Reisebericht Hamburg-Punta Umbria (Tei 1/2) (Reiseberichte)

Uniqum, Frankfurt am Main, Samstag, 22.01.2011, 13:57 (vor 5537 Tagen)

Gleich eines vorab: An mir ist leider kein besonders begnadeter Fotograf verloren gegangen, ich hoffe die einigen, wenigen, Bilder gefallen trotzdem.

Wer mit der Bahn fährt, kann was erleben - in Spanien leider noch einmal mehr, als in Deutschland. Es ist schon ein kleines Abenteuer, sich die Fahrt von Norddeutschland bis nach Andalusien mit Bus und Bahn "anzutun", wobei die Fahrt eigentlich weniger das Abenteuer war, die größte zu nehmende Hürde war im Nachhinein der Ticketkauf.

Auf den ersten Blick sah alles ganz einfach aus, mit dem ICE bis nach Zürich, von dort mit dem Elipsos nach Barcelona und von Barcelona mit dem durchgehenden Zug bis nach Cordoba, von dort mit dem Socibus bis Huelva, das passte sogar perfekt von den Anschlüssen. Soweit die Theorie.

Wir wollten am 22.12. fahren und die Elipsos-Tickets waren, wie immer, auch genau 3 Monate vor der Fahrt buchbar, die Deutsche Bahn öffnete im Oktober ihre Buchungen. Für die spanische Strecke hatte ich Interrail-Pässe geordert, da erfahrungsgemäß um Weihnachten herum sowieso keine der ohnehin in Spanien sehr, sehr raren Rabattfahrpreise verfügbar sein würden.

Soweit klappte alles bestens, das eigentliche Problem war die Interrail-Reservierung. Sowohl die Deutsche Bahn, als auch die Agentur Gleisnost konnten bis Mitte Dezember keine Reservierung ausstellen, da die Daten bei Ihnen noch nicht hinterlegt worden sein. 10 Tage vorher platzte mir der Kopf und ich rief direkt bei der Renfe an, was wie sich rausstellte eine weise Entscheidung war. Der AVE war ausgebucht, leider auch die unsägliche Nachmittagsverbindunge mit der nächtlichen Ankunft in Sevilla und alle Züge, die später als 12 Uhr in Madrid los fuhren hatten nurnoch Plätze in den ersten Klassen frei. Einzig der Frühzug um 08:15, der viel zu früh für den Elipsos losfuhr, hatte noch Plätze. Umdisponieren hieß also die Devise. Da man mir per Telefon keine Interrailreservierungen verkaufen wollte, da ich nicht aus spanien heraus anrufen würde habe ich kurzerhand online den Frühzug, für jene 139€ pro Nase reserviert. Kleiner Trost war, dass wir Plätze in der deklassierten Prefferente zum Turista-Preis bekamen, trotz allem alles sehr, sehr ärgerlich.

Größtes Kopfzerbrechen bereiteten mir die sauteuren Schlafwagen-Tickets für den Elipsos. Es stellte sich allerdings heraus, das es sich gelohnt haben sollte, diese über die Renfe-Seite zu kaufen. Statt einer Stornierung habe ich die einmalige, "kostenlose" (in Spanien ist leider nichts wirklich kostenlos und selbstverständlich lässt man sich den Tausch mit rund 20€ Bearbeitungsgebühr gut bezahlen), Umbuchung dazu genutzt das ganze in einen einzigen Ligewagenplatz zum Webtarif an irgend einem Datum im Februar umzubuchen, somit war die Gutschrift ein wenig höher. Diesen wollte ich dann später stornieren, habs dann aber gleich gemacht und somit, zu meiner Überraschung innerhalb des auf der Renfe-Seite vorgesehenen 2-Stunden-Limits für kostenlose Stornierungen. Zumindest hier: Glück im Unglück.

Schnell noch ein Hotel in Barcelona reserviert und eine andere Hinfahrt organsiert. Vorgesehen war nun der DB-Nachtzug von Hamburg nach Paris (mit Softies-Gutschein), allerdings nur bis Metz, da der TGV um 09:19 von Paris noch Prems-Plätze zu 19 Euro frei hatte und es so sinnvoller erschien in einen TGV von Metz nach Paris zu investieren, um den TGV in Paris noch zu erwischen, als den Nachtzug durchgehend zu nutzen.

Allerdings hatten wir die Rechnung ohne das Wetter gemacht und der Umstieg in Metz war recht knapp. Zwar fuhr noch ein TGV aber die Verspätung des Nachtzuges aus Paris am Vortag in Hamburg ließ mich blass werden:
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Am nächsten Morgen sollte es mit den Nachtzügen nicht besser aussehen, weshalb es also letzten Endes bereits am 21.12. los ging und ich möchte mich da auch noch einmal, auch wenn ich ganz sicher keine Namen nenne, bei den Mitarbeitern der DB bedanken, die für die Situation Verständnis hatten und nicht auf der Nachtzug-Nutzung beharrten.

