Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II (Reiseberichte)
Und nun geht es zum zweiten Teil des Reiseberichtes:
Der Tag startete in aller Herrgottsfrühe in der Mainmetropole, wo ich recht frühzeitig am Hauptbahnhof ankam, der zu dieser Stunde schon recht belebt wirkte. Pünktlich traf auch ICE 1092, gebildet aus Tz 161 "Bebra" aus Darmstadt ein. Erstaunlicherweise waren schon ab Darmstadt einige Reisende an Bord. Weiter war die für Sprinter-Verhältnisse gute Anzahl an Reservierungen erstaunlich, so sollte ich mir der Reservierungsanzeige nach ein Abteil mit zwei weiteren Personen teilen. Darauf war ich jedoch nicht so erpicht, sodass ich spontan in den Großraum auswich, wo ich noch einen Vierer-Tisch ergatterte. Ich freute mich, einen ICE mit Hotspot erwischt zu haben, konnte ich so doch bis etwa Höhe Hannover mit einem zuverlässigen Internetzugang rechnen. Theoretisch ja - praktisch scheiterte das jedoch daran, dass bei beiden Browser auf meinem Laptop und beim iPhone ein Fehler beim Aufrufen der Landingpage auftrat.
Während der Standzeit in Frankfurt leistete uns dann noch ein ungepflegt wirkender Herr Gesellschaft, der per lautem Aufruf noch um 1,50 Euro bat. Ein Mitreisender schräg gegenüber am Tisch meinte, nachdem ich persönlich von besagtem Herrn angesprochen wurde, dass dieser ihm schon bekannt sei und er öfters in den Morgenstunden durch die 1. Klasse der ICEs im Frankfurter Hbf ginge.
Soviel zur Vorgeschichte, jetzt zur Fahrt: Diese begann pünktlich, zwischen Hanau und Gelnhausen habe ich ein Mal beim Blick auf's RIS 177 km/h erhaschen können. Ich dachte, die LZB dort sei außer Betrieb? Die Durchfahrt in Fulda erfolgte dann um 7:08 Uhr, eigentlich zu spät, überholt der Sprinter doch in Fulda den ICE 888, der Fulda um 7:07 verlässt. Verspätung - trotz über 160 km/h zwischen Hanau und Gelnhausen? Merkwürdig!
Na ja, auf der Schnellfahrstrecke gehörte meine Aufmerksamkeit erst einmal dem Inklusivfrühstück im Sprinter:
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Wirklich süß, diese kleinen Brötchen. Die Wurst- und Käsescheiben wirken dagegen leicht überdimensioniert ;-).
Ohne weitere Vorkommnisse, aber dafür mit abschnittsweise nur 160-170 km/h ging es Richtung Hannover, nördlich von Göttingen dann schon konstanter im Bereich 250. Lehrte durchfuhren wir mit +5, ebenso Gifhorn, auf der Schnellfahrstrecke fuhren wir dann jedoch konstant 250 km/h (bis auf das Trappenschutzgebiet bei Rathenow natürlich), sodass wir Berlin-Spandau wie auch den Hauptbahnhof pünktlich erreichten. Das war meine erste Sprinter-Fahrt ohne Verspätung!
Falls es doch zur Verspätung kommen sollte, die DB hat dem offensichtlich vorgebeugt ;-):
Dann noch einen kleinen Abstecher in die Austernbar-Ersatzlounge (ich wusste gar nicht, dass es dort auch einen 1. Klasse-Bereich gibt), der aber wirklich nur kurz ausfiel. Wann ist eigentlich mit der Wiedereröffnung der echten Lounge zu rechnen?
