Darf ein Lokführer das überhaupt? (Allgemeines Forum)
101-Fan, Köln, Dienstag, 21.09.2010, 18:55 (vor 5758 Tagen)
Hallo liebe ICE Fans,
meine Frage hat zwar nichts mit dem ICE zu tun, aber da auch der moderne Nahverkehr hier im Forum eine Rolle spielt, möchte ich folgende Frage hier reinstellen.
Ich habe heute einen Leserbrief in der Zeitung gelesen, indem ein Fahrgast auf der Strecke Euskirchen->Köln schildert. Er beschreibt, dass der Zug pünktlich in Euskirchen abgefahren sei. Kurz vor Weilerswist habe der Zug dann angehalten und der Tf habe dann in einer Durchsage erklärt, dass sich die Weiterfahrt wegen "Unregelmässigkeiten in der Betriebsabwicklung" verzögern würde. Nach kurzer Zeit sei der Zug dann in den Bahnhof Weilerswist eingefahren. Nun habe der Tf wieder eine Durchsage gemacht inder er erklärte, dass sich die Weiterfahrt wegen "Personalmangels" verzögern würde. Dann habe er seine Sachen gepackt und habe den Zug verlassen. Er ist dann mit einem Gegenzug als Fahrgast zurück richtung Euskirchen gefahren. Den Dieseltriebzug habe er dann mit laufendem Motor und Fahrgästen allein stehen gelassen. Nach etwa 15Minuten sei dann ein "seltsam gekleideter" Mann in den Zug gestiegen und habe den Zug weiter nach Köln gefahren.
Soweit zusammengefasst der Inhalt des Leserbriefs. Nun aber meine Frage: darf der Tf den Zug mit laufendem Motor einfach alleine stehen lassen? Ich meine, was ist, wenn etwas passiert! Motor gerät in Brand oder so. Oder kann es sein, dass der Tf diesen Auftrag von oben bekommen hat und nur so gehandelt hat, wie es die Transportleitung(?) von ihm verlangt hat? Oder haben wir hier einen ähnlichen Fall, wie bei dem Flugbegleiter, der vor kurzem ausgerastet ist?
--
Es grüsst aus Köln
Markus
Darf ein Lokführer das überhaupt?
GUB, Bremen, Dienstag, 21.09.2010, 19:20 (vor 5758 Tagen) @ 101-Fan
Hallo liebe ICE Fans,
meine Frage hat zwar nichts mit dem ICE zu tun, aber da auch der moderne Nahverkehr hier im Forum eine Rolle spielt, möchte ich folgende Frage hier reinstellen.
Ich habe heute einen Leserbrief in der Zeitung gelesen, indem ein Fahrgast auf der Strecke Euskirchen->Köln schildert. Er beschreibt, dass der Zug pünktlich in Euskirchen abgefahren sei. Kurz vor Weilerswist habe der Zug dann angehalten und der Tf habe dann in einer Durchsage erklärt, dass sich die Weiterfahrt wegen "Unregelmässigkeiten in der Betriebsabwicklung" verzögern würde. Nach kurzer Zeit sei der Zug dann in den Bahnhof Weilerswist eingefahren. Nun habe der Tf wieder eine Durchsage gemacht inder er erklärte, dass sich die Weiterfahrt wegen "Personalmangels" verzögern würde. Dann habe er seine Sachen gepackt und habe den Zug verlassen. Er ist dann mit einem Gegenzug als Fahrgast zurück richtung Euskirchen gefahren. Den Dieseltriebzug habe er dann mit laufendem Motor und Fahrgästen allein stehen gelassen. Nach etwa 15Minuten sei dann ein "seltsam gekleideter" Mann in den Zug gestiegen und habe den Zug weiter nach Köln gefahren.
Soweit zusammengefasst der Inhalt des Leserbriefs. Nun aber meine Frage: darf der Tf den Zug mit laufendem Motor einfach alleine stehen lassen? Ich meine, was ist, wenn etwas passiert! Motor gerät in Brand oder so. Oder kann es sein, dass der Tf diesen Auftrag von oben bekommen hat und nur so gehandelt hat, wie es die Transportleitung(?) von ihm verlangt hat? Oder haben wir hier einen ähnlichen Fall, wie bei dem Flugbegleiter, der vor kurzem ausgerastet ist?
Hm. Also seine Arbeitszeit von 4 1/2 Stunden (am Stück) darf der Tf meines Wissens nach nicht überschreiten. Ich kenne die Örtlichkeiten nicht, aber vermutl. wird schon jemand auf den Zug "aufgepasst" haben, sofern das möglich ist. Ich glaube kaum, dass da etwas passieren kann bzw. niemand Sachkundiges dafür sein Ok gegeben hat bzw. niemand dort war.
Darf ein Lokführer das überhaupt?
liebe70, Dienstag, 21.09.2010, 19:35 (vor 5758 Tagen) @ 101-Fan
Soweit zusammengefasst der Inhalt des Leserbriefs. Nun aber meine Frage: darf der Tf den Zug mit laufendem Motor einfach alleine stehen lassen?
Nein, er hätte die Reisenden rausschmeißen müssen, den Motor abstellen, die Bremse festlegen, Türen und Fenster schließen und das Licht ausschalten müssen.
Ich meine, was ist, wenn etwas passiert! Motor gerät in Brand oder so.
Im modernen Nahverkehr passiert sowas nicht. Außerdem ist die Motorentechnik soweit fortgeschritten, daß das auch ausgeschlossen werden kann.
Oder kann es sein, dass der Tf diesen Auftrag von oben bekommen hat und nur so gehandelt hat, wie es die Transportleitung(?) von ihm verlangt hat?
Ja.
Oder haben wir hier einen ähnlichen Fall, wie bei dem Flugbegleiter, der vor kurzem ausgerastet ist?
Nein, ist schließlich ein Tf.
Darf ein Lokführer das überhaupt?
