PA: Massives Sicherheitsproblem bei den ÖBB (Allgemeines Forum)

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Montag, 29.11.2010, 21:29 (vor 5624 Tagen)

Hallo!

Bei den Bundesbahnen ist Feuer am Dach. Und das lodert mittlerweile so stark, dass heuer sogar ein eigener aufwühlender Lehrfilm produziert wurde, der Lokführer zu mehr Achtsamkeit im Führerstand animieren soll.
Hintergrund: Das Risiko für Kollisionen auf den Schienen und damit für Zugsunglücke ist heuer exorbitant gestiegen. Details verrät ein internes ÖBB-Papier, das nun der NÖN vorliegt.
Demnach wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres bundesweit 25 wichtige Haupt- und Schutzsignale wie "Halt" von Lokführern überfahren. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (11) ist das mehr als eine Verdoppelung. Im gesamten Vorjahr wurden laut diesem Papier 24 Signalüberfahrungen registriert.

Bei den ÖBB will man auf NÖN-Anfrage von den heurigen Zahlen gar nichts wissen. "Im Vorjahr waren es 24 Signalüberfahrungen", bestätigt Pressesprecher Christopher Seif zwar, aber "für heuer liegen mir noch keine Zahlen vor." Er wisse aber, dass es heuer keinen Zusammenstoß gegeben habe. Im Vorjahr gab es laut Seif hingegen zwei: Das eine Mal entstand nur Sachschaden, das andere Mal gab es auch leichte Verletzungen.
Das letzte große Zugsunglück durch Überfahrung eines Haltesignals passierte im Sommer 2005 in Gramatneusiedl im Bezirk Schwechat. Damals krachte ein Güter- in einen Personenzug. 13 Personen wurden verletzt – vier davon schwer. Der Sachschaden betrug 20 Mio. Euro.

Trotz Sicherheitssystem Kollisionen möglich
Der ÖBB-Sprecher möchte die Zahl der Signalüberfahrungen generell nicht überbewerten: "Oft wird das Signal auch nur um bis zu einem Meter überfahren. Dann rutscht der Triebfahrzeugführer über das Signal drüber."
Und durch die Sicherungseinrichtungen PZB (Punktgenaue ZugsBeeinflussung) komme es automatisch zu einer Zwangsbremsung des Zuges. Warum dann trotzdem Kollisionen möglich sind? "Weil der Zug noch nicht vollständig zum Stillstand gekommen ist", erklärt Seif.

Die Ursache dafür liege "in der Regel bei menschlichem Versagen". Als Gegenmaßnahmen würde man verstärkte Schulungen durchführen und die Triebfahrzeugführer sensibilisieren.
Bahninsider können für Signal- überfahrungen aber noch weit mehr Gründe nennen. Neben Ablenkungen – etwa durch private Handytelefonate – wären auch Zeitdruck bei Verspätungen, schlechte Sicht oder technische Probleme mit Schuld.
Viele sehen zudem mangelnde Routine und Ausbildungsdefizite als Ursachen. So wurde etwa die Ausbildungsdauer für Triebfahrzeugführer von 27 Monaten im Jahr 1989 auf nunmehr 11 Monate sukzessive heruntergefahren. Auch der zugbegleiterlose Fahrbetrieb verlangt von den Zugfahrern mehr zusätzliche Leistungen und bringt damit mehr Stress.

Immer mehr Züge fahren trotz planmäßigen Halts durch
Ebenfalls zugenommen haben in den ersten drei Quartalen 2010 die Haltestellen-Durchfahrten, wie ein anderes internes ÖBB-Papier zeigt. Das bedeutet, dass Züge trotz planmäßigen Halts in einer Station durchfahren. Waren es im Vorjahr 115 registrierte Fälle, dürfte diese Zahl heuer übertroffen werden.
Seitens der ÖBB sieht man hier kein Sicherheitsproblem. Aber man würde mehr schulen.
Insider erklären dieses Phänomen mit der Unaufmerksamkeit der Zugfahrer, der teils schlechten Sicht auf die Signalanlagen sowie versehentlich falsch aufgelegten und unübersichtlichen Fahrplänen im Führerstand.

Quellen: NÖN (28.11.2010), EBFÖ

Durchrutschweg?

