Die unproduktive Schimpfhysterie momentan vor Ort im Zug (Allgemeines Forum)

bahn-user, Mittwoch, 22.10.2008, 10:26 (vor 6410 Tagen) @ martin.elsner

Aktuell ist der Zug jedoch nur mit den Wagen 21-28 unterwegs und hat auch noch einen unfreundlichen Zugchef, der in Siegburg lieber Kunden anschimpfte als Verständnis zu zeigen.

Ok, schimpfendes Zugpersonal geht gar nicht (wobei das Internet kein Pranger sein sollte). Sehr unprofessionell.

Und ich weiss auch nicht, was die Kunden bei Dir sagten, aber mir platzte übrigens neulich das erste Mal in 4 Jahren Zugfahren auch mal der Kragen. Weil ich das Genörgele vor Ort im Zug als unheimlich unproduktiv empfand.

Ich kam in ein Abteil und hörte mir schweigend an, wie der dortige Fahrgast (war "nur" ein Wochendendpendler) 20 Minuten lang lautstark und erregt auf die "Scheiss-Bahn" schimpfte. Es fing mit seiner heutigen schiefgelaufenen Fahrt an (ok, die lief auch sehr schief) und endete damit, dass er z.B. behauptete, jeden Montag vormittag verlässt nicht ein einziger Zug pünktlich den Frankfurter Hauptbahnhof (Frankfurt sei der allerschlimmste Bahnhof überhaupt), die S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Ostendstrasse fuhr auch "noch nie" pünktlich und die meisten Rail-to-Fly Reisenden würden ihren Flug nie erreichen, weshalb viele Reisebüros ihre Bahnvereinbarungen kündigen würden (ich dachte immer, das lag an den schrumpfenden Provisionen?).

Die letzten drei Sachen kenne ich nun selber sehr gut als häufiger Nutzer, also fing ich beim Ende meiner Nervenstärke gleich mal undiplomatisch an mit "Sie sind ein Lügner", "irrational", etc. Fünf Minuten später war er tödlich beleidigt. Aber ruhig. Und ich unterhielt mich mit der dritten Person im Abteil über angenehmere Dinge im Leben.

War mir aber ein unangenehmer Vorfall, weil das sonst nicht meine Art ist.

Auch ich hab seit einigen Tagen oft +20 oder +30 mit den ICE3s und es war zumindest in dem Fall unheimlich nervig, wenn manche Leute dann vor Ort nicht gelassen bleiben. sondern noch andere mit emotional "anspitzen" mit ihrem Dauergeschimpfe.

Im aktuellen Spiegel ist ein Interview mit Harald Schmidt, wo er nett schreibt, wie Gelegenheitsfahrer auf der Strecke Köln-Stuttgart bei Verspätungen immer am lautesten im Zug schimpfen, aber es die Dauerpendler sind, die es idR still und leise wie indische Bahnfahrer ertragen würden. ;-) Ich find auch letzteres angenehmer, denn man kann wenig ändern damit.

Zum Frustabbau les ich dann lieber hier mal mit oder schau halt fern dazu. :-)


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