101-Fan, Köln, Dienstag, 21.09.2010, 19:40 (vor 5758 Tagen) @ liebe70
Soweit zusammengefasst der Inhalt des Leserbriefs. Nun aber meine Frage: darf der Tf den Zug mit laufendem Motor einfach alleine stehen lassen?
Nein, er hätte die Reisenden rausschmeißen müssen, den Motor abstellen, die Bremse festlegen, Türen und Fenster schließen und das Licht ausschalten müssen.
Ich gehe jetzt man davon aus, dass du das eronisch meinst. Das wäre jetzt meiner Meinung nach etwas übertrieben. Motor aus hätte meiner Meinung nach gerreicht.
Ich meine, was ist, wenn etwas passiert! Motor gerät in Brand oder so.
Im modernen Nahverkehr passiert sowas nicht. Außerdem ist die Motorentechnik soweit fortgeschritten, daß das auch ausgeschlossen werden kann.
Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber warum sind dann schon Talenttriebwagen abgefackelt?
Oder haben wir hier einen ähnlichen Fall, wie bei dem Flugbegleiter, der vor kurzem ausgerastet ist?
Nein, ist schließlich ein Tf.
Auch die können mal ausrasten...
--
Es grüsst aus Köln
Markus
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Christian_S, Dienstag, 21.09.2010, 22:43 (vor 5757 Tagen) @ 101-Fan
Nein, er hätte die Reisenden rausschmeißen müssen, den Motor abstellen, die Bremse festlegen, Türen und Fenster schließen und das Licht ausschalten müssen.
Ich gehe jetzt man davon aus, dass du das eronisch meinst. Das wäre jetzt meiner Meinung nach etwas übertrieben. Motor aus hätte meiner Meinung nach gerreicht.
Und dann? Wie wäre es weitergegangen, wenn die Batterie in die Knie gegangen wäre? Die Fahrgäste hätten die Türen nicht mehr normal öffnen können, die Klimaanlage wäre ausgefallen etc. - da kann man sich die Schlagzeilen schon ausmalen ("lebendig gefangen im Triebwagen ohne funktionierende Klimaanlage") ....
Es hatte wohl seinen Grund, warum der Tf genau SO gehandelt hat, wie es eben vorgefallen ist. Die Hintergründe kennt hier wohl keiner von uns.
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Holger2, Dienstag, 21.09.2010, 23:38 (vor 5757 Tagen) @ Christian_S
Hallo,
also wie Du schon gesagt hast, es war ja keiner dabei. Wahrscheinlich war es ganz anders, als es dargestellt wurde. Fast alle Horror - Erzählungen haben sich nachher als ganz anders herausgestellt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fahrer ein vollbesetztes Fahrzeug verlassen darf, ohne das Fahrzeug gesichert zu haben. Was passiert denn, wenn ein kleiner Junge meint, mal in die Fahrerkabine zu gehen und auf den Knopf "Bremse lösen" zu drücken...
Aber wie gesagt, wahrscheinlich hat einfach nur die Klimaanlage so gebrummt.
Holger
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ICE-TD, Mittwoch, 22.09.2010, 01:19 (vor 5757 Tagen) @ Holger2
Zug sichern heißt ja nicht Motor aus, sondern Feststellbremse anlegen. Das wird der Tf sicher getan haben. Außerdem hat er mit Sicherheit mit seiner Leitstelle gesprochen und wird gewußt haben das einige Zeit später ein neuer Tf für den Zug kommt. Ich kenne die Vorschriften für diese Dieselfahrzeuge nicht, aber es ist durchaus zulässig einen Zug für einen bestimmten Zeitraum betriebsfähig abzustellen ohne Überwachung. Viele Züge kann man auch so abstellen, das sie sich selbst überwachen und bei einer Störung einen "Hilferuf" an die Leitstelle senden.
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safe go, Chemnitz, Mittwoch, 22.09.2010, 09:29 (vor 5757 Tagen) @ Holger2
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fahrer ein vollbesetztes Fahrzeug verlassen darf, ohne das Fahrzeug gesichert zu haben. Was passiert denn, wenn ein kleiner Junge meint, mal in die Fahrerkabine zu gehen und auf den Knopf "Bremse lösen" zu drücken...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Tür zum Führerraum offen gelassen hat.
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Fabian318, Münster i. W., Mittwoch, 22.09.2010, 15:15 (vor 5757 Tagen) @ safe go
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fahrer ein vollbesetztes Fahrzeug verlassen darf, ohne das Fahrzeug gesichert zu haben. Was passiert denn, wenn ein kleiner Junge meint, mal in die Fahrerkabine zu gehen und auf den Knopf "Bremse lösen" zu drücken...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Tür zum Führerraum offen gelassen hat.
Zumal er auch ganz sicher den Führerstand deaktiviert haben wird und das Führerbremsventil - so dies beim Talent möglich ist - abgeschlossen haben wird. Selbst wenn der Führerraum also nicht abgeschlossen wäre, hätte nicht jeder Hinz und Kunz einfach losfahren können.
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Manitou, Donnerstag, 23.09.2010, 00:06 (vor 5756 Tagen) @ Fabian318
Das Abstellen von Dieseltriebfahrzeugen mit laufendem Motor ist grundsätzlich zulässig, da bei starken Frost Diesellokomotiven mit laufendem Motor abgestellt werden müssen, wenn sie ohne Vorwärm-/Warmhaltegerät im Freien abgestellt werden.
Durch das Verschließen von Führerbremsventil und der Tür der Fahrerkabine gibt es zwei Sicherungen, moderne Fahrzeuge können z.T. nur mit einer Chip-/Magnetstreifenkarte in Betrieb gesetzt werden.
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101-Fan, Köln, Mittwoch, 22.09.2010, 18:52 (vor 5757 Tagen) @ Holger2
Hallo Holger,
also wie Du schon gesagt hast, es war ja keiner dabei. Wahrscheinlich war es ganz anders, als es dargestellt wurde. Fast alle Horror - Erzählungen haben sich nachher als ganz anders herausgestellt.
