Pech, Schicksal oder die Folge von jahrelangem Fehlplanen? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 24.12.2010, 14:30 (vor 5617 Tagen) @ moonglum

Moin Leute,

zum einen wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest, kommt vor allem SICHER dort an, wo ihr hinkommen wollt.

Danke schön...

...wo wir in Zeiten tiefsten Winters eine Reise von München nach Köln oder nach Hamburg mit dem guten alten InterCity samt seiner 103 oder 111 im Doppelpack, ..., mit sehr überschaubaren Verspätungen am Ziel ankamen...

Ein paar Hinweise:

1. damals waren andere Bereiche der Bahn noch nicht so weit entwickelt. Laut BahnExtra "InterCity", umfasste das IC'79-Netz nur 30% der Strecken, aber es entsprach 70% der Nachfrage. Und gerade die restlichen 30% der Nachfrage hatte sich in den Dekaden danach entwickelt = Regionalverkehr.

2. damals gönnte man sich noch die Zeit des Reisens. Ich schreibe absichtlich "gönnte" und nicht "hatte", denn man hat heute genauso viel verfügbare Zeit fürs Reisen wie damals, nämlich 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche.

Sozusagen:

Viel. Groß. Weit. Schnell. Preiswert. -> Gut.

Heute heißt es aber in allen Bereichen:

Mehr! Größer! Weiter! Schneller! Billiger!
besser?

Einerseits MUSS die Bahn so vorangehen, sonst würde das Geschäft gar nicht mehr bestehen.
Die Beförderungsnachfrage steigt ja nach wie vor, und auch die Schiene muss da eine Teilaufgabe erfüllen. Luft und Straße schaffen das nicht alleine.
Als Flüge bezahlbar wurden, enstand eine ernst zu nehmen Konkurrenz. Mit den guten alten IC-Zügen konnte die Bahn nicht mehr mit den Fliegern mithalten. Und so entstand der ICE und die Schnellfahrstrecken.

Aber wenn es zu "Billiger!" kommt, kann man auch übertreiben. Ich vermute, das passiert jetzt, mit den heutigen Folgen. Es wird gespart wo man nicht sparen sollte. Man kann einen Stuhl leichter machen, aber nicht dadurch, dass man 3 Pfoten wegnimmt.
Die Bahn ist kein Ryanair, wo in bestimmten Konzernbereichen rücksichtlos gespart wird.

Ich finde es erstaunlich, dass vieles vor allem an Kommunikation schief geht. Man hat heute Internet, E-Mail, ICQ, Ping, Kurznachrichten (SMS), Skype, iPhone, Blackberry, Apps, Plug-Ins, selbstinstanzierende Objektklassen, mobile Fahrplanauskunft, Armbandfunkuhren, RSS-Aktualisierungen, Weblogs, Google Maps, Navigationssysteme, Sozialverknüpfungen (del.icio.us), Sozialnetzwerke (Facebook), Mikroberichterstattung (Twitter), FourSquare, Spotify, das QR-Datenübertragungsverfahren... alles Sachen die man zu den Zeiten des IC'79 nicht hatte, und dennoch ist man nicht in der Lage, Fahrgäste ordentlich von korrekten Informationen zu versehen...


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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