also etwa 2/3 des Preises ein BC50. Gilt nur im Nahverkehr (deutschlandweit) und als BC50 im Fernverkehr.

Denn mal ehrlich, 90% der Bahnfahrgäste fährt nicht weiter als 100 km und dafür reicht auch ein RE von der Fahrzeit und dem Komfort.


Einverstanden, aber die Ländertickets sind nur für weite Strecken oder wenn man als Gruppe fährt, ein billiges Angebot. Für kurze Strecken sind sie zu teuer.

Für kurze Strecken gibt es nach wie vor die normalen Zeitkarten, deren Preise ich um 10% reduzieren würde.

günstige Preise durch langfristige Vorausbuchung

Fabian318, Münster i. W., Freitag, 02.09.2011, 23:25 (vor 5332 Tagen) @ BR_103

aber auch nur weil die meisten Leute keine Vollkostenrechnung betreiben soweit es das Auto betrifft.

Richtig, das muss man aber so akzeptieren und darauf eingehen. Es nützt ja nichts zu sagen, dass die Züge leer sind, weil die Leute nicht richtig ihre Pkw-Kosten berechnen können, sondern die Züge müssen trotzdem gefüllt werden oder (was schwieriger ist) die Leute müssen dazu gebracht werden, eine richtige Kostenrechnung zu betreiben.

Vollkosten sind übrigens keinesfalls anzusetzen, weil es wohl weniger zur Debatte steht, dass jemand von heute auf morgen sein Auto abschafft und ausschließlich mit dem ÖPV fährt. Daher sind Steuern und Abschreibungen nicht einzupreisen, sehr wohl aber (was immer vergessen wird) Kosten für das schnellere Erreichen von Wartungsintervallen z.B. Also ausschl. nutzungsabhängige Kosten, das Auto hat man ja sowieso.

Jammern auf extrem hohen Niveau

Fabian318, Münster i. W., Freitag, 02.09.2011, 23:28 (vor 5332 Tagen) @ BR_103
bearbeitet von Fabian318, Freitag, 02.09.2011, 23:28

das das Auto günstiger sein soll als die Bahn, so müssten die Leute, die so ein Argument bringen, eine Vollkostenrechnung beim Auto betreiben und nicht nur die Benzinkosten zur Anrechnung bringen.

Wie schon gesagt, die Bahn muss bei den Kosten das Auto schlagen, die die Leute anrechnen. Wenn die Leute allesamt keine reellen Kosten veranschlagen, muss sich die Bahn dem anpassen, wenn sie Fahrgäste angeln möchte. Denn die Leute entscheiden nach ihrer falschen Kostenrechnung, nicht nach der richtigen. So oder so.

Niederlande

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 02.09.2011, 23:37 (vor 5332 Tagen) @ fuchur

Hey

Es scheint, als würden die extrem hohen Normalpreise in Deutschland


Bist du mal in anderen Ländern Bahn gefahren?

Ja, in den Niederlanden...:)

Den Haag-Groningen = 256 km, 2:40, € 23,50
Amsterdam-Maastricht = 220 km, 2:26, € 22,80
Schiphol-Enschede = 177 km, 2:13, € 20,80
Den Haag-Venlo = 186 km, 2:21, € 21,40
Amsterdam-Nijmegen = 118 km, 1:25, € 16,70

Ob das teuer ist oder nicht, dürft Ihr selber entscheiden.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Wir reden aneinander vorbei

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 23:39 (vor 5332 Tagen) @ ICE-T-Fan

Tagesticket kostet 21 Euro (Single). Jahreskarte würde ich so bei 1500 Euro ansetzen, also 50% vom Preis einer BC100. (Entspricht 125 Euro pro Monat und somit billiger als viele Monatszeitkarten.)

Gilt nur im Nahverkehr und innerhalb des entsprechend Bundeslandes. Für FV-Tickets gilt es gleichzeitig als BC50 mit 50% Rabattfähigkeit auf den Normalpreis.

Das QDL-Jahresticket würde ich bei 2000 Euro ansetzen, also etwa 2/3 des Preises ein BC50. Gilt nur im Nahverkehr (deutschlandweit) und als BC50 im Fernverkehr.

Es scheint mir nicht gelungen zu sein, mein Problem verständlich zu machen. Es geht doch nicht darum, der winzigen Minderheit der Bevölkerung, die Bahnfahren als Hobby hat, ein noch besseres Angebot (BC100 ist schon sehr gut) zu machen, sondern es geht um eine Verbesserung für normale Menschen. Normale Menschen, die nicht ständig unterwegs sind, sondern nur ab und zu mal verreisen, mal nur eine kurze Strecke, mal auch weiter weg.

Denn mal ehrlich, 90% der Bahnfahrgäste fährt nicht weiter als 100 km und dafür reicht auch ein RE von der Fahrzeit und dem Komfort.


Einverstanden, aber die Ländertickets sind nur für weite Strecken oder wenn man als Gruppe fährt, ein billiges Angebot. Für kurze Strecken sind sie zu teuer.


Für kurze Strecken gibt es nach wie vor die normalen Zeitkarten, deren Preise ich um 10% reduzieren würde.

Zeitkarten sind etwas für Pendler, um die es mir hier eben gerade nicht ging. Außerdem sind die Zeitkarten in Deutschland bereits sehr billig, auch im internationalen Vergleich.

Es könnte natürlich, daß Bahnfans schon zu sehr von der Lebenswelt normaler Menschen abgekoppelt sind, um sich noch in ihre Situation hineinversetzen zu können.

Niederlande

Felix, Göttingen, Freitag, 02.09.2011, 23:43 (vor 5332 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Felix, Freitag, 02.09.2011, 23:47

Ja, in den Niederlanden...:)

Den Haag-Groningen = 256 km, 2:40, € 23,50
Amsterdam-Maastricht = 220 km, 2:26, € 22,80
Schiphol-Enschede = 177 km, 2:13, € 20,80
Den Haag-Venlo = 186 km, 2:21, € 21,40
Amsterdam-Nijmegen = 118 km, 1:25, € 16,70

Ob das teuer ist oder nicht, dürft Ihr selber entscheiden.

Die genannten Beispiel gehen so, aber 13,40 € für Amsterdam-Rotterdam (74 km Autobahn) finde ich ziemlich heftig.

Nachtrag: Eine Buslinie könnte diese Fahrt wahrscheinlich für 6-8 € anbieten, deshalb darf es sie nicht geben, um die Bahn vor Konkurrenz zu schützen.

Stimmt: Jammern auf extrem hohen Niveau / Autovergleich

Redesign, Freitag, 02.09.2011, 23:47 (vor 5332 Tagen) @ BR_103
bearbeitet von Redesign, Freitag, 02.09.2011, 23:48

Wir jammern auf hohem Niveau, aber es ist wirklich nicht sooo hoch: Ich widerspreche und sage, dass man mit ALG 2 NORMALERWEISE keinen Bahn.Comfort-Status erhalten kann. Da sind die (vor allem Neu-) Betroffenen wohl eher damit beschäftigt, das normale Leben hinzukriegen, Schulutensilien für die Kinder, Kleidung, alte Verpflichtungen und Kredite bedienen usw. Das soll hier jetzt keine Diskussion über Hartz IV werden, wir sind (noch) ein reiches Land und da der Durchschnitt viel verdient, sei jedem auch der Bahn.Comfort-Status gegönnt. Nur ist der Eindruck falsch, dass man diesen Status ganz einfach mit einem so geringen Einkommen wie ALG2 erreichen kann - dafür müsste man (2.000 Punkte entsprechen doch 2.000 Euro) sechs Monate lang auf alles verzichten inkl. Essen. Nur die Miete wird gezahlt. Ohne Zuverdienst erscheint mir das unmöglich (wobei dieser natürlich erwünscht / erlaubt / gefordert wird).

Aber zurück zur Bahn:
Mit dem Auto ist der Vergleich immer schwierig, wenn es sowieso da steht, rechne ich für die nächste Fahrt natürlich nicht die Fixkosten (Versicherung, Steuer) mit ein, sondern nur die variablen (etwas Abnutzung, Öl, Benzin als Hauptteil). Es stellt sich auch immer die Frage, ob ich mir einen gebrauchten 8 Jahre alten VW Fox oder einen nagelneuen Passat gekauft habe - beide mit total unterschiedlichen Wertverlusten pro km oder pro Jahr - und ob ich selbst etwas repariere oder nur die Vertragswerkstatt.
Außerdem noch:
Was ist mir die Freiheit im eigenen Auto wert oder das "Nicht-Fahren-Müssen"?

Jeder wird für sich zu einem anderen Ergebnis kommen, nur bei sinkenden Bahnpreisen sind auch immer mehr Autofahrer bereit, zur Bahn zu wechseln - jeder nach seiner eigenen Rechnung.

Wir reden aneinander vorbei

ICE-T-Fan, Freitag, 02.09.2011, 23:52 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Um Leute vom Auto wegzulocken, braucht man ein System, dass halt ähnlich funktioniert,.

Wer ein Auto kauft, bezahlt ja auch nicht jede einzelne Fahrt.

So eine Jahreskarte kauft man nur einmal oder im Abo und steigt einfach ein und fährt los... ebenso simpel wie Autofahren.

Was eine gute Alternative wäre, die ich aus dem ÖPNV kenne und schätze sind Mehrwertkarten. Das sind Fahrkarten mit jeweils, 4, 5 oder 10 Fahrten zum Abstempeln. Dabei bezahlt man für beispielsweise 10-Fahrtenkarten soviel wie für 9 Einzelfahrten, spart also 10%.

So ein System wäre auch etwas für den SPNV.

Auf jeden Fall muss das System so sein, dass man einfach einsteigt und losfährt und nicht für jede Fahrt um es mal überspitzt zu formulieren stundenlang am Automaten hockt oder in der Schalterschlange steht. Selbst Onlineticket ist da kein wirklicher Selbstläufer.

Wenn man wirklich die Leute auf die Bahn konditionieren möchte, braucht man ein sehr simples Zahlungssystem und das simpelstmögliche sind die jährlichen Zeitkarten, die man nur einmal bezahlen muss oder im Monatsabo bekommt.

Ein personengebundenes Schnupperabo für einen Monat zu 1/15 des Jahresfahrpreis wäre auch eine Anlockvariante.

Teuerung der Normalpreise seit PEP?

Fabian318, Münster i. W., Freitag, 02.09.2011, 23:59 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Ja, in den Niederlanden...:)

Den Haag-Groningen = 256 km, 2:40, € 23,50
Amsterdam-Maastricht = 220 km, 2:26, € 22,80
Schiphol-Enschede = 177 km, 2:13, € 20,80
Den Haag-Venlo = 186 km, 2:21, € 21,40
Amsterdam-Nijmegen = 118 km, 1:25, € 16,70

Ob das teuer ist oder nicht, dürft Ihr selber entscheiden.

256 km Den Haag-Groningen 23,50, 244 km Münster-Braunschweig über 40, im IC gar 46 Euro. Das finde ich teuer. Bei kurzen Entfernungen ist der deutsche PK C-Tarif gar nicht mal so teuer im Vergleich zu den Niederlanden, dort ist die Degression einfach deutlich stärker.

Die genannten Beispiel gehen so, aber 13,40 € für Amsterdam-Rotterdam (74 km Autobahn) finde ich ziemlich heftig.

Es sind aber alles in den Niederlanden alle Preise fest nach Abstand tarifiert, mit Ausnahme der Relationen, auf denen mehrere Strecken zum Ziel führen. Bei Amsterdam - Rotterdam hat die Route über Schiphol drei Tkm zu viel, über Breukelen-Woerden 6 Tkm und über die HSL Zuid noch mehr (Entfernungsrechnung läuft über die Oude Lijn).

Inwiefern wurden eigentliche sämtliche Normalpreise mit Einführung von Plan & Spar, Sparpreis und Co. angehoben? Denn wie schon angemerkt, der deutsche Normalpreis ohne Rabatt ist ja eigentlich so gut wie unbezahlbar.

Warum geht es schon wieder nur um die Autofahrer?

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 00:11 (vor 5332 Tagen) @ ICE-T-Fan

Um Leute vom Auto wegzulocken, braucht man ein System, dass halt ähnlich funktioniert,.

Warum geht es jetzt auf einmal schon wieder nur um die Autofahrer? Es gibt auch nicht wenige (ich kenne jedenfalls viele) ganz normale Menschen, die kein Auto zur Verfügung haben und auch nicht vorhaben, sich eines zuzulegen, sondern einfach nur von A nach B wollen und trotzdem nicht einsehen, warum sie sich dafür auspressen lassen sollen. In der deutschen öV-Denke kommen solche Menschen nicht vor, da kommen immer nur Autofahrer mit massig Geld vor.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Redesign, Samstag, 03.09.2011, 00:15 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Für längere Züge benötige ich neue Wagen, und auch die kosten erst einmal Geld.

Andererseits: Bessere Vertaktung begründet auch höhere Fahrpreise, einer der Gründe, warum Verkehrsverbund-Fahrkarten öfters teurer sind als DB-Fahrkarten, vor allem, wenn letztere noch mit Bahncard ermäßigt werden können.

Warum geht es schon wieder nur um die Autofahrer?

Redesign, Samstag, 03.09.2011, 00:23 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Das stimmt natürlich, nur um wirklich massive Fahrgastzuwächse bekommen zu können, muß die Bahn diese Konkurrenz in die Überlegungen einbeziehen. Die meisten haben eben irgendwie einen Zugang zu einem Auto.

Tricks

liebe70, Samstag, 03.09.2011, 00:59 (vor 5332 Tagen) @ JumpUp

Die alten Argumente... Dafür wird der Regionalverkehr aus Steuern mitfinanziert und trotzdem gibt es viele teure Verkehrsverbünde.

Für teure Verkehrsverbünde kann die Bahn aber nix. Kritik ist bitte an die jeweiligen zuständigen Landesverkehrsminister zu richten!

Denke es liegt an der fehlenden Konkurrenz bei der Bahn, schaut euch nur mal ÖBB und Westbahn an...

Daran liegt es nicht.

Außerdem: Wurde nicht letztes Jahr so eine Flugsteuer eingeführt??

Na und die macht den Kohl nun fett oder was? Die Bahn darf auch Öko- und Mehrwertsteuer löhnen. Das hat der Flugverkehr nicht. Und Trassengebühren fallen beim Flugzeug auch nicht an, sondern nur die Start- und Landegebühren, die mit den Stationspreisen bei der Bahn vergleichbar sind. Nicht in der Höhe, aber vom Grundsatz her.

Alle Möglichkeiten nutzen.

Tommyboy, OWL, Samstag, 03.09.2011, 01:01 (vor 5332 Tagen) @ Redesign

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft fährt vermutlich auch nicht ICE, sondern weicht zwangsweise auf das QdL-Ticket aus, so scheint es mir jedenfalls.

Das wundert mich in der Tat auch immer wieder: wenn man es richtig bucht, fährt man doch im IC oder ICE erheblich billiger als mit irgendwelchen QDL-Tickets.

Genauso wundere ich mich immer wieder, wieviel Geld manche Leute zum Fenster rauswerfen, die im RZ buchen.
Beispiel:

2 Personen wollen von Köln nach Frankfurt fahren. Angenommen, es ist ein 49 Euro Sparpreis verfügbar zahlen sie dennoch im RZ:

54 Euro + 9 Euro für Reservierungen, macht 63 Euro für die Reise.

Hätten sie im Internet gebucht, wäre die Rechnung so ausgefallen:
49 Euro - 20 Euro Nutella Gutscheine, 29 Euro plus 5 Euro für die Reservierung macht insgesamt 34 Euro.

Anders ausgedrückt hätten sie in diesem Fall 29 Euro gespart. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Nutella-Gläser mit 2 Euro pro Glas tatsächlich erworben werden, wäre immer noch eine Ersparnis von 25 Euro drin gewesen. Für die einfache Fahrt.

Anders gesagt zahlt jemand, der so eine Rückfahrt am Schalter kauft, rd. 50 Euro zuviel. Das halte ich schon für ganz erheblich.

Gruß,
Tommyboy

--
Um die Sicherheit in den Zügen und in den Bahnhöfen zu gewährleisten, sind in Gruppen reisende Fußballfans –falls bekannt –unbedingt an das für Ihren Bereich zuständige Regionalbüro Konzernsicherheit zu melden. (Auszug aus dem VKL)

Man muß es aber nicht übertreiben.

liebe70, Samstag, 03.09.2011, 01:01 (vor 5332 Tagen) @ fuchur

Seit wann hat das Fahrgastrechteformular 12 Seiten?

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperbel_(Sprache)

Ein sechsseitiges Formular hätte auch genügt und läge immer noch über dem Umfang des alten FGF. Aber die Deutschen sind ja Meister im Jammern und Übertreiben. :-(

Bloß weil Du nicht nach Loburg fährst, ...

liebe70, Samstag, 03.09.2011, 01:11 (vor 5332 Tagen) @ Felix

...sollen die dort lebenden Einwohner auf den Zug verzichten? Genausogut kann man die Strecke Göttingen - Bodenfelde einstellen, da wollen auch 99,9% der Bevölkerung nicht hin. Aber ich vergaß, liegt ja im Westen. Hauptsache der Osten wird beim Eisenbahnverkehr abgehängt...

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Samstag, 03.09.2011, 01:14 (vor 5332 Tagen) @ Steffen

Diese könnte z.B. dadurch geschlossen werden, daß 10-15% weniger Züge gefahren werden.


Halt - Denkfehler! Wenn man den Preis für die Fahrkarten halbiert, wird die Fahrgastzahl deutlich steigen, sodass im Endeffekt mehr und längere Züge fahren müssen. Das treibt die Kosten in die Höhe.

Momentan kann man zumindest im FV nicht mehr Züge fahren. Selbst mit dem aktuellen Niveau hat DB-Fernverkehr überall Fahrzeugmangel.
Fahrpreissenkungen hätte man machen können, als Reisezugwagen wie Bm, Bimz u.a. noch vorhanden waren, bevor Mehdorn das Equipment auf das Minimum reduziert hat.
Das gilt auch für viele NV-Strecken. Kreuzungsbahnhöfe wurden zu Haltepunkten mit kurzen Bahnsteigen zurückgebaut, was die Streckenapazität stark einschränkt.
Nicht nur hohe Fahrpreise, sondern auch Ein- oder Zweistundentakte machen das Bahnfahren unattraktiv.
Ein generelles Umdenken wäre nötig, das allerdings sehr teuer sein würde.
Man müsste zahlreiche Strecken ausbauen (je nach Strecke mehr Kreuzungsmöglichkeiten, zwei-/viergleisig), etwa 50 zusätzliche ICE Triebzüge, 80x neue 12-Wagen IC-Züge, und etliche neue Regionalzüge beschaffen und überall schnelle (ICE, IC/EC, (I)RE und langsamere (RE, RB) Züge im 30, 20 oder sogar 10 Minuten-Takt fahren.
Dann könnte man die Fahrpreise halbieren und DE wäre eine Bahnfahrnation. :)


Als Gegenfinanzierung kann man dann Geld vom Straßenbau nehmen, denn wenn viele Leute Bahn fahren, benötigt man weniger Straßen. Die Stadt Hasselt macht vor, wie es geht :)

Da gibt es reichlich Sparpotential. Ergänzend dazu noch die PKW-Maut einführen, die Höhe der Bußgelder verdoppeln und dann fahren nur noch Deppen mit dem Auto. Dass das Arbeitsplätze in der Automobilindustrie kosten würde, ist aber eine andere Geschichte.

Dafür könnte dann aber jedermann flexibel und trotzdem preiswert Bahn fahren. Mir wäre dies auf jeden Fall lieber als die heutige Situation. Und Euch?


Das ganze Luxusgetue eines ICE ist mir nicht wichtig.

Gerade im ICE legt man meistens längere Strecken zurück. Mir ist eine moderne Ausstattung und Komfort (Beinfreiheit, gepolsterte Sitze) schon sehr wichtig. Selbst auf kürzeren Strecken ist mir die enge Bestuhlung mit harten Sitzen (und die hohe Geräuschkulisse im VT 612) in den modernen Regionaltriebzügen sehr unangenehm. Richtig zufrieden bin ich heuer nur mit den ex MET-Zügen und den n-Wagen. Gerade im NV sollte es neue Lokbespannte Züge mit Tfz 146/246 und neuen, komfortablen Wagen mit moderner Ausstattung u.a. auch Bistro geben.

Ich möchte zügig voran kommen, dabei bequem sitzen und keine Schweißtropfen verlieren, weil der Anschlusszug weg ist und meine Fahrkarte nur dort gegolten hätte.

Bei deutlich dichterem Takt zum halben Preis sind Verspätungen kein großes Problem mehr. Angebote mit Zugbindung sind dann überflüssig und wenn ein Anschlusszug weg ist, kommt ja gleich der nächste. ;)
Umsetzbar wäre das alles, würde aber einige Jahre in Anspruch nehmen. Realistisch ist es leider nicht.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]

Deutschlaand war schon immer Autofahrerland

liebe70, Samstag, 03.09.2011, 01:51 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Es scheint mir nicht gelungen zu sein, mein Problem verständlich zu machen. Es geht doch nicht darum, der winzigen Minderheit der Bevölkerung, die Bahnfahren als Hobby hat, ein noch besseres Angebot (BC100 ist schon sehr gut) zu machen, sondern es geht um eine Verbesserung für normale Menschen. Normale Menschen, die nicht ständig unterwegs sind, sondern nur ab und zu mal verreisen, mal nur eine kurze Strecke, mal auch weiter weg.

Deine "normalen" Menschen - zumindest im Osten der Republik - haben jahrelang warten müssen, daß sie mit dem Auto fahren können. Und wenn sie dann noch in der ostdeutschen Pampa leben, dann sind sie zwangsläufig auf das Auto angewiesen. Wenn sie da erst mal drinsitzen, werden sie unter Garantie nicht nur bis zum nächsten Bahnhof fahren und dann weiter mit dem Zug - so denn einer fährt. Aber Du willst ja Strecken dorthin stillegen, weil "99,9% der Bevölkerung" dort nicht hin wollen. Was die 0,1% machen, die dort hin wollen, schreibst Du nicht. Die werden sich nämlich auch nicht in den Bus setzen, sondern sie fahren mit dem Zug bis zur nächsten größeren Stadt, um sich von dort per Auto abholen zu lassen. Wer einmal im Auto sitzt, bleibt auch da. Die wirst auch Du nicht davon wegbekommen.

