DB muß Stromnetz für Dritte öffnen (Allgemeines Forum)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 30.10.2010, 09:17 (vor 5663 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Samstag, 30.10.2010, 09:17

Die Deutsche Bahn (DB) muss ab Februar 2011 allen Energielieferanten diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Stromnetzen gewähren. Die Bundesnetzagentur verpflichtete die DB Energie GmbH dazu, in ihren Netzen den Wechsel des Energielieferanten für Letztverbraucher zu ermöglichen. Spätestens ab dem 1. Dezember müsse die Bahn hierfür einen Netznutzungsvertrag beziehungsweise einen Lieferantenrahmenvertrag vorhalten und diesen auf Wunsch des jeweiligen Netznutzers mit ihm abschließen, teilte die Behörde mit. Ansonsten drohe der Bahn eine Bußgeld von 1 Mio EUR. Weiter auf finanzen.net.

Die DB Energie GmbH behält sich nach Aussagen des Artikels rechtliche Schritte dagegen vor, da sie seit mehreren Jahren den Standpunkt [vertritt], diese Netze seien als Objektnetze im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zu qualifizieren.

Viele Grüße, Sören

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DB muß Stromnetz für Dritte öffnen

ICE-TD, Samstag, 30.10.2010, 14:50 (vor 5662 Tagen) @ Sören Heise

Wie soll das denn technisch funktionieren? Das DB-Netz wird mit 16 2/3 Hz betrieben. Dieser Strom wird meist in DB-eigenen Kraftwerken erzeugt, teils auch von einigen Stromkonzernen welche extra Generatoren in ihren Kraftwerken betreiben, die den Strom fürs DB-Netz liefern. Es gibt nur wenige Umrichter die aus dem 50 Hz-Landesnetz gespeist werden. Wenn nun ein EVU meint mit "gelbem" Strom fahren zu wollen, wo soll der Strom dann herkommen fürs DB-Netz?

DB muß Stromnetz für Dritte öffnen

Martin, Samstag, 30.10.2010, 14:57 (vor 5662 Tagen) @ ICE-TD

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur bezieht sich ohnehin nur auf 50-Hz-Anschlüsse der DB Energie. Hier ist es eben so, dass DB Energie in den Bahnhöfen als Netzbetreiber auftritt und man bislang gezwungen war auch von DB Energie versorgt zu werden.
Und genau hier hat der Letztverbraucher nun die Wahlmöglichkeit.

Unabhängig davon soll es laut DSO bereits möglich sein für den 16,7 Hz Bahnstrom diesen entweder mit 16,7 Hz einzuspeisen oder man lässt sich 50 Hz an ein von DB Energie bestimmtes Umformerwerk liefern.

DB muß Stromnetz für Dritte öffnen

Sese, Samstag, 30.10.2010, 18:35 (vor 5662 Tagen) @ ICE-TD

Wie soll das denn technisch funktionieren? Das DB-Netz wird mit 16 2/3 Hz betrieben.

Seit 1995 offiziell-nominell mit 16,7, außer da wo wirklich noch dezentral mit Synchron-Synchron-Umformern frequenzstarr aus dem Landesnetz eingespeist wird ;-)

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Grüße,
Sese

@ Frequenz

ICE-T-Fan, Samstag, 30.10.2010, 20:47 (vor 5662 Tagen) @ Sese

Machen die 0,033..3 Hz wirklich einen so großen Unterschied?

@ Frequenz

Steffen, Samstag, 30.10.2010, 21:06 (vor 5662 Tagen) @ ICE-T-Fan

Machen die 0,033..3 Hz wirklich einen so großen Unterschied?

Ja!

Bevor ich nun tippe bis die Finger abfallen, verweise ich zu Wikipedia.

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@ Frequenz

Sese, Sonntag, 31.10.2010, 11:28 (vor 5661 Tagen) @ Steffen

Machen die 0,033..3 Hz wirklich einen so großen Unterschied?


Ja!

Bevor ich nun tippe bis die Finger abfallen, verweise ich zu Wikipedia.

Korrekt :-) Konkret sind in den gleitenden Umformern bei den Asynchronmaschinen zunehmend die Schleifringe weg gebrannt, über die dem Läufer eine Zusatzspannung bzw. ein zusätzlicher Spannungsfall eingeprägt wurde.

Ein Wort noch zu Wiki: Auch wenn der Absatz mal korrekt ist, der Artikel Bahnstrom an sich ist stellenweise wirklich enormer Unfug. Man lese sich z.B. mal den Teil zur Geschichte durch...

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Grüße,
Sese

@ Frequenz

ICE-T-Fan, Sonntag, 31.10.2010, 17:08 (vor 5661 Tagen) @ Steffen

Ich meine das jetzt weniger im Sinne, dass 50 ein glattes Vielfaches (das 3-fache) von 16,66..6 ist und es daher zu einigen technischen Resonanzerscheinungen bei der Umwandlung kommt.

Was ich meine, ob der Unterschied von 0,033..3 Hz wirklich so ausschlagend für die Definition ist.