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Habe ich selbst schon erlebt. Ich war live dabei und am nächsten Tag stand ein Bericht in der Zeitung bzw. es gab einen Leserbrief, der die Tatsachen völlig verdreht hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fahrer ein vollbesetztes Fahrzeug verlassen darf, ohne das Fahrzeug gesichert zu haben.
Ich glaube auch nicht, dass er den Zug überhaupt nicht gesichert hat. Was mich nur verwundert hat, wenn es denn stimmt, dass der Tf den Zug allein mit laufendem Motor hat stehen gelassen. Ich gehe davon aus, dass der Tf den Zug nicht einfach von sich aus stehen lässt. Er wird schon vorher von der Zentrale den Auftrag dazu bekommen haben. Das mit dem ausrastenden Tf der einfach geht, weil er keinen Bock mehr hat, war nicht ganz ernst gemeint.
Unterm Strich gehe ich davon aus, dass das alles seine Richtigkeit hatte. Ich wollte eigentlich auch nur wissen, ob ein Tf einen Dieseltreibzug oder auch eine Diesellok mit laufendem Motor stehen lassen darf.
--
Es grüsst aus Köln
Markus
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Lumi25, Dienstag, 21.09.2010, 19:46 (vor 5758 Tagen) @ liebe70
bearbeitet von Lumi25, Dienstag, 21.09.2010, 19:47
Na ja mal wieder typisch so ein Leserbrief.
Nein, er hätte die Reisenden rausschmeißen müssen, den Motor abstellen, die Bremse festlegen, Türen und Fenster schließen und das Licht ausschalten müssen.
Dann hätte in dem Leserbrief gestanden warum man nicht die Fahrgäste im Zug hat warten lassen die paar Minuten anstatt diese auf den Bahnsteig zu scheuchen.
Ich habe jetzt leider keine Ahnung wie es in Weilerswist aussieht aber früher musste man das Gleis Köln-Euskirchen überqueren und der Einstieg in den Talent war eine Kletterpartie.
Wie lange hätte denn das Abrüsten, Fahrgäste rausschmeißen, Aufrüsten Fahrgäste einsteigen gedauert?
Wahrscheinlich wesentlich länger als den Triebwagen mit Fahrgästen dort stehen zu lassen mit laufenden Motor.
Möchte gar nicht wissen wenn der Tf. die Fahrgäste bei strömenden Regen rausgeworfen hätte. OK hätte der Tf. jetzt nicht den Ärger sondern die Bahn.
Also besser Dienst nach Vorschrift auch wenn dann unbequeme Leserbriefe gegen die Bahn erscheinen besser als gegen den Tf.
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Graukärtchenfahrer, Symbaden, Dienstag, 21.09.2010, 21:15 (vor 5758 Tagen) @ 101-Fan
bearbeitet von Graukärtchenfahrer, Dienstag, 21.09.2010, 21:16
Ich möchte mich der Frage mit einem anderen Fall anschließen, ohne jemanden zu verurteilen oder mich zu beschweren. Es geht mir um das Fachliche:
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.
Was ich woanders her kenne, außerhalb der Bahn AG:
- Private Gespräche während der Arbeitszeit sind i.A. verboten, insb. derartige lange Gespräche.
- Rein psychologisch betrachtet lenken private Telefongespräche nach meiner Auffassung immer von der Arbeit ab.
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten.
Wie sieht das die Bahn AG und wie ist das in den Richtlinien für Tf geregelt?
Darf ein Lokführer das überhaupt?
GUB, Bremen, Dienstag, 21.09.2010, 21:22 (vor 5758 Tagen) @ Graukärtchenfahrer
Ich möchte mich der Frage mit einem anderen Fall anschließen, ohne jemanden zu verurteilen oder mich zu beschweren. Es geht mir um das Fachliche:
Klingt sehr - pardon, ist nicht persönlich gemeint- nach anschwärzen/verpetzten. An welchem anderem Arbeitsplatz wirst du denn so beobachtet wie im ICE 3?
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.Was ich woanders her kenne, außerhalb der Bahn AG:
- Private Gespräche während der Arbeitszeit sind i.A. verboten, insb. derartige lange Gespräche.
- Rein psychologisch betrachtet lenken private Telefongespräche nach meiner Auffassung immer von der Arbeit ab.
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten.Wie sieht das die Bahn AG und wie ist das in den Richtlinien für Tf geregelt?
Wird wohl niemand mitkriegen. Aber auch in anderen Betrieben wird das nicht immer eingehalten. Und das ist schließlich Sache der Bahn, nicht von uns.
Inwieweit das ablenkt fragt man sich, sicher sollte man sich bei der Arbeit NUR auf selbige konzentrieren.
Weiß nicht wie das im Schienenverkehr ist, aber gut ist das nicht. Nur ist das nicht unsere Sache, das zu disktieren.
Schönen Abend
Darf ein Lokführer das überhaupt?
RhBDirk, Dienstag, 21.09.2010, 21:27 (vor 5758 Tagen) @ GUB
bearbeitet von RhBDirk, Dienstag, 21.09.2010, 21:29
Ich möchte mich der Frage mit einem anderen Fall anschließen, ohne jemanden zu verurteilen oder mich zu beschweren. Es geht mir um das Fachliche:
Klingt sehr - pardon, ist nicht persönlich gemeint- nach anschwärzen/verpetzten. An welchem anderem Arbeitsplatz wirst du denn so beobachtet wie im ICE 3?
Da gibts einige. Grundsätzlich alle Berufe, die mit Publikumsverkehr zu tun haben. Egal ob das Telefonieren sicherheitsrelevant (Lokführer, Busfahrer etc) ist oder eben nicht zum guten Ton (Kassiererin, Infopoint Mitarbeiter, Security etc) gehört.
Darf ein Lokführer das überhaupt?