Es könnte natürlich, daß Bahnfans schon zu sehr von der Lebenswelt normaler Menschen abgekoppelt sind, um sich noch in ihre Situation hineinversetzen zu können.

Du hast diejenigen vergessen, die beruflich viel mit dem Zug unterwegs sind. Etliche von denen wollen in ihrer Freizeit nicht auch noch mit dem Zug fahren. Im Gegenteil, die sind froh, nichts mehr davon sehen zu müssen. Ja, solche Menschen gibt es auch.

Ich kenne jemanden, der es geschafft hat, trotz seiner beruflichen Tätigkeit, die er fast zwangsläufig größtenteils im Zug verbringt, von Ende Februar bis Ende August diesen Jahres (in seiner Freizeit wohlgemerkt!) 30.000 km mit den Auto unterwegs zu sein - und dabei ist er noch nicht einmal ins Ausland gefahren! Solche Leute wie ihn wirst Du auch niemals dazu bringen, freiwillig in seiner Freizeit auch mit dem Zug zu fahren. Er ist dabei kein Einzelfall.

Das Beste ist sowieso, alles so zu lassen wie es ist, denn die allerwenigsten Reisenden bezahlen überhaupt noch den Normalpreis.

Hättet Ihr lieber eine noch billigere Bahn?

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 02:03 (vor 5332 Tagen) @ Felix

In Göttingen gibt's (auch) für die ausländischen Studierenden ein Semesterticket, mit dem man zum Nulltarif* ganz Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Kassel, Paderborn, Nordhausen und neuerdings auch Eisenach erkunden kann. Is doch was, oder?!
(*Die Gebühr für das Semesterticket von ca. 80 € ist obligatorischer Bestandteil des Studienbeitrags)

Erstens hat er nicht in Göttingen studiert, sondern in Würzburg, wie ich schrieb. Zweitens: Nein, das ist nichts, denn er wollte alle Teile Deutschlands kennenlernen und nicht nur ein (in seinem Fall zwei) Bundesland.

Er sprach ja auch von sich aus. Und ein Semesterticket gibt es nicht nur in Göttingen und damit kommt man schonmal sehr weit. Das ist sicher nicht nichts.

Und die Aussage "Ohne Auto ist man in Deutschland aufgeschmissen" kann ich auch absolut nicht teilen. Ich habe selbst ein halbes Jahr in Frankreich gelebt und weiß, wie abhängig man dort vom Auto ist (wenn man nicht gerade zu den 18% der Franzosen gehört, die in der "Région parisienne" leben). Ich habe dort auch öfters mal die Bahn für Ausflüge genutzt, aber in Frankreich ist es auf manchen Verbindungen so, dass man ein 4-stündiges Loch hat in dem kein Zug in die gewünschte Richtung fährt; Flexibilität sieht anders aus! Danach wusste ich den deutschen Taktfahrplan wieder sehr zu schätzen, bei dem man nicht jede Verbindung nachschauen muss sondern einfach nur die Minutenzahl im Kopf haben muss.
Im Übrigen gab es unter meinen ca. 50 Kolleg(inn)en genau EINE, die mit dem Zug zur Arbeit fuhr - alle anderen mit dem Auto.

Die große Mehrzahl der Menschen lebt in Städten, das ist sowohl in Frankreich wie auch in Deutschland so. Bei Tagesausflügen ebenso wie bei weiten Reisen kann man mit geringer Bedienungsfrequenz durchaus leben, man muß sich eben an den Fahrplan anpassen.

Bahn ist ein Angebotsverkehr.
Der potenzielle Fahrgast kann damit leben ..... und benutzt im Zweifel dann das Auto oder fährt gar nicht,
doch kann die Bahn damit leben? Eben nicht. Sie hat für das Angebot zu Sorgen.
Genau, die Leute leben in Städten (in Frankreich noch mehr als in Deutschland) und gerade daraus generiert sich ein großer Quell-Ziel-Verkehr, dem die Bahn ein attraktives Angebot entgegenzusetzen hat, eben mit Taktverkehr.

(Er hat dann doch noch einige Ausflüge mit dem Baden-Württemberg- und dem Bayern-Ticket gemacht und sich wenigstens Süddeutschland angesehen. Als er mich besuchte, nutzte er Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto zu je 12 Euro und 11 Euro (von Göttingen nach Frankfurt). Zum Vergleich: Mit dem Nahverkehr der Bahn kosten diese Strecken 38 Euro bzw. 37,20 Euro, also mehr als das Dreifache!)

[...]Im übrigen hätten "Kenner des Systems", wie es in einem anderen Beitrag schon genannt wurde, hier nicht den von dir genannten Preis gezahlt.[...]

Wie denn bitte? Für den Besuch konnte er sich erst kurzfristig entscheiden, für Sparpreise war die Vorausbuchungsfrist schon abgelaufen. Und die Resterampe gab es damals noch nicht. Und überhaupt, "Kenner des Systems": Wenn es jedem gegeben ist, zu einem solchen zu werden, wozu dann überhaupt die ganze Abzocke mit den Normalpreisen?

.....damit jeder zum Kenner wird? (siehe z.B. Billigflieger, Wochenmarkt, Aldi, SSV, Happy Hour ...)
Und mit den Normalpreisen erreicht man eben auch die nicht preissensiblen, die zeitsensiblen, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen.

Nichts gegen Auslastungssteuerung, aber gerade im steuerfinanzierten Nahverkehr ist es ja gerade nicht möglich, billiger wegzukommen, indem man auf eine schwach ausgelasteten Verbindung etwa am späten Vormittag ausweicht.

Der hoch subventionierte Nahverkehr ist zunächst einmal per se schon günstig (politisch gewollt, auch je nach Bundesland unterschiedlich stark). Hier sind die Billigtickets erst ab späten Vormittag gültig, erst ab 9 uhr.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

liebe70, Samstag, 03.09.2011, 02:14 (vor 5332 Tagen) @ 218 466-1

Momentan kann man zumindest im FV nicht mehr Züge fahren. Selbst mit dem aktuellen Niveau hat DB-Fernverkehr überall Fahrzeugmangel.
Fahrpreissenkungen hätte man machen können, als Reisezugwagen wie Bm, Bimz u.a. noch vorhanden waren, bevor Mehdorn das Equipment auf das Minimum reduziert hat.

Und dann? Was nützen Dir viele Wagen, wenn Du keine Tfz hast, um diese zu bewegen? Schon zur Ära Dürr wurden Tfz verschrottet, daß einem die Seele wehtat. H.M. hat nur das weitergemacht, was seine Vorgänger begannen.

Das gilt auch für viele NV-Strecken. Kreuzungsbahnhöfe wurden zu Haltepunkten mit kurzen Bahnsteigen zurückgebaut, was die Streckenapazität stark einschränkt.
Nicht nur hohe Fahrpreise, sondern auch Ein- oder Zweistundentakte machen das Bahnfahren unattraktiv.
Ein generelles Umdenken wäre nötig, das allerdings sehr teuer sein würde.
Man müsste zahlreiche Strecken ausbauen (je nach Strecke mehr Kreuzungsmöglichkeiten, zwei-/viergleisig), etwa 50 zusätzliche ICE Triebzüge, 80x neue 12-Wagen IC-Züge, und etliche neue Regionalzüge beschaffen und überall schnelle (ICE, IC/EC, (I)RE und langsamere (RE, RB) Züge im 30, 20 oder sogar 10 Minuten-Takt fahren.
Dann könnte man die Fahrpreise halbieren und DE wäre eine Bahnfahrnation. :)

Das funktioniert nicht. Man kann den Deutschen nicht per Dekret oder durch künstliche Eingriffe in den Markt zwingen, plötzlich mit dem Zug zu fahren.

Als Gegenfinanzierung kann man dann Geld vom Straßenbau nehmen, denn wenn viele Leute Bahn fahren, benötigt man weniger Straßen. Die Stadt Hasselt macht vor, wie es geht :)

Das ist eine Milchmädchenrechnung, denn die Straßen sind nun mal da. Ein Rückbau ist unverhältnismäßig teuer und würde immense Gelder verschlingen, die dann der Schiene fehlen würden. Im Übrigen wäre es schön, wenn der Schienenverkehr erst einmal in der Lage ist, die ihm zur Verfügung gestellten Finanzmittel vollständig abzurufen. Das klappt regelmäßig nicht, weil die Eigenmittel nicht ausreichen. Merkwürdigerweise geht das beim Straßenverkehr problemlos.

Da gibt es reichlich Sparpotential. Ergänzend dazu noch die PKW-Maut einführen, die Höhe der Bußgelder verdoppeln und dann fahren nur noch Deppen mit dem Auto.

Soso - und wie kommen die Damen und Herren Zugbegleiter am frühen Morgen bzw. nachts um 3 Uhr zum Dienst, wenn sie von außerhalb kommen und der ÖPNV nicht fährt? Das sind Deiner Meinung nach also Deppen? Ein schönes Weltbild hast Du von Deinen Mitmenschen. :-(

Dann sollten auch die Kosten für die "Schwarzfahrer" mindestens verdoppelt bzw. auf mindestens 100 Euro angehoben werden und jeder Zub, der nicht das der Bahn zustehende Geld einfordert, sollte das dann aus eigner Tasche löhnen. Wenn die Stellschraube angezogen wird, dann bitte auf beiden Seiten.

Sparpotential gibt es noch an ganz anderer Stelle: Es gibt mittlerweile Kommunen, wo der ÖPNV kostenlos ist, weil die Kosten für die Kontrollettis im ÖPNV und die Bearbeitung des EBE höher waren als die Einnahmen.


...und ich verzieh mich jetzt wieder aus diesem Forum. Es hat sich seit meiner vorübergehenden Abwesenheit nichts zum Guten verändert. Die Zahl der Dumpfbacken hat sich stattdessen vergrößert.


Viele Grüße von einem Depp,
der er in den Augen einiger offenbar nur ist, weil er gern und viel Auto fährt :-(

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

1040bln, Berlin-Mitte, Samstag, 03.09.2011, 02:22 (vor 5332 Tagen) @ Felix

Falscher Zeitpunkt, die Diskussion loszutreten. So billig wie jetzt war Bahnfahren in D nie (Stichwort: Nutella-Gutschein).

Wiedervorlage am 8. Dezember 2011. Aber vielleicht gibt's dann ja schon wieder ein Lidl-Ticket :-)

Deutschlaand war schon immer Autofahrerland

sfn17, Samstag, 03.09.2011, 02:31 (vor 5332 Tagen) @ liebe70


Das Beste ist sowieso, alles so zu lassen wie es ist, denn die allerwenigsten Reisenden bezahlen überhaupt noch den Normalpreis.

Diesen Verdacht habe ich schon eine ganze Weile. Ohne BC50 machen die Preise einen ganz schwindlig. Die DB gibt ja keine Statistiken heraus, welche Angebote prozentual genutzt werden - wäre echt hochinteressant. Und ich bin mir nahezu sicher, dass in der großen Kostenkalkulation der DB AG die NP grundsätzlich nur halbiert (quasi: alle Fahrgäste haben BC50) eingehen.^^

Für den vollen Preis einer Hin- und Rückfahrt auf einer längeren Strecke (sagen wir: ab 400 km) kann man ja schon einen kleinen Wochenendpauschalurlaub buchen...

Tricks

Giovanni, Samstag, 03.09.2011, 02:41 (vor 5332 Tagen) @ liebe70

Die alten Argumente... Dafür wird der Regionalverkehr aus Steuern mitfinanziert und trotzdem gibt es viele teure Verkehrsverbünde.


Für teure Verkehrsverbünde kann die Bahn aber nix. Kritik ist bitte an die jeweiligen zuständigen Landesverkehrsminister zu richten!

In fast allen Verkehrsverbünden ist DB Regio ein echtes Schwergewicht, wenn man nach Personenkilometern geht. Aus diesem Grund ergibt sich natürlich auch ein Mitspracherecht bei der Fahrpreisgestaltung.

Viel Spielraum ist da allerdings selten.

Denke es liegt an der fehlenden Konkurrenz bei der Bahn, schaut euch nur mal ÖBB und Westbahn an...


Daran liegt es nicht.

Stimmt - denn die ÖBB-Normalpreise liegen auch ohne Konkurrenz schon weit unter dem DB-Niveau. Warum eigentlich?
Lohnniveau? identisch
Land? etwas hügeliger, gleiches Lohnniveau
Bahnsystem? 15kV, PZB, fast identische Fahrzeuge,...

Schnellfahrstrecken sind bisher Mangelware. Die nützen aber längst nicht allen Kunden - und Flachlandrennstrecken wie Berlin - Hamburg scheitern an der Topografie.

Außerdem: Wurde nicht letztes Jahr so eine Flugsteuer eingeführt??


Na und die macht den Kohl nun fett oder was? Die Bahn darf auch Öko- und Mehrwertsteuer löhnen. Das hat der Flugverkehr nicht. Und Trassengebühren fallen beim Flugzeug auch nicht an, sondern nur die Start- und Landegebühren, die mit den Stationspreisen bei der Bahn vergleichbar sind. Nicht in der Höhe, aber vom Grundsatz her.

Die Trassenkosten für Reisezüge liegen bei der ÖBB auch weit unter den deutschen Werten - trotz fast identischer Bahnanlagen.
Warum eigentlich?

Tschechien liegt nochmal teils Welten darunter - gut, da gibt es Unterschiede. Aber rechtfertigen diese wirklich einen Unterschied um den Faktor 10?

Deutschlaand war schon immer Autofahrerland

Fabian318, Münster i. W., Samstag, 03.09.2011, 04:15 (vor 5331 Tagen) @ sfn17


Das Beste ist sowieso, alles so zu lassen wie es ist, denn die allerwenigsten Reisenden bezahlen überhaupt noch den Normalpreis.


Diesen Verdacht habe ich schon eine ganze Weile. Ohne BC50 machen die Preise einen ganz schwindlig. Die DB gibt ja keine Statistiken heraus, welche Angebote prozentual genutzt werden - wäre echt hochinteressant. Und ich bin mir nahezu sicher, dass in der großen Kostenkalkulation der DB AG die NP grundsätzlich nur halbiert (quasi: alle Fahrgäste haben BC50) eingehen.^^

Andere Angebote werden wegen mangelnder Nachfrage eingestampft, der Normalpreis bleibt. Irgendwo stand doch mal was von mehr als 90 %, die nicht den Vollpreis zahlen? Ich glaube, es sind noch mehr... Meines Erachtens muss der Normalpreis deutlich gesenkt werden, dafür kann ja die BC50 abgeschafft werden. Denn irgendwie wirbt es sich mit Mondpreisen von 128 Euro sehr schlecht, wenn diese sowieso niemand nutzt. Und dass die Sparpreise "ab-Angebote" sind, ist eigentlich jedem klar. Wenn sowieso jeder mit Bahncard o.ä. reist, kann man die Preise ja auch gleich für alle anpassen, ohne dass man auf Sparpreise usw. verzichten muss.

Man muß es aber nicht übertreiben.

chris, Samstag, 03.09.2011, 07:01 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

Aber die Deutschen sind ja Meister im Jammern und Übertreiben. :-(

Das treibt an sich zu verbessern. ;) Immer das Positive sehen.

--
Mobility BahnCard 100.

Normalpreise schlimmster Wucher

Blackcard, Samstag, 03.09.2011, 07:29 (vor 5331 Tagen) @ Felix
bearbeitet von Blackcard, Samstag, 03.09.2011, 07:33

Natürlich sind die Normalpreise unfaßbarer Wucher. Selbst mit BC50 noch pervers...


Schon wenn ich monatlich 2 Normalpreis-Rückfahrten HH-F habe ist die Bahnflat fürs gesamte Netz viel billiger (BC100 bzw. BC100 First).

Wahnsinn.

Spontane
Gelegenheitsfahrer werden offenbar konsequent und systematisch von der Schiene ferngehalten ind zum Auto getrieben. Traurig.

Was mich nervt...

railan, Augsburg, Samstag, 03.09.2011, 08:26 (vor 5331 Tagen) @ Felix

...ist, dass man keine Ahnung hat, was eine Fahrt überhaupt wert ist.

Ich weiß schon, das ist überall so und hat sich in den letzten Jahren durch den Fall des Rabattgesetzes und die daraus entstandene Schnäppchenjägermetalität so entwickelt.

Bald fahren wir zu zweit 1.Kl. (2xBC) mit Reservierung für ~ 66 Euro nach Berlin (~550km).
Von dort dann nach Dresden (~170km) - natürlich auch für 66,-
Und von dort dann zurück - man ahnt es schon - für 66,- (~500km)

5 Leute fahren Hunderte von Kilometern für 'n Appel und 'n Ei und wenn ich mit meiner Holden mal eben per Fernzug von Augsburg nach Innsbruck und zurück will (~150km), sind 250 € fällig.
Mal eben an den Chiemsee retour ist schon für 150,- € zu haben.

Da fehlt's doch irgendwo im Hirnkastl.

Grüße Rainer

jammern und übertreiben

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 08:32 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

Aber die Deutschen sind ja Meister im Jammern und Übertreiben. :-(

Bin ich mir nicht sicher.
Meine Landesleute klagen auch ziemlich viel, auch über die %&^$#@#$^%$#&# NS...


gruß,

Oscar (NL), wundert sich, warum diese Leute nicht etwa ihre Autos in den Stau einreihen, statt Bahn zu fahren.

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Jammern auf extrem hohen Niveau

BR_103, Samstag, 03.09.2011, 08:53 (vor 5331 Tagen) @ Fabian318

Dann sind die Leute aber offensichtlich so dumm das sie nicht den nötigen IQ für die Bahn haben. Kein Grund wegen so ein paar Doofen die Preise zu senken. Oder willst du den nächsten Achsbruch an einem ICE Wagen wegen eingesparter Wartungskosten riskieren? Jeder Mensch bekommt das was er verdient hat.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Lumi25, Samstag, 03.09.2011, 09:12 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Ich sage es mal so. Ich verstehe die DB AG nicht so ganz. Einerseits möchte man mit dem ICx eine Sonderanfertigung von der Industrie haben andererseits aber fast nichts dafür zahlen. Ich behaupte es wäre billiger gewesen 250 km/h Fahrzeuge von der Stange zu kaufen. Wie man den Vertrag gestaltet bezüglich Erprobungsfahrten ist ja schließlich eine andere Sache.

Ich wünsche mir aber wie viele andere auch mittleren Fernverkehr zu angemessenen Preisen. Der IR war der richtige Weg. Gegen Zuschlag konnte man ihn auch mit Verbundtickets benutzen.

Vmax. dieser Züge sollte 160 km/h sein damit eine Konkurrenzsituation zum ICE vermieden wird außerdem reichen 160 km/h auch aus um dem Auto Konkurrenz zu machen.

Die Fahrzeugfrage hängt ja auch mit dem Konzept zusammen aber generell denke ich würden Nahverkehrszüge von der Stange vollkommen ausreichen. Ein Desiro ML, FLIRT mit gehobener Innenausstattung oder KISS-Triebzüge bis hin zu aktuellen Bombadierdostos käme eigentlich alles in Frage. Generell sollten es aber Fahrzeuge mit Laufruhe sein. Also ein ET 425 oder Vibrator von VT 644 wäre wohl eine Unverschämtheit.

In 2 3/4 Stunden mit so einem Zug von Köln Hbf nach Frankfurt Hbf wäre schon eine Super Sache und der ICE/IC durchs Rheintal wäre immer noch 30 Minuten schneller und der ICE über die NBS rund 90 Minuten. Von daher wäre das auch keine Konkurrenz.

jammern und übertreiben

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 09:17 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

Bin ich mir nicht sicher.
Meine Landesleute klagen auch ziemlich viel, auch über die %&^$#@#$^%$#&# NS...


gruß,

Oscar (NL), wundert sich, warum diese Leute nicht etwa ihre Autos in den Stau einreihen, statt Bahn zu fahren.

Vielleicht haben sie keine Autos, etwa weil sie die Anschaffung eines Autos immer noch teurer käme als Bahn zu fahren. Deswegen können sie doch trotzdem über die Bahn klagen, die ja schließlich aus Steuergeldern finanziert wird.

Für eine kleine Minderheit müssen alle bluten

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 09:28 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

...sollen die dort lebenden Einwohner auf den Zug verzichten? Genausogut kann man die Strecke Göttingen - Bodenfelde einstellen, da wollen auch 99,9% der Bevölkerung nicht hin. Aber ich vergaß, liegt ja im Westen. Hauptsache der Osten wird beim Eisenbahnverkehr abgehängt...

Es kann nicht sein, daß alle Menschen in Deutschland Mondpreise für das Bahnfahren zahlen müssen, nur damit eine sehr kleine Minderheit von Menschen in dünn besiedelten Regionen unbedingt Bahn statt Bus fahren kann.

Selbstverständlich wäre ich auch mit Streckenstilllegungen in meiner Region einverstanden, obwohl es Tatsache ist, daß der Osten wesentlich mehr Regionalisierungsmittel pro Kopf der Bevölkerung erhält als der Westen (je nach Bundesland sehr unterschiedlich). Eher als Göttingen-Bodenfelde wären allerdings Northeim-Bodenfelde und vielleicht auch Seesen-Herzberg stillzulegen, denn diese Strecken werden nun mal noch weniger genutzt.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 09:29 (vor 5331 Tagen) @ Redesign

Für längere Züge benötige ich neue Wagen, und auch die kosten erst einmal Geld.

Einfach die Wagen aus den gestrichenen Zügen wiederverwenden. :-)

10,8 € Cent je Pkm

ringbahn, Samstag, 03.09.2011, 09:35 (vor 5331 Tagen) @ Fabian318

Quelle: Halbjahresbericht DB AG 2011 [Durchschnittlicher Erlös je Pkm im Fernverkehr aus Umsatz vs. Leistung]

Teuerung der Normalpreise seit PEP?

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 09:42 (vor 5331 Tagen) @ Fabian318

Inwiefern wurden eigentliche sämtliche Normalpreise mit Einführung von Plan & Spar, Sparpreis und Co. angehoben? Denn wie schon angemerkt, der deutsche Normalpreis ohne Rabatt ist ja eigentlich so gut wie unbezahlbar.