@ Frequenz

Steffen, Sonntag, 31.10.2010, 17:28 (vor 5661 Tagen) @ ICE-T-Fan

Was ich meine, ob der Unterschied von 0,033..3 Hz wirklich so ausschlagend für die Definition ist.

Es ist schon ein Unterschied, ob man das Land beidseits der Moldau Tschechien oder Tschechei nennt: Das eine ist richtig, das andere falsch! Auch wenn üblicherweise beides verstanden wird.

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@ Frequenz

ICE-T-Fan, Sonntag, 31.10.2010, 18:26 (vor 5661 Tagen) @ Steffen

Ja aber in einigen Bereichen wird ja nach wie vor 16 2/3 eingespeist, von daher ist die Umstellung zwar auf dem Papier vollzogen aber in der Praxis nur dort relevant, wo nicht mit Synchronmaschinen gearbeitet wird, weil es da ja keinen Sinn ergibt.

@ Frequenz

Sese, Montag, 01.11.2010, 16:15 (vor 5660 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ja aber in einigen Bereichen wird ja nach wie vor 16 2/3 eingespeist, von daher ist die Umstellung zwar auf dem Papier vollzogen aber in der Praxis nur dort relevant, wo nicht mit Synchronmaschinen gearbeitet wird, weil es da ja keinen Sinn ergibt.

Eigentlich sind 16,7 Hz überall richtig außer da, wo noch dezentral über Synchron-Synchron-Umformer frequenzstarr aus dem 50-Hz-Netz gespeist wird. Und das ist nur noch auf wirklich wenigen Strecken in der ehemaligen SBZ (später auch Ostdeutschland genannt, um Steffens Beispiel zu folgen :-) der Fall, der ganze große, überwiegende Rest in Deutschland wird mit einer Nennfrequenz von 16,7 Hz betrieben. Die Nennfrequenz ist halt nun mal offiziell die Nennfrequenz und die wurde auf 16,7 heraufgesetzt. Natürlich weicht die je nach zufälliger Belastungssituation in den Netzen um bis zu 3 Prozent (?) ab, das steht aber auf einem anderen Blatt.
Die Nennspannung in der Oberleitung ist ja auch 15.000 V und nicht 14.970 V.

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Grüße,
Sese

Anbieterwechsel

Fabian318, Münster i. W., Samstag, 30.10.2010, 21:26 (vor 5662 Tagen) @ ICE-TD

Wahrscheinlich ist es genauso wie auch beim Haushaltsstrom: Wenn du "grünen" Strom einkaufst, ändert sich an dem Strom, der tatsächlich aus der Steckdose kommt überhaupt nichts. Der kommt genauso aus schädlichen fossilen Kraftwerken wie sonst auch. Im Allgemeinen wird nur nachgewiesen (durch Zertifikate), dass eben die bezogene Menge "grüner" Strom auch ins Netz eingespeist worden ist bzw. zugekauft wurd.e

Anbieterwechsel

zweisystemwagen, Sonntag, 31.10.2010, 07:04 (vor 5662 Tagen) @ Fabian318

Wahrscheinlich ist es genauso wie auch beim Haushaltsstrom: Wenn du "grünen" Strom einkaufst, ändert sich an dem Strom, der tatsächlich aus der Steckdose kommt überhaupt nichts. Der kommt genauso aus schädlichen fossilen Kraftwerken wie sonst auch. Im Allgemeinen wird nur nachgewiesen (durch Zertifikate), dass eben die bezogene Menge "grüner" Strom auch ins Netz eingespeist worden ist bzw. zugekauft wurd.e

Schon gewundert... Woher wissen denn auch die ganzen Elektronen, dass sie "grün" sind...? ;-)

Anbieterwechsel

Fabian318, Münster i. W., Sonntag, 31.10.2010, 14:41 (vor 5661 Tagen) @ zweisystemwagen

Schon gewundert... Woher wissen denn auch die ganzen Elektronen, dass sie "grün" sind...? ;-)

Lies mal hier weiter: http://www.energiesparhaus.at/energie/elektro/wechsel.htm
Deshalb kann man auch nie ohne Strom darstehen, weil sich allenfalls der Strom "ändert", der ins Verbundnetz eingespeist wird, aber niemals der Strom, der tatsächlich aus der Steckdose kommt.

Es geht um das 50Hz Netz

JW, Sonntag, 31.10.2010, 12:55 (vor 5661 Tagen) @ Sören Heise

Hallo,

es geht in dieser Entscheidung um das 50Hz Netz. Also z.B. um einen Betreiber einer Wurstbude auf dem Bahnsteig, bisher musste er seinen Strom bei DB Energie kaufen. Nun kann er seinen Strom irgendwo kaufen und DB Energie erhält nur noch einen kleinen Betrag für die Nutzung der kurzen Leitung vom öffentlichen Netz zum Bahnsteig.

Unabhängig davon kann ein EVU mittlerweile auch seinen 16,7Hz Strom bei alternativen Anbietern kaufen.

Gruß Jörg

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