Graukärtchenfahrer, Symbaden, Dienstag, 21.09.2010, 21:32 (vor 5758 Tagen) @ GUB
bearbeitet von Graukärtchenfahrer, Dienstag, 21.09.2010, 21:33
Ich möchte mich der Frage mit einem anderen Fall anschließen, ohne jemanden zu verurteilen oder mich zu beschweren. Es geht mir um das Fachliche:
Klingt sehr - pardon, ist nicht persönlich gemeint- nach anschwärzen/verpetzten.
Warum? Ich weiß nicht mehr wann das war. Hätte ich eine Beschwerde schreiben wollen, hätte ich das sofort am nächsten Tag gemacht und nicht nach Wochen hier mal neutral nachgefragt.
Also lassen wir mal lieber solche Vorwürfe, da nützen keine Aussagen wie "pardon, ist nicht persönlich gemeint..."
An welchem anderem Arbeitsplatz wirst du denn so beobachtet wie im ICE 3?
Es gibt sehr viele Berufe die offen im Blickfeld und zur Beobachtung von Passanten sind, ein Tf in einem ICE3 stellt keine Ausnahme dar.
Allerdings geht es nach meiner Aufassung hier in diesem Beispiel um die Sicherheit von anderen Menschen.
Wird wohl niemand mitkriegen. Aber auch in anderen Betrieben wird das nicht immer eingehalten. Und das ist schließlich Sache der Bahn, nicht von uns.
Sofern womöglicherweise die Sicherheit anderer Menschen gefährdet ist, dann sehr wohl. Das hat nun gar nichts mit "petzen" zu tun
Inwieweit das ablenkt fragt man sich, sicher sollte man sich bei der Arbeit NUR auf selbige konzentrieren.
Weiß nicht wie das im Schienenverkehr ist, aber gut ist das nicht. Nur ist das nicht unsere Sache, das zu disktieren.
Doch, ich habe es oben erwähnt.
Darf ein Lokführer das überhaupt?
liebe70, Dienstag, 21.09.2010, 21:34 (vor 5758 Tagen) @ Graukärtchenfahrer
Ich möchte mich der Frage mit einem anderen Fall anschließen, ohne jemanden zu verurteilen oder mich zu beschweren. Es geht mir um das Fachliche:
Was ich woanders her kenne, außerhalb der Bahn AG:
- Private Gespräche während der Arbeitszeit sind i.A. verboten, insb. derartige lange Gespräche.
Ach, wirklich? Ich telefoniere manchmal auch recht lange (also über 30 Minuten) mit diversen Freunden, die z.T. im öffentlichen Dienst arbeiten. Da kräht kein Hahn danach und sie hatten auch noch nie Probleme. Das liegt dann wohl am jeweiligen Arbeitgeber.
- Rein psychologisch betrachtet lenken private Telefongespräche nach meiner Auffassung immer von der Arbeit ab.
Was denn nun: Rein psychologisch oder nach Deiner Meinung? ;-) Wenn ich mich mit einem Kollegen einer Transportleitung neben dem Dienstlichen über Privates unterhalte, weil ich ihn kenne: ist das dann ein Dienst- oder ein Privatgespräch? Darf ich das Gespräch führen - oder nicht?
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten.
Das wage ich zu bezweifeln. Nicht nur ich habe in meinem Auto eine Freisprecheinrichtung um während der Fahrt telefonieren zu können. Die Polizei hat nichts dagegen, es sei denn, ich telefoniere mit dem Handy am Ohr. Das wird dann allerdings richtig teuer.
Wie sieht das die Bahn AG und wie ist das in den Richtlinien für Tf geregelt?
Das ist intern, aber trotzdem geregelt...
Darf ein Lokführer das überhaupt?
Graukärtchenfahrer, Symbaden, Dienstag, 21.09.2010, 21:46 (vor 5758 Tagen) @ liebe70
Was denn nun: Rein psychologisch oder nach Deiner Meinung? ;-) Wenn ich mich mit einem Kollegen einer Transportleitung neben dem Dienstlichen über Privates unterhalte, weil ich ihn kenne: ist das dann ein Dienst- oder ein Privatgespräch? Darf ich das Gespräch führen - oder nicht?
In Deinem Fall ist das schön und zeigt vielleicht ein positives Beriebsklima. Wenn dabei nicht die Interessen der Kunden vernachlässigt werden, ist das für mich kein Grund darüber nachzudenken. Es ist auch gut so, denn so wie die Hire&Fire-Politik schon in manchen Firmen ausgeartet ist, vgl. Kündigung infolge Cent-Beträge :-(
Allerdings, aus Sicht des Kunden: Wenn ich an einer Kasse oder woanders lange warten muß, weil ein Mitarbeiter Privatgespräche führt, der Mitarbeiter dieses nicht sofort abstellt, erachte ich dieses als Respektlosigkeit gegenüber den Kunden.
Als Chef würde ich das nicht mehr tolerieren...
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten.
Das wage ich zu bezweifeln.
Wo liegen Deine Zweifel? §23 StVO Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers
Nicht nur ich habe in meinem Auto eine Freisprecheinrichtung um während der Fahrt telefonieren zu können.
Habe ich von einer Freisprecheinrichtung gesprochen?
In diesem Fall telefonierte er mit einem Handy ohne Freisprecheinrichtung, drehte teilweise seinen Stuhl und Kopf zur Seite...
Die Polizei hat nichts dagegen, es sei denn, ich telefoniere mit dem Handy am Ohr.
Das wird dann allerdings richtig teuer.
Sage ich doch.
Wie sieht das die Bahn AG und wie ist das in den Richtlinien für Tf geregelt?
Das ist intern, aber trotzdem geregelt...
Warum ein Geheimnis daraus machen?
Darf ein Lokführer das überhaupt?
safe go, Chemnitz, Mittwoch, 22.09.2010, 09:43 (vor 5757 Tagen) @ Graukärtchenfahrer
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten.
Das wage ich zu bezweifeln.
Wo liegen Deine Zweifel? §23 StVO Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers
Das steht doch da, wenn man allerdings Beiträge anderer dermaßen zerrupft (ich schließe da teilweise auch Ralf und mich selber ein), kommen solche (rhet.) Fragen natürlich zu stande.