Als PEP eingeführt, wurden die Normalpreise, außer für Kurzstrecken, erstmal gesenkt. Wikipedia sagt:

"[...]Das Unternehmen sah drei wesentliche Defizite, denen im Rahmen des Preissystems begegnet werden sollte: die Preisgestaltung, eine unzureichende Preisdifferenzierung (insbesondere im Bereich zwischen 300 und 500 Kilometern Reiseweite) und eine fehlende Auslastungssteuerung. Preisgestaltung und Preishöhe wurden in Umfragen dabei als wesentliche Nutzungshemmnisse gegenüber der Bahn angegeben. Auch die Preiswahrnehmung sei verbesserungsbedürftig gewesen; die Bahn sei als insgesamt teures Verkehrsmittel wahrgenommen worden.[1]
Nach eigenen Angaben sei die Bahn bei großen Entfernungen „aus dem Markt gepreist worden“.[...]
Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen das Preisniveau um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt.[14] Während die Normalpreise auf Langstrecken um bis zu 25 Prozent gesenkt worden seien, seien die Preise für kürzere Relationen teilweise leicht angehoben worden. Eine einfache Fahrt von Hamburg nach Frankfurt sei im Preis beispielsweise von 98,20 auf 80,80 Euro gesenkt worden.[...]"

Die Ausgangssituation war also ähnlich wie heute, mit dem viel zu hohen Normalpreis, der eine wesentliche Motivation für PEP war. Nachdem PEP scheiterte, hat man die Preissenkungen m.W. wieder zurückgenommen, genaue Zahlen weiß ich aber nicht.

Als PEP eingeführt wurde, war vielen Beobachtern von Anfang an klar, daß damit viele Kunden vergrault werden würde. Damals habe ich in Foren usw. viele Vorschläge für andere Preissysteme gelesen. Die Leute wollten sehr wohl eine Änderung des Preissystems, aber eben nicht diese.

Es ist nun wirklich nicht schwer, sich ein anderes Preissystem auszudenken, das Auslastungssteuerung betreibt, aber ohne Frühbuchungs- und Zugbindungszwang sowie exorbitante Normalpreise auskommt.

Jammern auf extrem hohen Niveau

safe go, Chemnitz, Samstag, 03.09.2011, 09:46 (vor 5331 Tagen) @ BR_103

Jeder Mensch bekommt das was er verdient hat.

So bekommst Du jetzt diese Antwort, weil Du sie verdient hast. Da Du Dir offenbar nur noch mit Beleidigungen ggü. Autofahrern zu helfen weißt, verdrängst Du die Tatsache, dass es durchaus Personen gibt, die schneller als die Bahn sein müssen (Termindruck) oder einfach nicht eine genaue Kosten-Nutzen-Rechnung durchführen müssen, weil sie das Geld einfach haben (Neid?). Schade, ich hatte schon das Gefühl, dass sich das ganze gebessert hat, offensichtlich ein Trugschluss.

Deutschland vs. echter HGV

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 09:48 (vor 5331 Tagen) @ BR_103

so wichtig ein getakteter Nahverkehr auch in der Fläche ist, so wichtig ist ein zügiger Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in Deutschland.

Nur schade, dass sowas pro Nase sehr viel Geld kostet.

1. in Italien geht das, weil mit Turin-Mailand-Bologna-Florenz-Rom-Neapel die 6 wichtigsten Städte Italiens an einer Schienenautobahn liegen, und man zugleich auch Turin-Venedig, Rom-Venedig und Mailand-Bologna-Acona-Bari beschleunigt.
2. in Frankreich geht das, weil dort Lille-Paris-Lyon-Marseille auf einer Geradelinie liegen.
3. in China geht das, weil dort 67 mal soviel Leute Steuer bezahlen und es 67 mal soviel Platz gibt, diese Strecken zu bauen.
4. in Spanien geht das, weil dort der HGV vor allem Madrid-Irgendwo ist
5. Japan hat 25 Jahre Vorsprung im Sache HGV. Der erste Shinkansen fuhr in einem Zeitalter, als die TEE noch Dieseltriebwagen waren.

Dabei sollte es möglich sein der Bahn die Freiheit zu geben an kleineren Milchkannen wie Limburg Süd oder Montabaur durch fahren zu dürfen.

Hat sie doch? ICE International hält dort nicht.

da dies nicht wirkich viel Sinn ergibt einen ICE an jedem Kaff zum stehen zu bringen.

Es hält doch nicht jeder ICE in Montabaur und Limburg?

Die Alternative wäre an sonsten wieder ein steigender Anteil innerdeutscher Flugverbindungen und das kann eigentlich auch nicht wirklich einer wollen - oder?

Auch wenn es eine Schienenautobahn Hamburg-München gäbe, die eine solche Bahnreise von 3,5 Stunden ermöglichen würde, wird Otto fliegen, solange die Billigflieger Flüge für einen Bruchteil des Bahntarifs anbieten.


gruß,

Oscar (NL).

--
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Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Alle Möglichkeiten nutzen.

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 09:55 (vor 5331 Tagen) @ Tommyboy

Hätten sie im Internet gebucht, wäre die Rechnung so ausgefallen:
49 Euro - 20 Euro Nutella Gutscheine, 29 Euro plus 5 Euro für die Reservierung macht insgesamt 34 Euro.

Anders ausgedrückt hätten sie in diesem Fall 29 Euro gespart. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Nutella-Gläser mit 2 Euro pro Glas tatsächlich erworben werden, wäre immer noch eine Ersparnis von 25 Euro drin gewesen. Für die einfache Fahrt.

Was man wohl in anderen Ländern darüber denkt, daß man in Deutschland Nutella kaufen muß, um zu akzeptablen Preisen Bahn fahren zu können? Wahrscheinlich tippt man sich dort einfach nur an den Kopf.

Wieviel Prozent im Fernverkehr unterwegs?

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 03.09.2011, 09:56 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Es kann nicht sein, daß alle Menschen in Deutschland Mondpreise für das Bahnfahren zahlen müssen, nur damit eine sehr kleine Minderheit von Menschen in dünn besiedelten Regionen unbedingt Bahn statt Bus fahren kann.

Hm. Wieviel Prozent der Eisenbahnfahrgäste in Deutschland sind im Regionalverkehr unterwegs, wieviele im Fernverkehr?
Ich finde jetzt auf die Schnelle nur hier die Angabe, daß die durchschnittliche Reiseweite irgendwo um die 41 km liegt. Dann sollte man doch eher alle Fernzüge einstellen, oder? ;-)
Außerdem empfehle ich Dir, mal 41 Kilometer im Bus zu fahren und mit dem Zug zurück. Ich kann jeden verstehen, der lieber Zug fährt also Auto aber lieber Auto als Bus.

Im übrigen ist es in meinen Augen völlig verkehrt, Strecken isoliert zu betrachten. Es gibt immer Weiterreisende, die bei einer eventuellen Stillegung dann nicht nur bis zum nächsten Bahnhof das Auto nehmen, sondern gleich bis zu ihrem Ziel.

Magdeburg - Loburg ist immerhin im Einzigsbereich einer Großstadt, hier sollte trotz nicht so großer Orte und paralleler Bundesstraße ein vernünftiges Angebot möglich sein (was natürlich eine Modernisierung der Strecke voraussetzt, Stichwort teilweiser Busersatz wegen schlechtem Streckenzustand).

Viele Grüße, Sören

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Attraktiver HGV in Deutschland

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 09:58 (vor 5331 Tagen) @ ICE-T-Fan

Es ist aber so. Viele Leute arbeiten mittlerweile dank KRM in Köln oder Frankfurt und wohnen in Limburg oder Montabaur oder Umgebung.

Ist-Zustand: Linie 41a nonstop, Linie 41b langsam (Halt in MT und LM).
Ansatz: zweistündlich "RE300" + HVZ-Verstärker, dafür die stündliche Linie 41 immer nonstop.

Dann haben MT und LM die ihnen passenden Züge, und die FV-Linie K-N-M ist schnell und auch immer gleich schnell.


gruß,

Oscar (NL).

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Kurzfristige Sparpreise

Matze86, München, Samstag, 03.09.2011, 09:58 (vor 5331 Tagen) @ JumpUp

Es ging ja in erster Linie um die Normalpreise, und die sind nunmal richtig teuer. Selbst die Sparangebote sind ein Witz, wenn man nicht gerade 3 Monate vorher bucht.

Na klar, viele hier im ICE-Treff kennen die Tricks (EU Spezial im Inland, Nutella etc.) Aber sucht doch nur mal (wie es Otto macht, der alle 3 Jahre Bahn fährt) eine Hin- und Rückfahrt in 2-3 Wochen für eine innerdeutsche Fernstrecke und ihr werdet sehen wie teuer das einen kommt. Oft (aus eigener Erfahrung schon oft bestätigt) ist Lufthansa mit den 99 Euro Tickets dann viel günstiger!! Und das ist wirklich traurig :(

Also ich habe erst letzte Woche für den 12.9. einen 29€-Sparpreis für München-Hannover gebucht...

Montabaur - Brüssel direkt

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 03.09.2011, 10:00 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

Dabei sollte es möglich sein der Bahn die Freiheit zu geben an kleineren Milchkannen wie Limburg Süd oder Montabaur durch fahren zu dürfen.


Hat sie doch? ICE International hält dort nicht.

ICE 16

Frankfurt(Main)Hbf                  10:16
Frankfurt(M) Flughafen     10:29    10:32
Limburg Süd                10:49    10:51
Montabaur                  11:00    11:02
Köln/Bonn Flughafen        11:26    11:28
Köln Hbf                   11:39    11:43
Aachen Hbf                 12:16    12:21
Liège-Guillemins           12:44    12:46
Brussel Noord              13:27    13:29
Brussel Zuid               13:35

Ist das kein ICE International?

Viele Grüße, Sören

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Deutschland vs. echter HGV

BR_103, Samstag, 03.09.2011, 10:09 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

nur leider werden viele Grossprojekkte, egal ob Schiene, Flughäfen oder neuerdings auch Öko Stromtrassen, dadurch massiv verteuert weil leider so viele Einsprüche möglich sind. Dinge die dem Gemeinwohl dienen und darüber hinaus auch noch ökologisch gut sind müssten per Dekret bescchlossen und umgesetzt werden können. Dann wären die Kosten nur noch halb so hoch.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 10:10 (vor 5331 Tagen) @ Steffen

Deine These war, dass geringere Preise mit weniger Verkehr kompensiert werden können. Meine Gegenthese dazu ist, dass es nicht funktioniert, weil dann das Angebot gesteigert werden muss.
Jeht man jedoch von dem Ziel aus, möglichst viele Menschen in den Zug zu locken, so bin ich auch der Meinung, dass man dies erstmal mit deutlich niedrigeren Preisen erreichen kann.

Dann macht NL irgendwas falsch.

NS hatte mal angefangen mit einem Stundentakt. Das reichte 1972 schon nicht mehr aus, also kam der Halbstundentakt. Aktuell sind wir schon beim 15-Minutentakt und es wird einen 10-Minutentakt geplant. Dennoch ist unsere Bahn niemals billiger geworden...


gruß,

Oscar (NL).

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Montabaur - Brüssel direkt

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 10:16 (vor 5331 Tagen) @ Sören Heise

ICE 16

Frankfurt(Main)Hbf                  10:16
Frankfurt(M) Flughafen     10:29    10:32
Limburg Süd                10:49    10:51
Montabaur                  11:00    11:02
Köln/Bonn Flughafen        11:26    11:28
Köln Hbf                   11:39    11:43
Aachen Hbf                 12:16    12:21
Liège-Guillemins           12:44    12:46
Brussel Noord              13:27    13:29
Brussel Zuid               13:35

Ist das kein ICE International?

Ach ja, war ich schon vergessen, zwischen 14:00 und 18:00 arbeiten die Bürgermeister von Montabaur und Limburg in Belgien... :)))


gruß,

Oscar (NL).

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Jammern auf extrem hohen Niveau

BR_103, Samstag, 03.09.2011, 10:17 (vor 5331 Tagen) @ safe go

Neid gegenüber denen die viel Kohle verdienen habe ich nicht. Ich habe selbst ein Kfz der gehobenen Klasse in der Garage stehen. Aber leider sind die Zeiten mehrheitlich vorbei wo noch auf den Autobahnen die Regel galt "freie Fahrt für freie Bürger" und die Knöllchen sind auch exorbitant in die Höhe geschnellt.

Der Stress auf der Autobahn ist alles in Allem gesehen viel zu hoch geworden und eine Garantie für das Einhalten von wichtigen Terminen gibt es auch nicht wirklich weil man nicht nur an die eigene Verfassung denken muss, sondern auch noch die der anderen Verkehrsteilnehmer berücksichtigen muss die einem evtl. in die Quere kommen.

Da ist Bahnfahren die entschieden stressfreiere Alternative die zudem auch noch ganz nebenbei die ökologisch bessere Alternative ist - ökonomisch soll das meinetwegen jeder rechnen wie er will oder kann.

Montabaur - Brüssel direkt

BR_103, Samstag, 03.09.2011, 10:21 (vor 5331 Tagen) @ Sören Heise

ein internationaler ICE der in der Pampa hält - unfassbar.

Ich wäre noch unbedingt dafür in Montabauer ein interkontinentales Flug Drehkreuz zu errichten.

Lasst doch in Zukunft ICE an JEDER Milchkanne halten, dann kann sich wenigstens kein Kommunal Politiker mehr beschweren. Was soll´s wenn dann die Reisezeiten in den Keller gehen und wieder mehr Leute dafür in die Luft um die notleidenden Flugverkehrsgesellschaften zu unterstützen.

Montabaur bitte ohne "e" ;)

Matze86, München, Samstag, 03.09.2011, 10:22 (vor 5331 Tagen) @ KRM

- kein Text -

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Matze86, München, Samstag, 03.09.2011, 10:26 (vor 5331 Tagen) @ 1040bln

Falscher Zeitpunkt, die Diskussion loszutreten. So billig wie jetzt war Bahnfahren in D nie (Stichwort: Nutella-Gutschein).

Doch, mit dem Ferrero-Mitfahrergutschein wars - zumindest für mindestens zwei - billiger ;)

Normalpreise schlimmster Wucher

Matze86, München, Samstag, 03.09.2011, 10:29 (vor 5331 Tagen) @ Blackcard

Natürlich sind die Normalpreise unfaßbarer Wucher. Selbst mit BC50 noch pervers...


Schon wenn ich monatlich 2 Normalpreis-Rückfahrten HH-F habe ist die Bahnflat fürs gesamte Netz viel billiger (BC100 bzw. BC100 First).

Wahnsinn.

Spontane
Gelegenheitsfahrer werden offenbar konsequent und systematisch von der Schiene ferngehalten ind zum Auto getrieben. Traurig.

Da kann ich nur darauf verweisen...

RE300 International, Luftvorteile

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 10:34 (vor 5331 Tagen) @ BR_103

ein internationaler ICE der in der Pampa hält - unfassbar.

Was ich unfassbar finde, ist dass dieser "RE300 International" ALLE Halte zwischen K-F mitnimmt.
Da hätte Montabaur alleine gereicht, und sowohl Montabaur als die Reisende F-BRX wären zufrieden.

Und was ist dagegen, von Montabaur kommend in Köln umzusteigen? Eindhoven hat doch auch keine Direktverbindung mit Paris?
(dafür dann IC-Halbstundentakt nach Rotterdam, mit Anschluß auf Thalys)

Was soll´s wenn dann die Reisezeiten in den Keller gehen und wieder mehr Leute dafür in die Luft um die notleidenden Flugverkehrsgesellschaften zu unterstützen.

In der Luft wohnen keine Menschen, die sich über Lärm beschweren.
In der Luft wachsen keine Bäume, die man für eine Rennbahn räumen hätte müssen.
In der Luft gibt es keine Oberleitungen, die man zerreißen kann.
In der Luft wird kein Kupfer gestohlen.
In der Luft gibt es keine Traktoren oder Müllwagen, die vom Bahndamm rollen.
Usw.

:)))


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Stimmt: Jammern auf extrem hohen Niveau / Autovergleich

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 03.09.2011, 10:49 (vor 5331 Tagen) @ Redesign

Mit dem Auto ist der Vergleich immer schwierig, wenn es sowieso da steht, rechne ich für die nächste Fahrt natürlich nicht die Fixkosten (Versicherung, Steuer) mit ein, sondern nur die variablen (etwas Abnutzung, Öl, Benzin als Hauptteil).

Mit dem Auto ist der Vergleich immer schwierig, weil das Auto auch Vorteile hat, die sich nicht in Geld ausdrücken lassen.
Kann sein, dass Otto Autofahrer es anders macht, aber hier kann Jan Autofahrer selber entscheiden wohin er fährt, wie er fährt, wann er fährt, mit wem er fährt.
Diese Selbstbestimmungsfreiheit ist zumindest für Jan unbezahlbar.

Und demzufolge kutschieren hier in NL 6-7 Millionen Autos rum, steht tagtäglich in der HVZ eine dreistellige Kilometerzahl an Staus auf unseren Autobahnen und muss man dennoch zugleich in den in 15-Minutentakt fahrenden 12-Wagen-IC-Dostos stehen.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Drei Klassen von Reisenden

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 11:41 (vor 5331 Tagen) @ Sören Heise

Hm. Wieviel Prozent der Eisenbahnfahrgäste in Deutschland sind im Regionalverkehr unterwegs, wieviele im Fernverkehr?
Ich finde jetzt auf die Schnelle nur hier die Angabe, daß die durchschnittliche Reiseweite irgendwo um die 41 km liegt. Dann sollte man doch eher alle Fernzüge einstellen, oder? ;-)

??? Tut mir leid, ich sehe weder den Sinn in Deiner Argumentation noch den Zusammenhang zum Thema.

Außerdem empfehle ich Dir, mal 41 Kilometer im Bus zu fahren und mit dem Zug zurück. Ich kann jeden verstehen, der lieber Zug fährt also Auto aber lieber Auto als Bus.

Du siehst die Welt nur aus Deiner Luxusperspektive. Für viele Menschen in Deutschland - wahrscheinlich sogar die meisten - besteht die Herausforderung darin, sich eine Reise überhaupt erst mal leisten zu können. Die Frage nach dem Verkehrsmittel ist nachrangig.

Im übrigen ist es in meinen Augen völlig verkehrt, Strecken isoliert zu betrachten. Es gibt immer Weiterreisende, die bei einer eventuellen Stillegung dann nicht nur bis zum nächsten Bahnhof das Auto nehmen, sondern gleich bis zu ihrem Ziel.

Magdeburg - Loburg ist immerhin im Einzigsbereich einer Großstadt, hier sollte trotz nicht so großer Orte und paralleler Bundesstraße ein vernünftiges Angebot möglich sein (was natürlich eine Modernisierung der Strecke voraussetzt, Stichwort teilweiser Busersatz wegen schlechtem Streckenzustand).

Nach meiner Erfahrung werden solche Nebenbahnen mit Zweistundentakt von Autofahrern sowieso immer gemieden. Die Autofahrer, die sich das Bahnfahren leisten können und wollen, fahren dann gleich zum nächsten ICE-Bahnhof, in den Zügen solcher Nebenbahnen sitzen dann nur noch die bekannten "captive riders", also Autolose, Alte usw. Und von denen wären wahrscheinlich die meisten glücklich, wenn sie sich öfter mal Reisen leisten könnten, weil die Fahrpreise massiv gesenkt würden, selbst wenn dafür ihre Bahnlinie auf Bus umgestellt werden müsste.

Ich denke, man kann in Deutschland grob drei Klassen von Reisenden unterscheiden:

A: Die Autolosen. Leben keineswegs alle auf ALG2-Niveau, aber oft haben sie einfach zu viele andere Interessen und Ausgaben, als sich ein Auto leisten zu können oder zu wollen. Für Reisen nutzen sie die für sie preisgünstigste Alternative und das ist mangels Alternativen immer noch die Bahn.
B: Die Autofahrer, das ist die Mehrheit der Bevölkerung. Aber daß sie sich ein Auto leisten bedeutet noch nicht notwendigerweise, daß ihnen das Geld locker sitzt. Für das Reisen nehmen sie die günstigste Alternative, und da Auto fahren außer seinen anderen Vorzügen auch noch massiv billiger ist als Bahnfahren (abgesehen von Rabattspielchen à la Nutella, für die die meisten einfach weder Zeit noch Nerv haben), fahren sie so gut wie nie Bahn.
C: Wohlhabende Autofahrer. Die haben so viel Geld, daß sie immer das Beste und Komfortabelste nehmen, ohne auf die Ausgaben achten zu müssen. Deshalb haben einige von ihnen auch Verwendung für die Bahn, wenn das Angebot gut ist.

Das deutsche öV-Denken ist darauf fixiert, durch Angebotsverbesserungen und -ausweitungen soviele Menschen aus der Klasse C für die Bahn zu gewinnen. Um das finanzieren zu können, presst man die Klasse A bis zum Letzten aus.

"hoch subventioniert" bedeutet noch lange nicht günstig.

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 11:46 (vor 5331 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Felix, Samstag, 03.09.2011, 11:46

Der hoch subventionierte Nahverkehr ist zunächst einmal per se schon günstig (politisch gewollt, auch je nach Bundesland unterschiedlich stark).

Nö. Nur weil der Nahverkehr hoch subventioniert ist, ist er noch lange nicht günstig. Sieht man ja auch daran, daß man Konkurrenz durch private Busverkehre verbietet. Die private Konkurrenz müsste ihre Kosten zu >100% aus den Fahrgeldeinnahmen decken, der hochsubventionierte Nahverkehr muß das nicht, daß er trotzdem Konkurrenz fürchten muß, liegt daran, daß er - zumindest auf bestimmten Strecken und für bestimmte Nutzergruppen - eben gerade nicht günstig ist, sondern sauteuer.

"hoch subventioniert" bedeutet noch lange nicht günstig.

dvor, Samstag, 03.09.2011, 12:03 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Nö. Nur weil der Nahverkehr hoch subventioniert ist, ist er noch lange nicht günstig.

Stimmt. Das sieht man ebenfalls daran, dass reine Nahverkehrsfahrten mit Fernverkehrs-Sparpreisen stattfinden.

Viele Menschen im Osten haben wenig Geld

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 12:04 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

Deine "normalen" Menschen - zumindest im Osten der Republik - haben jahrelang warten müssen, daß sie mit dem Auto fahren können. Und wenn sie dann noch in der ostdeutschen Pampa leben, dann sind sie zwangsläufig auf das Auto angewiesen. Wenn sie da erst mal drinsitzen, werden sie unter Garantie nicht nur bis zum nächsten Bahnhof fahren und dann weiter mit dem Zug - so denn einer fährt. Aber Du willst ja Strecken dorthin stillegen, weil "99,9% der Bevölkerung" dort nicht hin wollen. Was die 0,1% machen, die dort hin wollen, schreibst Du nicht. Die werden sich nämlich auch nicht in den Bus setzen, sondern sie fahren mit dem Zug bis zur nächsten größeren Stadt, um sich von dort per Auto abholen zu lassen. Wer einmal im Auto sitzt, bleibt auch da. Die wirst auch Du nicht davon wegbekommen.