BahnCard100First, Hamburg, Dienstag, 30.11.2010, 00:51 (vor 5624 Tagen) @ Anoj 1

Haben die in Österreich eigentlich keinen Durchrutschweg?

Durchrutschweg?

Fabian318, Münster i. W., Dienstag, 30.11.2010, 01:02 (vor 5624 Tagen) @ BahnCard100First

Haben die in Österreich eigentlich keinen Durchrutschweg?

Ich weiß es nicht, der Gedanke ist aber sicher nicht ganz abwegig: In den Niederlanden (und meines Erachtens auch in Belgien) kennt man so etwas wie Durchrutschwege überhaupt nicht.

Durchrutschweg?

Frank Augsburg, Ansbach, Dienstag, 30.11.2010, 09:29 (vor 5624 Tagen) @ Fabian318

Gumoing,

mal die Frage eines Unkundigen: Was hat der Durchrutschweg mit der Signalüberfahrung zu tun? So wie ich das lese wird das Signal überbrettert, ob ein Durchrutschweg dahinter ist oder nicht. Oder habe ich das falsch verstanden?
Also würde ich woanders anfangen zu suchen.

Viele Grüsse aus Crissier
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Durchrutschweg?

Steffen, Dienstag, 30.11.2010, 09:48 (vor 5623 Tagen) @ Frank Augsburg

Hallole :)

mal die Frage eines Unkundigen: Was hat der Durchrutschweg mit der Signalüberfahrung zu tun? So wie ich das lese wird das Signal überbrettert, ob ein Durchrutschweg dahinter ist oder nicht. Oder habe ich das falsch verstanden?

Ich verstehe es so, dass beide Varianten vorkommen, also das Überbrettern und das "echte" Durchrutschen. Zumindest sagt doch der ÖBB-Mensch, dass die Statistik deshalb so hoch ist, weil es auch dann gezählt wird, wenn der Lokführer nur einen Meter zu weit fährt.

Mir ist in dem Artikel aber nicht ganz klar, wie man rote Signale "überbrettern" kann, wo sie doch mit PZB gesichert sind (samt Bremsüberwachung)?

Adele :)
Steffen


P.S.: Mir scheint die Zahl der ausgelassenen Halte (alle drei Tage einer) auch recht hoch.

--
[image]

heuer? & private Telefonate

fabs, Braunschweig, Dienstag, 30.11.2010, 13:05 (vor 5623 Tagen) @ Anoj 1

Moin!
Kann jemand einem norddeutschen mal bitte das Wort "heuer" erklären. Dies habe ich vorher noch nie gehört.
(auch bei einer Zugsbeeinflussung rollen sich mir die Nackenhaare auf, aber das Thema hatten wir neulich schon mal.)

Ich weiß nicht, wie es bei den ÖBB ist, aber bei meiner Firma ist das private Telefonieren während der Fahrt verboten. Wers trotzdem macht und dann Sch**** baut (Signalverfehlung, Bahnhof ausgelassen) muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen (mindestens eine Abmahnung) rechnen.

Viele Grüße
fabs

--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

heuer? & private Telefonate

Burkhard, Dienstag, 30.11.2010, 13:22 (vor 5623 Tagen) @ fabs

Moin!
Kann jemand einem norddeutschen mal bitte das Wort "heuer" erklären.

"in diesem Jahr"

heuer? & private Telefonate

fabs, Braunschweig, Dienstag, 30.11.2010, 13:40 (vor 5623 Tagen) @ Burkhard

Moin!
Kann jemand einem norddeutschen mal bitte das Wort "heuer" erklären.


"in diesem Jahr"

Danke!

--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

heuer? & private Telefonate

Martin, Dienstag, 30.11.2010, 13:24 (vor 5623 Tagen) @ fabs

Ich weiß nicht, wie es bei den ÖBB ist, aber bei meiner Firma ist das private Telefonieren während der Fahrt verboten. Wers trotzdem macht und dann Sch**** baut (Signalverfehlung, Bahnhof ausgelassen) muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen (mindestens eine Abmahnung) rechnen.

Und wie weißt dir deine Firma nach, dass du während der Fahrt privat telefoniert hast?
Und wenn du ein dienstliches Gespräch geführt hast und Mist baust, dann ist das ok?

heuer? & private Telefonate

fabs, Braunschweig, Dienstag, 30.11.2010, 13:39 (vor 5623 Tagen) @ Martin

Ich weiß nicht, wie es bei den ÖBB ist, aber bei meiner Firma ist das private Telefonieren während der Fahrt verboten. Wers trotzdem macht und dann Sch**** baut (Signalverfehlung, Bahnhof ausgelassen) muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen (mindestens eine Abmahnung) rechnen.


