Pech, Schicksal oder die Folge von jahrelangem Fehlplanen? (Allgemeines Forum)
Moin Leute,
zum einen wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest, kommt vor allem SICHER dort an, wo ihr hinkommen wollt.
Freunde warten hier in Hagen sowie in Köln auf ihre Kids aus verschiedensten Teilen der Republik, und mit Blick auf RIS in Köln kommen einem ja bald "die Tränen". Fast nichts ist planbar, vieles nicht einmal prognostizierbar.
Ich bezweifle keineswegs, dass der Großteil der Bahn tut, was möglich ist. Ich kenne aber ebenso wie unsere Freunde aus Studentenjahren, wo wir in Zeiten tiefsten Winters eine Reise von München nach Köln oder nach Hamburg mit dem guten alten InterCity samt seiner 103 oder 111 im Doppelpack, teilweise mit 4 Stromabnehmern am Draht (da gibt es irgendwo noch ein altes Foto irgendwo in einer Kurve zwischen Fulda und Würzburg mit 2 111ern), mit sehr überschaubaren Verspätungen am Ziel ankamen.....Einmal fuhr der Blaue Enzian durch derartigen Schneemengen bei Eiseskälte, dass im Bereich des Spessart trotz voll augedrehter Heizung im Abteil der Fensterplatz und der Fußboden irre kalt geworden waren, und trotz VMAX von 130 an jenem Tag bis Nürnberg waren wir nur plus 20 in Köln....Stefan, inzwischen selbst mit zwei Kiddis versorgt, steht neben mir, und wir erinnern uns grad an den besten Platz damals im Zug: Der beste Platz war damals im ARmz bei Tee oder Hühnersuppe ;-))) Zu 6 Studies saßen wir in den Vierertischplätzen, und vor allem waren wir uns stets vollkommen sicher, dass wir am Ziel ankommen würden - das war 1987 oder 1988 glaube ich....
In Kölle warteten diverse Eilzüge sicher auf uns, in Hagen warteten die Anschlüsse ins Sauerland mit Sicherheit.
Und eben - man war als Reisender "sicher", dass Anschlüsse klappen würden.
Klingt jetzt vielleicht konservativ-retrospektiv, aber nicht immer hat der Winter den Bahn-Verkehr derartig fertiggemacht, von Silvester 1978/1979 mal abgesehen.
Die schlechte Presse wundert mich gar nicht. Die Bahn ist ein stets verfügbarer Verkehrsträger für ALLE gewesen und wird es noch lange so sein. Ausserdem:
Niemand von UNS hat je diese katastrophalen Fehlentwicklungen und Rationalisierungen gewollt,
Niemand von uns konnte sie verhindern.
Die Wut auf das Management ist mir verständlich.
Auch heute zeigt sich wieder: Deutschland steht vor einem hochproblematischen Status Quo bei der Bahn, und ich gebe (ich glaube) Holger_Ham recht, der irgendwann mal gesagt hat, dass wir jeden Tag sicher auch sehen müssen, dass wir bei schlechten Bahntagen möglicherweise das Beste sehen, was mit den verfügbaren Ressourcen derzeit erreichbar ist. Unterm Strich: Arm. Und trotzdem ein Ergebnis manchmal harter Arbeit auf vielen Ebenen.
Mehr ist es nicht, weniger auch nicht. Es kann nur, nein, es muss wieder besser werden.
Ohne in die Diskussion einzusteigen, die ja partiell längst entschieden ist,
wird es ohne viel neues fahrbares Material nicht gehen,
und auch in Hagen Hbf muss ein gewisser DB-Mensch am Infopoint sich sagen lassen, dass er sich möglicherweise sehr bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden, die Reisenden aber ganz andere Prioritäten haben. Sie wollen nicht den Servicemitarbeiter überall suchen, sie brauchen dringend Antworten auf Fragen ;-)
Dank iPHONE/RIS wussten wir früh genug:
12:01 nach Berlin fällt aus,
12:34 nach Berlin fällt aus,
13:34 nach Berlin fällt aus....
was dann kommt - who knows....
Per privater Telefonkette sind nun Bekannte auf dem Weg zum Hbf geeilt, durch dichtes Schneetreiben, per Taxi, glücklicherweise hat der 557 so viel Verspätung, erst 10, dann 15, nun 25 Minuten, dass er wohl noch für viele Kids erreicht werden kann, die abends bei den Eltern in Berlin sein wollen (Tschö Fernuni und Bits, bis 2011)!
Einige Bits-Studenten haben upgegradet auf die A-Klasse..... auch sicher nicht schlecht, denn 557 soll schon jetzt (live Meldung aus dem Zug) aus allen Nähten platzen....
11:47 - Es scheinen alle da zu sein, teilweise übernächtigt, ungekämmt,bepackt mit Tüten, Taschen, Violione im Köfferchen... Kaffee ist jetzt kalt, Bahnsteig 5/6 voll....
Gute Reise und hoffentlich gute Ankunft in Berlin bis zum späten Nachmittag/frühen Abend.
Moonglum verlässt jetzt den Bäckereiladen mit integriertem Café
und sprintet zur S8. Sie ist pünktlich.
Fein...
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Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.
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