Gerade im Osten haben viele Menschen wenig Geld, und können sich gerade deshalb Bahnfahren zu Mondpreisen nicht leisten. Wenn sie sich ein Auto leisten können, fahren sie nur noch damit, die anderen müssen, soweit sie nicht Glück mit Sonderangeboten und besonderen Gelegenheiten haben, aufs Reisen weitgehend verzichten. Das ist für die Betreffenden bitter, aber eben die Folge der hohen Bahnpreise.

Sogar bei den Loburgern könnte ich mir vorstellen, daß viele gerne bereit wären, ihre Bahnlinie durch Busverkehr zu ersetzen, wenn sie dafür von jetzt an überallhin zum halben Preis reisen könnten.

Was mich nervt...

Ösi, Samstag, 03.09.2011, 12:15 (vor 5331 Tagen) @ railan

Absolute Zahlen sind hier wertlos. Wichtiger ist das Verhältnis Einkommen zu Fahrtkosten bzw. Fahrtkosten Bahn zu Fahrtkosten andere Verkehrsmittel.

Eine kurze Recherche verrät mir, dass das "offizielle" Kilometergeld im Auto sich zwischen 25 und 30 Cent bewegt. Nimmt man jetzt 50 Cent als tatsächliche Kosten an und kosten bei der Bahn 150 km 250 €, ist die Bahn mehr als drei Mal so teuer.

Der Autoverkehr in Deutschland wird massiv subventioniert. Soll die Bahn konkurrenzfähig sein, muss man entweder die Individualverkehrssubventionen zurückfahren (etwa durch Erhöhung der Kfz-Steuer, der Energiesteuer oder Einführung einer Autobahnmaut) oder die Bahnsubventionen erhöhen.

Drei Klassen von Reisenden

ktmb, Samstag, 03.09.2011, 12:16 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Das ist schon eine sehr abstruse Theorie.

Grüße

Gefährliches Halbwissen

Maggus, Ravensburg (Württ), Samstag, 03.09.2011, 12:20 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

Und Trassengebühren fallen beim Flugzeug auch nicht an, sondern nur die Start- und Landegebühren, die mit den Stationspreisen bei der Bahn vergleichbar sind. Nicht in der Höhe, aber vom Grundsatz her.

Nur Start- und Landegebühren?
Von was lebt die Flugsicherung? Von Luft und Liebe? Fluggesellschaften bezahlen für auch diese Dienstleistung. Und das nicht zu knapp.
Wenn Flugischerungsgebühren nicht mit Trassenpreisen vergleichbar sind, womit dann sonst?

Was ist mit Ground Service? Sogar das Hinlegen von Bremsklötzen an den Flieger kostet gewöhnlich so 10€, das wegnehmen derselben nochmal einen 10er. Klowagen, Frischwasser, Gangway hin- und herfahren, Pushbackfahrzeug, Koffer rein und raus, Passagierbus, ... jeder Handstreich kostet Geld.
So läppert sich das. Es gibt diverse Flughäfen, die ihre Gebührenordnungen veröffentlicht haben. Münster/Osnabrück und Friedrichshafen seien mal als Beispiel genannt.

Irgendwo habe ich mal gelesen, ein Flug Deutschland - Mallorca und retour mit einer B737-x oder A320-Family kostet die Fluggesellschaften einen hohen fünfstelligen Betrag.

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jammern und übertreiben

Maggus, Ravensburg (Württ), Samstag, 03.09.2011, 12:23 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

Oscar (NL), wundert sich, warum diese Leute nicht etwa ihre Autos in den Stau einreihen, statt Bahn zu fahren.

Schon mal probiert, einen Wohnwagen an den Zug dranzuhängen? ^^
Bei den NS ist der Autoreisezug zur Zeit eingestellt, sagt Wikipedia.

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Teuerung der Normalpreise seit PEP?

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 12:55 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Inwiefern wurden eigentliche sämtliche Normalpreise mit Einführung von Plan & Spar, Sparpreis und Co. angehoben? Denn wie schon angemerkt, der deutsche Normalpreis ohne Rabatt ist ja eigentlich so gut wie unbezahlbar.

Als PEP eingeführt, wurden die Normalpreise, außer für Kurzstrecken, erstmal gesenkt. Wikipedia sagt:

"[...]Das Unternehmen sah drei wesentliche Defizite, denen im Rahmen des Preissystems begegnet werden sollte: die Preisgestaltung, eine unzureichende Preisdifferenzierung (insbesondere im Bereich zwischen 300 und 500 Kilometern Reiseweite) und eine fehlende Auslastungssteuerung. Preisgestaltung und Preishöhe wurden in Umfragen dabei als wesentliche Nutzungshemmnisse gegenüber der Bahn angegeben. Auch die Preiswahrnehmung sei verbesserungsbedürftig gewesen; die Bahn sei als insgesamt teures Verkehrsmittel wahrgenommen worden.[1]
Nach eigenen Angaben sei die Bahn bei großen Entfernungen „aus dem Markt gepreist worden“.[...]
Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen das Preisniveau um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt.[14] Während die Normalpreise auf Langstrecken um bis zu 25 Prozent gesenkt worden seien, seien die Preise für kürzere Relationen teilweise leicht angehoben worden. Eine einfache Fahrt von Hamburg nach Frankfurt sei im Preis beispielsweise von 98,20 auf 80,80 Euro gesenkt worden.[...]"

Genau das meinte Fabian doch mit seiner rhetorischen Frage.

Die Ausgangssituation war also ähnlich wie heute, mit dem viel zu hohen Normalpreis, der eine wesentliche Motivation für PEP war. Nachdem PEP scheiterte, hat man die Preissenkungen m.W. wieder zurückgenommen, genaue Zahlen weiß ich aber nicht.

Nein, hat man nicht. Die Normalpreise blieben gleich günstig.
Erst vor kurzem hat man wieder das Preisniviau von vor PEP erreicht.

Als PEP eingeführt wurde, war vielen Beobachtern von Anfang an klar, daß damit viele Kunden vergrault werden würde. Damals habe ich in Foren usw. viele Vorschläge für andere Preissysteme gelesen. Die Leute wollten sehr wohl eine Änderung des Preissystems, aber eben nicht diese.

Noch allgemeiner, schwammiger und unsicherer hättest Du es nicht formulieren können, oder?
Die Hauptkritik richtete sich auf die Streichung der BC50.
Diese wurde wenig später dann nach den Protesten wieder eingeführt.

Viele Vorschläge kannst Du auch heute noch in Foren lesen ...... und sie auch gleich in die Tonne treten.

Es ist nun wirklich nicht schwer, sich ein anderes Preissystem auszudenken, das Auslastungssteuerung betreibt, aber ohne Frühbuchungs- und Zugbindungszwang sowie exorbitante Normalpreise auskommt.

Na dann.....dann mach mal.
Nur komisch, dass sie nicht umgesetzt werden, weder bei der Bahn noch sonstwo.

Zustimmung!

indy3, Samstag, 03.09.2011, 12:56 (vor 5331 Tagen) @ fuchur

Eine Verbesserung wäre für mich die Abschaffung von Aktions/Sonderangeboten/Sparpreisen Irrsinn. Also eher noch eine Anhebung der Durchschnittspreise, um das Problem überfüllter Züge zu entschärfen.

Nein danke ...

indy3, Samstag, 03.09.2011, 12:58 (vor 5331 Tagen) @ JumpUp

Es ging ja in erster Linie um die Normalpreise, und die sind nunmal richtig teuer. Selbst die Sparangebote sind ein Witz, wenn man nicht gerade 3 Monate vorher bucht.

Na klar, viele hier im ICE-Treff kennen die Tricks (EU Spezial im Inland, Nutella etc.) Aber sucht doch nur mal (wie es Otto macht, der alle 3 Jahre Bahn fährt) eine Hin- und Rückfahrt in 2-3 Wochen für eine innerdeutsche Fernstrecke und ihr werdet sehen wie teuer das einen kommt. Oft (aus eigener Erfahrung schon oft bestätigt) ist Lufthansa mit den 99 Euro Tickets dann viel günstiger!! Und das ist wirklich traurig :(

Lufthansa 99 Euro Tickets bekommt du genauso oft/selten wie Sparpreise bei der Bahn. Aber wem es gefällt zu fliegen: Viel Spaß. So hab ich mehr Platz und Ruhe. ;)
Jedem was ihm gefällt.

Drei Klassen von Reisendeng

sfn17, Samstag, 03.09.2011, 12:58 (vor 5331 Tagen) @ ktmb

Das ist schon eine sehr abstruse Theorie.

Wieso? Ich sage: Gut beobachtet!

Eine zusätzliche höhere Klasse D enthält die Geschäftsleute und die Fernpendler, welche für den Luxus beschaulichen Wohnens in der Provinz zahlen (obwohl sich das vermutlich mit der Mehr bei der Miete in der Metropole gegenrechnet).

Mehdorn wollte den Klasse-D-Anteil mit dem Versuch erhöhen, die DB als Fluggesellschaft zu vermarkten. Er wollte dafür die normalen Autofahrer (Klasse B) von der Straße holen (diesbezügliche Zitate fallen mir kiloweise ein).

Die DB hat außerdem eine ganze Bevölkerungsgruppe aus dem FV weggemobbt, nämlich die typischen Interregiobenutzer (im Schema: Klasse A und durchaus auch teilweise aus Klasse B). Fiel mir erst wieder im InterConnex zwischen L und B auf - ganz andere Leute, die man im ICE (und auch in den paar ICs) zwischen L und B nie sieht, aber die ich von "früher" aus den IRs "kenne".

Ich behaupte mal, würde die Bahn Fernzüge der Produktklasse C einführen (für mich gerne wieder unter der Marke "IR", aber eben nicht langlaufende REs, die ja als Nahverkehr Ländersache wären), würde das wie eine Bombe einschlagen.

Die Züge der neuen Marke "IC" werden nur als Fake und als Ersatz für kaputte ICEs wahrgenommen. Es gibt sogar noch Leute, die sich wundern, dass man jetzt keinen IC-Zuschlag zahlen muss^^

Klasse A im FV ist für die Bahn wohl ein notwendiges Muss, weil sonst noch weniger Leute mit dem FV fahren würden. So sehe ich die diversen Angebote und Aktionen.
Ich weiß nicht so richtig, was dran ist, aber angeblich soll der FV nicht sonderlich rentabel sein?! (Wohl weil unter der Woche zuviele zu leere ICEs fahren?)

"hoch subventioniert" bedeutet günstig, bezahlbar

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 13:03 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Der hoch subventionierte Nahverkehr ist zunächst einmal per se schon günstig (politisch gewollt, auch je nach Bundesland unterschiedlich stark).


Nö. Nur weil der Nahverkehr hoch subventioniert ist, ist er noch lange nicht günstig. Sieht man ja auch daran, daß man Konkurrenz durch private Busverkehre verbietet. Die private Konkurrenz müsste ihre Kosten zu >100% aus den Fahrgeldeinnahmen decken, der hochsubventionierte Nahverkehr muß das nicht, daß er trotzdem Konkurrenz fürchten muß, liegt daran, daß er - zumindest auf bestimmten Strecken und für bestimmte Nutzergruppen - eben gerade nicht günstig ist, sondern sauteuer.

Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun.

Es ist politisch gewollt, dass der Nahverkehr günstig, bezahlbar ist.
Hier in diesem Kontext kannst Du es auch lesen als günstiger als der Fernverkehr,
der dahinterstehende Wille ist aber keine Relation, sondern eben das günstige, bezahlbare.
Der preissensible fährt eben Nahverkehr und nicht Fernverkehr, weil dieser günstig, bezahlbar ist.
Das ist er hauptsächlich deswegen, weil er hoch subventioniert ist.
Das mag ein privates Unternehmen sicherlich noch günstiger anbieten können - gibt es ja auch durchaus im Nah- und Regio-verkehr.

Bitte bleib! :,-)

sfn17, Samstag, 03.09.2011, 13:04 (vor 5331 Tagen) @ liebe70

Bitte bleib da, und ertrage bitte die Dumpfbacken.

sfn17

Alle Möglichkeiten nutzen.

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 13:11 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Hätten sie im Internet gebucht, wäre die Rechnung so ausgefallen:
49 Euro - 20 Euro Nutella Gutscheine, 29 Euro plus 5 Euro für die Reservierung macht insgesamt 34 Euro.
Anders ausgedrückt hätten sie in diesem Fall 29 Euro gespart. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Nutella-Gläser mit 2 Euro pro Glas tatsächlich erworben werden, wäre immer noch eine Ersparnis von 25 Euro drin gewesen. Für die einfache Fahrt.

Was man wohl in anderen Ländern darüber denkt, daß man in Deutschland Nutella kaufen muß, um zu akzeptablen Preisen Bahn fahren zu können? Wahrscheinlich tippt man sich dort einfach nur an den Kopf.

Sie beneiden uns?
........die Fahrgäste in Frankreich, die die teuren TGV-Tickets nur im Voraus kaufen können..müssen mit Zugzwang & Reservierung,
die Fahrgäste in Spanien, wo auch Dein Freund herkommt, die keine günstigen AVE-Tickets für unter 70 Euro finden können zwischen Barcelona & Madrid und stattdessen sie alle mit Bus fahren oder fliegen für 20 Euro?

Alle Möglichkeiten nutzen.

sfn17, Samstag, 03.09.2011, 13:41 (vor 5331 Tagen) @ Henrik

Naja, das übliche halt. Immer schön aus dem Zusammenhang reißen. Zumindestens, was Frankreich angeht.

Man kann TGV-Fahrscheine auch unmittelbar vor der Abfahrt kaufen (es gibt sogar eigene Verkaufsschalter "départ immédiat", wo nur diese Fahrscheine verkauft werden - noch expresser als die Expressschalter, die es mal bei uns eine Zeitlang gab und wo sich trotzdem jeder hinstellte.).

Für Monsieur Dupont macht es kaum einen Unterschied, einen ICE- oder einen TGV-Fahrschein zu kaufen, ob 90 Tage oder kurz davor. (Ich habe mal nen TGV-Fahrschein 1min vor Abfahrt bekommen. Und den pünktlich abfahrenden Zug noch gekriegt. Man war jung.) Das einzige Unterschied ist, dass man im TGV einen Sitzplatz bekommt. Ausverkaufte TGV scheinen selten zu sein; zu Stoßzeiten fahren einfach mehr Züge.

! Sinn

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 03.09.2011, 13:46 (vor 5331 Tagen) @ Felix

??? Tut mir leid, ich sehe weder den Sinn in Deiner Argumentation noch den Zusammenhang zum Thema.

Gut. Ich sehe auch Sinn in Deiner Argumentation, eine Strecke einstellen zu wollen, bloß weil 99,9 % der Eisenbahnreisenden nicht auf ihr fahren. Ich wollte mich lediglich auf eine logische Ebene wie Du bewegen, was mir ja offenbar gelungen ist.

Nach meiner Erfahrung werden solche Nebenbahnen mit Zweistundentakt von Autofahrern sowieso immer gemieden.

Bei Magdeburg - Loburg sollte man nicht den derzeitigen Notfahrplan als Basis nehmen. Ein Zweistundentakt mit Abweichungen, wonach der Zug dann fährt, wenn die Mehrheit der Reisenden fährt, kann durchaus Fahrgäste vom Auto anziehen. Er muß es aber nicht, das hängt von der Strecke ab.

Im übrigen erinnerst Du mich irgendwie an einen Nutzer von DSO, der auch immer mit seltsamen Dingen kommt.

Viele Grüße, Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Attraktiver HGV in Deutschland

Maggus, Ravensburg (Württ), Samstag, 03.09.2011, 13:53 (vor 5331 Tagen) @ BR_103

Schau mal zu gegebener Zeit aus dem Fenster, was auf der A3 so alles geht, bzw. es nicht vorwärts geht.

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Montabaur - Brüssel direkt

Maggus, Ravensburg (Württ), Samstag, 03.09.2011, 13:59 (vor 5331 Tagen) @ BR_103
bearbeitet von Maggus, Samstag, 03.09.2011, 14:00

Lasst doch in Zukunft ICE an JEDER Milchkanne halten, dann kann sich wenigstens kein Kommunal Politiker mehr beschweren. Was soll´s wenn dann die Reisezeiten in den Keller gehen und wieder mehr Leute dafür in die Luft um die notleidenden Flugverkehrsgesellschaften zu unterstützen.

Bist Du ein emotionaler Flugzeughasser?
Welche notleidenden Fluggesellschaften? Mir fällt da innerdeutsch nur die insolvente Hamburg International ein und die fliegt wieder als Hamburg Airways. Höchstens noch die Cirrus Airways und die Air Berlin, aber da ist ja jetzt ein harter Sanierer am Drücker.

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In Österreich ist die Robin Hood (aus Graz) vor kurzem pleite gegangen (Rufzeichen "Sherwood" *g*). Sonst gehts allen gut, bis die nächste Marktbereinigung stattfindet.

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Alle Möglichkeiten nutzen.

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 14:04 (vor 5331 Tagen) @ sfn17

Ich blieb im Kontext.

In den TGV kannst Du nur bei im voraus gekauften Ticket steigen, wenn es denn dann noch eines gibt.
Stundenlanges Warten ..... und dann Ticketpreise von 90 Euro, hossa.
Beneiden tun wir Deutschen das nicht.

Öfter

Redesign, Samstag, 03.09.2011, 14:05 (vor 5331 Tagen) @ indy3

Tickets für 29 Euro (hin und zurück fast 60 Euro) bzw. 39 Euro (hin und zurück fast 80 Euro) ICE gibt es deutlich seltener als Tickets für 99 Euro Flug Lufthansa innerdeutsch - jedenfalls meine Strecken.

Beachte auch die Zeitersparnis beim Fliegen.

Mehr Platz wirst Du bei weniger Fahrgästen auf Dauer nicht haben, denn dann stellt die Bahn mal einen Zug ein oder hängt einen Wagen ab.

RE300 International, Luftvorteile

Steffen, Samstag, 03.09.2011, 14:11 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

ein internationaler ICE der in der Pampa hält - unfassbar.


Was ich unfassbar finde, ist dass dieser "RE300 International" ALLE Halte zwischen K-F mitnimmt.

Nicht ganz - Siegburg alias "Bonn ICE" wird ausgelassen ;)
Unfassbar, dass die Siegmetropole vom internationalen Schienennetz abgehängt wird *protest*

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"hoch subventioniert" bedeutet günstig, bezahlbar

Redesign, Samstag, 03.09.2011, 14:17 (vor 5331 Tagen) @ Henrik

Ich denke, das ist nicht vergleichbar. Im stadtnahen Nahverkehr ist es wichtig, dass alle paar Minuten ein Zug fährt - gerade in großen Städten, das ist teuer, und der Fahrgast ist nicht bereit, alle Kosten mit dem Ticketpreis zu zahlen.

Fahre ich hingegen eine weite Strecke, ist Nahverkehr mit diesen häufigen Taktverkehren der U- und S-Bahnen nicht nötig, die RE und RB fahren nur alle 30 Minuten oder alle 6o Minuten, mir bringen die gut vertakteten Bahnen innerhalb der Stadt nichts. Für meine Langstrecke brauche ich den nächsten RE, nicht die alle 5 Minuten fahrenden Busse und (Kurzstrecken-)Bahnen. Trotzdem zahle ich diese mit meinem Nahverkehrsticket mit - unnötigerweise.

Das dürfte auch der Grund sein, warum im Fernverkehr die Sonderangebote deutlich günstiger sind als die Nahverkehrsangebote auf weiten Strecken - auch das QdL-Ticket kann man ja in der Regel unterbieten, wenn man etwas sucht.

Keine Zustimmung

Redesign, Samstag, 03.09.2011, 14:25 (vor 5331 Tagen) @ indy3

Manchmal gibt es einfach Sachzwänge wie Wochenende und Wochenendpendler, diese Züge werden immer gefragt sein - ansonsten sollte die Bahn erst einmal versuchen, die leeren Frühmorgen-Züge zu füllen - gerne mit Sonderangeboten, weil die gelten oft erst zur Rush-Hour, und da greifen die Leute natürlich zu. Ist ja meistens auch etwas bequemer, man kann ein oder zwei Stunden mehr Schlaf finden und noch Geld sparen.

Die meisten sind ja nicht dafür, den Durchschnittspreis herunterzusetzen, sondern nur die Normalpreis-Mondpreise, die neue Kunden nur abschrecken, zu verringern.

Attraktiver HGV in Deutschland

ICE-T-Fan, Samstag, 03.09.2011, 14:29 (vor 5331 Tagen) @ Oscar (NL)

Es ist aber so. Viele Leute arbeiten mittlerweile dank KRM in Köln oder Frankfurt und wohnen in Limburg oder Montabaur oder Umgebung.


Ist-Zustand: Linie 41a nonstop, Linie 41b langsam (Halt in MT und LM).
Ansatz: zweistündlich "RE300" + HVZ-Verstärker, dafür die stündliche Linie 41 immer nonstop.

Dann haben MT und LM die ihnen passenden Züge, und die FV-Linie K-N-M ist schnell und auch immer gleich schnell.


Würde extra Tfz benötigen, die man nicht hat.

Mit den Linien 42 und 43 hat man doch stündlich eine Linie, die auf der KRM nirgends (außer Siegburg/Bonn, aber der hat schon seine Berechtigung) hält.

Dazu noch alle zwei Stunden eine Linie die nicht mal in Siegburg/Bonn hält.

Das sind 1,5 Züge pro Stunde und Richtung.

gruß,

Oscar (NL).

Nicht nur aber hauptsächlich

ICE-T-Fan, Samstag, 03.09.2011, 14:34 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Nicht nur aber hauptsächlich.

Die Leute die weder Auto haben noch regelmäßig mit der Bahn fahren kannst übertrieben gesprochen an einer Hand abzählen. Entweder man hat ein Auto oder hat eine wie auch immer geartete ÖPNV-Zeitkarte.

Daher kann die Bahn am ehesten davon profitieren, wenn möglichst viele Autofahrer in die Bahn steigen. Und dafür braucht es einheitliche und einfache Tarife. Am besten sind da Zeitkarten, wo man nicht vor jeder Fahrt eine Fahrkarte kaufen muss, was die Sache vereinfacht.