Und wie weißt dir deine Firma nach, dass du während der Fahrt privat telefoniert hast?
Und wenn du ein dienstliches Gespräch geführt hast und Mist baust, dann ist das ok?

Hmm, keine Ahnung. Ich kam noch nicht in die Situation.
Ich kann mir höchstens vorstellen, wenn es hart auf hart kommt, der Staatsanwalt entsprechende Aufzeichnung der Telefongesellschaft anfordern kann?!
Aber meine Firma dürfte wohl keine Möglichkeit haben.

Zum Dienst unabdingbare Gespräche müssen halt wärend der Fahrt durchgeführt werden.

Ich persönlich handhabe es so, daß ich in bestimmten Situation weder ans Mobiltelefon, noch an Funk gehe.

Viele Grüße
fabs

--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

heuer? & private Telefonate

Fabian318, Münster i. W., Dienstag, 30.11.2010, 14:01 (vor 5623 Tagen) @ fabs

Zum Dienst unabdingbare Gespräche müssen halt wärend der Fahrt durchgeführt werden.

Es ist ja aber so, dass es für eine mögliche gefährliche Situation keinerlei Rolle spielt, ob das Telefonat dienstlich oder privat war. Wenn Telefonate gefährdend sind, haben auch dienstliche Telefonate zu unterbleiben, ist ja im Straßenverkehr nicht anders. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Staatsanwalt so sieht.

Ich persönlich handhabe es so, daß ich in bestimmten Situation weder ans Mobiltelefon, noch an Funk gehe.

Exakt, genau das meine ich.

heuer? & private Telefonate

Martin, Dienstag, 30.11.2010, 15:53 (vor 5623 Tagen) @ fabs

Hmm, keine Ahnung. Ich kam noch nicht in die Situation.
Ich kann mir höchstens vorstellen, wenn es hart auf hart kommt, der Staatsanwalt entsprechende Aufzeichnung der Telefongesellschaft anfordern kann?!

Wie kommt der StA ins Spiel? StA sind für Strafsachen zuständig und nicht für irgendwelche arbeitsrechtlichen Verfolgungen.

Aber meine Firma dürfte wohl keine Möglichkeit haben.

Eben und selbst ein StA: Woher will der Wissen bei welchen Telekom-Unternehmen ich Kunde bin? Da gibt es Dutzende. Und was, wenn ich eine SIM-Karte verwende die auf jemand anders registriert ist?

Ich persönlich handhabe es so, daß ich in bestimmten Situation weder ans Mobiltelefon, noch an Funk gehe.

Das sollte selbstverständlich sein! Primär bin ich zum Fahren da und nicht zum Telefonieren!

"Ist ja nur ein Meter" ...

Blaschke, Dienstag, 30.11.2010, 14:16 (vor 5623 Tagen) @ Anoj 1
bearbeitet von Blaschke, Dienstag, 30.11.2010, 14:18

Moin!

Der ÖBB-Sprecher möchte die Zahl der Signalüberfahrungen generell nicht überbewerten: "Oft wird das Signal auch nur um bis zu einem Meter überfahren. Dann rutscht der Triebfahrzeugführer über das Signal drüber."


Da scheint mir in der Tat ein Sicherheitsproblem vorzulegen. Aber offenkundig eher an anderer Stelle.

Fragt sich nur, wo dann die Grenze liegt, ab wann man das Überfahren nicht mehr nicht überbewerten will. 2 Meter, 5 Meter, 10 Meter oder geht's nach dem Motto: Bis zur nächsten Weiche ist's okay?

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück vom

blaschke


"Hohes Gericht, ich bin kein Mörder. Ich wollte ihm nur in die Beine schießen. Habe mich aber um einen Meter vertan und das Herz erwischt. Das bitte nicht überbewerten!"

"Ist ja nur ein Meter" ...

Fabian318, Münster i. W., Dienstag, 30.11.2010, 14:45 (vor 5623 Tagen) @ Blaschke

Fragt sich nur, wo dann die Grenze liegt, ab wann man das Überfahren nicht mehr nicht überbewerten will. 2 Meter, 5 Meter, 10 Meter oder geht's nach dem Motto: Bis zur nächsten Weiche ist's okay?