Der Abstecher fiel deshalb so kurz aus, da ich mich alsbald auf den Weg in den Tiefbahnhof machen musste, um die Rundreise mit ICE 1106 fortzusetzen. Ich hatte nicht reserviert, aber am Bahnsteig wartete eine ganze Reihe Fahrgäste auf den ICE. Wie diese in anderthalb Wagen der 1. Klasse passen sollten, erschien mir fraglich, zur Sicherheit habe ich dann noch schnell per Smartphone einen Sitz ab Spandau reserviert, ab Hbf war es zeitlich schon zu knapp. Letztlich fand dann auch jeder einen Platz, wenngleich nicht viele im Wagen von einem freien Nebenplatz profitieren durften. Mit fünf Minuten Verspätung (Warten auf Anschlussreisende aus dem leicht verspäteten ICE 1614) machte sich dann der Ex-Metropolitan auf dem Weg nach Hamburg. An Bord natürlich auch der Exzellenzmanager - ob sich seine Exzellenz auch das Gegrummel mancher Fahrgäste, die vor Bekanntwerden der "Kürzung" der MET-ICEs reserviert haben und Plätze in einem nicht mehr vorhandenen Wagen zugeteilt bekamen, notiert hat? Man weiß nicht, jedenfalls fand sich offensichtlich eine Lösung. Als exzellent empfand ich jedoch die Laufruhe, die so kein "echter" ICE bietet, dafür wurde die Ruhe jedoch ein wenig durch dauertelefonierende Reisende gestört. Der eine kam nach jedem Verbindungsabbruch mit dem selben, nach mehrmaligem Hören immer mäßiger witzigen Spruch, dass man 21 Jahre nach der Eroberung Ostdeutschlands nicht erwarten könne, dass das Telekom-Netz funktioniere und dann noch ein weiterer mit "Für immer jung" von Karel Gott als Klingelton. Leider wurde er oft angerufen ;-).
Interessant war, dass als Goodie auch die Feuchttücher aus dem Sprinter angeboten wurden - wiederum exzellent war die pünktliche Ankunft in Hamburg Hbf wie auch am Dammtor - Berlin haben wir ja mit +5 verlassen.
Nach einer kurzen Wartezeit sollte es dann mit RE 21016 nach Kiel weitergehen. Dieser war aus einigen Dostos gebildet, mehrere davon auch mit 1. Klasse im Oberstock. Mehrere 1. Klasse-Wagen - das kennt man ja aus Bayern nicht. Nötig waren diese zumindest bei meiner Fahrt nicht, den ganzen Oberstock teilte ich mir mit einem Mitreisenden. So unspektakulär wie diese Aussage war auch die Fahrt bis Kiel - Ankunft nach Plan.
Dort habe ich zunächst einen Sprung zur Mole gemacht und mir Stärkung besorgt, die ich dann in der RB 21675 verzehrt habe. Die Triebwagen der Baureihe 648 kennt man ja auch aus dem Nürnberger Dieselnetz, dort jedoch ohne 1. Klasse. Umso interessanter dann diese im Bereich der RBSH, hier wollte man dem ICE nacheifern, praktisch sind dies jedoch nur recht enge Holzbretter in Lederoptik:
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Hier war ich dann bis Lübeck alleine, in der 2. Klasse wäre ich es jedoch keineswegs gewesen, es war schließlich beste Schülerverkehrszeit. Es war meine erste Fahrt auf dieser Strecke und ich glaube, in den grünen Farben des Sommers in Kombination mit blauem Himmel ist sie auch, insbesondere im Abschnitt der Seen, eine sehr schöne. Schön war auch, dass wir Lübeck planmäßig erreichten, denn so war der schlanke Übergang zum RE 21575, wiederum gebildet aus einigen Dostos, mehrere davon mit 1. Klasse im Oberdeck, dieses Mal jedoch mit den Ledersitzen wie bei der Südostbayernbahn zwischen München und Mühldorf, gesichert. Nötig wäre diese hohe Anzahl an 1. Klasse-Plätzen auch hier nicht gewesen, denn ich war auf der ganzen Fahrt alleine. Hamburg erreichten wir nach Plan, hier wurden wir dann schon zur besten Pendlerzeit von einer Menschenmenge am Bahnsteig erwartet.
