Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 21:34 (vor 5706 Tagen)

Hi!

P.S: Das mit dem Güterverkehrverbot Nachts meinst du jetzt nicht erst, oder? Die meisten Güterzüge fahren zwischen 22 und 6 Uhr und lasten damit die vorhandene Infrastruktur optimal aus. Was da, wo die Orte um die Bahnstrecken rumgewachsen sind fehlt sind Lärmschutz und K-Sohle.

Das ist mein voller Ernst und ich würde mich dafür auch öffentlich politisch einsetzen.

Eisenbahnlärm ist nicht minder schädigen wie LKW- oder Flugzeuglärm.
Daher würde ich abseits von NBS jeglichen Güterverkehr innerhalb der Nachtruhe verbieten, solange er mitten durch Siedlungen durchgeführt wird.

Es ist doch nicht die Schuld der Städte, dass die DB Güterverkehr auf Gleisen mitten durch die Städte durchführt. Solch eine Regel würde zwangsweise sehr schnell zu einer hohen Anzahl Umgehungsstrecken führen, was nebenbei bemerkt auch Kapazitätsengpässe beseitigt.

Mal abgesehen von großen Ballungsräumen wie Ruhrgebiet gibt es ja auch keine Autobahnen und lauten LKW-Verkehr mitten durch Siedlungen. Es ist ja auch vorgesehen langfristig den LKW-Verkehr auf Bundesstraßen insgesamt einzuschränken.

Warum also nicht für LKWs und Güterzüge die gleichen Grundbedingungen schaffen?

Die Forderung für mehr Güterverkehr auf die Schiene finde ich im Allgemeinen natürlich wünschenswert, aber bitte nicht als Tausch von LKW- gegen Güterzuglärm.

Ich kenne das ja noch aus der Zeit in Jena, wo die Saaletalstrecke ja nun wirklich 10 min neben Wohnhäusern auf der Straßenebene durch die Stadt führt und Nachts kann man auf der Bahnlinie nun wirklich nicht von einer Betriebsruhe sprechen.
Ich selbst hab ich Lobeda an der Autobahn gewohnt und konnte daher meine Bekannten gut verstehen, die das gestört hat.

Nachts gehört für nicht dringlichen Verkehr eine Betriebsruhe, außer für ausgewählte Strecken, die genügend Lärmschutz bieten, sprich Neubaustrecken durch die Gegend.

Daher finde ich auch allgemein, dass es wünschenswert sein könnte den größten Teil des Güterverkehrs von den Altstrecken auf die Neubaustrecken zu verlagern. Das würde nebenbei bemerkt auch die Strecken im Wartungsaufwand entlasten und man hätte mehr Kapazität für mehr Regional- und Mittelfernverkehr.

Unfug. (owT)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Montag, 20.09.2010, 21:40 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

.

Irgendwie seltsam....

GUM, Montag, 20.09.2010, 21:43 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

... dann bitte aber auch die Gehsteige hochklappen und Autobahnen sperren !!

Ölen der Gehsteiggelenke bitte nicht vergessen, sonst beschwert sich dernächste Bürger bei der Sicherheitswacht über Quietschgeräusche

*kopfschüttel*

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Turbonegro, Montag, 20.09.2010, 21:46 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das ist ohne Frage ein ernstes Thema, jedoch rechtlich gesehen sehr schwierig, da die Saalebahn, wie auch die meisten wichtigen Güterverbindungen schon etwa 150 Jahre da rumliegen. Wenn jetzt jemand dagegen klagt, fragt sich, wer war zu erst da und das war in 90% aller Fälle die böse Eisenbahn, die jetzt auf den Gleisen herumfährt.

Salop gesagt, wer neben die Eisenbahn sein Haus baut ist selber schuld... Ist für die Anwohner natürlich kein Trost wenn sie jede Nacht auf neue den Güterzügen ausgesetzt sind, leider aber geltendes Recht, ohne dass ich jetzt Jurist wäre.

Stell dir mal vor du baust in Hermsdorf neben das Autobahnkreuz dein Haus und beschwerst dich in 30 Jahren, das Nachts so viel LKW vor deiner Tür vorbeifahren, die Autobahn gibt es allerdings auch schon einige viele Jahre.

Allerdings gibt es ja das Lärmschutzprogramm der Bundesregierung, was eben diesen Menschen, die vom nächtlichen Güterzuglärm geplagt sind, helfen soll. Mit diesen Mitteln werden bekanntlich diese netten bunten Wändchen links und rechts der Bahnstrecke aufgebaut oder Schallschutzfenster finanziert.

Dennoch schwieriges Thema....

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 22:28 (vor 5706 Tagen) @ Turbonegro

Zumindest im Bereich der Altstadt Richtung Winzerla waren die Häuser weit vor der Eisenbahnstrecke da.

Aber darum geht es mir gar nicht. Ich will die Eisenbahn nicht verteufeln und die DB nicht in den Ruin treiben, sondern lediglich anregen Güterverkehr in den Ruhezeiten exklusiv auf Strecken außerhalb von Ballungsgebieten zu verlagern.

Ausgangspunkt dieser Forderung war die Diskussion um die Ideen anstelle von Hochgeschwindigkeitsneubaustrecken Güterverkehrsneubaustrecken abseits von Ballungsgebieten zu bauen und damit nebenbei noch Kapazitätsengpässe zu beseitigen.

Ein klug formuliertes Verbot von nächtlichem Güterverkehr auf bestimmten Stichstrecken, wie z.B. linke Rheintalstrecke, im Ruhrgebiet oder auch auf der Saalebahn könnte diese Entwicklung beschleunigen und fördern.

Generell den Güterverkehr Nachts einzustellen ist volkwirtschaftlich absoluter Blödsinn und von einer solchen Forderung nehme ich weiten Abstand.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

RhBDirk, Montag, 20.09.2010, 23:01 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Zumindest im Bereich der Altstadt Richtung Winzerla waren die Häuser weit vor der Eisenbahnstrecke da.