Dazu noch dichten Zugtakt, damit die Reisezeiten etwas individualisiert werden können, und schon hat man eine Konkurrenz zum Auto.

Teuerung der Normalpreise seit PEP?

Felix, Göttingen, Samstag, 03.09.2011, 18:04 (vor 5331 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Felix, Samstag, 03.09.2011, 18:04

Genau das meinte Fabian doch mit seiner rhetorischen Frage.

Wenn das eine rhetorische Frage war, dann hab ich das nicht bemerkt. Weil ich nicht weiß, worauf sie sich beziehen hätte sollen.

Die Ausgangssituation war also ähnlich wie heute, mit dem viel zu hohen Normalpreis, der eine wesentliche Motivation für PEP war. Nachdem PEP scheiterte, hat man die Preissenkungen m.W. wieder zurückgenommen, genaue Zahlen weiß ich aber nicht.


Nein, hat man nicht. Die Normalpreise blieben gleich günstig.

Der Wikipedia-Artikel weiß schon von Fahrpreiserhöhungen nach der Korrektur an PEP zu berichten.

Als PEP eingeführt wurde, war vielen Beobachtern von Anfang an klar, daß damit viele Kunden vergrault werden würde. Damals habe ich in Foren usw. viele Vorschläge für andere Preissysteme gelesen. Die Leute wollten sehr wohl eine Änderung des Preissystems, aber eben nicht diese.


Die Hauptkritik richtete sich auf die Streichung der BC50.

Nein, die Kritik richtete sich gegen die Unmöglichkeit, spontan zu bezahlbaren Preisen verreisen zu können. Die BC50 ist nur ein denkbarer Weg, dies zu ermöglichen.

Es ist nun wirklich nicht schwer, sich ein anderes Preissystem auszudenken, das Auslastungssteuerung betreibt, aber ohne Frühbuchungs- und Zugbindungszwang sowie exorbitante Normalpreise auskommt.


Na dann.....dann mach mal.
Nur komisch, dass sie nicht umgesetzt werden, weder bei der Bahn noch sonstwo.

Da ist nichts komisches dabei. Ich verstehe durchaus, warum die Bahn sie nicht umsetzt. Deswegen muß ich das Preissystem der Deutschen Bahn noch lange nicht gutheißen.

Ziel - möglichst viele Bahnfahrer!

gus78, Samstag, 03.09.2011, 18:15 (vor 5331 Tagen) @ Blackcard

Natürlich sind die Normalpreise unfaßbarer Wucher. Selbst mit BC50 noch pervers...

Spontane
Gelegenheitsfahrer werden offenbar konsequent und systematisch von der Schiene ferngehalten ind zum Auto getrieben. Traurig.

So sehe ich das auch. Und wenn wir uns als Ziel setzen, möglichst viele Menschen von der Straße auf die Schiene zu holen (mit entsprechendem Kapazitätsausbau), verfehlen wir dies mit den derzeitigen Preisen.

keine besondere Teuerung der Normalpreise seit PEP

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 18:50 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Genau das meinte Fabian doch mit seiner rhetorischen Frage.

Wenn das eine rhetorische Frage war, dann hab ich das nicht bemerkt.
Weil ich nicht weiß, worauf sie sich beziehen hätte sollen.

wusste ich auch nicht - dennoch war es reichlich ersichtlich, dass er die Antwort selbst ganz genau weiß.

Vielleicht wollte er auf die Mär anspielen
"schafft die Sparpreise & solch Irrsinn ab, dann kann der Normalpreis gesenkt werden".
......und es war eben genau das Gegenteil der Fall damals - mit den neuen billigen Tarifen wurde der Normalpreis drastisch gesenkt...um bis zu 25%.

Die Ausgangssituation war also ähnlich wie heute, mit dem viel zu hohen Normalpreis, der eine wesentliche Motivation für PEP war. Nachdem PEP scheiterte, hat man die Preissenkungen m.W. wieder zurückgenommen, genaue Zahlen weiß ich aber nicht.

Nein, hat man nicht. Die Normalpreise blieben gleich günstig.

Der Wikipedia-Artikel weiß schon von Fahrpreiserhöhungen nach der Korrektur an PEP zu berichten.

PEP war 2002/2003 - das ist eltiche Jahre her - natürlich gab es seitdem Fahrpreiserhöhungen.
Aber mit der Korrrektur von PEP zum 1.August 2003 gab es keine Veränderungen an den Preisen,
das steht so auch in dem Artikel:
"Die Normalpreise blieben unverändert. Das Niveau der Normalpreise habe laut Bahnangaben etwa dem Tarifniveau von 1994 entsprochen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Preis- und Erlösmanagement Personenverkehr

Es wurden also keine Preissenkungen wieder zurückgenommen und das Vor-PEP-Niveau haben wir erst seit kurzem jüngst wieder.

Als PEP eingeführt wurde, war vielen Beobachtern von Anfang an klar, daß damit viele Kunden vergrault werden würde. Damals habe ich in Foren usw. viele Vorschläge für andere Preissysteme gelesen. Die Leute wollten sehr wohl eine Änderung des Preissystems, aber eben nicht diese.

Die Hauptkritik richtete sich auf die Streichung der BC50.

Nein, die Kritik richtete sich gegen die Unmöglichkeit, spontan zu bezahlbaren Preisen verreisen zu können. Die BC50 ist nur ein denkbarer Weg, dies zu ermöglichen.

Ja, was denn nun? Also doch die BC50? Genau, so war es. Dann sag aber nicht Nein.^^
Die Hauptkritik richtete sich auf die Streichung der BC50 und diese gab es dann folglich ab August 2003 auch wieder.

Es ist nun wirklich nicht schwer, sich ein anderes Preissystem auszudenken, das Auslastungssteuerung betreibt, aber ohne Frühbuchungs- und Zugbindungszwang sowie exorbitante Normalpreise auskommt.

Na dann.....dann mach mal.
Nur komisch, dass sie nicht umgesetzt werden, weder bei der Bahn noch sonstwo.

Da ist nichts komisches dabei. Ich verstehe durchaus, warum die Bahn sie nicht umsetzt. Deswegen muß ich das Preissystem der Deutschen Bahn noch lange nicht gutheißen.

.....sicher, Du musst gar nichts.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 19:35 (vor 5331 Tagen) @ Redesign

Zu ALG2-Empfänger:
Ich denke nicht, dass der Normal-HartzIV-Empfänger ohne Arbeit überhaupt darüber nachdenkt, groß zu verreisen geschweige denn 1. Klasse Fernverkehrstickets zu kaufen. Das ist einfach nicht machbar bei dem Regelsatz - wobei "Hobby" für mich auch bedeutet, er fährt oft - das ist mit dem Regelsatz nicht finanzierbar. Oder hat er kein Telefon, kein Internet, heizt nicht, braucht kein Essen, keine Kleidung, kein Strom, natürlich auch keine Zeitung, keine Waschmaschine, keine Schuhe, kein Sportverein etc.? Dass HartzIV-Empfänger ihr Bankkonto überziehen können ist auch sehr unwahrscheinlich.

hm. jeder Normal-HartzIV-Empfänger wird darüber nachdenken, 1-2 Mal zu verreisen innerhalb von 2 Jahren (siehe Malle) und das sollte er auch (besser nicht Malle^^).
Und mit einer Schnupper-BahnCard50First für umsonst ist sicher auch mal eine 1.Klasse Fahrkarte zum Normalpreis drin - beim Sparpreis sowieso (kenn einige solche Fälle). Das ist locker machbar - um Hobby gehts hier nicht.
Telefon kostet heute nichts, Internet gibts auch für umsonst bis paar Euro, bei Alice, Tchibo, Aldi & Co. Übermäßig heizen sollte man nicht (aber auf jeden Fall sehr gut lüsften!) und zahlt eh das Amt. Essen sollte man gut, aber gesund essen ist meistens auch günstig (keine Fertigsachen, kein McD & Co!). Kleidung gibts gut und günstig beim Flohmarkt, Kik, C&A & Kilowaren-Läden, Schuhe ebenso wie auch bei Deichmann. Stromkosten fallen kaum an, wenn kein TV, kein PC, keine Stereoanlage in Dauerbetrieb ist. Waschmaschine braucht man wirklich nicht und Zeitung auch nicht, beißt sich eh mit Internet und kann in der BahnLounge in Massen gelesen und mitgenommen werden. Das mit dem Konto-Dispo ist ne Frage, was vor HartzIV da war - sollte in der Regel kein Problem sein. Auch Kreditkarte ist drin - man sollte nur mit dem Geld auch umgehen können und keine Leichen im Keller haben.^^
Sportverein ist gut und richtig - die 5 Euro sollten drin sein - für die Kinder wirds ja sogar bezahlt vom Staat.

Also möglich ist vieles..... klar sieht die Realität beim "Normalo" ganz anders aus..

Bei LTur kommen immer noch die Nahverkehrsverbindungen zum Fernverkehrsbahnhof dazu, das vergessen viele.

...es sei denn man wohnt in einer Großstadt mit Fernverkehrsbahnhof.

Zu Fahrpreisen:
--------------
Natürlich sollte die Fahrt nicht umsonst sein, nur mal ein einfaches Rechenbeispiel:
Die Bahn läßt einen Zug mit 100 Plätzen frühmorgens fahren, 10 Fahrgäste steigen ein, zahlen jeweils 80 Euro, Gesamteinnahme 800 Euro.
90 hätten noch Platz. Aber der hohe Preis schreckt eben viele ab, vor allem ist das Auto noch deutlich günstiger.

Jetzt senkt die Bahn die Preise auf 40 Euro für alle, die Bahnfahrt ist jetzt preislich dem Auto überlegen: Nachfrage auf Plätze in diesem Zug steigt sofort auf 50 Fahrgäste: Gesamteinnahme 2000 Euro.
Und es hätten immer noch 50 Platz.

Eine gute Leistung wird gut bezahlt, 1200 Euro mehr als vorher verdient.
Das heisst noch lange nicht, dass das einzelne Ticket viel kosten muß.

......und doch recht theoretisch hypothetisch.
Wir haben nicht die 80-Euro Situation und es kommt noch so einiges anderes hinzu.
Aber es zeigt gut den Sinn der Sparpreise.

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

safe go, Chemnitz, Samstag, 03.09.2011, 19:36 (vor 5331 Tagen) @ Felix

Nö. Nur weil der Nahverkehr hoch subventioniert ist, ist er noch lange nicht günstig. [...] sondern sauteuer.

superextremextrateuer?
Entweder es wird bezahlt, was es kostet oder wir verschulden uns noch schneller, weil die Subventionen wieder steigen müssen. Ich gebe zu, dass die DB von ihrem Gewinn gerne was in geringere Fahrpreise stecken könnte. ;-)

S21 Demo in Stuttgart

BR_103, Samstag, 03.09.2011, 19:50 (vor 5331 Tagen) @ Maggus

.........mache ich doch gerne - aber für Stuttgart 21 und gegen Kurzsichtigkeit

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

Henrik, Samstag, 03.09.2011, 20:05 (vor 5331 Tagen) @ safe go

Nö. Nur weil der Nahverkehr hoch subventioniert ist, ist er noch lange nicht günstig. [...] sondern sauteuer.

superextremextrateuer?

^^

Entweder es wird bezahlt, was es kostet oder wir verschulden uns noch schneller, weil die Subventionen wieder steigen müssen.

.....oder wir fahren die Subventionen runter - dann verschulden wir uns auch weniger.

Ich gebe zu, dass die DB von ihrem Gewinn gerne was in geringere Fahrpreise stecken könnte.

welchen Gewinn?
Da begrüße ich da doch eher die 330 Mio Euro für Kunden- und Qualitätsoffensive

OT: für PV stillzulegende Bahnstrecken in NDS

michael_seelze, Samstag, 03.09.2011, 23:00 (vor 5331 Tagen) @ Felix

...sollen die dort lebenden Einwohner auf den Zug verzichten? Genausogut kann man die Strecke Göttingen - Bodenfelde einstellen, da wollen auch 99,9% der Bevölkerung nicht hin. Aber ich vergaß, liegt ja im Westen. Hauptsache der Osten wird beim Eisenbahnverkehr abgehängt...

Eher als Göttingen-Bodenfelde wären allerdings Northeim-Bodenfelde und vielleicht auch Seesen-Herzberg stillzulegen, denn diese Strecken werden nun mal noch weniger genutzt.

Zu Göttingen-Bodenfelde:
Durchaus sinnvoll, wenn man z.B. nach Paderborn möchte, wie ich neulich und nicht den Umweg über Kassel nehmen möchte.
Seesen-Herzberg ist für den touristischen Verkehr (Harzrand) wichtig.

Bus teilweise schneller als Bahn

Sputnik, Overath, Samstag, 03.09.2011, 23:09 (vor 5331 Tagen) @ Sören Heise

Außerdem empfehle ich Dir, mal 41 Kilometer im Bus zu fahren und mit dem Zug zurück.


Geht mit dem Bus teilweise schneller als mit der Bahn.

Beispiel Schladern (Sieg) --> Gummersbach

Mit der Bahn bist du zwischen 30 und 45 Minuten länger unterwegs (Umstieg in Köln), als mit dem Bus (Umstieg in Waldbröl)

Das Problem ist etwas komplexer

Holger2, Samstag, 03.09.2011, 23:27 (vor 5331 Tagen) @ gus78

Hallo,

wenn die Preise billiger werden, werden wahrscheinlich auch mehr Leute Bahnfahren - und zwar auf den heute schon sehr gut ausgelasteten und attraktiven Hauptstrecken in den Ballungsräumen. Auf diesen Strecken sind allerdings schon alle Trassen vergeben und auch meist keine längeren Züge mehr möglich, so dass die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken erschöpft sind.
Kleine Strecken sind ja in erster Linie wegen der wenigen Fahrten und der langen Dauer zumeist unattraktiv.
Es ist heute schon so, dass viele Menschen zwischen Mannheim und Frankfurt stehen müssen.

Holger

Ich hätte lieber...

Frank Augsburg, Ansbach, Samstag, 03.09.2011, 23:34 (vor 5331 Tagen) @ Felix

...eine funktionierende Bahn!

Servus,

eine funktionierende Bahn hätte freilich ihren Preis, aber es ist ja nicht gesagt, daß der höher liegen müßte als heute.
Was verstehe ich unter einer funktionierenden Bahn?
- Eine Bahn, welche die Anschlüsse sicherstellt.
- Eine Bahn, die auf sich auch kurzfristig ändernde Nachfrage flexibel reagieren kann und zwar in der Art, daß entweder die Züge verlängert, und/ oder aber die Takte zeitweise halbiert werden.
- Eine Bahn, die nicht gleich vor den ersten Schneeflocken kapituliert.
- Eine Bahn, die insgesamt für ihre Kundschaft da ist. Von den Zugbegleitpersonalen, den Aufsichten, kurz: allen im Service und Betrieb kann ich das uneingeschränkt bejahen (Ausnahmen: schweigen wir drüber). Aber wie sieht es mit den Etagen "darüber" aus...?
- Eine Bahn, die alles in allem zuverlässig ist.
- Eine Bahn, die wenigstens so attraktiv ist, die Stammkundschaft zu halten und zufrieden zu stellen (und auch da sieht es im Hause DB alles in allem nicht gut aus).
Eine (DB) Bahn, die all das sicherstellen kann, wäre die Bahn, die ich mir wünsche. Wobei ich auch weiß: Vom Zustand "Heute" zu diesem "Ideal" geht es nicht von heute auf morgen. Dazu bedarf es viel mehr Menschen innerhalb und außerhalb dieses Konzerngebildes "Bahn", die sprichwörtlich "mitdenken".
Wobei: So schlecht wie oftmals dargestellt ist unsere DB ja gar nicht. Wenn ich mir die Fahrtenbücher der letzten vier Jahre so ansehe, so fällt mir auf:
- Der Frank hat meistens (und vernünftigerweise) eine gewisse Verspätungsresistenz in seine Reisen eingebaut. Das sollten eigentlich alle Reisenden tun, das sollten aber auch die Auskünfte tun. Es gibt so gewisse "Anschlüsse", die dazu angetan sind, so gut wie nie zu klappen...
- Der Frank "verdankt" teilweise exorbitante Verspätungen über das Jahr wirklich einzelnen "Krachern", wo es gleich mal mit +60...+240 zur Sache ging.
Und was das Fahrtenbuch nicht sagt, aber die Notizen: Es empfiehlt sich immer, auf Eventualitäten gefaßt zu sein, also sprich: Hab was zu essen und zu trinken mit, ein Buch einstecken, evtl. eine Jacke zum Überziehen, wenn die Klimaanlage mal wieder wohlige Kühle spendet... Und wenn eine lange Reise ansteht, dann saufe ich mir am Abend vorher garantiert nicht Birne zu. Weil: Wenn die Klimaanlage ausfällt, ist dann kreislaufmäßig Feuer unterm Dach.
Soll heißen: Mit einer Bahnreise buche ich ja nicht das Rundum- sorglos- Paket. Irgendwas kann immer passieren, sei es in Verantwortung der Bahn, sei außerhalb deren Verantwortung.
Es geht ja noch weiter. Vieles, was der Bahn angelastet wird, kann sie gar nicht beeinflussen. Zum Beispiel das Bestellverhalten der Landesverkehrsgesellschaften im Regionalverkehr. Zum Beispiel die Planungsabläufe behördlicherseits bei Neu-/ Umbauvorhaben. Komisch: bei Straßen geht das irgendwie schneller.
Und so weiter.
Auto und Bahn gegeneinander auszuspielen wird auch nicht funktionieren, schon gar nicht in einem Autoland gewordenen Deutschland. Ohne Auto wird es nicht funktionieren, ob es mir persönlich nun paßt oder nicht, ob ich mir das anders wünschte oder nicht. Etwas mehr Sinn im Miteinander (nennt man: Verknüpfungen) aber darf ich mir doch wünschen, oder?

Beste Grüße aus Ansbach
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

sfn17, Sonntag, 04.09.2011, 01:08 (vor 5331 Tagen) @ Henrik

Hübsch geschrieben.

Aber was soll das sein:

Waschmaschine braucht man wirklich nicht

Schon mal versucht, ohne Waschmaschine zu leben? Waschsalon ist auf Dauer viel zu teuer;
Alternativ kleidet man sich alle drei Tage (nicht seltener) bei kik neu ein. Sonst müffelts.

Oder Du wäschst jeden Abend auf dem von der Uroma geerbten Waschbrett die komplette Kleidung des Tages (von Unterhose bis Pullover [Sarrazinmethode, um die Heizkosten zu senken]) und hängst sie über Nacht auf. Mal davon abgesehen, dass die heutzutage produzierte Kleidung mit dem ganzen Synthetik und sonstigem Zeugs gar nicht für solche altertümlichen Waschmethoden geeignet ist und schnell kaputt ist.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

Henrik, Sonntag, 04.09.2011, 02:29 (vor 5331 Tagen) @ sfn17

...hab ja auch eher geschrieben, was möglich ist - darum gings ja auch.^^

Hübsch geschrieben.

Aber was soll das sein:

Waschmaschine braucht man wirklich nicht

Schon mal versucht, ohne Waschmaschine zu leben?

das versuch ich seit Jahrzehnten ..... und zwar sehr gut.
In unserer Anlage sind Waschmaschinen (+Trockner) im Keller
und deren Nutzung empfehle ich auch sehr jedem neuen Nachbar.
Kenne einige HartzIV(o.ä)-Empfänger hier.

Waschsalon ist auf Dauer viel zu teuer;
Alternativ kleidet man sich alle drei Tage (nicht seltener) bei kik neu ein. Sonst müffelts.

Oder Du wäschst jeden Abend auf dem von der Uroma geerbten Waschbrett die komplette Kleidung des Tages (von Unterhose bis Pullover [Sarrazinmethode, um die Heizkosten zu senken]) und hängst sie über Nacht auf.

Na, ich hoffe mal, Du wäscht nicht jeden Tag Deine Wäsche ... und auch nicht alle 3 Tage.

Mal davon abgesehen, dass die heutzutage produzierte Kleidung mit dem ganzen Synthetik und sonstigem Zeugs gar nicht für solche altertümlichen Waschmethoden geeignet ist und schnell kaputt ist.

kommt halt auf die Qualität drauf an ..... dafür sind die billigen Sachen dann auch sehr billig.

Ich auch... Danke!

Kai_ME, Null-zwo-elf, Sonntag, 04.09.2011, 06:45 (vor 5330 Tagen) @ Frank Augsburg

- kein Text -

--
I am older now, but still running against the wind...

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

safe go, Chemnitz, Sonntag, 04.09.2011, 08:23 (vor 5330 Tagen) @ Henrik

Entweder es wird bezahlt, was es kostet oder wir verschulden uns noch schneller, weil die Subventionen wieder steigen müssen.


.....oder wir fahren die Subventionen runter - dann verschulden wir uns auch weniger.

Was dazu führt, dass die ÖPNV-Unternehmen pleite gehen ...

Ich gebe zu, dass die DB von ihrem Gewinn gerne was in geringere Fahrpreise stecken könnte.


welchen Gewinn?
Da begrüße ich da doch eher die 330 Mio Euro für Kunden- und Qualitätsoffensive

Ist Quersubventionierung im DB-Konzern nicht erlaubt?

teilweise Zustimmung

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 10:00 (vor 5330 Tagen) @ indy3

Eine Verbesserung wäre für mich die Abschaffung von Aktions/Sonderangeboten/Sparpreisen Irrsinn. Also eher noch eine Anhebung der Durchschnittspreise, um das Problem überfüllter Züge zu entschärfen.

Ja, so wird Fahrkartenkauf eine Lotterie.
Nein, mit ASSI ("Aktions/Sonderangeboten/Sparpreisen Irrsinn") steuert man die Auslastung. Bei uns gibt es doch auch Blokker- und Kruidvat-Tickets?

Es gibt Züge die überfüllt sind, und Züge die meistens leer rumkutschieren. Eine 1x403 Zugfahrt mit 100% Auslastung bringt weit mehr Moneten in die Schublade als eine 1x403 Zugfahrt mit 10% Auslastung, während der Unterschied in Kosten dieser beiden Zugfahrten s.i.w. nur marginal ist (CMIIW).
Mit ASSI versucht man das irgendwie zu steuern.

