Gedanken zur Situation um Stuttgart21 (Allgemeines Forum)
Guten Morgen,
im Streit um Stuttgart21 sind die Fronten verhärtet, in Stuttgart, aber auch im Forum. Persönlich habe ich ziemliche Zweifel, ob es überhaupt noch möglich ist, zwischen den Parteien eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt und sie ihre Gesichter wahren läßt.
Es stimmt, daß die großen Proteste erst jetzt aufkommen, da das Projekt "durch" ist und die Bauarbeiten angelaufen sind.
Es stimmt, daß ein Ausstieg teuer würde.
Es ist aber so, daß sich Meinungen im Laufe der Zeit ändern - sei es, daß einstmals für unvorstellbar gehaltene Maßnahmen plötzlich durchsetzbar sind, sei es, daß einstmals unproblematische Sachen zu großen Protesten führen. In diesem, zweiten, Fall zu sagen: "Ja, aber früher..." ist in meinen Augen falsch.
Stattdessen sollte man sich ernsthaft mit der neuen Situation auseinandersetzen, sich fragen, warum die Meinungen einem plötzlich entgegenwehen wie ein schwerer Sturm, sich auch fragen, was man selber dazu beitragen kann, daß dieser Sturm sich legt.
Der Lok-Report hat in seinen aktuellen Meldungen derzeit ein Zitat aus der Rede, die Moritz Leuenberger kurz vor dem Durchstich des Gotthard-Basistunnels im Tunnel gehalten hat (und das er auf die direkte Demokratie in der Schweiz bezog). Seine Worte passen in meinen Augen sehr gut auch auf die verfahrene Situation, in der die Umgestaltung der Stuttgarter Eisenbahnanlagen sich befindet und damit auch auf das Verhältnis vieler Menschen zu ihren Mitmenschen.
Ich möchte mit seinen Worten anregen zum Nachdenken.
Zum Nachdenken darüber, ob nicht beide Seiten zu sehr auf ihrer jeweiligen Position beharren.
Zum Nachdenken darüber, ob man nicht auf den anderen zugehen sollte, ihm zuhören, sachlich mit ihm diskutieren.
Ich weiß nicht, ob das noch möglich ist.
Wünschenswert ist es!
Moritz Leuenberger sagte:
Wenn alle Betroffenen beteiligt werden,
wenn mit ihnen Kompromisse gesucht und gefunden werden,
wenn sich also auch Minderheiten in den Beschlüssen wiedererkennen können,
dann müssen sie nicht auf Proteste und Demonstrationen ausweichen,
und dann kann die Demokratie Berge versetzen.
Viele Grüße, Sören
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- Gedanken zur Situation um Stuttgart21 -
Sören Heise,
18.10.2010, 11:12
- "Basta"-Politik - Steffen, 19.10.2010, 11:12
- Zeitungsartikel zu dem Thema - Steffen, 19.10.2010, 19:19