Nicht nur ich habe in meinem Auto eine Freisprecheinrichtung um während der Fahrt telefonieren zu können.
Habe ich von einer Freisprecheinrichtung gesprochen?
In diesem Fall telefonierte er mit einem Handy ohne Freisprecheinrichtung, drehte teilweise seinen Stuhl und Kopf zur Seite...
Du sprachst allerdings auch nicht expliziert von "Handy am Ohr" oder so. Nimmt Deine Freisprechanlage (falls Du eine besitzt) Gespräche automatisch an oder ist eine Bedienhandlung (z. B. Tastendruck) notwendig. Auch wenn es kleinlich ist, wäre das für mich eine Handybenutzung (wenn man Telefonieren als solches schon nicht als dieses ansieht). ;-)
Die Polizei hat nichts dagegen, es sei denn, ich telefoniere mit dem Handy am Ohr.
Die Polizei sieht es vermutlich auch einfach nicht. ;-)
Wie sieht das die Bahn AG und wie ist das in den Richtlinien für Tf geregelt?
Das ist intern, aber trotzdem geregelt...
Warum ein Geheimnis daraus machen?
Frag doch mal die DB Bahn :D
Darf ein Lokführer das überhaupt?
murdock, Mittwoch, 22.09.2010, 11:02 (vor 5757 Tagen) @ Graukärtchenfahrer
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.
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Diesen Kollegen fehlt wirklich jegliches Feingespür was Außenwirkung anbetrifft.
Ein kurzes Telefonat sollte niemanden stören,es sind ja auch oft dienstliche dabei.
In einem gewissen Maß ist solches dauertelefonieren auch richtig peinlich.
Aber die Lounge an sich war nie ein Glücksgriff der Bahn..........
Darf ein Lokführer das überhaupt?
JanGT, Mittwoch, 22.09.2010, 11:13 (vor 5757 Tagen) @ murdock
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.
Als ich letztes Mal Lounge von München nach Nürnberg hatte, hat der Tf während Tempo 300 durch den Euerwangtunnel (über 7km) erst mal das Licht im Führerstand angemacht, seinen Dienstplan rausgeholt und mit seinem Kollegen der neben ihm saß drüber gequatscht O-Ton:"Die spinnen doch, scheiß Dienstplan" usw.
Das nenne ich auch mal lässig, dazu gab es lecker Kaffee und den Schokokuchen aus dem Bistro den der nette Bistromitarbeiter natürlich höchst persönlich vorbeigebracht hat.
Auch alles nen bisschen Grenzwertig (?)
Darf ein Lokführer das überhaupt?
NIM rocks, Mittwoch, 22.09.2010, 11:22 (vor 5757 Tagen) @ JanGT
bearbeitet von NIM rocks, Mittwoch, 22.09.2010, 11:23
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.
Als ich letztes Mal Lounge von München nach Nürnberg hatte, hat der Tf während Tempo 300 durch den Euerwangtunnel (über 7km) erst mal das Licht im Führerstand angemacht, seinen Dienstplan rausgeholt und mit seinem Kollegen der neben ihm saß drüber gequatscht O-Ton:"Die spinnen doch, scheiß Dienstplan" usw.Das nenne ich auch mal lässig, dazu gab es lecker Kaffee und den Schokokuchen aus dem Bistro den der nette Bistromitarbeiter natürlich höchst persönlich vorbeigebracht hat.
Auch alles nen bisschen Grenzwertig (?)
Das ist ja noch harmlos und auch im Rahmen, finde ich. Der ICE brettert sowieso unter LZB dahin, da kann der Tf eh nicht viel machen, außer nach Selbstmördern Ausschau zu halten...
bissl komplizierter ist es schon / mich ärgert diese Diskus.
ICE-T-Fan, Mittwoch, 22.09.2010, 14:45 (vor 5757 Tagen) @ NIM rocks
Ich weiß nicht ob man den Tf als Berufsgruppe einen Gefallen tut, wenn man sie frei nach Suckale zu einfache Knöpfendrücker degradiert.
Viel wichtiger als die Ausschau nach potentiellen PU und anderweitigen Unfallquellen ist wohl die Überwachung der Technik und die Beseitigung von Störungen (Störungsmeldungen).
Ich habe auch schon erlebt, dass ein Tf von Leipzig nach Berlin ununterbrochen Kaffee getrunken, telefoniert und Zeitung gelesen hat. Na und? War mir keine Erwähnung im Forum wert.
Wollt ihr lieber von einem Computer gefahren werden, der nie menschliche Schwächen zeigt?
PS: Ich tendiere zumindest wenns ums Thema milchige Scheibe in der Lounge geht, irgendwo schon eher zum berechenbaren Computer als zum launischen Menschen. ;)
Aber Spaß Beiseite...
Im übrigen sind solche Meldungen genau das gefundene Fressen für Argumente dafür, dass viele Tf mittlerweile die Scheibe milchig lassen, weil sie nicht in irgendwelchen Eisenbahnforen von solchen typisch menschlichen Fehltritten lesen wollen, die ihre Berufsgruppe diffamiert.
Darum ärgert mich diese doch teils sinnlose Diskussion gerade wieder furchtbar :-(
bissl komplizierter ist es schon / mich ärgert diese Diskus.
NIM rocks, Mittwoch, 22.09.2010, 16:16 (vor 5757 Tagen) @ ICE-T-Fan
Ich weiß nicht ob man den Tf als Berufsgruppe einen Gefallen tut, wenn man sie frei nach Suckale zu einfache Knöpfendrücker degradiert.
Das meinte ich damit auch nicht und wollte ich auch nicht zum Ausdruck bringen. Ich hatte folgenden Gedanken im Hintergrund: Ich habe schon von mehreren Tf im Güterverkehr gehört, egal ob bei der DB oder bei einem privaten angestellt, dass sie im Nord-Süd-Verkehr beispielsweise die Altstrecke präferieren, weil man auf der SFS eben immer unter LZB fährt und eher wenig zu tun hat. Mehr ist es nicht, war nur ein Kommentar von meinem Wissensstand ausgehend. Und ich gehe auch immer davon aus, dass ein Tf, ob man ihn jetzt sieht oder nicht, seinen Dienst gewissenhaft verrichtet (ohne jede Wertung).