Es gibt aber nebst ASSI weitere Verfahren zur Auslastungssteuerung:

1. NS bietet generell 40% Rabatt außerhalb der HVZ an.
2. NS-Züge bestehen aus relativ kurze Triebwagen-Einheiten (50-150 m) die in Mehrfachtraktion verkehren. Unbenötigte Einheiten werden in einem Zwischenbahnhof abgetrennt. In Belgien ist so ein IC (AM96 Triebwagen) auch noch durchgängig begehbar.

Na gut, Verfahren 2 wird in Deutschland natürlich nicht funktionieren:

a. deutsche ICs sind Wagenzüge -> extra Rangieraufwand der bei Triebwagen nicht benötigt ist. Na gut, mit den neuen IC-Triebwagen wird das besser.
b. ICE-Einheiten sind 200 m lang und nicht trennbar.
c. Kürzere ICEs geht nicht: Otto ist länger unterwegs als Jan und braucht daher ein Bordrestaurant. Würde ein ICE aus 4 Einheiten je 100 m bestehen, dann gäbe es 4 Restos die man "bemenschen" müßte.
d. durchgängige IC-Triebwagen sind nicht schnittig geug für einen >200 km/h Betrieb.

Zuletzt möchte ich noch hinweisen, dass DB mit ASSI Kunden erreichen kann, die ansonsten wohl nie Bahn fahren würden.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Zeitersparnis beim Fliegen

Matze86, München, Sonntag, 04.09.2011, 10:16 (vor 5330 Tagen) @ Redesign

Tickets für 29 Euro (hin und zurück fast 60 Euro) bzw. 39 Euro (hin und zurück fast 80 Euro) ICE gibt es deutlich seltener als Tickets für 99 Euro Flug Lufthansa innerdeutsch - jedenfalls meine Strecken.

Darf man fragen, auf welchen Relationen du fliegst?

Beachte auch die Zeitersparnis beim Fliegen.

Wenn der Flughafen am Adw (wie z.B. in München) ist, dann ist die Zeitersparnis gar nicht mehr hoch...

Man muß es aber nicht übertreiben.

fuchur, Sonntag, 04.09.2011, 10:34 (vor 5330 Tagen) @ liebe70

Seit wann hat das Fahrgastrechteformular 12 Seiten?

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperbel_(Sprache)


[Betreff:] Man muß es aber nicht übertreiben.

HA HA, das rettet meinen Tag! Mit einer Hyperbel muss man einfach wirklich nicht so übertreiben ... ;-)

Aufgehellte Grüße, Fuchur

Ziel - möglichst viele Bahnfahrer?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 10:41 (vor 5330 Tagen) @ gus78

Und wenn wir uns als Ziel setzen, möglichst viele Menschen von der Straße auf die Schiene zu holen (mit entsprechendem Kapazitätsausbau)...

Nur schade, dass die Schiene im Allgemeinen nicht bis vor die Garage neben der Haustür kommt.
Dort kommt aber die gummibereifte, mineralölgefeuerte Privatbahn.

Wir brauchen ALLE Modalitäten: Bahn, Bus, Auto, Flugzeug.
Die Bahn bringt mich weder nach Gran Canaria, noch nach Clausthal-Zellerfeld, noch zu Dörfern wo kein Bus kommt; jede Modalität hat ihr Aufgabenpaket.

Bei der Bahn muss man zuerst die Frage stellen, was deren Aufgaben sind, bevor man Leute zu einer Bahnfahrt verführen kann.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Zeitersparnis beim Fliegen

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 10:45 (vor 5330 Tagen) @ Matze86

Wenn der Flughafen am Adw (wie z.B. in München) ist, dann ist die Zeitersparnis gar nicht mehr hoch...

Doch, wenn mein Büroblock unmittelbar am Flughafen ist.
Dann erspare ich mich die S-Bahnfahrt, die der Bahnreisende machen muss.

Nicht umsonst haben viele Multinationals ihre NL-Vertretung in Hoofddorp, unmittelbar an Schiphol Airport.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Zeitersparnis beim Fliegen

Matze86, München, Sonntag, 04.09.2011, 11:10 (vor 5330 Tagen) @ Oscar (NL)

Wenn der Flughafen am Adw (wie z.B. in München) ist, dann ist die Zeitersparnis gar nicht mehr hoch...


Doch, wenn mein Büroblock unmittelbar am Flughafen ist.
Dann erspare ich mich die S-Bahnfahrt, die der Bahnreisende machen muss.

Nicht umsonst haben viele Multinationals ihre NL-Vertretung in Hoofddorp, unmittelbar an Schiphol Airport.

In den meisten Fällen muss man aber noch in die Stadt ;)

Das Problem ist etwas komplexer

Felix, Göttingen, Sonntag, 04.09.2011, 12:17 (vor 5330 Tagen) @ Holger2

wenn die Preise billiger werden, werden wahrscheinlich auch mehr Leute Bahnfahren - und zwar auf den heute schon sehr gut ausgelasteten und attraktiven Hauptstrecken in den Ballungsräumen. Auf diesen Strecken sind allerdings schon alle Trassen vergeben und auch meist keine längeren Züge mehr möglich, so dass die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken erschöpft sind.

Da würden mich konkrete Beispiele interessieren. Ich vermute nämlich, daß die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken nur aufgrund von Zwängen, die man sich selbst geschaffen hat, erschöpft sind. Geschaffen, um das Angebot möglichst attraktiv zu gestalten, ein Luxus also, der aber nicht unbedingt notwendig wäre. Denn im Prinzip kann eine Eisenbahnstrecke ja schon sehr große Menschenmassen befördern, wenn nur das Betriebskonzept darauf ausgelegt ist.

Es ist heute schon so, dass viele Menschen zwischen Mannheim und Frankfurt stehen müssen.

In den ICEs? Oder in den REs? Warum kann man die nicht verlängern?

Es wird ja eine NBS geplant, aber ich glaube, wenn man wirklich wollte, ließe sich selbst mit den vorhandenen Strecken eine Lösung finden, nur daß man dafür anderswo Einschränkungen in Kauf nehmen müsste. (Vielleicht S-Bahn-Verkehr auf der Strecke aufgeben und die S-Bahn-Halte vom Regionalzug mitbedienen lassen?)

Fahrpreise heute auf Einnahmenmaximierung optimiert

Felix, Göttingen, Sonntag, 04.09.2011, 12:29 (vor 5330 Tagen) @ gus78

So sehe ich das auch. Und wenn wir uns als Ziel setzen, möglichst viele Menschen von der Straße auf die Schiene zu holen (mit entsprechendem Kapazitätsausbau), verfehlen wir dies mit den derzeitigen Preisen.

Es ist ja so, daß die Fahrpreise heute auf Einnahmenmaximierung optimiert sind und nicht etwa auf eine Erhöhung des Modal-share der Eisenbahn. Im Fernverkehr ist dies so, weil die DB ein gewinnorientiertes Unternehmen ist, aber auch im Nahverkehr sehen die Länder ihre Aufgabe darin erfüllt, ein möglichst großes Zugangebot anzubieten. Ob die Fahrgäste sich dieses Angebot auch leisten können und wollen, sehen sie nicht mehr als ihr Problem an und übernehmen einfach den PK C-Tarif der Deutschen Bahn. Und wenn ich mich nicht täusche, ist dieser ebenfalls auf Einnahmenmaximierung optimiert.

Grundsätzlich ist aber auch die Maximierung des Modal-share nicht notwendigerweise das einzig richtige Ziel, um das Bahnsystem danach auszurichten. Die Bevölkerung sollte mit ihrem Bahnsystem auch zufrieden sein, und die Möglichkeit, jederzeit spontan preisgünstig verreisen zu können, ist ein Wert an sich.

Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

sfn17, Sonntag, 04.09.2011, 13:22 (vor 5330 Tagen) @ Henrik

Schon mal versucht, ohne Waschmaschine zu leben?


das versuch ich seit Jahrzehnten ..... und zwar sehr gut.
In unserer Anlage sind Waschmaschinen (+Trockner) im Keller
und deren Nutzung empfehle ich auch sehr jedem neuen Nachbar.

Also lebst Du nicht ohne Waschmaschine.^^

Es hat längst nicht jede Mehrbewohnerimmobilie, auch nicht jeder Plattenbau, einen Waschmaschinenkeller. Man kann natürlich gezielt in so eine Genossenschaft etc. umziehen.

Wieviel kostet bei Euch ein Waschmaschinengang? Wir in der WG haben eine Marken-WaMa (optisches Bj. ca. 2000) für 150€ per A&V gekauft, nachdem die letzte WaMa "ausgezogen" ist.

Ich behaupte schlankweg, dass über die Laufzeit eine eigene WaMa deutlich billiger kommt. Die Dinger sind extrem robust, und selbst dann haben wir unsere WaMas immer noch alle selbst repariert gekriegt.

Der Waschmaschinenkeller in einer Genossenschaft hat ja nur den Sinn, kleinere Wohnungen anlegen und diverserlei "Unsinn" verpeilter Mieter (Überschwemmung aufgrund geplatzter Schläuche etc.) vermeiden zu können.
Wenn man schon genau kalkuliert, muss man auch prüfen, ob eine um 2qm (maximal - für die Stellfläche der WaMa) größere Wohnung und gekaufte WaMa sich nicht doch rechnet. Mal abgesehen von dem Luxus fast ständiger Verfügbarkeit und der Faulheit, nicht mit den Wäschebergen in den Keller runter- und rauftigern zu müssen. (Fahrstuhlkosten könnte man bei der Wohnungssuche auch einsparen^^).

Wie Du selbst siehst, man kann auch auf diesem Level noch Milchmädchenrechnungen machen.


Na, ich hoffe mal, Du wäscht nicht jeden Tag Deine Wäsche ... und auch nicht alle 3 Tage.

Hm. Die logische Entgegnung wäre gewesen: Na, ich hoffe mal, Du hast genügend Kleidungsstücke für mehr als einen Tag und auch für mehr als drei Tage.

Komplex, für den Laien nicht erfaßbar

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 04.09.2011, 13:51 (vor 5330 Tagen) @ Felix
bearbeitet von Sören Heise, Sonntag, 04.09.2011, 13:52

[Für komplett ausgelastete Strecken in den Ballungsräumen] würden mich konkrete Beispiele interessieren. Ich vermute nämlich, daß die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken nur aufgrund von Zwängen, die man sich selbst geschaffen hat, erschöpft sind.

Als Laie ist es sehr schwer zu beurteilen, was Zwänge sind und wie man sie abstellen kann. Das können fehlende Signale sein, eine Weiche an der falschen Stelle oder einfach die Erfordernisse des Taktfahrplanes. Selbst wenn man den aktuellen Bildfahrplan hätte, wird es nicht möglich sein.

Zwischen Frankfurt (gut, Zeppelinheim) und Goddelau-Erfelden hast Du pro Stunde und Richtung
drei ICEs
einen RE
zwei S-Bahnen und
Güterverkehr, dazu einige zusätzliche Reisezüge (Berufsverkehr, Paris). Wenn wir die Güterzüge beiseite lassen, sind das schon drei unterschiedliche Geschwindigkeitsprofile (die S-Bahn wird regelmäßig vom Fernverkehr überholt), die man unterbringen muß ohne die Fahrzeiten für die S-Bahn zu unattraktiv werden zu lassen.

Ein ganz klassiches Beispiel dürfte die Bahnsteigbelegung sein, sei es Frankfurt oder Hamburg im Berufsverkehr. Da können noch so viele Trassen frei sein, es geht kein Zug mehr in den Bahnhof.

Es ist heute schon so, dass viele Menschen zwischen Mannheim und Frankfurt stehen müssen.


In den ICEs? Oder in den REs? Warum kann man die nicht verlängern?

ICE: Keine Fahrzeuge verfügbar.
REs: Keine längeren Züge verlangt im Verkehrsvertrag (so es einen gibt). Durch eine Verlängerung würden die Züge schwerer und somit langsamer, müßten eine neue Trasse bekommen, vielleicht wären für längere Züge auch die Bahnsteige zu kurz.

(Vielleicht S-Bahn-Verkehr auf der Strecke aufgeben und die S-Bahn-Halte vom Regionalzug mitbedienen lassen?)

Ich kann mir vorstellen, daß im Berufsverkehr alle Züge in Lastrichtung sehr gut und mehr besetzt sind. Da wird es nicht möglich sein, einfach mal einen wegzulassen und die Leute in einen anderen reinzustopfen, der nicht um die nötige Zahl Plätze verlängert werden kann. Daß sich für die Pendler im Regionalzug die Fahrzeit verlängern würde, kommt hinzu.

Ich stimme Holger2 zu, daß Preissenkungen eher auf den stark nachgefragten Strecken zu mehr Fahrgästen führen werden, nicht aber (oder in geringerem Maß) auf ohnehin schwach ausgelasteten Verbindungen.

Viele Grüße, Sören

Viele Grüße, Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
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Der preissensible Teil dieser Gesellschaft........

Henrik, Sonntag, 04.09.2011, 14:21 (vor 5330 Tagen) @ sfn17

Schon mal versucht, ohne Waschmaschine zu leben?

das versuch ich seit Jahrzehnten ..... und zwar sehr gut.
In unserer Anlage sind Waschmaschinen (+Trockner) im Keller
und deren Nutzung empfehle ich auch sehr jedem neuen Nachbar.

Also lebst Du nicht ohne Waschmaschine.^^

Ich lebe ohne _eigene_ Waschmaschine - darum gings ja.^^

Es hat längst nicht jede Mehrbewohnerimmobilie, auch nicht jeder Plattenbau, einen Waschmaschinenkeller.

klar, aber darum gings ja nicht. Und wer hier einziehen will, dem preise ich genau diese auch stets als bonus an.

Und bei Dir ist es ja auch eine WG-Waschmaschine.

Man kann natürlich gezielt in so eine Genossenschaft etc. umziehen.

genau.^^

Wieviel kostet bei Euch ein Waschmaschinengang?

50 cent bis 1 Euro .... Trockner 1 Euro - bezuschusst von der Eigentümergemeinschaft.
Blöd ist also, wer das nicht nutzt.

Wir in der WG haben eine Marken-WaMa (optisches Bj. ca. 2000) für 150€ per A&V gekauft, nachdem die letzte WaMa "ausgezogen" ist.

und wann war sie ausgezogen?^^

Ich behaupte schlankweg, dass über die Laufzeit eine eigene WaMa deutlich billiger kommt. Die Dinger sind extrem robust

Die Dinger aus meinem Umfeld hielten alle nicht ewig.
1 Euro ist unschlagbar - da muss ich keine Milchmädchenrechnung aufmachen.

und selbst dann haben wir unsere WaMas immer noch alle selbst repariert gekriegt.

DAS ist in der Tat einiges wert! Respekt!

Der Waschmaschinenkeller in einer Genossenschaft hat ja nur den Sinn, kleinere Wohnungen anlegen und diverserlei "Unsinn" verpeilter Mieter (Überschwemmung aufgrund geplatzter Schläuche etc.) vermeiden zu können.

ja. das "nur" würd ich aber gar nicht so klein schreiben.
Und es kommt seit der Neuzeit auch noch etwas sehr wichtiges hinzu.
Immer wieder kommt es vor, das reichlich verpeilte Mieter (vllt. auch Miteigentümer - von solchen Fällen hab ich aber bisher noch nicht gehört) ihre in ihrer Wohnung gewaschene nasse Wäsche dann in der Wohnung aufhängen, schön alle Türen & Fenster zu.... und sich dann später über die feuchten Wände & anschließenden Schimmel wundern und doch glatt meinen, das käme von außen & wegen schlechter Dämmung^^.
Dann gibts noch die soziale Komponente, wohl hauptsächlich bei älteren Mitbewohnern, die diesen Waschkeller als Klön-Schnack-Raum gerne nutzen..... und es hat was rituelles bei ihnen - dieses wäre gerade bei Arbeitslosen auch ein sehr hilfreicher Punkt, um eben nicht zu isolieren.

Wenn man schon genau kalkuliert, muss man auch prüfen, ob eine um 2qm (maximal - für die Stellfläche der WaMa) größere Wohnung und gekaufte WaMa sich nicht doch rechnet.

s.o. bei den paar cent gibts gar nichts zu rechnen. Den Strom & Heißwasserstrom zahle ich nicht und Wasser ebenso nicht (OK, wir haben noch keine Wasserzähler, aber die kommen demnächst).

Mal abgesehen von dem Luxus fast ständiger Verfügbarkeit und der Faulheit, nicht mit den Wäschebergen in den Keller runter- und rauftigern zu müssen.

Die "fast ständiger Verfügbarkeit" ist bei mir gegeben, es ist fast immer was frei.
Ansonsten trägt ein Eintragen in den Plan auch gut zur Tagesstruktur bei.
Bei Notfällen kann auch das Waschbecken mal herhalten, wie grad in der letzten Woche.
Für das eine T-Shirt hätte ich aber auch eine eigene Waschmaschine nicht angeschmissen.
Bei mir sinds 2,5 Treppen und 100 m Fußweg zum Haus 1, dort halbe Treppe hinunter in Keller.
Wenn mich daran mal eine Faulheit besiegt, dann sollte ich mir ernsthafte Sorgen machen.

(Fahrstuhlkosten könnte man bei der Wohnungssuche auch einsparen^^).

Die sind hier wirklich ein hoher Anteil des Wohngelds - ich nutze ihn so gut wie nie.

Wie Du selbst siehst, man kann auch auf diesem Level noch Milchmädchenrechnungen machen.

genau. und die fällt hier ganz klar für den Waschkeller aus.

Na, ich hoffe mal, Du wäscht nicht jeden Tag Deine Wäsche ... und auch nicht alle 3 Tage.

Hm. Die logische Entgegnung wäre gewesen: Na, ich hoffe mal, Du hast genügend Kleidungsstücke für mehr als einen Tag und auch für mehr als drei Tage.

genau. genau das hoffe ich mal für Dich^^

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

Henrik, Sonntag, 04.09.2011, 14:28 (vor 5330 Tagen) @ safe go

Entweder es wird bezahlt, was es kostet oder wir verschulden uns noch schneller, weil die Subventionen wieder steigen müssen.

.....oder wir fahren die Subventionen runter - dann verschulden wir uns auch weniger.

Was dazu führt, dass die ÖPNV-Unternehmen pleite gehen ...

ja, bzw. eben nicht mehr in dem Maße benötigt werden.
Das wäre eine Folgerung, ja. ja und?

Ich gebe zu, dass die DB von ihrem Gewinn gerne was in geringere Fahrpreise stecken könnte.

welchen Gewinn?
Da begrüße ich da doch eher die 330 Mio Euro für Kunden- und Qualitätsoffensive

Ist Quersubventionierung im DB-Konzern nicht erlaubt?

weiß ich nicht. was sollte der Sinn dahinter sein?
Das forderst Du aber nicht, sondern eine sinnlose Tarifsubventionierung.
Wenn dieser Sinn aber nicht vorhanden ist, dann macht er keinen Sinn.
Eine Tarifänderung macht dann Sinn, wenn er von sich aus Sinn macht.
Anderes wirst Du den Aktionären, dem Vorstand etc. nicht erklären können.
Ansonsten ist nunmal die aktuelle Kunden- und Qualitätsoffensive erheblich wichtiger.

Rhein/Main - Rhein/Neckar

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 14:34 (vor 5330 Tagen) @ Felix

wenn die Preise billiger werden, werden wahrscheinlich auch mehr Leute Bahnfahren [1] - und zwar auf den heute schon sehr gut ausgelasteten und attraktiven Hauptstrecken in den Ballungsräumen. Auf diesen Strecken sind allerdings schon alle Trassen vergeben [2] und auch meist keine längeren Züge mehr möglich [3], so dass die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken erschöpft sind.

Da würden mich konkrete Beispiele interessieren.

Zu [1]: HSL-Zuid. Bei 7,40 Euro Aufpreis für 78 km Amsterdam-Rotterdam möchte keiner dort reisen, aber 2-3 Euro Aufpreis werden manche gerne zahlen.
Zu [2]: viele Strecken in der Schweiz. Dokument dazu (mit großer Grafik, wohl nicht auf Handy anschauen).
Zu [3]: NRW-RE 1 Aachen-Hamm(-Paderborn?)

Ich vermute nämlich, daß die Aufnahmekapazitäten auf diesen Strecken (F-MA) nur aufgrund von Zwängen, die man sich selbst geschaffen hat, erschöpft sind. Geschaffen, um das Angebot möglichst attraktiv zu gestalten, ein Luxus also, der aber nicht unbedingt notwendig wäre.

Bin ich mir nicht sicher.

Zu [2]:
Ja, das geht, denn bei uns verkehren 11-12 Züge pro Stunde zwischen Rotterdam-Den Haag. Abschnitt Schiedam-Rijswijk ist nur doppelspurig. Brechend voll also, aber die Japaner können darum nur lachen: der Hankyu-Express verkehrt schon in 10 Minutentakt als IC und als S-Bahn, mit Sekundenpünktlichkeit.
Nein, das geht nicht, denn in Deutschland sind die Geschwindigkeitsunterschiede größer. In Japan sind alle Züge gleich schnell. Bei uns fahren ICs und RBs nur 140, die eine Cargo pro Stunde 100 und alle Züge müssen in Delft auf 70 runter wegen einer Lafa. Im Falle Riedbahn hat man 100 km/h Cargos, 140 km/h S-Bahnen, 160 km/h RE und 200 km/h Fernverkehr.

Zu [3]:
Ja, das geht, so fahren viele deutsche RE160 mit bestenfalls 5 Dostos und kämpft man um den 6. Dosto, während bei uns schon langer Zeit IC-Dostotriebwagen mit 12 Wagen rumfahren.
Nein, das geht nicht, denn für 12 Wagen ist 320 m Bahnsteig benötigt. Sogar ICE-Bahnhöfe haben nicht immer eine solche Bahnsteiglänge. Bei uns war das relativ leicht machbar: weil unser IC ein gemeinwirtschaftliches Grundangebot ist, konnte Prorail die Notwendigkeit der Bahnsteigverlängerungen leicht verteidigen ("Ja, die Bahnsteige in Driebergen-Zeist müssen 320 m lang sein, damit NS in Stoßzeiten bis zu 12-Wagen-ICs dort halten lassen kann").
Zudem habe ich in Erinnerung, dass in Deutschland ab 7 Wagen ein zweiter ZugbegleiterIn benötigt ist. Wenn der Bund ihn/sie nicht bestellt, ist es bei 6 Wagen Feierabend.

