Eine eigene Erfahrung und Nachfrage (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Sonntag, 13.03.2011, 16:57 (vor 5553 Tagen) @ martin.elsner

Hallo!

Da ich in dem Zug war, kann ich mal ein wenig den Bericht kommentieren.
Stillstand war gegen 17:10.
Nach ca. 10min kam die ersten Durchsage, der Stromabnehmer sei "abgefallen", der Lokführer versuche das gerade zu reparieren.
Nach weiteren 20min ohne Information kam dann die nächste Info, des sei nicht mehr genug Druckluft vorhanden um den 2. Stromabnehmer hochzufahren, es solle nun versucht werden den Druck neu aufzubauen.
Wieder verging viel Zeit, die ersten Reisenden wurden unruhig weil Ihre Flügen in FFM bald Check-In Zeit haben würden. Aber es kam keine Info. Mittlerweile waren 45min vergangen.
Dann kam die Info, das alle Versuche gescheitert sind, wir würden in einen anderen ICE evakuiert, dieser würde in kürze neben uns halten und wir sollen schon mal alle packen und zum Umstieg bereit sein.
Bis der kommt würde aber noch ein komplett Reset der Notstrombatterie versucht, in dieser Zeit (ca. 20min) würde das Licht komplett weg sein, die Klos nicht funktionieren und man solle sich von den Türen fernhalten. Das ganze brachte aber auch keine Hilfe.
Wieder vergingen 20min, in der Zeit fuhr irgendwann einen einzelnen Lok an uns vorbei. Kurz darauf wurde die Evakuierung abgesagt, eine Hilfslok soll jetzt Druckluft und Strom liefern, damit wir eigenständig weiterfahren können. Es war jetzt ca. 18:30 Uhr, der Folge ICE aus Karlruhe war umgeleitet worden, also ein Umstieg kein Thema mehr.
Einige Passigiere verließen dann wohl kontrolliert den Zug. Eine Tür im ICE war wohl in der Nähe einer Nottür in der Lärmschutzwand.
Gegen 18:50 fuhr dann ein leerer IC auf dem Nebengleis vor. Nach 10min kam dann die Durchsage, das vielleicht gleich evakuiert wird, es würde aber noch versucht, Druckluft zu geben, da zumindest die Verbindung der Hilfslok und dem ICE mittlerweile stehen würde. Aber gegen 19:00 Uhr wurde dann der Umstieg angefangen. Das dauerte ca. 30min für den vorderen Zugteil, dann rollten wir ein Stück zurück und der hintere Zugteil wurde evakuiert.
Um 20:00 Uhr setzte sich der IC dann richtung Mannheim in Bewegung, Ankunft dort gegen 20:20, gerade pünktlich für den ICE richtung Köln der um 20:35 abfährt.
Dieser hielt dann noch zusätzlich in Limburg und Montabaur, weil wohl noch ein andere ICE ausgefallen war. Damit war ich dann um 21:57 in Siegburg anstatt um 18:47.
Soweit der Bericht.

Danke.

Nun meine Kritik:
- Die Infos im Zug waren einfach zu wenig, es dauert erstmal 10min bis die erste Durchsage kam, der Abstand zwischen den Infos war sehr lang.
- Man hätte bei einen defekten Stromabnehmer nicht lange fackeln sollen, Ersatzzug, Umstieg, gut. Dann wäre es sicherlich eine Stunde oder mehr schneller gegangen.

Hinterher ist man immer schlauer. Es hat wohl zu lange gedauert, bis man eingesehen hat, dass der ICE nicht mehr weiterfahren kann.

Und zu guter letzt meine Fragen:
Warum konnte man nicht nur mit dem hintern Zugteil zumindest bis einen Bahnsteig rollen?

Praktisch wäre es möglich, alle Fahrgäste in den hinteren Zugteil umsteigen zu lassen und zurück zu fahren. Da ist aber Befehl, Streckensperrung etc. nötig. Es kommt auch darauf an, ob nicht dahinter schon der nächste Zug gestanden ist.
I.d.R. wird immer zuerst versucht, den defekten Zug zu regarieren. Die Entscheidungen, wie die Fahrgäste weiterkommen sollen, ist für die TL auch nicht immer einfach.


Oder warum konnte der hintere Teil nicht die Druckluft übertragen?

Da müsste man wissen, was genau kaputt war und sich technisch mit diesen Zügen auskennen...

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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