Früher, als es noch möglich war, hättest du mal auf einem Langstreckenflug ins Cockpit schauen müssen, da kommt einem erst das kalte Grausen, war und ist aber vollkommen normal. Füße an der Cockpitscheibe, Kopfhörer an den Sitz gehängt und auf laut gestellt, Essenstablett aufm Schoß und drei Flugzeugfreaks im Cockpit, mit denen man sich über die Unzulänglichkeiten der Bodencrew in Frankfurt herzog...
Ich kann die Lokführer verstehen...
101-Fan, Köln, Mittwoch, 22.09.2010, 19:59 (vor 5757 Tagen) @ ICE-T-Fan
Hallo Markus,
Ich weiß nicht ob man den Tf als Berufsgruppe einen Gefallen tut, wenn man sie frei nach Suckale zu einfache Knöpfendrücker degradiert.
Ich denke, wenn man die LZB-Strecken nimmt, dann ist schon etwas wares dran. Der Tf hat hier ja hauptsächlich nur noch überwachendes Aufgaben. Das sagen die Lokführer ja selber. Aber auch diese Überwachungsaufgabe ist sehr wichtig. Über Strecken ohne LZB brauchen wir gar nicht zu reden. Hier hat der Tf ganz klar mehr zu tun, als alles nur zu überwachen.
Wollt ihr lieber von einem Computer gefahren werden, der nie menschliche Schwächen zeigt?
Nein! Mir ist lieber, wenn da vorne ein Mensch sitzt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich einem Menschen mehr vertraue, als einem Computer.
Im übrigen sind solche Meldungen genau das gefundene Fressen für Argumente dafür, dass viele Tf mittlerweile die Scheibe milchig lassen, weil sie nicht in irgendwelchen Eisenbahnforen von solchen typisch menschlichen Fehltritten lesen wollen, die ihre Berufsgruppe diffamiert.
Ich fahre öfter mit der S-Bahn. Die Treibzüge der Baureihe 423 haben ja Fenster zum Fahrgastraum. Ganz selten gibt es mal einen Tf, der das Rolo nicht runter macht und man kann ihm bei der Arbeit zusehen. Die meisten haben aber das Rolo unten und man kann ihnen nicht zu sehen. Aus Sicht des Bahnfans(also aus meiner Sicht) finde ich das natürlich sehr schade. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, wäre ich Tf, dann würde ich es genau so machen.
Selbstverständlich freue ich mich auch, wenn ich dem Tf im ICE oder im IC-Steuerwagen über die Schulter sehen kann. Aber ich nehme es keinem Tf übel, wenn er den Vorhang zu hat oder aber die Scheibe milchig macht.
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Es grüsst aus Köln
Markus
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GUB, Bremen, Mittwoch, 22.09.2010, 15:08 (vor 5757 Tagen) @ JanGT
Vor einigen Wochen stieg ich in einem ICE3 in FRA ein und fuhr damit in Richtung Basel SBB. Ich bekam einen Platz vorne in der Lounge, die Türe zum Tf war angelehnt. Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy. Die Ausnahmen waren während des Türschließens und der Anfahrt und ggf. bei der Einfahrt in z.B. Mannheim. Ich konnte aufgrund der angelehnten Türe hören, daß es sich dabei um rein private Gespräche handelte, die gehörten Worte und Sätze waren nun wirklich eindeutig.
Als ich letztes Mal Lounge von München nach Nürnberg hatte, hat der Tf während Tempo 300 durch den Euerwangtunnel (über 7km) erst mal das Licht im Führerstand angemacht, seinen Dienstplan rausgeholt und mit seinem Kollegen der neben ihm saß drüber gequatscht O-Ton:"Die spinnen doch, scheiß Dienstplan" usw.Das nenne ich auch mal lässig, dazu gab es lecker Kaffee und den Schokokuchen aus dem Bistro den der nette Bistromitarbeiter natürlich höchst persönlich vorbeigebracht hat.
Auch alles nen bisschen Grenzwertig (?)
Kaffee trinken und Unterhalten finde ich völlig legitim. Und wenns der Service-Mitarbeiter nicht bringt, wie solls dann gehen? Soll der Tf den Zug anhalten und ins Bistro ..äh ich meine Restaurant, gehen? ;)
Seine Dienstplan wird er ja wohl studieren dürfen, weiß jetzt nich wieso jeder aus einer Nichtigkeit etwas großes machen will. Und schimpfen über das Unternehmen sollte man zwar (vorallem, aber nicht nur) in der Öffentlichkeit nicht, aber das ist ja Sache des angesprochenen Tfs.
Vorsicht beim Verknüpfen von Beobachtungen!
Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 22.09.2010, 15:14 (vor 5757 Tagen) @ JanGT
Hallo,
Als ich letztes Mal Lounge von München nach Nürnberg hatte, hat der Tf während Tempo 300 durch den Euerwangtunnel (über 7km) erst mal das Licht im Führerstand angemacht, seinen Dienstplan rausgeholt und mit seinem Kollegen der neben ihm saß drüber gequatscht O-Ton:"Die spinnen doch, scheiß Dienstplan" usw.
bist du dir SICHER, dass es der Dienstplan war und nicht Fahrplan- bzw. Streckenunterlagen? Ich denke, dass man doch sehr vorsichtig sein muss und nicht vorschnell Beobachtungen verbinden sollte.
--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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Darf ein Lokführer das überhaupt?
Fernpendler, Mittwoch, 22.09.2010, 19:54 (vor 5757 Tagen) @ Graukärtchenfahrer
Guten Abend!
"Der Tf telefonierte beinahe ununterbrochen während der Fahrt mit seinem Handy."