Es ist heute schon so, dass viele Menschen zwischen Mannheim und Frankfurt stehen müssen.

In den ICEs? Oder in den REs? Warum kann man die nicht verlängern?

1. Ein ICE 1 läßt sich schwer verlängern. Sehr schwer sogar.
2. wenn 1x403 zu wenig ist, dann durfte 2x403 wieder zu viel sein
3. RE: Bahnsteige zu kurz
4. RE: keine zusätzlichen Zugbegleiter bestellt

Es wird ja eine NBS geplant, aber ich glaube, wenn man wirklich wollte, ließe sich selbst mit den vorhandenen Strecken eine Lösung finden, nur daß man dafür anderswo Einschränkungen in Kauf nehmen müsste. (Vielleicht S-Bahn-Verkehr auf der Strecke aufgeben und die S-Bahn-Halte vom Regionalzug mitbedienen lassen?)

Mit der Main-Neckar-Rennbahn kann man den fast kompletten Fernverkehr dort verlagern. Die ICs werden mit den neuen IC-Triebwagen dann auch noch um einiges beschleunigt.
Nebst der Main-Neckar-Rennbahn und die S-Bahnnetze Rhein/Main und Rhein/Neckar wären RE160 {x} "Main-Neckar-Express" angesagt, die schneller sind und weniger oft halten als die heutigen REs. Ansatz:

1. Wiesbaden - Mainz - Worms - Frankenthal - Ludwigshafen - Mannheim - Heidelberg
2. Frankfurt - Riedstadt-Goddelau - Biblis - Mannheim - Heidelberg - Wiesloch/Walldorf - Bruchsal - Karlsruhe
3. Frankfurt - Darmstadt - Bensheim - Weinheim, a. Mannheim - Ludwigshafen - Schifferstadt - Neustadt(Weinstraße), b. Heidelberg

Etwa mit Alstom Regio 2N, Bombardier Twindexx oder Stadler DOSTO.
Ob das dann in Stundentakt oder Halbstundentakt muss, weiß ich nicht, dafür fehlen mir Ortskenntnisse.

Allerdings ist die Frage:

a. welches Unternehmen hat den Guts, dieses Netz eigenwirtschaftlich zu fahren?, oder:
b. wer bestellt die Züge?


gruß,

Oscar (NL).


{x} solange S-Bahnen auf der gleichen Strecke fahren und nur die Riedbahn dementsprechend ausgebaut ist, würden 200 km/h wenig Sinn machen.

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Zeitersparnis beim Fliegen

Henrik, Sonntag, 04.09.2011, 14:49 (vor 5330 Tagen) @ Matze86

Tickets für 29 Euro (hin und zurück fast 60 Euro) bzw. 39 Euro (hin und zurück fast 80 Euro) ICE gibt es deutlich seltener als Tickets für 99 Euro Flug Lufthansa innerdeutsch - jedenfalls meine Strecken.

Darf man fragen, auf welchen Relationen du fliegst?

Beachte auch die Zeitersparnis beim Fliegen.

Wenn der Flughafen am Adw (wie z.B. in München) ist, dann ist die Zeitersparnis gar nicht mehr hoch...

...aber dennoch vorhanden.
OK, bei meinem letzten München-Flug wurde ich mit Auto zum MUC gefahren, die auch von dort dann wegfuhr. OK, von Kultfabrik hätt sie mich auch zum Hbf oder einem S-Bahnhof fahren können - es fuhr so früh nur noch kein ICE..nach Hannover zu meiner Abflugzeit.
Ich war weit über eine Stunde zuhause zu der Zeit als der erste ICE in Hannover dann ankam,
konnte in der Zeit schon viel am PC arbeiten (brauchte es auch) und Kaffee trinken.
Das AirBerlin-Ticket hatte 30 Euro gekostet.
Für die Hinreise wählte ich den ICE (55 Euro, mit 10-Euro eCoupon 45 Euro),
wegen der Flexibilität und auch weil ich auf die S-Bahn MUC-Hbf keinen Bock hatte.
Ich brauchte also jeweils an meinem Ziel die Zeit, die geringe Zeit, die Schnelligkeit und Übersichtlichkeit.

...massiv subventionierter Autoverkehr?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.09.2011, 14:50 (vor 5330 Tagen) @ Ösi

Eine kurze Recherche verrät mir, dass das "offizielle" Kilometergeld im Auto sich zwischen 25 und 30 Cent bewegt. Nimmt man jetzt 50 Cent als tatsächliche Kosten an und kosten bei der Bahn 150 km 250 €, ist die Bahn mehr als drei Mal so teuer.

Der Autoverkehr in Deutschland wird massiv subventioniert.

Der Autoverkehr in Deutschland subventioniert selber auch massiv.
Straßensteuer, Kfz-Steuer, Mineralölsteuer, Parkgebühren, LKW-Gebühren.
Alles Gelder, die Otto Autofahrer an die Staatskasse bezahlt, Otto Bus-Und-Bahnfahrer aber nicht.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

...massiv subventionierter Autoverkehr?

Ösi, Sonntag, 04.09.2011, 15:04 (vor 5330 Tagen) @ Oscar (NL)

Eine kurze Recherche verrät mir, dass das "offizielle" Kilometergeld im Auto sich zwischen 25 und 30 Cent bewegt. Nimmt man jetzt 50 Cent als tatsächliche Kosten an und kosten bei der Bahn 150 km 250 €, ist die Bahn mehr als drei Mal so teuer.

Der Autoverkehr in Deutschland wird massiv subventioniert.


Der Autoverkehr in Deutschland subventioniert selber auch massiv.
Straßensteuer, Kfz-Steuer, Mineralölsteuer, Parkgebühren, LKW-Gebühren.
Alles Gelder, die Otto Autofahrer an die Staatskasse bezahlt, Otto Bus-Und-Bahnfahrer aber nicht.

Otto Bus-und-Bahnfahrer zahlt dafür eine Fahrkarte, die einen größeren Prozentanteil der wahren Kosten abdeckt.

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

safe go, Chemnitz, Sonntag, 04.09.2011, 22:58 (vor 5330 Tagen) @ Henrik

.....oder wir fahren die Subventionen runter - dann verschulden wir uns auch weniger.

Was dazu führt, dass die ÖPNV-Unternehmen pleite gehen ...


ja, bzw. eben nicht mehr in dem Maße benötigt werden.

Warum sollten sie nicht mehr benötigt werden? Ich will ja nicht immobiler (NICHT auf Immobilien bezogen ;-)) werden, nur weil der Staat merkt, dass er ja eigentlich jetzt mal die verschleppten Lasten vorheriger Generationen abbauen muss.

Das wäre eine Folgerung, ja. ja und?

Entweder wir fahren umweltbewusst Rad oder jeder verpestet mit seinem Auto extra die Umwelt. (Ok, ich gebe zu, dass man Fahrgemeinschaften und CarSharing in die Betrachtungen einbeziehen muss.)

Ist Quersubventionierung im DB-Konzern nicht erlaubt?


weiß ich nicht. was sollte der Sinn dahinter sein?
Das forderst Du aber nicht, sondern eine sinnlose Tarifsubventionierung.

Der Ausgangstenor in diesem Thread war der Ärger über überteuerte Normalpreise. (Mit einem solchen bin ich heute auch wieder der Sardinenbüchse entflohen.)

Eine Tarifänderung macht dann Sinn, wenn er von sich aus Sinn macht.

Und wann tut sie das?

Anderes wirst Du den Aktionären, dem Vorstand etc. nicht erklären können.

Das ist das Problem der Privatisierung - wieder eine andere Geschichte, die leider aber mitverantwortlich ist.

Ansonsten ist nunmal die aktuelle Kunden- und Qualitätsoffensive erheblich wichtiger.

Ich hoffe nur, dass diese dann auch ankommt. Wenn jetzt das Kaffeewägelchen sogar schon im RE mitfährt, stört mich das eher.

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

Henrik, Montag, 05.09.2011, 04:05 (vor 5329 Tagen) @ safe go

.....oder wir fahren die Subventionen runter - dann verschulden wir uns auch weniger.

Was dazu führt, dass die ÖPNV-Unternehmen pleite gehen ...

ja, bzw. eben nicht mehr in dem Maße benötigt werden.

Warum sollten sie nicht mehr benötigt werden?

Wenn ÖPNV-Subventionen runtergefahren werden, dann werden entsprechend weniger ÖPNV-Unternehmen benötigt.

Ich will ja nicht immobiler (NICHT auf Immobilien bezogen ;-)) werden, nur weil der Staat merkt, dass er ja eigentlich jetzt mal die verschleppten Lasten vorheriger Generationen abbauen muss.

musst Du ja auch nicht. und die Sinnlosigkeit von Subventionen von heute hat gar nichts mit verschleppten Lasten vorheriger Generationen zu tun. Entweder sind die Subventionen von heute sinnvoll oder eben nicht (bzw. werden als solche erachtet).

Das wäre eine Folgerung, ja. ja und?

Entweder wir fahren umweltbewusst Rad oder jeder verpestet mit seinem Auto extra die Umwelt. (Ok, ich gebe zu, dass man Fahrgemeinschaften und CarSharing in die Betrachtungen einbeziehen muss.)

ach. und was ist mit dem umweltschädlichen Luft verpestenden Rad und den umweltfreundlichen Autos (Elektro, Hybrid, was es nich alles gibt und vor allem geben wird!).
Was nicht ist, weil nicht sein darf?
Ganz zu schweigen von den doch teils grottenschlechten Umweltbilanzen von Fahrgemeinschaften und CarSharing!
Bei unserer 4-köpfigen Studienfahrgemeinschaft musste nur einer ausfallen und ich war mit der kaum minder umweltschädlichen tucktuckbahn schon fast billiger am Ziel.
Und gegen eine Mercedes A-Klasse sieht heute schon ein fast jeder Zug alt aus - erst recht wenn sogar mehr als eine Person drinne sitzt.
Du gibst also zu, Dein Satz war fürn Arsch und diese Schwarz-Weiß-Denke bringt gar nichts. OK.^^

Ist Quersubventionierung im DB-Konzern nicht erlaubt?

weiß ich nicht. was sollte der Sinn dahinter sein?
Das forderst Du aber nicht, sondern eine sinnlose Tarifsubventionierung.

Der Ausgangstenor in diesem Thread war der Ärger über überteuerte Normalpreise. (Mit einem solchen bin ich heute auch wieder der Sardinenbüchse entflohen.)

Von Ärger stand im Ausgangsposting nichts, das war sicher nicht der Tenor.
Das wäre auch reine Psychologie und gut behandelbar!
Im Ausgangsposting stand auch nichts von Quersubventionierung innerhalb eines Unternehmens - das kam allein nur von Dir,
es steht im Ausgangsposting so einiges von politischen Hintergründen - das ist was ganz anderes.

...und dann wurden im Ausgangsposting einzelne Normalpreise mit Preisen von Mitfahrgelegenheiten verglichen...... wahrlich reichlich vergleichbar.^^

Eine Tarifänderung macht dann Sinn, wenn er von sich aus Sinn macht.

Und wann tut sie das?

Wenn sie Sinn macht - von sich heraus.
Das ist doch logisch, oder nicht?
Ein win-win-Effekt. Für das Unternehmen wie für den Kunden, siehe z.B. die Sparpreise ab 29 Euro.

Anderes wirst Du den Aktionären, dem Vorstand etc. nicht erklären können.

Das ist das Problem der Privatisierung - wieder eine andere Geschichte, die leider aber mitverantwortlich ist.

Die DB AG ist zu 100% in Hand des Staates.
Keine Privatisierung und das hat auch damit nichts zu tun, war vor 1994 genau so.
In einem staatlichen "Unternehmen"/Behörde ist es sicher erheblich leichter möglich, was unterzuschieben, zu schlampen und zu vertuschen (siehe aktuell Bankenkrise der Staatsbanken), falls Du das meinst. Aber rein offiziell an der Oberfläche hast Du das zu erklären, egal ob 100% in Staatsbesitz oder nur 80%. Da wirst Du nicht drumherum kommen. Und mit sinnlosen Tarifänderung kommst Du da nunmal nicht weit.
("doch, wir machen das so, weil felix im nerd-forum blablabla das so will" - na, ganz großes kino)

Ansonsten ist nunmal die aktuelle Kunden- und Qualitätsoffensive erheblich wichtiger.

Ich hoffe nur, dass diese dann auch ankommt. Wenn jetzt das Kaffeewägelchen sogar schon im RE mitfährt, stört mich das eher.

RE haben nun reichlich wenig mit Fernverkehr zu tun.

Fahrpreise heute auf Akzeptanz hin optimiert

Henrik, Montag, 05.09.2011, 04:26 (vor 5329 Tagen) @ Felix

So sehe ich das auch. Und wenn wir uns als Ziel setzen, möglichst viele Menschen von der Straße auf die Schiene zu holen (mit entsprechendem Kapazitätsausbau), verfehlen wir dies mit den derzeitigen Preisen.

Es ist ja so, daß die Fahrpreise heute auf Einnahmenmaximierung optimiert sind und nicht etwa auf eine Erhöhung des Modal-share der Eisenbahn. Im Fernverkehr ist dies so, weil die DB ein gewinnorientiertes Unternehmen ist,
aber auch im Nahverkehr sehen die Länder ihre Aufgabe darin erfüllt, ein möglichst großes Zugangebot anzubieten. Ob die Fahrgäste sich dieses Angebot auch leisten können und wollen, sehen sie nicht mehr als ihr Problem an und übernehmen einfach den PK C-Tarif der Deutschen Bahn. Und wenn ich mich nicht täusche, ist dieser ebenfalls auf Einnahmenmaximierung optimiert.

Nein. Das ist so grundsätzlich völlig falsch und Du täuscht Dich wahrlich gewaltig.
Es ist selbstverständlich erklärtes großes Ziel stets der DB, ihren Anteil am Modal-Split zu erhöhen.
Das gelingt in erster Linie durch Zeit & Preis.
Durch die Zeit bei ABS & NBS, durch Preis bei den Fahrkarten, siehe z.B. Sparpreise ab 29 Euro, BahnCards, ....

Ja, Aufgabe der Länder ist, ein möglichst großes Zugangebot anzubieten bzw. seit der Bahnreform ein möglichst immer größeres und das gelingt sehr gut und natürlich achten sie genau darauf, dass dieses bezahlbar ist - genau dafür sind die Subventionen da. Genau das ist ihre ureigentlichste Angelegenheit. Ausgestalt ist dann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
Du täuscht Dich.

Grundsätzlich ist aber auch die Maximierung des Modal-share nicht notwendigerweise das einzig richtige Ziel

Die Veränderung des modal-split hin zum Verkehrsträger Bahn war ein erklärtes Ziel der Bahnreform.
Gelungen ist es leider nicht.

um das Bahnsystem danach auszurichten. Die Bevölkerung sollte mit ihrem Bahnsystem auch zufrieden sein, und die Möglichkeit, jederzeit spontan preisgünstig verreisen zu können, ist ein Wert an sich.

Dieser Wert zieht aber die Veränderung im Modal-Split nach sich, zumindest der Punkt Preis.
Das mit der Zufriedenheit ist eher ein nebenbei, eine Imageangelegenheit.

Was wäre ein unsubventionierter ÖV?

safe go, Chemnitz, Montag, 05.09.2011, 09:22 (vor 5329 Tagen) @ Henrik

Warum sollten sie nicht mehr benötigt werden?


Wenn ÖPNV-Subventionen runtergefahren werden, dann werden entsprechend weniger ÖPNV-Unternehmen benötigt.

a) Verstehe ich die Logik nicht und b) ist das keine für mich befriedigende Antwort.
Daher nochmal: Warum sollte man plötzlich weniger ÖPNV benötigen als heute?

Ich will ja nicht immobiler (NICHT auf Immobilien bezogen ;-)) werden, nur weil der Staat merkt, dass er ja eigentlich jetzt mal die verschleppten Lasten vorheriger Generationen abbauen muss.


musst Du ja auch nicht. und die Sinnlosigkeit von Subventionen von heute hat gar nichts mit verschleppten Lasten vorheriger Generationen zu tun.

Das nicht, das hast Du auch nur in meine Worte herein interpretiert. Aber irgendwo kommen die Schulden ja her, die wir heute haben. Genau so wie die, die wir weitergeben werden.

Entweder wir fahren umweltbewusst Rad oder jeder verpestet mit seinem Auto extra die Umwelt. (Ok, ich gebe zu, dass man Fahrgemeinschaften und CarSharing in die Betrachtungen einbeziehen muss.)


ach. und was ist mit dem umweltschädlichen Luft verpestenden Rad und den umweltfreundlichen Autos (Elektro, Hybrid, was es nich alles gibt und vor allem geben wird!).

Mit "Rad" meinte ich ausschließlich nicht motorisierte Gefährte. Oder hast Du ein Rad, was durch Abrieb extreme Mengen Partikel emittiert? ;-)
Elektro- und Hybridfahrzeuge in großen Stückzahlen sind im Moment leider noch Zukunftsmusik. (Nicht von der Technik, sondern aus der Sicht des Willens der Konsumenten)

Was nicht ist, weil nicht sein darf?

Was soll nicht sein dürfen?

Ganz zu schweigen von den doch teils grottenschlechten Umweltbilanzen von Fahrgemeinschaften und CarSharing!
Bei unserer 4-köpfigen Studienfahrgemeinschaft musste nur einer ausfallen und ich war mit der kaum minder umweltschädlichen tucktuckbahn schon fast billiger am Ziel.
Und gegen eine Mercedes A-Klasse sieht heute schon ein fast jeder Zug alt aus - erst recht wenn sogar mehr als eine Person drinne sitzt.
Du gibst also zu, Dein Satz war fürn Arsch und diese Schwarz-Weiß-Denke bringt gar nichts. OK.^^

Nur weil ich im Gegensatz zu Dir eben auch mal etwas zugebe, wenn ich mich offensichtlich irre... Man kann seine Meinung natürlich auch als nonplusultra hinstellen, ist aber nun nicht gerade kompromissfördernd...

Der Ausgangstenor in diesem Thread war der Ärger über überteuerte Normalpreise. (Mit einem solchen bin ich heute auch wieder der Sardinenbüchse entflohen.)


Von Ärger stand im Ausgangsposting nichts, das war sicher nicht der Tenor.

Man darf auch mal weiter schauen, als nur die Wörter durchzulesen.

Im Ausgangsposting stand auch nichts von Quersubventionierung innerhalb eines Unternehmens - das kam allein nur von Dir.

Habe ich etwas anderes behauptet? (wohlgemerkt, im letzten Posting von mir, welches mit dem vorletzten nahezu gar nichts in diesem Absatz zu tun hat)

es steht im Ausgangsposting so einiges von politischen Hintergründen - das ist was ganz anderes.

Steht mit Ärger aber durchaus im Zusammenhang. Die allgemeine Politikmüdigkeit kommt ja schließlich auch nicht vom Himmel gefallen. Und von Interesse wechsel ich nicht sofort zu Resignation, Da gibt es Zwischenstufen, z. B. der Ärger über etwas.

...und dann wurden im Ausgangsposting einzelne Normalpreise mit Preisen von Mitfahrgelegenheiten verglichen...... wahrlich reichlich vergleichbar.^^

Ich habe kein fotografisches Gedächtnis mehrerer hundert Beiträge und anderer Texte, die ich u.U. pro Tag lese - sorry!

Anderes wirst Du den Aktionären, dem Vorstand etc. nicht erklären können.

Das ist das Problem der Privatisierung - wieder eine andere Geschichte, die leider aber mitverantwortlich ist.


Die DB AG ist zu 100% in Hand des Staates.
Keine Privatisierung und das hat auch damit nichts zu tun, war vor 1994 genau so.

Das mag formell richtig sein, aber wenn Dir irgendwelche Aktionäre reinquatschen und der Hausherr/Eigner tut nichts dagegen, ist es trotzdem doof. Wir ging es dabei auch nicht um das Durchsetzen einer konkreten, Deiner Meinung nach sinnlosen, Tarifänderung, sondern um das Verringern des Gewinnes an sich. Gerne auch durch mehr Investitionen, statt durch Quersubventionierung.

Ansonsten ist nunmal die aktuelle Kunden- und Qualitätsoffensive erheblich wichtiger.

Ich hoffe nur, dass diese dann auch ankommt. Wenn jetzt das Kaffeewägelchen sogar schon im RE mitfährt, stört mich das eher.


RE haben nun reichlich wenig mit Fernverkehr zu tun.

Ich konkretisiere: Ich meine den RE Dresden - Nürnberg, früher waren diese Damen und Herren nur im vom FV beauftragten IRE unterwegs. (außer wenn mir die Stochastik hier einen Strich durch die Rechnung macht und der sehr unwahrscheinliche Fall eingetroffen ist, dass gerade immer im RE keiner drin war und wenn ich IRE gefahren bin, ein Team da war)

Ich würde das etwas abgemilderter sehen !

GUM, Montag, 05.09.2011, 10:42 (vor 5329 Tagen) @ Felix

Das deutsche öV-Denken ist darauf fixiert, durch Angebotsverbesserungen und -ausweitungen soviele Menschen aus der Klasse C für die Bahn zu gewinnen. Um das finanzieren zu können, presst man die Klasse A bis zum Letzten aus.

Dies würde ich etwas abgemilderter sehen. Klar es gibt eine Quersubventionierung zwischen den Kunden, die ist aber politisch gewollt und insbesondere im Nahverkehr fahren die Bahngesellschaften als spezialisierter Auftragnehmer für die öffentliche Hand.

Im Grunde besteht die DB - auch wenn es sich um eine Gruppe handelt - also aus ganz unterschiedlichen Unternehmen. Und der DB Fernverkehr "presst" nicht die "Klasse A" bis zum Letzten aus, sondern betreibt Gewinnmaximierung. Auch die ist politisch gewollt, weil es sich dort sozusagen um den privatwirtschaftlichen Teil des Staatsunterehmens handelt.

In den Märkten gibt es dabei meist zwei extrem erfolgversprechende Strategien:

1.) Volumen hoch und Deckungsbeitrag/Gewinnmargen runter. Dies würde bedeuten alle halbe Stunde einen IC auf jeder Linie, B-Wagen mit 88 Plätzen und einem entsprechend reduzierten Sitzkomfort und Fahrpreis. Sind die über 1.232 Plätze eines Zuges nicht verkauft, so kommen verschiedene Verramschstrategien bis hin zu last minute oder stand-by Fahrkarten zum Zuge. Getränke gibt´s dann aus dem Automaten, Gepäck kostet extra.