Aber darum geht es mir gar nicht. Ich will die Eisenbahn nicht verteufeln und die DB nicht in den Ruin treiben, sondern lediglich anregen Güterverkehr in den Ruhezeiten exklusiv auf Strecken außerhalb von Ballungsgebieten zu verlagern.

Ausgangspunkt dieser Forderung war die Diskussion um die Ideen anstelle von Hochgeschwindigkeitsneubaustrecken Güterverkehrsneubaustrecken abseits von Ballungsgebieten zu bauen und damit nebenbei noch Kapazitätsengpässe zu beseitigen.

Ein klug formuliertes Verbot von nächtlichem Güterverkehr auf bestimmten Stichstrecken, wie z.B. linke Rheintalstrecke, im Ruhrgebiet oder auch auf der Saalebahn könnte diese Entwicklung beschleunigen und fördern.

Generell den Güterverkehr Nachts einzustellen ist volkwirtschaftlich absoluter Blödsinn und von einer solchen Forderung nehme ich weiten Abstand.

Wo will man denn dann nachts durchfahren? Es gibt in Deutschland nun mal weder bei der Bahn, noch bei der Autobahn Strecken, die durch unbesiedeltes Gebiet führen. Dafür sind wir viel zu dicht besiedelt.

Deine Vorstellungen sind - lass es mich deutlich sagen - fernab jeglicher Realität. Allein in NRW fährst Du durchgehend - ob mit Auto oder Bahn - durch ein komplett zusammenhängendes Ballungsgebiet. Hat man das durchquert (hinter Bonn), gehts gleich weiter - eigentlich durchgängig bis nach Basel oder München.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 23:13 (vor 5706 Tagen) @ RhBDirk

Wo will man denn dann nachts durchfahren? Es gibt in Deutschland nun mal weder bei der Bahn, noch bei der Autobahn Strecken, die durch unbesiedeltes Gebiet führen. Dafür sind wir viel zu dicht besiedelt.

Naja die NBS Erfurt-Nürnberg, der Nordteil der NIM und die KRM, um mal Beispiele zu nennen, führen nicht unbedingt durch besonders dicht besiedeltes Gebiet.

Fast alle ICE-Strecke wurden bei der Planung so trassiert, dass sie Ballungszentren meiden, eben wegen der Lärmbelästigung. Was also beim ICE geht, soll beim Güterverkehr plötzlich nicht mehr gehen?

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

RhBDirk, Montag, 20.09.2010, 23:25 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Wo will man denn dann nachts durchfahren? Es gibt in Deutschland nun mal weder bei der Bahn, noch bei der Autobahn Strecken, die durch unbesiedeltes Gebiet führen. Dafür sind wir viel zu dicht besiedelt.


Naja die NBS Erfurt-Nürnberg, der Nordteil der NIM und die KRM, um mal Beispiele zu nennen, führen nicht unbedingt durch besonders dicht besiedeltes Gebiet.

Fast alle ICE-Strecke wurden bei der Planung so trassiert, dass sie Ballungszentren meiden, eben wegen der Lärmbelästigung. Was also beim ICE geht, soll beim Güterverkehr plötzlich nicht mehr gehen?

Und wie kommt man zur Neubaustrecke?
Die Zulaufstrecken führen nunmal alle durch dichtbesiedeltes Gebiet.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 23:52 (vor 5706 Tagen) @ RhBDirk

Wo will man denn dann nachts durchfahren? Es gibt in Deutschland nun mal weder bei der Bahn, noch bei der Autobahn Strecken, die durch unbesiedeltes Gebiet führen. Dafür sind wir viel zu dicht besiedelt.


Naja die NBS Erfurt-Nürnberg, der Nordteil der NIM und die KRM, um mal Beispiele zu nennen, führen nicht unbedingt durch besonders dicht besiedeltes Gebiet.

Fast alle ICE-Strecke wurden bei der Planung so trassiert, dass sie Ballungszentren meiden, eben wegen der Lärmbelästigung. Was also beim ICE geht, soll beim Güterverkehr plötzlich nicht mehr gehen?


Und wie kommt man zur Neubaustrecke?
Die Zulaufstrecken führen nunmal alle durch dichtbesiedeltes Gebiet.

Tja, dass müsste man dann auch anpassen.

Zuviel Aufwand - wo blebit der Nutzen? *owt*

GUB, Bremen, Dienstag, 21.09.2010, 13:26 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

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Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 08:01 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Naja die NBS Erfurt-Nürnberg, der Nordteil der NIM und die KRM, um mal Beispiele zu nennen, führen nicht unbedingt durch besonders dicht besiedeltes Gebiet.

Die waren ja auch sündhaft teuer und haben z. T. unmöglichen Steigungen, was den Güterverkehr betrifft. Wenn du das ganze nun flacher bauen willst, wird es gebirgen Gegenden (also besonders im Süden) durch die Kunstbauwerke noch teurer.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 21.09.2010, 08:11 (vor 5706 Tagen) @ safe go

Naja die NBS Erfurt-Nürnberg, der Nordteil der NIM und die KRM, um mal Beispiele zu nennen, führen nicht unbedingt durch besonders dicht besiedeltes Gebiet.


Die waren ja auch sündhaft teuer und haben z. T. unmöglichen Steigungen, was den Güterverkehr betrifft. Wenn du das ganze nun flacher bauen willst, wird es gebirgen Gegenden (also besonders im Süden) durch die Kunstbauwerke noch teurer.

In der Tat... gerade die KRM ist da wohl ein Negativbeispiel, wenn man die Nutzbarkeit der Strecke ansieht. Heute wird sie ausschließlich von ICE3 befahren - der Steigungen wegen. Da bräuchte man wohl ein deutlich kräftigeres Zugfahrzeug, um einen durchschnittlichen Güterzug auch nur ansatzweise über die Trasse bei halbwegs konstanter (und akzeptabler) Geschwindigkeit zu schaffen.

