Unfassbare Zustände bei der DB AG? Wohl eher alter Quark. (Allgemeines Forum)

liebe70, Samstag, 22.01.2011, 01:19 (vor 5599 Tagen) @ SST

Also schickte ich eine entsprechend codierte SMS an die ZBSL ab: Laufwerk defekt => Geräusche/unruhiger Lauf mit der erweiterten Erklärung „Wagenende 2, vermutl. leichte Flachstelle“. Die Wagen 9, 12 und 14 prüfte ich auch und setzte sicherheitshalber ebenfalls die vorgenannte SMS ab. Ich war noch gar nicht fertig mit dem Senden, klingelte das Diensthandy und die ZBSL war dran. Ich solle den Tf informieren, wir mögen am nächsten Bahnhof halten und die Wagen untersuchen. Der Hinweis der ZBSL lautete noch: bei Flachstelle größer als 4cm mit 160km/h weiterfahren und bei Flachstelle größer als 6cm den Zug aussetzen.

Aber hier nicht. Der Tf rief die ZBSL (?, den Hotliner, wen auch immer – ich habe es vergessen, da es für mich nicht vorrangig wichtig war) an und teilt denen mit, daß er das nicht entscheiden könne, weil

  • er weder die technische Erfahrung (woher auch?)
  • noch irgendwelche Hilfsmittel dabei hat, um eventuelle Schäden vermessen zu können (hier die womögliche Flachstelle) und schlußendlich
  • Laufwerksuntersuchungen nur Bordtechniker/Wagenmeister machen dürfen.


Das ist aus meiner Sicht eine Berichterstattung über wirklich ganz unfassbare Zustände bei der Deutschen Bahn AG.

Wieso? Der nächste "technische Beamte" am Zug ist nun mal der Tf. Daß seine Ausbildung (die eines Tf allgemein) nicht so weit reichte, zu entscheiden, ob der Zug weiterfahren kann oder nicht, steht auf einem völlig anderen Blatt - und wurde inzwischen korrigiert. Mittlerweile geht die DB zur sicheren Seite hin. Das hat man gelernt. Dein Aufschrei ist also vollkommen unbegründet. Die Handlungsweise von heute ist eine ganz andere als die von 2008. Ist doch gut so.

Selbstverständlich kann ein Triebfahrzeugführer nicht (ICE-) Laufwerksuntersuchungen vornehmen! Und das ordnet die ZBSL an???

Das finde ich absolut besorgniserregend!!!!!

Verstehe ich nun auch nicht gerade. Die Regelungen wurden ja mittlerweile angepaßt. Nach dem Ereignis von Bielefeld wurde entschieden, daß die letzte Entscheidung, ob ein Zug wegen ausgefallener Klimaanlage(n) weiterfährt oder nicht, der Zf trifft. Da können die Transportleitungen hoch und niedrig springen, wenn der Zf entscheidet, daß der Zug stehenbleibt, dann ist das so.

Ich finde es gut, daß die DB dazugelernt hat. Sie sind zwar bitterböse auf die Schnauze gefallen und haben unendlich viel Lehrgeld gezahlt, aber da der Lerneffekt eintrat... Lieber so als andersrum. Da muß man sich auch nicht mehr darüber erregen.


Noch ein Lerneffekt, dieses Mal bei mir: Solche Storys fallen eben zukünftig aus. Gibt es nur noch Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichten... ;-)


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