So lange nicht zwei parallel einfahrende Züge gleichzeitig durchrutschen, gibt es bis zum Ende des Durchrutschweges in Deutschland noch kein Sicherheitsproblem.

Der Durchrutschweg ist bei V
<= 30 km/h 0 Meter,
<= 40 km/h 50 Meter
<= 60 km/h 100 Meter,

60 km/h 200 Meter

lang.

Sich überschneidende D-Wege

mrhuss, FKON, Mittwoch, 01.12.2010, 00:52 (vor 5623 Tagen) @ Fabian318

So lange nicht zwei parallel einfahrende Züge gleichzeitig durchrutschen, gibt es bis zum Ende des Durchrutschweges in Deutschland noch kein Sicherheitsproblem.

Normalerweise kann man aber auch keine zwei Fahrstraßen, deren D-Wege sich überschneiden, gleichzeitig stellen. Mindestens einer der beiden einfahrenden Züge müsste dann mit einer verminderten Geschwindigkeit (und damit verbunden einem kürzeren D-Weg) einfahren.

Sich überschneidende D-Wege

Fabian318, Münster i. W., Mittwoch, 01.12.2010, 01:40 (vor 5623 Tagen) @ mrhuss
bearbeitet von Fabian318, Mittwoch, 01.12.2010, 01:40

So lange nicht zwei parallel einfahrende Züge gleichzeitig durchrutschen, gibt es bis zum Ende des Durchrutschweges in Deutschland noch kein Sicherheitsproblem.


Normalerweise kann man aber auch keine zwei Fahrstraßen, deren D-Wege sich überschneiden, gleichzeitig stellen.

Es ist zugelassen, dass sich Durchrutschwege überschneiden.

D-Wege am Kreuzweg? und OT zur Bremsprobe

fjk, Mittwoch, 01.12.2010, 09:11 (vor 5623 Tagen) @ Fabian318

Es ist zugelassen, dass sich Durchrutschwege überschneiden.

[Da geht's schon wieder um "X";-)]

Da wird einem ja Angst und Bange (gesetzt den Fall, man mache den friedliche Nachtschlaf von sicheren Durchrutschwegen abhängig). Was soll denn das Freihalten des Durchrutschweges, wenn er doch nicht frei, sondern eben von einem durchrutschenden Kompagnon belegt sein könnte?

Zugegeben, dessen Gegenwart ist hoffentlich etwas weniger wahrscheinlich als die eines dort regulär verkehrenden potentiellen Kollisionspartners - aber die sonst eben auch wenig wahrscheinliche, aber vorherseh-/konstruierbare Fälle berücksichtigende Bahnsicherheitsphilosophie ("ich kann hier keinen Zug teilen, weil kein Deckungssignal"*) verbietet normalerweise doch auch einen solchen worst case?!?

*) [jetzt wird's OT] Als weiteres Beispiel wollte ich die unmögliche Durchführung von Bremsproben wenn kein berechtigtes Personal vorhanden ist anführen, das hat aber weniger mit technischer Sicherung als mit nachgewiesener Sachkenntnis zu tun, passt also nicht. Beim Nachdenken ist aber folgende Frage aufgekommen: der Lokführer ist ja wohl grundsätzliche bremsprobeberechtigt. Insofern ist auch immer ein Berechtigter da. Es ist zwar äußerst unpraktikabel, aber könnte der Lokführer nicht die entsprechenden Bremsstellungen einstellen, den Zug/das Zugende kontrollieren (km-Geld kassieren), wieder auf die Lok, nächste Stellung usw.? Oder gibt es "dynamische" Proben? Oder müßte er den Zug ungebremst und unbesetzt stehen lassen und das geht deswegen nicht?

probiert herum
fjk

D-Wege am Kreuzweg? und OT zur Bremsprobe

Fabian318, Münster i. W., Mittwoch, 01.12.2010, 15:43 (vor 5622 Tagen) @ fjk

Da wird einem ja Angst und Bange (gesetzt den Fall, man mache den friedliche Nachtschlaf von sicheren Durchrutschwegen abhängig). Was soll denn das Freihalten des Durchrutschweges, wenn er doch nicht frei, sondern eben von einem durchrutschenden Kompagnon belegt sein könnte?