--
bye, Dan

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Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 10:52 (vor 5706 Tagen) @ safe go

Darum bin ich auch für einige reine GV-NBS auf den Hauptmagistralen.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 11:54 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Darum bin ich auch für einige reine GV-NBS auf den Hauptmagistralen.

Bereinigt aber nicht die Kostenfrage. ;-)

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Jörg, Dienstag, 21.09.2010, 09:58 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Fast alle ICE-Strecke wurden bei der Planung so trassiert, dass sie Ballungszentren meiden, eben wegen der Lärmbelästigung. Was also beim ICE geht, soll beim Güterverkehr plötzlich nicht mehr gehen?

Das Problem ist das eine Strecke zwar möglichst wenig Lärm emitieren darf, aber auch einigermaßen wirtschaftlich zu betreiben sein muß.

Und wenn man mal von ganz wenigen Achsen absieht auf denen eine Strecke so stark mit Güterverkehr ausgelastet ist das sie durch diesen alleine wirtschaftlich tragfähig ist braucht man normalerweise auch den Regional und Nahverkehr um eine Strecke auszulasten.

Und eine Nahverkehrsstrecke macht nur da Sinn wo auch Leute wohnen und oder arbeiten.

Ich bin aber der Meinung das man vorhandene Möglichkeiten zur Lärmreduzierung konsequent nutzen sollte.
Das bedeutet eine europaweite Umrüstung aller Güterwagen auf K-Bremssohlen.
Hier ist die europäische Gesetzgebung gefragt.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Inspector71, Dienstag, 21.09.2010, 00:07 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich denke, dabei muß man wirklich zwei Fälle unterscheiden.

Zum einen die Leute, die schon vor der Eisenbahnlinie dort wohnten. Daß die über den Lärm, der durch die Züge entsteht, nicht begeistert sind, kann ich durchaus verstehen. Und daß die die Bahn am liebsten weg haben wollen auch.

Zum anderen gibt es diejenigen, die an bestehende Bahnstrecken gezogen sind. Wenn die sich über den Lärm beschweren, fehlt mir dafür jedes Verständnis. Schließlich bekommen sie die Grundstücke deutlich günstiger als man sie ohne Bahn bekommen würde. Denen sollte klar sein, daß es sich dabei um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit handelt, sie sparen das Geld und nehmen dafür den Lärm in Kauf. Das scheint ja auch über Jahrzehnte gut funktioniert zu haben.

Neubaustrecken halte ich dabei für eine Idee, die man eventuell in wenig besiedelten Ländern umsetzen kann, die aber in Deutschland nicht machbar ist. Schließlich muß man sich weit von besiedelten Gebieten entfernen, damit diese nicht belastet werden.

Als Beispiel will ich mal den Ort anführen, in dem meine Großeltern wohnten. Kennern der NBS Hannover - Würzburg dürfte Ahlshausen als Überleitstelle bekannt sein. Von Norden aus verlassen die Züge dort den Sohlbergtunnel, überqueren eine Brücke, verschwinden in einer Senke und dann einige hundert Meter vor dem Ort in den Kriebergtunnel. Als Kind und Jugendlicher durfte ich damals die Bauarbeiten verfolgen und bin mehrmals auf der Brücke und auch schon mal einige hundert Meter in dem Sohlebergtunnel spazieren gegangen. Vor der Eröffnung der Strecke war es in dem Ort so ruhig, daß man Nachts zum Teil aufwachte, wenn ein Auto vorbei fuhr. Es gab Nachmittage, da konnte man die an dem Haus meiner Großeltern vorbeifahrenden Autos an einer Hand abzählen (nicht nur in den siebzigern und achtzigern sondern auch noch in den neunzigern). Kurz gesagt, dort war es sehr ruhig. Nachdem die Bahnstrecke eröffnet wurde, änderte sich das. Die Häuser, die am dichtesten an der unterirdischen Strecke liegen, drohten zwischenzeitlich einzustürzen, in großen Teilen des Ortes spürt man, wenn ein Zug dort lang fährt. Sogar auf dem Friedhof, der auf dem Berg parallel zu der Strecke liegt, hört und spürt man die Züge.

Noch ein Beispiel. Ich wohne in Laatzen gut eineinhalb Kilometer Luftlinie von der Bahnstrecke Hannover in Richtung Süden (und zwar sowohl von der Altbau- als auch der Neubaustrecke) entfernt. Tagsüber ist davon eigentlich nichts zu hören (gut, da hier am Sonntag so gut wie kein Auto fährt hört man doch mal was), wenn man jedoch Nachts die Fenster auf hat, hört man jeden Zug und erkennt sogar die S-Bahn raus. Von dem Messe-Schnellweg, der nur ungefähr halb so weit weg ist, ist jedoch nie was zu hören.

Daran kann man sehen, daß man entweder sehr tief graben oder mehrere Kilometer Abstand halten muß, damit niemand von den Zügen etwas mitbekommt.

Viel eher sollte man sich die bestehenden Strecken anschauen und gucken, ob sich dort nichts machen ließe. Ich habe heute ein paar Minuten in Hannover-Linden/Fischerhof auf meine S-Bahn gewartet. Die Station ist zur Expo 2000 eröffnet wurden und liegt zum Teil auf einer Brücke über der Stadtbahn und einer Hauptverkehrsstraße. In den nicht ganz fünf Minuten, die ich gewartet habe, sind ein Güterzug in Richtung Osten und zwei in Richtung Westen dort entlang gefahren. Während der in Richtung Osten nur die normalen Laufgeräusche produzierte, rumpelten die beiden in Richtung Westen über eine Stelle direkt auf der Brücke, an der die Schienen nicht verschweißt sind sondern nur von einer Klammer zusammengehalten werden und die deutlich sichtbar mehrere Zentimeter (ich würde es auf nicht ganz zehn Zentimeter schätzen) Spiel in der Höhe hat. Jedesmal, wenn die Stelle belastet wird, gibt es dort einen Höllenlärm. Mit den Leuten, die dort wohnen, möchte ich nicht tauschen. Die Suche nach solchen Stellen und soweit möglich deren Behebung ist sicherlich deutlich günstiger als der Neubau von irgendwelchen Strecken.