2.) Die Qualitätsstrategie: Diese geht von einem Zug pro Stunde pro ICE-Linie aus, der ganz nach Nachfrage 7 oder 14 Wagen haben kann. Es werden unterschiedliche, differenzierte Produkte angeboten (1. und 2. Klasse) und ein Servicewagen mit 50 Tonnen Gewicht mitgeschleppt, der ein paar Plätze sowie Speisemöglichkeiten für alle Passagiere anbietet. Der 14 Wagen Zug verfügt demnach auch nur über ca. 900 Plätze.

Es wird von frühmorgens bis spätabends gefahren. Der "5 Uhr Aufsteher" bekommt also für seine Geschäftsreise jederzeit eine Rückfahrt angeboten, der "easytrain" Kunde hat mit Fahrplanlöchern zu kämpfen.

Und so ist es dann auch zu verstehen, dass der Qualitäts-Mobilitätsdienstleister die XY Preise von "easytrain" niemals erreichen wird. Zumal er eine Multi-Channel-Strategie betreibt aus persönlicher Beratung am Telefon, am Verkaufspunkt und im Internet. Von einer "Eincheckgebühr" von "easytrain" von XY Euro bei Kauf des Fahrscheines am Bahnsteig ganz zu schweigen.

Aufgrund dieser ganz unterschiedlichen Produkte und einer differenzierten Preisbasis KANN das Qualitätsunternehmen gar nicht so billig liefern.

Hier bringt ein kurzer Blick auf die Lufthansa/airberlin Kla

GUM, Montag, 05.09.2011, 10:51 (vor 5329 Tagen) @ Blackcard


Spontane
Gelegenheitsfahrer werden offenbar konsequent und systematisch von der Schiene ferngehalten ind zum Auto getrieben. Traurig.

Dazu nur ein aktueller Hinweis: Vergleiche doch einmal den angeblichen "Wucherpreis" (Normalpreis 2. Klasse, ohne BahnCard) von München nach Düsseldorf mit der Bahn, der Lufthansa und airberlin.

Eine Fahrkarte zur sofortigen, jetzt Montag 10:47 Uhr, Abfahrt kostet zu einem Geschäftstermin in Düsseldorf (einfache Fahrt/Flug):

München-Düsseldorf Lufthansa: 249 Euro (Economy)
München-Düsseldorf airberlin: Fahrplanloch bis 15:00 Uhr, also kein Angebot
München-Düsseldorf Bahn: 129 Euro (2. Klasse, Premium Produkt ICE)
Mietwagen: ca. 95 Euro plus Benzin --> ähnlich Lufthansa


Na, das nenne ich aber Wucher !

* aber nicht bei der Bahn *

Grüße GUM

...rheit ;)

Matze86, München, Montag, 05.09.2011, 10:56 (vor 5329 Tagen) @ GUM

*spendet großzügig seine Betreffzeile* :)

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

BR_103, Montag, 05.09.2011, 12:05 (vor 5329 Tagen) @ Steffen

Das ganze Luxusgetue eines ICE ist mir nicht wichtig. Ich möchte zügig voran kommen, dabei bequem sitzen und keine Schweißtropfen verlieren, weil der Anschlusszug weg ist und meine Fahrkarte nur dort gegolten hätte.


Letzteres ist schlicht und einfach falsch. Wenn du deinen gebuchten Anschlusszug nicht bekommst weil der Voranschluss Verspätung hat, dann lässt du dir die Verspätung auf der Fahrkarte bescheinigen und kannst anschl. mit jedem beliebigen Zug weiter fahren. Das einzigste was dir vielleicht verloren geht ist ggf. deine Platzreservierung. Aber auch hierbei bekommst du, wenn du zwichendrin noch Zeit hast, eine kostenfreie Ersatzreservierung oder/und bekommst ggf. auch deine Platzreservierungsgebühr zurück erstattet.

Attraktiver HGV in Deutschland

BR_103, Montag, 05.09.2011, 12:10 (vor 5329 Tagen) @ Fabian318

....Außer, es existieren Finanzierungsverträge die dies fordern sollten. Gibt es diese? Das hast du ja im Endeffekt gesagt.

Ja, ursprünglich war bei der Planung wohl, soweit ich mich erinnern kann, nur der Halt in Limburg Süd geplant. Da hat sich dann der MP von RP an den Kopf gegriffen und wollte für sein Fürstentum auch unbedingt einen Milchkannen Halt bekommen und leider hat er das auch geschafft - im Gegenzug bekam die Bahn Kohle dafür.

Trotzdem halte ich es für eine ausgemachte Katastrophe das in gleich 2 Milchkannen regelmässig ICE´s von Tempo 300 auf Null runter gebremst werden.

Montabaur - Brüssel direkt

BR_103, Montag, 05.09.2011, 12:13 (vor 5329 Tagen) @ Maggus

Bin kein emotionaler Flugzeughasser. Im Gegenteil - ich liebe das fliegen fast genauso wie das fahren mit der Bahn. War eine etwas ironische Bemerkung ;-)

Viele Menschen im Osten haben wenig Geld

BR_103, Montag, 05.09.2011, 12:41 (vor 5329 Tagen) @ Felix

Gerade im Osten haben viele Menschen wenig Geld, und können sich gerade deshalb Bahnfahren zu Mondpreisen nicht leisten. Wenn sie sich ein Auto leisten können, fahren sie nur noch damit, die anderen müssen, soweit sie nicht Glück mit Sonderangeboten und besonderen Gelegenheiten haben, aufs Reisen weitgehend verzichten. Das ist für die Betreffenden bitter, aber eben die Folge der hohen Bahnpreise.


Die armen Ossi´s aber auch. Kannst du dir auch nur ansatzweise vorstellen das es im Westen unseres schönen Landes genauso viele armen Menschen gibt? Nur mit dem Unterschied das der Soli schon viel zu lange in den Osten geht, statt das über dessen sachgerechter Verwendung im Osten WIE auch im Westen neu nachgedacht wird.

Der goldene Westen ist ein Märchen was wohl so allenfalls zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders galt. Doch diese Zeiten waren schon zu Zeiten vor der deutschen Einheit lange vorbei. Aber dafür bekommen jetzt die armen Menschen auch im Osten die Möglichkeit mit einem moderen ICE statt eines rumpeligen Städte Express zu fahren.

Und schlussendlich liegt es doch letztlich an jedem Menschen selbst was er aus seinem Schicksal macht..........

Das Problem ist etwas komplexer

BR_103, Montag, 05.09.2011, 12:49 (vor 5329 Tagen) @ Felix


In den ICEs? Oder in den REs? Warum kann man die nicht verlängern?

Oft lassen dies die vorhandenen Bahnsteiglängen schlicht und einfach nicht zu.


(Vielleicht S-Bahn-Verkehr auf der Strecke aufgeben und die S-Bahn-Halte vom Regionalzug mitbedienen lassen?)

Die Aufgabe einer S-Bahn besteht schon per Definition darin auf einer vergleichsweise kurzen Strecke im Vorort Verkehr einen regelmässigen Takt mit Halt an allen Stationen zu realisieren. Bei einem RE (soweit du diesen mit Regionalzug gemeint hast) geht es allerdings darum einen vergleichsweise schnellen Nahverkehr mit deutlich verringerten Halten zu realisieren. Von daher wüsste ich nicht wie man deine Idee realsieren sollte ohne entscheidende Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Matze86, München, Montag, 05.09.2011, 14:23 (vor 5329 Tagen) @ BR_103

Letzteres ist schlicht und einfach falsch. Wenn du deinen gebuchten Anschlusszug nicht bekommst weil der Voranschluss Verspätung hat, dann lässt du dir die Verspätung auf der Fahrkarte bescheinigen und kannst anschl. mit jedem beliebigen Zug weiter fahren.

Eine Verspätungsbescheinigung ist nicht notwendig.

Das einzigste was dir vielleicht verloren geht ist ggf. deine Platzreservierung. Aber auch hierbei bekommst du, wenn du zwichendrin noch Zeit hast, eine kostenfreie Ersatzreservierung oder/und bekommst ggf. auch deine Platzreservierungsgebühr zurück erstattet.

Die Gebühr bekommt man zurück.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

BR_103, Montag, 05.09.2011, 14:38 (vor 5329 Tagen) @ Matze86

2 Dinge:

1. Mit hat mal ein Zub gesagt es müsste auf der Fahrkarte eine Verspätungsbescheinigung drauf sein und seit dem lasse ich mir diese unterwegs formlos bestätigen. Egal ob erforderlich oder nicht.

2. bei der "verlorenen" Platzreservierung habe ich schon alle Varianten erlebt
- Geld zurück ohne Ersatzreservierung
- Ersatzreservierung
- Ersatzreservierung und Geld zurück

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Matze86, München, Montag, 05.09.2011, 14:40 (vor 5329 Tagen) @ BR_103

2 Dinge:

1. Mit hat mal ein Zub gesagt es müsste auf der Fahrkarte eine Verspätungsbescheinigung drauf sein und seit dem lasse ich mir diese unterwegs formlos bestätigen. Egal ob erforderlich oder nicht.

Schlecht informierter Zub.

2. bei der "verlorenen" Platzreservierung habe ich schon alle Varianten erlebt
- Geld zurück ohne Ersatzreservierung
- Ersatzreservierung
- Ersatzreservierung und Geld zurück

Auch das ist eigentlich klar geregelt.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

BR_103, Montag, 05.09.2011, 14:57 (vor 5329 Tagen) @ Matze86

Heisst also die offizielle Version

- keine Verspätungsbescheinigung erforderlich
- keine Ersatzreservierung da Geld zurück

Wenn insbesondere der letzte Punkt der richtige wäre, dann wäre dies für mich die falsche Lösung da mir in der Praxis eine kostenfreie Erstzreservierung mehr bringt als die Erstattung von 2,50 Euro.

Hättet Ihr lieber eine billigere Bahn?

Steffen, Montag, 05.09.2011, 15:39 (vor 5329 Tagen) @ BR_103

Das ganze Luxusgetue eines ICE ist mir nicht wichtig. Ich möchte zügig voran kommen, dabei bequem sitzen und keine Schweißtropfen verlieren, weil der Anschlusszug weg ist und meine Fahrkarte nur dort gegolten hätte.

Letzteres ist schlicht und einfach falsch. Wenn du deinen gebuchten Anschlusszug nicht bekommst weil der Voranschluss Verspätung hat, dann lässt du dir die Verspätung auf der Fahrkarte bescheinigen und kannst anschl. mit jedem beliebigen Zug weiter fahren.

Nicht, wenn man zwei verschiedene Fahrkarten für die Fahrt hat, weil man bspw. einen Verbundfahrschein hat.

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Zeitersparnis beim Fliegen

Redesign, Montag, 05.09.2011, 17:26 (vor 5329 Tagen) @ Matze86

nach/ab Frankfurt - Richtung Norden Hamburg oder Berlin gibt es oft noch Sparpreise. Ab München kürzlich haben wir nur deshalb nicht gebucht, weil noch ein Zwischenstopp dazukam.

Zeitlich speziell bei meinen etwas weiter entfernt vom Flughafen liegenden Zielen oft kein Riesengewinn an Zeit, trotzdem merkbar. Die Mehrheit dürfte jedoch deutlich schneller am Ziel sein.

Drei Klassen von Reisendeng

Redesign, Dienstag, 06.09.2011, 00:28 (vor 5329 Tagen) @ sfn17

Die ICEs sollen sich in der Gesamtheit schon rechnen, Schwierigkeiten haben vor vielen Jahren die Interregios gemacht - und jetzt vermutlich einige IC-Linien.

Teilweise ist es ja schon dreist, was einem da als Fernverkehrs-Sitzplatz angeboten wird - wenn denn noch einer frei ist...

5-Wagen Züge ICs, mit uralten Waggons Marke Interregio gebildet, Toiletten zur Hälfte ausser Betrieb, Klimaanlage gibt es nicht, Zug völlig verschmutzt, als wenn er ein Jahr lang nicht sauber gemacht wurde, überall klappert und scheppert's... und die Sitze werden auch immer härter und abgewetzter...

Tja, also alles Gründe, nicht damit zu fahren...

Montabaur - Brüssel direkt

Fabian318, Münster i. W., Dienstag, 06.09.2011, 03:41 (vor 5329 Tagen) @ BR_103

ein internationaler ICE der in der Pampa hält - unfassbar.

Unfassbar, dass zur Auslastungssteigerung ein ICE mit internationalen Aufgaben in Montabaur hält, wo es sich offensichtlich lohnt zu halten, um die Verbindung profitabler zu machen. War es das, was du sagen wolltest?

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo dein Problem genau ist, dass auch an kleineren Stationen gehalten wird, die offenbar sehr gut nachgefragt sind. Es halt ja längst nicht jeder Zug da (etwa Zweistundentakt, wenn ich mich nicht irre).

Erhebliche Preisanhebung kurz nach Einführung des PEP

GUM, Dienstag, 06.09.2011, 09:24 (vor 5328 Tagen) @ Henrik

Genau das meinte Fabian doch mit seiner rhetorischen Frage.

Wenn das eine rhetorische Frage war, dann hab ich das nicht bemerkt.
Weil ich nicht weiß, worauf sie sich beziehen hätte sollen.


wusste ich auch nicht - dennoch war es reichlich ersichtlich, dass er die Antwort selbst ganz genau weiß.

Vielleicht wollte er auf die Mär anspielen
"schafft die Sparpreise & solch Irrsinn ab, dann kann der Normalpreis gesenkt werden".
......und es war eben genau das Gegenteil der Fall damals - mit den neuen billigen Tarifen wurde der Normalpreis drastisch gesenkt...um bis zu 25%.

Die Ausgangssituation war also ähnlich wie heute, mit dem viel zu hohen Normalpreis, der eine wesentliche Motivation für PEP war. Nachdem PEP scheiterte, hat man die Preissenkungen m.W. wieder zurückgenommen, genaue Zahlen weiß ich aber nicht.

Nein, hat man nicht. Die Normalpreise blieben gleich günstig.

Der Wikipedia-Artikel weiß schon von Fahrpreiserhöhungen nach der Korrektur an PEP zu berichten.


PEP war 2002/2003 - das ist eltiche Jahre her - natürlich gab es seitdem Fahrpreiserhöhungen.
Aber mit der Korrrektur von PEP zum 1.August 2003 gab es keine Veränderungen an den Preisen,
das steht so auch in dem Artikel:
"Die Normalpreise blieben unverändert. Das Niveau der Normalpreise habe laut Bahnangaben etwa dem Tarifniveau von 1994 entsprochen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Preis- und Erlösmanagement Personenverkehr

Es wurden also keine Preissenkungen wieder zurückgenommen und das Vor-PEP-Niveau haben wir erst seit kurzem jüngst wieder.

Die Hauptkritik richtete sich auf die Streichung der BC50 und diese gab es dann folglich ab August 2003 auch wieder.

Gleichzeitig wurde aber auch die Kilometerdegression abgeschafft und kurz darauf die Mitfahrer-Fahrpreise des Normaltarifs gestrichen. Damit hat die Bahn beispielsweise auf der Relation München-Frankfurt einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil aufgegeben, leider.

Nur komisch, dass sie nicht umgesetzt werden, weder bei der Bahn noch sonstwo.

Da ist nichts komisches dabei. Ich verstehe durchaus, warum die Bahn sie nicht umsetzt. Deswegen muß ich das Preissystem der Deutschen Bahn noch lange nicht gutheißen.

Das Problem in vielen Branchen ist leider die Erziehung zur Schnäppchenmentalität und zum Auspressen von Lieferanten. Dazu gehört die Unzahl bei ebay angebotener bahn.bonus Prämien ebenso wie die Forderung von Sparpreisen bei nicht sinkendem Sitzabstand.

Ging ja auch manchmal hier schon sehr hoch her, als der Railjet der ÖBB eingeführt wurde. Kurz vorher haben sich die Leute über die ÖBB Sparschiene und allerlei Europa Spezial gefreut. Wenn die Bahn aber dann etwas mehr Sitzplätze pro Wagen anbietet, dann sind die Leute auch wieder sauer.

Insofern verstehe ich das Problem der Bahn durchaus. Vielleicht sollte sie aber doch mal einen Monat nur mit Durchschnittspreisen durchziehen. Irgendein Eisenbahnjubiläum nehmen und das als Sonderaktion deklarieren.

Ich hätte lieber...

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 06.09.2011, 11:10 (vor 5328 Tagen) @ Frank Augsburg

Ich denke, das kann man nur unterschreiben. Allerdings sollten wir bei aller (durchaus berechtigter) Kritik bedenken, wie gut der Bahnbetrieb in Europa allgemein organisiert ist, bzw. wie dicht gemascht das Netz überhaupt ist.

Ich war ja "neulich" down under, und im Metropolbereich von Sydney konnte man nicht meckern, was öffentliche Verkehrsmittel angeht. Verbindungen zu anderen Metropolen werden allerdings hauptsächlich per Flieger hergestellt, wobei ich durchaus Potential für HGV auf Schienen sähe. Sydney-Melbourne oder Sydney-Brisbane beispielsweise sollte bei aktuellem technischen Stand in maximal vier Stunden möglich sein. Der Flieger braucht eineinhalb Stunden, plus Ein- und Auschecken. Die Bahn in Australien ist jedoch genauso zugänglich wie hierzulande. Mag sein, dass die Bahn (bei sehr günstigen Verhältnissen an den Flughäfen) eine Stunde länger braucht, jedoch hat sie ganz andere Transportkapazitäten, was den Preis auch wieder drückt. Zumal ist just in der Zeit, wie ich unten war, einer der Billigflieger offenkundig pleite gegangen; jedenfalls durften deren Flieger nicht mehr starten. Man spekulierte dort in den Nachrichten bereits um Flugticket-Teuerungen um 30%. Mit entsprechend Kapital ließe sich einiges machen da unten.

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bye, Dan

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Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/

Die positive Korrelation zwischen Fahrpreis und SitzPLATZ

fjk, Dienstag, 06.09.2011, 11:45 (vor 5328 Tagen) @ GUM

... müsstest Du aber noch einmal genauer nachweisen, bitte.

Das Problem in vielen Branchen ist leider die Erziehung zur Schnäppchenmentalität und zum Auspressen von Lieferanten. Dazu gehört die Unzahl bei ebay angebotener bahn.bonus Prämien ebenso wie die Forderung von Sparpreisen bei nicht sinkendem Sitzabstand.

Ging ja auch manchmal hier schon sehr hoch her, als der Railjet der ÖBB eingeführt wurde. Kurz vorher haben sich die Leute über die ÖBB Sparschiene und allerlei Europa Spezial gefreut. Wenn die Bahn aber dann etwas mehr Sitzplätze pro Wagen anbietet, dann sind die Leute auch wieder sauer.

Insofern verstehe ich das Problem der Bahn durchaus. Vielleicht sollte sie aber doch mal einen Monat nur mit Durchschnittspreisen durchziehen. Irgendein Eisenbahnjubiläum nehmen und das als Sonderaktion deklarieren.

Moin,

denn schließlich bietet ein ursprünglich auf längeren Strecken zum Nahverkehrstarif nutzbarer Bim nach wie vor 60 "reguläre" Sitze mit entsprechend viel PLATZ pro Sitz, während man für einen Bpmz mit hühnerstalligen 80 Sitzen (die zwar bequemer sind, aber zwangsläufig weniger Raum und Fläche pro Sitzplatz bieten) schon seit jeher Zuschlag verlangt wurde. Oder umgekehrt: wieso kostet dann heute beides das gleiche?

Will (;-)) dieses Detail nicht verstehen
fjk

Ich verstehe dieses Detail auch nicht ! :-)

GUM, Dienstag, 06.09.2011, 12:20 (vor 5328 Tagen) @ fjk

Moin,

denn schließlich bietet ein ursprünglich auf längeren Strecken zum Nahverkehrstarif nutzbarer Bim nach wie vor 60 "reguläre" Sitze mit entsprechend viel PLATZ pro Sitz, während man für einen Bpmz mit hühnerstalligen 80 Sitzen (die zwar bequemer sind, aber zwangsläufig weniger Raum und Fläche pro Sitzplatz bieten) schon seit jeher Zuschlag verlangt wurde. Oder umgekehrt: wieso kostet dann heute beides das gleiche?

Will (;-)) dieses Detail nicht verstehen
fjk

Das verstehe ich auch nicht :-)

Mir ging es auch nur um die Darstellung eines sehr interessanten Zusammenhangs: Einerseits suchen die Leute halbstundenlang nach SparSchienen, EuroSpezials, Sparpreisen und so (was ja legitim ist). Auf der anderen Seite beschwert man sich dann über 80 Plätze.

Deshalb hatte ich auch ja vor längerer Zeit mal die Idee zu einer 2+ Klasse. Dort kann man dann bahn.bonus comfort-Kunden/BC100 und Upselling-Prämien unterbringen. Würde eine echte Kundenbindung werden.

Viel Aufwand ist das nicht:
+ zwei Sitzreihen raus
+ insbesondere im ICE2: Der Teppich hat ja einen Mittelstreifen, dort kann man bei einem halben Wagen einen silbernen Teppich legen: 2+ Zone. Aufkleber drauf: Reserviert für bahn.bonus oder gegen XY Euro Zuschlag pro Strecke.
(Diese Zuschläge werden für schnelle Erstellung nicht im mobilen Terminal gedruckt, sondern werden vom Zub als "nummerierter Block" mitgeführt.)
+ 8 Plätze raus dafür viele zufriedene Kunden rein.
+ Bei Vollpreistickets/Maximalpreis kann man ja im Zufallsprinzip Upselling Gutscheine dazudrucken.


Zurück zu vielen Sitzplätzen:
Denn das Gejammer war ja beim ICE 1 Redesign ebenfalls das Gleiche. Beim railjet war es mir halt gleich zu Anfang aufgefallen, dass die Leute nicht den Komfortzuwachs zu den ÖBB IC gesehen haben, sondern die Nörgelei zunahm.

Und in der Tat: Der Bim ist von seinem Raumangebot nicht zu übertreffen.

Genialer ist nur noch der Aim, den ich für paar Stationen im Nahverkehr sogar einmal quasi als Privatfahrzeug genießen konnte :-)

*denquadratmetermehrmalsnachrechnend*

GUM

Dann ist ja gut: [nmZ]

fjk, Dienstag, 06.09.2011, 12:52 (vor 5328 Tagen) @ GUM

Das verstehe ich auch nicht :-)

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