Über die Philosophie des ICE3 Wagenreihungenwürfelns (Aktueller Betrieb)
Ausgehend von diesem thread einige erklärende Worte und Einsichten in den ICE3-Bahnalltag.
Ich steige in Bahnhof X öfters in Zügen aus Köln kommend ein. Nun, da die hier in X selber oft als nicht mehr wissen (oder sich nicht auf dem Laufenden halten), wie nun die Züge hereinkommen, ergeben sich folgende Möglichkeiten der Wagenreihungen:
Also bei 2 Einheiten eines ICE3 sind eigentlich 2 * 2 = 4 Kombinationen möglich. Das entspricht einer Wahrscheinlichleit von 25%, daß man dort einsteigen kann, wie auf dem Plan angegeben.
Das ist aber noch zu trivial, denn innerhalb der Fahrplanperioden wird gelegentlich die Wagenreihung im Plan verändert, sei es nun in der Wagenreihung W = V oder H. Es gilt: V = 1. Klasse vorne und H = 2. Klasse vorne.
Die Anzahl der Einheiten kann auch gewürfelt werden: E = 1 oder 2. Dabei muß aber auch der Wochentag berücksichtigt werden. Es gilt D(ay) = MO bis SO, d.h. die Wagenreihung W ist zur gleichen Abfahrtszeit für D jeweils unterschiedlich, aber nicht für jeden täglichen Zug.
Die Bereitstellung des maßgeblichen Zugteils, nennen wir sie Z, variiert dabei auch.
Z = 2 oder Z = 3 (enspricht Wagen ab 21, bzw, 31).
Nun, da man aber hier in X oft nicht mehr weiß, wie gerade gewürfelt wurde, ergeben sich folglich invertierende Effekte, die sich selbst auslöschen:
Ein Beispiel: Der Zugteil Z = 2 ist laut Plan im Vergleich zur Vorwoche vertauscht. Die Ansage spricht aber von einer umgekehrten Reihenfolge, W = V (anstatt H). Dabei versieht man sich noch um D, anstatt D = SA wird der Zug für D = FR angekündigt.
Der Vielfahrer wie ich denkt dann, aha, mal wieder vertauscht und rennt auf dem Bahnsteig nach hinten. Aber aufgrund der neuen Dispo kommt der Zug dann wieder mit der ursprünglichen Wagenreihung aus der Vorwoche rein, also wieder "richtig" gereiht rein.
Nun ist aber noch so, daß die Anzeige auf den Displays nicht immer mit der Ansage und dem Plan übereinstimmt (W, E, Z und D variieren), oder daß unterwegs ein Zugteil Z plötzlich verloren geht, also zwei Zugteile Z angekündigt sind, aber nur ein Teil hereinkommt, aber umgekehrt gereiht.
Oder anstatt Zugteil Z = 2 plötzlich der Zugteil Z = 3 einfährt, dabei dieser aber umgekehrt gereiht ist (entspricht Wagenreihung für Z = 2) und somit wieder richtig gereiht ist, aber als umgekehrt gereiht angekündigt wird.
Ergänzend sei bemerkt, daß die Haltepositionen je nach Tageslaune der Tz bei verlorenen Zugteilen Z auf den Bahnsteigen auch noch variiert, der Tz hält ggf. also schon vorher, dabei ergeben sich wieder neue Varianten der Wagenpositionen auf den Bahnsteigen. Der geneigte Leser möchte das jetzt bitte selber erörtern.
Also, wer das jetzt nicht verstanden hat....
SCNR
Disclaimer: Ich übertreibe leider nicht, das alles erlebe ich regelmäßig seit diesem Jahr auf Bahnhof X, Woche für Woche. Es ist so traurig :-(
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