OT: "Nie im Leben, kleiner Peter" (Link ins Mechanikforum)

fjk, Dienstag, 21.09.2010, 08:47 (vor 5706 Tagen) @ Inspector71
bearbeitet von fjk, Dienstag, 21.09.2010, 08:48

Hannover-Linden/Fischerhof [...] liegt zum Teil auf einer Brücke. [...] die beiden [Güterzüge] in Richtung Westen über eine Stelle direkt auf der Brücke, an der die Schienen nicht verschweißt sind sondern nur von einer Klammer zusammengehalten werden und die deutlich sichtbar mehrere Zentimeter (ich würde es auf nicht ganz zehn Zentimeter schätzen) Spiel in der Höhe hat.

Na, das wollen wir doch mal nicht hoffen. Dass Schwellen nicht mehr sonderlich gut unterstopft sind und damit ein gewisses Höhenspiel haben, kann man allenthalben beobachten. Bei entsprechenden Lasten sieht das auch ganz schön dramatisch aus. Aber mehrere Zentimeter an einer Stelle, wo die Schienen nicht verschweißt sind auf einer Brücke - ich denke nicht, dass das lange gutgeht...

Zehn Zentimeter wären ja fast eine Schienenhöhe. Oder geschätzte drei Spurkranzhöhen. Rollen die Räder da einfach "über 'nen Bordstein" hoch oder runter? Und die seitliche Führung?
Da hast Du Dich wohl etwas verschätzt. Wie gesagt: das sieht dramatisch aus, aber ich denke kaum, dass das wirklich in den Bereich mehrerer Zentimeter geht, im Vergleich zu den benachbarten Stellen.

minimiert fjk

Edit: Spurkrank? Sind auch manche, kommt aber im Straßenverkehr öfter vor...

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 21.09.2010, 08:22 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Zumindest im Bereich der Altstadt Richtung Winzerla waren die Häuser weit vor der Eisenbahnstrecke da.

Aber darum geht es mir gar nicht. Ich will die Eisenbahn nicht verteufeln und die DB nicht in den Ruin treiben, sondern lediglich anregen Güterverkehr in den Ruhezeiten exklusiv auf Strecken außerhalb von Ballungsgebieten zu verlagern.

Na, Du hast Humor... der größte Teil der Güter wird wo gebraucht? Richtig, in den Ballungsgebieten. Solange das Beamen also noch nicht erfunden ist, müssen Fahrzeuge (ergo Bahn oder LKW) eingesetzt werden, um die Güter heranzukarren. Ich möchte Dich dann mal hören, wenn statt der Bahn LKWs unermüdlich an Deiner Hütte vorbeifahren.

--
bye, Dan

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Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 10:52 (vor 5706 Tagen) @ Dan_P

Ich würde mich genauso auch gegen LKW-Lärm wehren. Mir ist die Form des Verkehrsträgers egal, mir geht es um das grundsätzliche.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 11:57 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von safe go, Dienstag, 21.09.2010, 11:57

Ich würde mich genauso auch gegen LKW-Lärm wehren. Mir ist die Form des Verkehrsträgers egal, mir geht es um das grundsätzliche.

Ok, aber fährst du dann (überspitzt gesprochen) mehrere hundert Kilometer mit dem Fahrrad herum, um die Rohstoffe für deine selbst zu backenden Brötchen zu beschaffen? Mit LKW darf ja nix mehr rumgefahren werden. Oder ist es tagsüber erlaubt, um den ohnehin großen Lärm noch weiter zu erhöhen?

Tagsüber kann alles fahren wie normal

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 18:10 (vor 5705 Tagen) @ safe go
bearbeitet von ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 18:11

Nein natürlich darf Tagsüber der Güterverkehr wie jetzt auch weiter rollen.

Es geht mir wirklich um Ruhezeiten und die Auslagerung der Verkehr in die weniger besiedelte Fläche.

Tagsüber kann alles fahren wie normal

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 19:01 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

Nein natürlich darf Tagsüber der Güterverkehr wie jetzt auch weiter rollen.

Es geht mir wirklich um Ruhezeiten und die Auslagerung der Verkehr in die weniger besiedelte Fläche.

Ändert aber nix daran, dass früh wie in einem anderen Beitrag im Baum keine Frischware da wäre. Prinzipiell bin ich ja auch dafür, die Lärmbelastung zu vermindern. Aber das lässt sich praktisch eben wegen genannter Punkte wie Siedlungsdichte und Kostenfaktor nicht realisieren. Im Übrigen kenne ich die Problematik in Jena durchaus. Zum Glück sind aber die Schlafzimmer auf der der Stadt abgewandten Seite, aber hören kann man die Güterzüge der Saalebahn sehr gut. (Bezugspunkt: Haus am Hang in Wenigenjena nahe der Ostschule)