Bis Frankfurt waren wir sogar pünktlich unterwegs, erst dort Verspätete sich der TF, wehalb wir dann einfach in den direkten RE nach Saarbrücken stiegen, von dort gings mit dem TER weiter bis nach Metz. In Metz hatten wir das Ibis-Hotel in Bahnhofsnähe für die Nacht reserviert und machten noch einen kleinen Abstecher auf den Weihnachtsmarkt vor dem Bahnhof (mit seinen gefakten Eisenbahnwagons) und die doch eigentlich recht schöne Innenstadt.

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem TGV um 06:25 gen Paris, ich schaute vorsichtshalber noch einmal, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich ärgern würde, nach dem Nachtzug, habe ihn aber nicht sehen können. Er schien allerdings den Monitoren nach pünktlich zu sein.
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Der TGV war dafür, dass es zwei Tage vor Weihnachten war sehr gut mit Pendlern gefüllt. Leider ließ der Winter auch Frankreich nicht kalt (obwohl warm wohl eher das passende Wort wäre) und wir fuhren mit verringerter Geschwindigkeit über die Schnellfahrstrecke nach Paris. Mit rund 60 Minuten Verspätung kamen wir dann am gare de l'Est an und hatten noch etwas über eine halbe Stunde zum Umstieg. Es ging also so schnell wie möglich in die U-Bahn (zum Glück hatten wir noch Fahrkarten vom letzten Mal) und mit Sack und Pack die Treppen hinab. Es erwies sich als gute Idee am Chatelet Les Halles in die Linie 14 umzusteigen, weil alle Treppen die es zu überwinden galt nur abwärts gingen. Am Gare de Lyon angekommen machten es uns die Bauarbeiten ein wenig schwer und in Gewohnheit waren wir leider in den gelben Sektor (das sind die ein wenig weiter hinten liegenden Gleise) gelaufen, allerdings sollte der Zug diesesmal vom "normalen" Bereich abfahren. In letzter Minute, auch mit Hilfe der Schaffnerin schafften wir es noch in den Zug und es ging auch gleich die Tür zu, ein Erlebnis, das deffinitiv keiner Wiederholung bedarf. Der TGV Duplex (leider keiner der neueren, wäre ich gerne mal mit gefahren) war sehr gut gefüllt, allerdings leider falsch nummeriert worden, sodass die Reservierungen nicht hinhauten. Zwar sagte man uns noch Das Wagen 17, Wagen 7 entspreche, das interessierte das dort sitzende Ehepaar allerdings kaum, es war allerdings auf den zweiten Blick auch noch genug frei, allerdings war es Schade um den Tischplatz.

In diesem Zug fiel mir nun zum ersten Mal auf, das in Frankeich nun die Anschlüsse mit Gleisen(!) durchgesagt werden. Es mag Zufall gewesen sein, aber dieser Zufall hat sich in allen anderen Zügen wiederholt. Allerdings ander als in Deutschland sehr kurz und knapp "Changemont par .. Voie ..", eigentlich völlig ausreichend.

Von Montpellier nach Perpignan hatte ich zum ersten Mal das Glück mit einem der neuen Triebwagen zu fahren, die dort die lokbespannten Züge ersetzt haben. Ein sehr, sehr positives Erlebnis (leider sind die Handybilder für euch sicher nicht ein solches):
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Von Perpignan dann ging es mit einem älteren Modell weiter bis nach Portbou, wo es bereits angenehm warme 18 Grad waren - wunderbar. Die gute Stunde Umstieg war auch gar nicht so beschwerlich wie erwartet, weil uns dieses doch ganz nette Bahnhofscafe begegnete:
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Den ehemaligen, zweiten, Ticketschalter hatte man, wie ich fand ganz nett dekoriert:
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Von Portbou also sollte es mit dem von dort fahrenden Regionalzug, der einen verlängerter Rondalies-Zug war bis nach Barcelona gehen. Auf den Plastiksitzen, das weiß ich noch aus Erfahrung, kein sonderliches Vergnügen. Zum Glück allerdings sollte heute eine Media Distancia (bzw. Mitjana Distancia)-Einheit bereit stehen:
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Positiv vor allem der große Gepäckstauraum im ersten Wagen. Eine dann doch überraschend angenehme Fahrt.

Ein kleiner Hinweis sei erlaubt: Der Fahrplan auf der Renfe-Seite mit nur 3 täglichen Zügen von Portbou erwies sich als falsch. Richtig war der, der Regionalregierung mit zweistündlichen Zügen.
Man ist in Katalonien, wo auch die Busse auf die Züge abgestimmt werden und teilweise schon sind, sehr bemüht den Nahverkehr zu verbessern, leider werden diese Bemühungen regelrecht von der Zentralregierung untergraben. Im Falle Kataloniens ist wirklich zu hoffen, dass die Regionalregierung Ernst macht und die SPNV-Leistungen ausgeschrieben werden.

Einen Abend in Barcelona tot zu schlagen, sollte kein großes Problem sein. Wir hatten statt dem Barcelo Sants das H10 Itaca, das in Bhanhofsnähe lag gebucht und waren mehr als überrascht. Das Hotel ist wirklich sehr emphelenswert.


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