In Hamburg dann noch für etwas länger in die Lounge, immer wieder toll dort im 1. Klasse-Bereich. Weiter ging es mit IC 2173, der ohne jegliche Ankündigung in umgekehrter Wagenreihung einfuhr. In der Annahme, zur besten Pendlerzeit könne es eng werden, hatte ich hier reserviert, was sich im Nachhinein als nicht erforderlich herausstellte, das Abteil im recht verlotterten Avmz hatte ich die ganze Fahrt über für mich, so wohl auch meine wenigen Mitreisenden. In der 2. Klasse dürfte es jedoch ganz anders ausgesehen haben; der Zug fuhr schon dafür, dass er nur aus Altona kam, recht gut besetzt in den Hauptbahnhof ein. Ohne erkennbaren Grund verließen wir den Hamburger Hbf mit +5, Harburg mit +7, bauten diese Verspätung jedoch kontinuierlich ab, ab Celle waren wir dann pünktlich. Positiv überrascht hat mich auch die Nachfrage nach Wünschen aus dem Bordbistro, das ist man ja mittlerweile leider aus ICs nicht mehr gewohnt. Infolge des kontinuierlichen Abbaus der leichten Verspätung erreichten wir Hannover nach Plan.
Dort ging es nach einer Stärkung schon wieder in die... na? Richtig, Lounge! Dies war mein erster Besuch dort und sie kam mir im Vergleich zu anderen Standorten (Leipzig, Stuttgart, Mannheim) recht groß vor. Kann jemand diesen Eindruck bestätigen? Nach zwei Gläschen Pepsi ging es dann auch zum Bahnsteig, wo ICE 685, gebildet aus Tz 216 "Dessau", der sich an ICE 635, gebildet aus Tz 231 "Brandenburg an der Havel" schmiegte. Platz nahm ich jedoch im Hamburger Zugteil, wo ich auch als Anschlussreservierung aus dem IC einen Sitzplatz reserviert hatte. Pünktlich verließen wir Hannover. Nachdem wir auf der Schnellfahrstrecke waren, kamen wir vor dem Abzweig Sorsum kurzzeitig zum Stehen, um wohl ICE 877 den Vortritt zu lassen. Dies brachte uns fünf Minuten Verspätung ein, interessanter fand ich jedoch, dass ich im "alten" ICE 2 eine recht stabile Internetverbindung per iPhone als Hotspot hatte, während ich dies zuvor auf der gleichen Strecke im redesignten ICE 1 (noch dazu als Hotspot-ICE) nicht hatte, dort hatte ich kaum eine Verbindung. In beiden Fällen saß ich übrigens im Handywagen. Hat jemand eventuell eine Erklärung dafür?
Weiter ging die Fahrt dann über Kassel nach Fulda, wo schon kurz vor der Ankunft dort per Durchsage informiert wurde, dass wir ab Fulda mit etwa 15 Minuten Verspätung unterwegs sein würden, da wir auf Anschlussreisende aus dem ICE 1552 warten müssten. Eine Mitreisende, die in jenen ICE nach Frankfurt umsteigen musste, um von dort aus weiter zu ihrem Ziel Mainz zu gelangen, blieb, um nicht in der Kälte auf den ICE 1552 warten zu müssen sitzen. So entschied sie sich, das bis zu dessen Einfahrt zu tun; das Eintreffen des Zuges bemerkte sie jedoch spät - zu spät, als sie zur Ausstiegstür gelangte, fiel diese gerade zu.
Um die Spannung zu steigern und vor allem der Zeichenobergrenze gerecht zu werden: CUT! ;-)
gesamter Thread:
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil I -
Claus_NN,
31.03.2011, 16:39
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil I -
JanGT,
31.03.2011, 23:01
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil I - Matze86, 01.04.2011, 09:00
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil I - 218 466-1, 31.03.2011, 23:09
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II -
Claus_NN,
01.04.2011, 01:40
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II -
NIM rocks,
01.04.2011, 05:25
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II - Matze86, 01.04.2011, 09:01
- Vielen Dank schonmal!
-
Matze86,
01.04.2011, 09:00
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II - Der Bielefelder, 01.04.2011, 11:32
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II - 218 466-1, 02.04.2011, 00:42
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil II -
NIM rocks,
01.04.2011, 05:25
- Vielen Dank für den Bericht - GUM, 01.04.2011, 22:28
- Reisebericht, Teil III mit Fazit und Bildern -
Claus_NN,
02.04.2011, 22:07
- Reisebericht, Teil III mit Fazit und Bildern - 218 466-1, 02.04.2011, 23:16
- Reisebericht: 2900 km Deutschland in zwei Tagen, Teil I -
JanGT,
31.03.2011, 23:01
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