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Frank Augsburg, Ansbach, Montag, 20.09.2010, 22:26 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Servus,

lieber ICE-T-Fan, da stellt sich für mich die Frage, wer hier zuerst da war: Bahn oder Siedlung. Was kann die Bahn dafür, daß Siedlungen immer mehr an sie herangewachsen sind. Gut, ja, in Jena kenne ich die Geschichte weniger, aber in Leipzig. Als vor etwa 100 Jahren der Güterring gebaut wurde (von Leutzsch über Wiederitzsch und Mockau bis Thekla, und dann weiter südwärts), befanden sich all diese Strecken irgendwo im Grünen (bis auf den Südosten bei Stötteritz). Die Besiedelung kam erst später. Wer in ein Haus/ eine Wohnung direkt neben einer altansässigen und angestammten Hauptstrecke zieht, sollte sich also nicht wundern, wenn da nachts richtig was los ist. Und sollte, falls es störend ist, entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Auf eigene Kosten, versteht sich.
Nur mal so als Exkurs: Die Deutsche Bahn (!) wirbt für ihr S21- Projekt u.a. damit, daß Kopfbahnhof und Abstellanlage "die Stadt zerschnitten" hätten. Nun, aus der Historie ähnlicher Projekte heraus würde ich behaupten, daß die Entwicklung eher umgekehrt war.
Um mich nun nicht ganz zum Feind lärmgeplagter Menschen zu machen, würde ich vorschlagen (wenn ich bei der Bahn was zu sagen hätte), daß man über alles reden kann. Aber ich würde auch Entgegenkommen derer erwarten, die da an eine Bahnstrecke gezogen sind. Wenn die Lärm nicht haben wollen - bitte, ab ins Grüne, mit den entsprechenden Konsequenzen.
Ich übrigens wohne ungefähr 700 m vom Bf. Ansbach, etwas bergauf, und wenn ich nachts mal erwache, horche ich nach dem nächsten Güterzug (der noch km entfernt ist) und schaue auf die Uhr. Lärm? Nö - ich drehe mich rum, und bin weg, noch ehe der Güterzug überhaupt Ansbach erreicht hat. Selbst oder gerade bei offenem Fenster. Woran liegt das?
Den ganzen Lärmschutzwall- Unsinn halte ich für nicht zielführend. Damit wird der Lärm nur verlagert in Regionen, die ahnen das heute noch gar nicht. Und: Die heutige Eisenbahn ist so leise wie noch nie, selbst mit all den rumpelnden Güterwagen aus aller Herren Länder. Ist bei der allgemeinen Diskussionen nicht auch ein bißchen Nachtreten im Spiel?
In Leipzig haben wir (Freundin, meine Wenigkeit, 3 Kinder) seinerzeit über einer belebten Straßenkreuzung gewohnt, ab 23 Uhr wurden die Ampeln ausgeschaltet, und die Laster donnerten ungebremst drüber, nicht nur mit 50. Ein paar Monate später sind wir weggezogen, weil bei jedem Laster die Kinder senkrecht im Bett standen (waren seinerzeit noch klein). Hin in eine Wohnung gut 100 m vom Leipziger Ostgüterring weg. Ja, meine älteste Patentochter hat die Wohnung inzwischen für sich erkoren. Und klagt über alles, aber nicht über Bahnlärm.
Übrigens: Wegen Lärm hatte ich mich damals an alle möglichen Instanzen gewandt. Selbstverständlich ohne Erfolg (wer Leipzig kennt: Prager Str./ Ecke Chemnitzer Str.).

Ich mache nur eine Ausnahme, bei der ich Deinen Argumenten folgen würde - bei neu gebauten Bahntrassen durch bestehende Siedlungen.
Ansonsten - das klingt jetzt etwas radikal - wenn es sein muß, die betreffenden Stadtviertel halt abreißen und in ruhiger Lage wieder aufbauen. Zu Lasten der Eigentümer/ Mieter. Versteht sich. ICH sehe nicht ein, für dermaßenen Quark auch nur einen Cent mehr an Fahrpreisen bezahlen zu wollen. ICH zahle eh schon genug.

Viele Grüße aus Ansbach
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 22:37 (vor 5706 Tagen) @ Frank Augsburg

Ich argumentiere im Blick auf die NBS durch Thüringen mal so:

Wir haben das Geld und den Willen Milliarden über Milliarden von Euro für Bahnstrecken auszugeben, auf denen wenns hoch kommt vier Dutzend Züge am Tag darüber fahren werden..
nur um irgendwelche Fahrzeiten zwischen irgendwelchen Städten auf Kosten anderer Städten und auf Kosten der Allgemeinheit zu senken.

Ist es nicht vernünftiger das gleiche Geld auszugeben um den Güterverkehr zu fördern und ihm eigene siedlungsferne Trassen zu geben und erstmal an die wirklichen Kapazitätsengpässe heran zu gehen?

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Frank Augsburg, Ansbach, Montag, 20.09.2010, 23:00 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Servus nochmal,

und ich argumentiere mit neutralem Blick so:

Wir haben das Geld und den Willen Milliarden über Milliarden von Euro für Bahnstrecken auszugeben, auf denen wenns hoch kommt vier Dutzend Züge am Tag darüber fahren werden... nur um irgendwelche Fahrzeiten zwischen irgendwelchen Städten auf Kosten anderer Städten und auf Kosten der Allgemeinheit zu senken.<

Hm, das hat ja wohl mit Güterverkehr und Lärm recht wenig zu tun. Da frage ich mich, wo die Milliarden gerade ausgegeben werden. Auf meiner "Hausstrecke" (Nürnberg - Ansbach - weiter Richtung Stuttgart) jedenfalls nicht.