Mache ich auch während Auto-/Zugfahrt gerne.
"Was ich woanders her kenne, außerhalb der Bahn AG:
- Private Gespräche während der Arbeitszeit sind i.A. verboten, insb. derartige lange Gespräche.
- Rein psychologisch betrachtet lenken private Telefongespräche nach meiner Auffassung immer von der Arbeit ab.
- Im nicht schienengeführten Fahrzeugen (Auto, LKW, Rad, ...) ist eine Benutzung eines Handys nicht ohne Grund verboten..."
Privatgespräche sind in vielen Unternehmen nicht verboten, da die Kosten in Zeiten der Flatrate eh zweitrangig sind. Privatgespräche, ob telefonisch oder persönlich steigern die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und wirken ähnlich wie Pause oder Mittagsnickerchen.
Ich wechsle lieber ein paar private Sätze mit meinen Leuten, als stumpf auf Richtlinien und Betriebsvereinbarungen hinzuweisen. In Zeiten der ökonomischen Kälte kann das Wunder wirken.
Übrigens gibt es mittlerweile auch Baumaschinen mit Freisprecheinrichtung ;o)
Ergo: Mich würde es überhaupt nicht stören, wenn der Tf während der Arbeit telefoniert. OT: Wenn er jedoch mit Augen zu oder Bierchen im Sessel hängen würde, würde ich mir schon mal Gedanken machen ;o)
Grüße
Haiko
Flatrate auf Diensthandys
ICE 79, Donnerstag, 23.09.2010, 23:22 (vor 5755 Tagen) @ Fernpendler
naja, jeder glaubt und lebt in Flatrates. Da Unternehmen Kosten sparen müssen, wird nach Verbrauch bezahlt. Glaubt Ihr, dass der "Flatrate-Anbieter" etwas verschenkt?
Flatrate auf Diensthandys
Martin, Freitag, 24.09.2010, 08:18 (vor 5755 Tagen) @ ICE 79
naja, jeder glaubt und lebt in Flatrates. Da Unternehmen Kosten sparen müssen, wird nach Verbrauch bezahlt.
Woher glaubst du, die Konditionen des Rahmenvertrages von DB AG und Telekom Deutschland zu kennen?
Darf ein Lokführer das überhaupt?
Fernpendler, Mittwoch, 22.09.2010, 19:39 (vor 5757 Tagen) @ 101-Fan
Guten Abend!
Bei unserer kleinen Bahntochter in der Region gehört es zur Normalität, dass der Tf am Start/Zielbahnhof im Winter den Motor laufen lässt, seinen Fahrstand abschließt und zum Käffchen (oder was auch immer) im Bahnhofsgebäude verschwindet.
Das hat den Vorteil, dass man nicht auf dem zugigen Bahnsteig frieren muß und in einen geheizten Triebwagen steigen kann.
Wenn der Tf morgens wechselt, steht der Zug auch schon mal einige Zeit ohne selbigen am Bahnsteig und die Fahrgäste dürfen sitzen bleiben. Anders wäre es ungemütlich.
Daher gehe ich mal davon aus, dass die Vorgehensweise gängig ist oder zumindest toleriert wird. Das Gefahrenpotezial dürfte eh gegen Null gehen.
Grüße
Haiko
Zweifel und Fragen
GUB, Bremen, Donnerstag, 23.09.2010, 15:16 (vor 5756 Tagen) @ Fernpendler
Guten Abend!
Bei unserer kleinen Bahntochter in der Region gehört es zur Normalität, dass der Tf am Start/Zielbahnhof im Winter den Motor laufen lässt, seinen Fahrstand abschließt und zum Käffchen (oder was auch immer) im Bahnhofsgebäude verschwindet.
Das hat den Vorteil, dass man nicht auf dem zugigen Bahnsteig frieren muß und in einen geheizten Triebwagen steigen kann.
Bin mir zwar nicht sicher, aber: haben die meisten Triebwagen nicht -ähnlich wie Autos - eine Batterie, wodurch die Klimaanlage/Heizung + Türen auch bei ausgeschalteten Motor funktionieren? Glaube kaum das dafür immer der Motor an sein muss.
Dann denke ich nämlich, das im Leserbrief der Fahrgast den Lüfter/die Klimaanlage für den Motorsound gehalten hat.
Zweifel und Fragen
Burkhard, Donnerstag, 23.09.2010, 15:24 (vor 5756 Tagen) @ GUB
Bin mir zwar nicht sicher, aber: haben die meisten Triebwagen nicht -ähnlich wie Autos - eine Batterie, wodurch die Klimaanlage/Heizung + Türen auch bei ausgeschalteten Motor funktionieren?
Ich bin nicht so der Autofreak, aber Klimaanlage ohne Motorleistung duerfte in der Regel nicht laufen - aehnlich ist es bei der Bahn.
Tueren funktionieren eine ganze zeit ohne Motorleistung.
Zweifel und Fragen
Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Donnerstag, 23.09.2010, 15:41 (vor 5756 Tagen) @ Burkhard
Ich bin nicht so der Autofreak, aber Klimaanlage ohne Motorleistung duerfte in der Regel nicht laufen - aehnlich ist es bei der Bahn.
Der Grund ist recht prophan. Für das Kühlen brauchst Du etwa die 20-fache Leistung wie für das Heizen. Daher kann man einen Heizer (wenn auch begrenzt) über Batterie einige Zeit lang speisen. Deshalb gibt es für das Auto Standheizungen, aber keine Standklimaanlagen (da sonst Dein Kofferraum voller Batterien sein müsste).
--
bye, Dan
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Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/
Zweifel und Fragen
Martin, Donnerstag, 23.09.2010, 17:52 (vor 5756 Tagen) @ Dan_P
Der Grund ist recht prophan. Für das Kühlen brauchst Du etwa die 20-fache Leistung wie für das Heizen. Daher kann man einen Heizer (wenn auch begrenzt) über Batterie einige Zeit lang speisen.
Wer hat dir das denn erzählt?