Wenn du mal überlegst, bei wie vielen Fahrten auf ein Halt zeigendes Signal es tatsächlch zum Durchrutschen kommt, dann ist dieser Prozentsatz alleine schon so verschwindend gering, dass man in den Niederlanden ganz ohne D-Weg auskommt.

Wenn du jetzt diesen Prozentsatz noch mal quadrierst (die Wahrscheinlichkeit also, dass beide Züge durchrutschen) wird das so verschwindend gering, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrzeuginsassen vom Blitz getroffen werden vermutlich höher sein dürfte...

Blitzgedanke ;)

GUB, Bremen, Mittwoch, 01.12.2010, 17:29 (vor 5622 Tagen) @ Fabian318

Wenn du jetzt diesen Prozentsatz noch mal quadrierst (die Wahrscheinlichkeit also, dass beide Züge durchrutschen) wird das so verschwindend gering, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrzeuginsassen vom Blitz getroffen werden vermutlich höher sein dürfte...

Dann wäre sie null. Etwas höher ist sie aber ;)

Blitzgedanke ;)

Fabian318, Münster i. W., Mittwoch, 01.12.2010, 17:36 (vor 5622 Tagen) @ GUB

Wenn du jetzt diesen Prozentsatz noch mal quadrierst (die Wahrscheinlichkeit also, dass beide Züge durchrutschen) wird das so verschwindend gering, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrzeuginsassen vom Blitz getroffen werden vermutlich höher sein dürfte...


Dann wäre sie null. Etwas höher ist sie aber ;)

Nö. Wenn die Reisenden die Wandverkleidung aufbohren und ungünstig an außen liegende Metallteile packen, ist sie etwas höher als Null ;-)

Bremsprobe

Martin, Mittwoch, 01.12.2010, 17:13 (vor 5622 Tagen) @ fjk

*) [jetzt wird's OT] Als weiteres Beispiel wollte ich die unmögliche Durchführung von Bremsproben wenn kein berechtigtes Personal vorhanden ist anführen, das hat aber weniger mit technischer Sicherung als mit nachgewiesener Sachkenntnis zu tun, passt also nicht. Beim Nachdenken ist aber folgende Frage aufgekommen: der Lokführer ist ja wohl grundsätzliche bremsprobeberechtigt. Insofern ist auch immer ein Berechtigter da. Es ist zwar äußerst unpraktikabel, aber könnte der Lokführer nicht die entsprechenden Bremsstellungen einstellen, den Zug/das Zugende kontrollieren (km-Geld kassieren), wieder auf die Lok, nächste Stellung usw.? Oder gibt es "dynamische" Proben? Oder müßte er den Zug ungebremst und unbesetzt stehen lassen und das geht deswegen nicht?

Natürlich geht das - je nach vorherrschender Längsneigung des Gleises (bei verwendung einer funkferngesteuerten Lokomotive auch bei größeren Neigungen) kann man Bremsproben auch als "Bremsprobeberechtigter am Zug" alleine durchführen. Was glaubst du, wie bei Güterzügen die länger abgestellt wurden in der Regel die Bremsproben gemacht werden? Selbst ist der Führer...

Bremsproben in der Bremsstellung R+Mg kann man allerdings nicht alleine ausführen, da die Durchgangsprobung der HBL nicht alleine machbar ist. Ausgenommen davon sind spezielle Konstellationen wie z.B. 2x BR 101 vorne und hinten am Zug.

Bremsprobe

ICE-TD, Mittwoch, 01.12.2010, 19:41 (vor 5622 Tagen) @ Martin

Bremsproben in der Bremsstellung R+Mg kann man allerdings nicht alleine ausführen, da die Durchgangsprobung der HBL nicht alleine machbar ist. Ausgenommen davon sind spezielle Konstellationen wie z.B. 2x BR 101 vorne und hinten am Zug.

Auch das ist möglich, z.B. mit dem Stwg. Dort gibt es einen Druckknopf zum Entlüften der HBL und ein Manometer daneben.

Bremsprobe

Martin, Donnerstag, 02.12.2010, 00:18 (vor 5622 Tagen) @ ICE-TD

Ja stimmt, mit Steuerwagen gehts auch. Oder bei den Regios wo es auch andere Wagen mit einer solchen Prüfeinrichtung gibt.