Ist es nicht vernünftiger das gleiche Geld auszugeben um den Güterverkehr zu fördern und ihm eigene siedlungsferne Trassen zu geben und erstmal an die wirklichen Kapazitätsengpässe heran zu gehen?<

Im Prinzip: Ja. Aber was machen wir mit den Bestandsstrecken? Wegen diverser Bahn- Animositäten nix mehr fahren lassen? Sorry, bin ich dagegen. Die von Dir genannten Güterstrecken liegen nun mal und das seeeeehr lange, länger als die meisten Siedlungen drum herum. Wenn ich bei der Bahn was zu sagen und auch das Geld hätte, dann würde ich generell Engpässe entschärfen und auf dem Bestandsnetz für höhere Leistungsfähigkeit sorgen. Das geht nämlich mit recht einfachen Mitteln. Durch Reaktivierung von Überholgleisen (die im Zuge von Rz2000 stillgelegt worden sind), durch zusätzliche Überleitstellen (auch die sind ja irgendwie verschwunden), ...
Wie auch immer: Durch punktuelle und vor allem zielgerichtete Infrastrukturausbauten.
Bei denen kann man sich ja über Lärmschutz unterhalten. Auch wenn die von mir titulierten "Ausbauten" vor 15 oder 20 Jahren schon mal vorhanden waren.
In allen anderen Fällen bestehe ich auf meinem Standpunkt. Sorry. Statt der Milliarden bräuchte es eigentlich nur "ein paar Millionen". So wie bei Hypo- Real- Estate: Wenn schon die Milliarden im Eimer sind, warum nicht noch 25 Mio. für die Angestellten als Boni? Nur daß im Bahn- Fall echtes Geld gespart würde.
Andererseits: Wenn die Milliarden- Projekte durchgeprügelt werden - wir werden uns noch wundern, auf wessen Konten überall die Boni auftauchen...

Viele Grüße aus Ansbach
Frank

--
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Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 23:14 (vor 5706 Tagen) @ Frank Augsburg

Bei denen kann man sich ja über Lärmschutz unterhalten.

Unterhalten wurde sich darüber schon lange genug, man sollte mal langsam anfangen zu bauen ;)

In Erfurt und Gotha hat man es ja auch hin bekommen. Eisenach und Jena sind noch außen vor, um mal ein paar Beispiele aus meiner Region zu nennen.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Frank Augsburg, Ansbach, Montag, 20.09.2010, 23:19 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Und nochmal servus,

Unterhalten wurde sich darüber schon lange genug, man sollte mal langsam anfangen zu bauen ;)<

An neu gebauten Güterzugstrecken...?

In Erfurt und Gotha hat man es ja auch hin bekommen. Eisenach und Jena sind noch außen vor, um mal ein paar Beispiele aus meiner Region zu nennen.<

Das sind wohl Bestandsstrecken. Oder irre ich mich?

Viele Grüße aus Ansbach
Frank

--
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doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-T-Fan, Montag, 20.09.2010, 23:51 (vor 5706 Tagen) @ Frank Augsburg

Und nochmal servus,

Unterhalten wurde sich darüber schon lange genug, man sollte mal langsam anfangen zu bauen ;)<


An neu gebauten Güterzugstrecken...?

In Erfurt und Gotha hat man es ja auch hin bekommen. Eisenach und Jena sind noch außen vor, um mal ein paar Beispiele aus meiner Region zu nennen.<


Das sind wohl Bestandsstrecken. Oder irre ich mich?

Ja klar, immerhin dachte ich, dass du bei diesem Punkt über den IST-Zustand redest. ;)


Viele Grüße aus Ansbach
Frank

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE-TD, Montag, 20.09.2010, 22:45 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Keine Autobahn in Siedlungsgebieten? Was macht dann die A2 in Hannover oder die A7 in Hamburg z.B.?
Sorry für meine Direktheit, aber diene Forderung ist Unfug, gerade nsachts rollt der Güterverkehr, egal welcher Verkehrsträger.

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 21.09.2010, 07:52 (vor 5706 Tagen) @ ICE-TD

Keine Autobahn in Siedlungsgebieten? Was macht dann die A2 in Hannover oder die A7 in Hamburg z.B.?
Sorry für meine Direktheit, aber diene Forderung ist Unfug, gerade nsachts rollt der Güterverkehr, egal welcher Verkehrsträger.

Neulich bin ich die A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe gefahren. Da gibt es doch in der Tat relativ neue Siedlungen an beiden Seiten der Bahn - und weil es so schön ist, auch noch an den Hügeln gebaut, so dass auch jedes Haus was vom Straßenlärm mitbekommt. Dem Aussehen der Häuser nach zu vermuten, würde ich sagen, hier war die Autobahn eher da. Wer sich da also um Lärm beschwert, hätte IMO seinerzeit nicht in dieser Gegend bauen sollen...

--
bye, Dan

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Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

safe go, Chemnitz, Montag, 20.09.2010, 23:18 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo!

Gleich vornweg - ich habe noch nicht alle bisherigen Antworten gelesen, deswegen gibt es möglicherweise Dopplungen.

Das ist mein voller Ernst und ich würde mich dafür auch öffentlich politisch einsetzen.

Oh, dann muss ich mich wohl dagegen einsetzen. ;-)

Eisenbahnlärm ist nicht minder schädigen wie LKW- oder Flugzeuglärm.
Daher würde ich abseits von NBS jeglichen Güterverkehr innerhalb der Nachtruhe verbieten, solange er mitten durch Siedlungen durchgeführt wird.
Es ist doch nicht die Schuld der Städte, dass die DB Güterverkehr auf Gleisen mitten durch die Städte durchführt. Solch eine Regel würde zwangsweise sehr schnell zu einer hohen Anzahl Umgehungsstrecken führen, was nebenbei bemerkt auch Kapazitätsengpässe beseitigt.

Ich würde mal behaupten, dass dann nahezu keine Strecken mehr übrig bleiben für den Güterverkehr. Auch für die von Dir genannten Bebauungsumgehungen für GV-Strecken sehe ich schwarz. Wo willst Du die denn bspw. im Saaletal langführen, ohne ein Dorf zu belästigen oder ein nicht haltbares Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erhalten?

Mal abgesehen von großen Ballungsräumen wie Ruhrgebiet gibt es ja auch keine Autobahnen und lauten LKW-Verkehr mitten durch Siedlungen. Es ist ja auch vorgesehen langfristig den LKW-Verkehr auf Bundesstraßen insgesamt einzuschränken.

