Oberleitungsschäden allgemein (Aktueller Betrieb)

ICE-T-Fan, Sonntag, 05.12.2010, 23:08 (vor 5615 Tagen) @ Matze86

Um es mal zu konkretisieren:

Bruch der Schleifleiste ohne Zusatzschäden -> Stromabnehmerwechsel (auf Zweitstromabnehmer) falls möglich; Verspätung meistens so etwa 10 min wegen Kontrolle des Zuges durch Zugpersonal

Bruch des Stromabnehmers -> für den Zug bedeutet das im Regelfall Endstation und Fahrt zum Werk, da dann meistens auch elektrische Teile beschädigt sind. Die Strecke muss vom liegen gebliebenen Zug geräumt werden; Verspätung im Regelfalls zwischen 30 und 120 min. Meistens wird dann auch gleich die Oberleitung kontrolliert.

Kurzschluss durch Baum, Vögel etc. in der Oberleitung -> kurzes Abschalten der Sicherungssysteme, Anlegen einer schwächeren Kontrollspannung; dauert meistens nur wenige Minuten, dann ist wieder Spannung vorhanden.

Sollte die Kontrollspannung ein "Leck" feststellen, sprich einen nicht behobenen Kurzschluss, muss ein Wartungsteam die Strecke ablaufen und den Schaden finden, einschätzen und reparieren. Dadurch ergeben sich im Regelfall Streckensperrung für 2-3 Stunden.

Sollte ein Zug mit einem defekten Stromabnehmer oder ein umgestürzter Baum oder Bagger oder Kran die Oberleitung ganz herunter holen, so dauert die Reparatur im Regelfall deutlich über 3 Stunden. Dann werden wohl den Rest des Tages die Züge entsprechend umgeleitet. (So einen Fall habe ich persönlich schon in Jena erlebt, als am Paradiesbahnhof gebaut worden ist. Einmal war die DB-Oberleitung von einem Kran angeknackst worden und einmal hat ein Bagger die Leitung der parallel fahrenden Straßenbahn kaputt gemacht. An dem Tag bin ich erst um 1 Uhr mit dem Bus in Lobeda angekommen, da alle Linien aus der Innenstadt heraus ausgefallen sind.)


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