Wo ist das Problem? (Allgemeines Forum)

Uniqum, Frankfurt am Main, Donnerstag, 09.12.2010, 00:30 (vor 5621 Tagen) @ ice_pendler

Immer wieder interessant, was man so zur Trenitalia liest. Allerdings stelle ich immer wieder fest, das die meisten doch mit etlichen Vorurteilen unterwegs sind.

Sehr wohl werden die DB-ÖBB EC angekündigt, sogar dreisprachig, allerdings als LeNord. Selbiges habe ich im Oktober sogar mit dem Handy aufgenommen, weil ich irgendwie schon so eine Vorahnung hatte, dass das Thema wieder aufkommt.

Sehr wohl, sind die Züge auch an den Stationen genauso deutlich als Fernverkehr auf den Fahrplänen aufgeführt, als die TI eigenen Züge. Sie sind zudem sogar farblich hervorgehoben, da sie der Kategorie Eurocity angehören.

Es gab mal einen privaten Fernzug zwischen Berlin und Leipzig, der ebenfalls nicht im Kursbuch enthalten war und für den ebenfalls keine Fahrkarten vertrieben wurden.

Eine generelle Auskunft gibt es in Italien übrigens nicht. Die TI-Webseite bekommt in den meisten Fällen noch nicht mal kombinierte Nahverkehrs/Fernverkehrsverbindungen hin. Wenn man den Vertrieb über TI wünscht, hätte man sich auch gut daran getan, mit dieser zusammen zu arbeiten. Stattdessen gibt man das Geld lieber dafür aus gefühlt 95% aller Bushaltestellen mit ÖBB-Reklame vollzukleistern.

Die EU-Regierung hat was gegen Staatsbahnen und befürwortet nach dem Gewinnerzielungsprinzip arbeitende Unternehmen. In Italien läuft nicht alles rund, das ist richtig (vor allem nicht im Nahverkehr), allerdings war das Unternehmen zumindest im Personenverkehr bisher nicht im Wettbewerb im Ausland unterwegs. Der Vergleich mit Frankreich hinkt hier also.

Der inneritalienische Fernverkehr ist übrigens bedeutend besser als sein Ruf: Die Züge sauber, meist pünktlich und die Fahrpreise äußerst annehmbar. Vielen altwagen wurden modernisiert, mehrsprachige Ansagen sind (im Gegensatz zum Nahverkehr) selbstverständlich. Die Sitze weich und bequem, das Personal freundlicher als sein Ruf.

Im Prinzip sollte meines Erachtens das selbe Prinzip, wie für ÖPNV-Unternehmen greifen. Wenn ein kommunales Unternehmen nach dem Versorgungsprinzip beauftragt wird, sollte es nicht die Lorbeeren des Wettberwerbs ernten. Was allerdings für welche Region und welches Land die beste Lösung ist, sollten besser die Menschen vor Ort entscheiden.

Der .Italo wird als Premium-Fernzug mit Sicherheit kommen - mit Zwischenhalten, auch ganz ohne EU. Jeder will gerne was vom Kuchen ab haben, ist doch verständlich oder? Das ganze wird ausgehen wie mit dem DB-Anteil von Thalys. Ich tippe auf eine 5-10% Beteiligung oder einer Vertriebsprovision. Manche Probleme sind einfach gar keine, ganz einfach weil Italien einfach Italien ist. Im Ausland laufen manche Dinge einfach anders.

Chris,
der die Sitze im Eurostar-City viel bequemer findet, als in so manchem DB InterCity.


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