Geheizt wird in der Regel auf eine von zwei Arten:
-bei Dieselfahrzeugen über die Abwärme des Motors, hier braucht man dann wirklich nur eine Wasserpumpe und ggf. Lüfter, die energiefressende Heizung selbst übernimmt ja der Motor, dessen Kühlwasser auch nach "Motor aus" noch eine Zeit warm bleibt. Allerdings darf man so große Motoren nicht kalt werden lassen, da sie keine Kaltstarts vertragen.
-bei elektrischen Fahrzeugen elektrisch, 1 kW elektrische Leistung gibt dabei 1 kW Heizleistung
Kälte kann man nicht erzeugen sondern man kann nur Wärme woandershin schaffen. Eine Klimaanlage heizt also mit der Wärme des Innenraumes die Außenluft. Mit Stand der Technik kommt man da durchaus auf Leistungszahlen von 3-5: 1 kW elektrische Leistung bringt 3-5 kW Kühlleistung.
Folglich ist Kühlen energiesparender als eine einfache Heizung!
Natürlich kann man den Kühlprozess auch umkehren und mit (kalter) Außenluft warme Innenluft produzieren (Wärmepumpe).
Deshalb gibt es für das Auto Standheizungen, aber keine Standklimaanlagen (da sonst Dein Kofferraum voller Batterien sein müsste).
Dir ist bekannt, wie eine Standheizung Wärme erzeugt? Das tut sich nicht mit Strom aus Batterien (der wird nur für die Steuerung und Lüfter verwendet), die Wärme stammt aus der Verbrennung von Kraftstoff.
Der Toyota Prius hat übrigens eine Standklimaanlage die aus der Hybridbatterie gespeist wird. Auch für LKW gibt es Standklimaanlagen, hier arbeitet allerdings wieder ein Verbrennungsmotor um die nötige Energie zu erzeugen.
Wärmepumpe
Fabian318, Münster i. W., Donnerstag, 23.09.2010, 22:49 (vor 5755 Tagen) @ Martin
bearbeitet von Fabian318, Donnerstag, 23.09.2010, 22:53
Wird diese Funktion des "Heizens" über die Klimaanlage eigentlich derzeit bei Schienenfahrzeugen genutzt?
Bzw. wie wird sonst bei kalten Außentemperaturen sichergestellt, dass die Außenluft durch die Lüftung nicht zu kalt ist, gibt es da Nachheizer? Bekannt ist, dass der Anteil der Außenluft in der Zuluft individuell geregelt wird.
Der ET 422 kann angeblich auch die Abwärme der Stromrichter zum Heizen nutzen.
Wärmepumpe
Martin, Freitag, 24.09.2010, 08:17 (vor 5755 Tagen) @ Fabian318
Wird diese Funktion des "Heizens" über die Klimaanlage eigentlich derzeit bei Schienenfahrzeugen genutzt?
Genau will ich mich da jetzt nicht festlegen, ich würde aber behaupten, dass das Prinzip gar nicht oder nur äußerst vereinzelt eingesetzt wird.
Es entsteht ja doch ein gewisser Aufwand für den Einbau dieser Funktion.
Bzw. wie wird sonst bei kalten Außentemperaturen sichergestellt, dass die Außenluft durch die Lüftung nicht zu kalt ist, gibt es da Nachheizer? Bekannt ist, dass der Anteil der Außenluft in der Zuluft individuell geregelt wird.
Einmal das und Nachheizer, Fußbodenheizung etc. Bei den ICE ist es z.B. ganz normal, dass auch im Sommer kalte Luft für die Abteile, Lounge, Führerraum wieder aufgeheizt wird um eine Temperaturregelung zu ermöglichen.
Zweifel und Fragen
Fernpendler, Donnerstag, 23.09.2010, 15:42 (vor 5756 Tagen) @ GUB
Hallo!
Klimaanlage funktioniert bei Kraftfahrzeugen nur mit laufendem Motor, im LKW ähnlich wie die Standheizung mit Extraantrieb. Laut Werkstatt würde die Batterie innerhalb kurzer Zeit schlapp machen.
Bei den Dieseltriebzügen, die ich benutzen muß, war es bislang immer so, dass es, wenn der Tf den Motor abgeschaltet hat, recht flott kalt geworden ist im Zug. Auf Nachfrage ob der Klapperkälte nicht Abhilfe geschaffen werden kann, wurde der Motor wieder gestartet und dann lief auch die Heizung.
Einer der Tf hat mir mal erklärt, dass die E-Heizung zwar auch ohne Motorunterstützung laufe, dann aber die Batterie sehr schnell entladen werde. Im Stillstand kann wohl ein Kabel eingesteckt werden.
Grüße
Haiko
Zweifel und Fragen
Fabian318, Münster i. W., Donnerstag, 23.09.2010, 22:51 (vor 5755 Tagen) @ Fernpendler
Dass die Klimaanlage einfach nicht laufen kann, wenn der Motor aus ist (auch mit noch so großer Batterie) dürfte einleuchtend sein, wenn bekannt ist, dass der Verdichter/Kompressor bei VTs (und auch Bussen etc.) direkt über den Motor betrieben wird.
Zweifel und Fragen
Martin, Donnerstag, 23.09.2010, 17:54 (vor 5756 Tagen) @ GUB
Bin mir zwar nicht sicher, aber: haben die meisten Triebwagen nicht -ähnlich wie Autos - eine Batterie, wodurch die Klimaanlage/Heizung + Türen auch bei ausgeschalteten Motor funktionieren? Glaube kaum das dafür immer der Motor an sein muss.
Natürlich haben Triebwagen und Lokomotiven die auch ohne Motorbetrieb bzw. Versorgung aus der Oberleitung die Steuerungsfunktionen aufrecht erhalten. Damit kann man allerdings weder heizen noch kühlen.
Der Energiebedarf einer Heizungs- oder Klimaanlage ist so hoch, dass man dazu den Motor oder eine Energieversorgung durch die Oberleitung bzw. Zugsammelschiene benötigt.