Bremsprobenaha

fjk, Donnerstag, 02.12.2010, 09:56 (vor 5621 Tagen) @ Martin

Moin,

und danke für die Einblicke. Dass in Zugbildungsanlagen mit technischen Hilfsmitteln alleine bremsgeprobt werden können müßte, ist klar - für den Nachtzugkuppelfall in Hannover u.ä. braucht es aber wegen der HBL-Durchgangsprüfung in jedem Fall zwei Leute. Richtig?

Wäre es denkbar, entsprechend eingewiesenes, aber nicht bremsproberechtigtes Personal mit der Bremsbedienung auf der Lok zu betrauen und den Lokführer (wenn er denn berechtigt ist) die entsprechenden Feststellungen draußen machen zu lassen? Eine rein hypothetische Frage, denn wo soll besagtes Personal herkommen - da liegt ja schon eher ein zweiter Berechtigter unterm Glühmarktbaum...

köchelt sein Süppchen
fjk

Bremsprobenaha

Martin, Donnerstag, 02.12.2010, 10:08 (vor 5621 Tagen) @ fjk

Wäre es denkbar, entsprechend eingewiesenes, aber nicht bremsproberechtigtes Personal mit der Bremsbedienung auf der Lok zu betrauen und den Lokführer (wenn er denn berechtigt ist) die entsprechenden Feststellungen draußen machen zu lassen?

Derjenige der die Bremsprobenanlage (ob jetzt Führerbremsventil oder eine örtliche Anlage) bedient, muss bedienender Bremsprobeberechtigter sein. Derjenige der am Zug entlang geht muss prüfender Bremsprobeberechtigter sein.
Es gibt kein "nicht bremsprobeberechtigtes Personal" das ein Führerbremsventil bedienen darf. Wäre ja noch schöner, wenn jeder Hansel an einer Lokomotive rumfummeln darf!

Doppelaha

fjk, Donnerstag, 02.12.2010, 10:21 (vor 5621 Tagen) @ Martin

Wäre es denkbar, entsprechend eingewiesenes, aber nicht bremsproberechtigtes Personal mit der Bremsbedienung auf der Lok zu betrauen und den Lokführer (wenn er denn berechtigt ist) die entsprechenden Feststellungen draußen machen zu lassen?


Derjenige der die Bremsprobenanlage (ob jetzt Führerbremsventil oder eine örtliche Anlage) bedient, muss bedienender Bremsprobeberechtigter sein. Derjenige der am Zug entlang geht muss prüfender Bremsprobeberechtigter sein.
Es gibt kein "nicht bremsprobeberechtigtes Personal" das ein Führerbremsventil bedienen darf. Wäre ja noch schöner, wenn jeder Hansel an einer Lokomotive rumfummeln darf!

Nun haben wir's also - mit doppeltem Durchschlag: es geht nicht ohne zwei (unterschiedlich) Berechtigte (außer es stehen entsprechende technische Einrichtungen zur Verfügung*). Dafür darf der Lokführer auf der warmen Lok bleiben.

Danke.
fjk

*) der Bediener dieser Einrichtungen ist also in zweierlei Hinsicht berechtigt.?!

Das Sicherheitsproblem ist die Denkweise!

Blaschke, Mittwoch, 01.12.2010, 15:23 (vor 5622 Tagen) @ Fabian318

Moin!

So lange nicht zwei parallel einfahrende Züge gleichzeitig durchrutschen, gibt es bis zum Ende des Durchrutschweges in Deutschland noch kein Sicherheitsproblem.


Das Sicherheitsproblem ist die Denkweise! Wenn rot, dann rot. Und dann habe ich DAVOR zu halten und nicht DAHINTER. Punkt, Aus, Basta. Wenn ich nun anfange, das Dahinterhalten zu verharmlosen, dann ist der erste Schritt getan, die Dinge GENERELL nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Und wenn diese Richtung schon von der Plüschetage vorgegeben wird...


Schöne Grüße von

jörg

Disziplinarische/Arbeitstechnische Konsequenzen?

GUB, Bremen, Mittwoch, 01.12.2010, 17:49 (vor 5622 Tagen) @ Fabian318

Gibt es gewisse Konsequenzen für einen Tf der ein Signal aufgrund schlechter Witterung o.Ä. überfahren hat?

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