Vielleicht nicht mitten durch Siedlungen, aber weiter unten bringst Du das Beispiel, welches mir als allererstes eingefallen ist (Lobeda). Da hat man zwar beim BAB-Ausbau versucht, durch Tieferlegung und Einhausung was zu verbessern, aber gerade in Lobeda-Ost dürfte die Lärmbelastung noch recht hoch sein. Leider wohnen alle Verwandten und Bekannten von mir mittlerweile auf dem Dorf oder in Jena-Ost (Wenigenjena, Ziegenhain), sodass ich da keine aktuellen Infos habe.

Übrigens steht ja weiterhin die von Turbonegro schon angesprochene Frage im Raum: Wer war zuerst da? Gerade wo sich jetzt Leute (u. a. aus Neubausiedlungen) aus den Ortsteilen Borna-Heinersdorf und Glösa hier in Chemnitz über angebliche Schlamperei beim Lärmschutz beschweren, dabei stehen hier hohe Erdwälle, eine Lärmschutzmauer zwischen den Richtungsfahrbahnen und es würde Flüsterasphalt aufgebracht. Man hätte ja nicht da hinziehen müssen. Bei (un)günstigem Wind höre ich den Autobahnlärm (1,3 km Entfernung) sowie den Bahnlärm (400 m) auch (wobei das bei letzterem wohl nicht so verwunderlich ist).

Warum also nicht für LKWs und Güterzüge die gleichen Grundbedingungen schaffen?

Evtl. weil es (aus meiner Sicht eine passive Subvention, wenn der LKW-Verkehr benachteiligt sein sollte, so wie ich Dich verstehe) sich negativ auf das Projekt "Güter auf die Schiene" auswirkt.

Die Forderung für mehr Güterverkehr auf die Schiene finde ich im Allgemeinen natürlich wünschenswert, aber bitte nicht als Tausch von LKW- gegen Güterzuglärm.

Was dann? Flüglärm? Schiffbarmachung der Saale? Pferdekutschen (ABM in der Abfallbeseitigung)? ;-)

Ich kenne das ja noch aus der Zeit in Jena, wo die Saaletalstrecke ja nun wirklich 10 min neben Wohnhäusern auf der Straßenebene durch die Stadt führt und Nachts kann man auf der Bahnlinie nun wirklich nicht von einer Betriebsruhe sprechen.
Ich selbst hab ich Lobeda an der Autobahn gewohnt und konnte daher meine Bekannten gut verstehen, die das gestört hat.

Darauf bin ich weiter oben bereits eingegangen.

Nachts gehört für nicht dringlichen Verkehr eine Betriebsruhe, außer für ausgewählte Strecken, die genügend Lärmschutz bieten, sprich Neubaustrecken durch die Gegend.

Ich denke, da finden sich dann beizeiten auch genügend Regelungen, die das Nachtfahrverbot (am besten gleich noch mit Sonntags- bzw. Wochenendfahrverbot, Du wolltest ja gleiche Voraussetzungen) aushebeln oder zumindest analog des LKW-Verkehrs unterlaufen können.

Daher finde ich auch allgemein, dass es wünschenswert sein könnte den größten Teil des Güterverkehrs von den Altstrecken auf die Neubaustrecken zu verlagern. Das würde nebenbei bemerkt auch die Strecken im Wartungsaufwand entlasten und man hätte mehr Kapazität für mehr Regional- und Mittelfernverkehr.

Nur wer bezahlt die ganzen neues Strecken, wenn man überhaupt eine siedlungsfreie und relativ direkte Route findet? Die Naturschutzverbände bestimmt nicht. ;-) Womit sich auch das Problem ergibt, dass das ganze wegen Klagen noch ferne Zukunftsmusik wäre, selbst wenn zum jetzigen Zeitpunkt die Planungen komplett abgeschlossen wären.

Viele Grüße
safe go

Wer war zuerst da?

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 00:02 (vor 5706 Tagen) @ safe go

Übrigens steht ja weiterhin die von Turbonegro schon angesprochene Frage im Raum: Wer war zuerst da?

In 99% der Fälle wohl die Städte. Ich kann mich zumindest nicht an Eisenbahnstrecken erinnern, die demnächst 800- oder 1000-jähriges Jubileum feiern ;)

Ich spreche jetzt nicht von der Hand voll Häuser die direkt an die Eisenbahnstrecke gesetzt wurden, sondern speziell über Eisenbahnstrecken entlang von Flusstälern, die genau wie die Flüsse meistens direkt durch jede dort ansässige Stadt gehen.

Man muss sich nur die Saale in Thüringen oder den Rhein (von Basel bis Niederlande) ansehen, um ein Gefühl für die Problematik zu bekommen.

Querfeld-Eisenbahnstrecken die nur ab und an kleine Dörfer tangieren werden von mir gar nicht angesprochen.

Wer war zuerst da?

ICE-TD, Dienstag, 21.09.2010, 03:04 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das ist auch nicht ganz richtig. Als die ersten Bahnhöfe gebaut wurden, befanden sich diese oft am Rande der Ortschaften. Die Eisenbahn zog aber immer mehr Menschen an, so das sich die Orte vergrößerten um den Bahnhof drumrum und die Bahnhöfe sich dann in der Mitte der Ortschaften befanden.

Wer war zuerst da?

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 10:56 (vor 5706 Tagen) @ ICE-TD

Ok, dass ist ein Argument. Das betrifft, wie so oft im Leben, aber auch nicht alle Problemstellen gleichermaßen ;)

Wer war zuerst da?

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 07:55 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von safe go, Dienstag, 21.09.2010, 07:58

Querfeld-Eisenbahnstrecken die nur ab und an kleine Dörfer tangieren werden von mir gar nicht angesprochen.


Aber Du sprichst mal von großen Ballungsräumen, dann nur noch von Ballungsräumen und dann mal wieder von Städten. Da kann ich doch auch mehr oder weniger dichte Dorfbesiedlung noch hinzufügen.

edit: Was mir gestern nach dem Ausschalten des Laptops noch einfiel: Die Umweltschützer steigen Dir auch dafür auf das Dach, wenn Du für die neuen Strecken auch Atomstrom brauchst. Obwohl bis es soweit ist, wohl die erneuerbaren Energien konkurrenzfähig sein könnten.

Wer war zuerst da?

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 10:55 (vor 5706 Tagen) @ safe go

Querfeld-Eisenbahnstrecken die nur ab und an kleine Dörfer tangieren werden von mir gar nicht angesprochen.

Aber Du sprichst mal von großen Ballungsräumen, dann nur noch von Ballungsräumen und dann mal wieder von Städten. Da kann ich doch auch mehr oder weniger dichte Dorfbesiedlung noch hinzufügen.

Ich meine damit wirklich Siedlungen ab der Größe eines Mittelzentrums.. also Meiningen, Eisenach aufwärts.

Das Wort "Stadt" habe ich nur in dem Zusammenhang benutzt, als es um die Frage ging, was zuerst da war und das waren nunmal die Städte.


edit: Was mir gestern nach dem Ausschalten des Laptops noch einfiel: Die Umweltschützer steigen Dir auch dafür auf das Dach, wenn Du für die neuen Strecken auch Atomstrom brauchst. Obwohl bis es soweit ist, wohl die erneuerbaren Energien konkurrenzfähig sein könnten.

Wer war zuerst da?

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 11:59 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Querfeld-Eisenbahnstrecken die nur ab und an kleine Dörfer tangieren werden von mir gar nicht angesprochen.

Aber Du sprichst mal von großen Ballungsräumen, dann nur noch von Ballungsräumen und dann mal wieder von Städten. Da kann ich doch auch mehr oder weniger dichte Dorfbesiedlung noch hinzufügen.


Ich meine damit wirklich Siedlungen ab der Größe eines Mittelzentrums.. also Meiningen, Eisenach aufwärts.

Das Wort "Stadt" habe ich nur in dem Zusammenhang benutzt, als es um die Frage ging, was zuerst da war und das waren nunmal die Städte.

Mhh, dann sind also Landbewohner Menschen 2. Klasse, die ruhig mit GV-NBS belastet werden können (Stichwort: Siedlungsdichte)? Ich denke nicht, dass (gerade) Du das wolltest. ;-)

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 18:09 (vor 5705 Tagen) @ safe go

Es geht mir hierbei um etwas ganz anderes:

Es ist auf dem Land viel leichter Schallschutz zu realisieren, weil die Siedlungsdichte geringer ist und dadurch der Aufwand sinkt.

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

Jörg, Dienstag, 21.09.2010, 18:46 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

Es ist auf dem Land viel leichter Schallschutz zu realisieren, weil die Siedlungsdichte geringer ist und dadurch der Aufwand sinkt.

Das erklär mir mal bitte genauer.

Siedlungsdichte geringer ist richtig.
Möglicherweise auch weiter weg von der Bahn was zu einer weniger hohen Lärmschutzwand führt.

Aber wenn ich jetzt an einen oder mehrere Bauernhöfe denke die einzeln stehen und für die jetzt eine Kilometerlange Lärmschutzwand gebaut werden muß. Dann ist der Aufwand meiner Ansicht nach höher und im Verhältnis zum Nutzen (da ja weniger Betroffene) eher gering.

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 18:52 (vor 5705 Tagen) @ Jörg

Es ist auf dem Land viel leichter Schallschutz zu realisieren, weil die Siedlungsdichte geringer ist und dadurch der Aufwand sinkt.


Das erklär mir mal bitte genauer.

Siedlungsdichte geringer ist richtig.
Möglicherweise auch weiter weg von der Bahn was zu einer weniger hohen Lärmschutzwand führt.

Aber wenn ich jetzt an einen oder mehrere Bauernhöfe denke die einzeln stehen und für die jetzt eine Kilometerlange Lärmschutzwand gebaut werden muß. Dann ist der Aufwand meiner Ansicht nach höher und im Verhältnis zum Nutzen (da ja weniger Betroffene) eher gering.

An dieser Stelle verweise ich auf das Gleichheitsprinzip:

Gleiches Recht für alle.

Egal ob nun ein Bauernhof mit 6 Einwohnern oder eine Plattenbausiedlung mit 60.000 Einwohnern, haben beide gleiches Anrecht auf Lärmschutz.

Wirtschaftlichkeit ist nicht in allen Lebensbereichen eine sinnvolle Abwägungsgröße!

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 21.09.2010, 18:55 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

Wirtschaftlichkeit ist nicht in allen Lebensbereichen eine sinnvolle Abwägungsgröße!

Ich hoffe, das sagst Du auch noch, wenn all die Waren, bedingt durch Deine Forderungen das Doppelte kosten. Oder was meinst Du, wer das ganze bitte zahlen soll?

--
bye, Dan

[image]

Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 19:02 (vor 5705 Tagen) @ Dan_P

Wirtschaftlichkeit ist nicht in allen Lebensbereichen eine sinnvolle Abwägungsgröße!


Ich hoffe, das sagst Du auch noch, wenn all die Waren, bedingt durch Deine Forderungen das Doppelte kosten. Oder was meinst Du, wer das ganze bitte zahlen soll?

Das Waren durch Lärmschutzmaßnahmen sich um 100% verteuern ist unrealistisch.

Wenn mein Joghurt oder meine Zeitschrift in Zukunft 10 oder 20 ct mehr kostet, damit andere Leute ein gesünderes und zufriedeneres Leben führen können, nehme ich das gerne in Kauf. Billigprodukte auf Kosten der Lebensqualität anderer Menschen ist das größte Übel in unserer Gesellschaft und das gehört lieber heute als morgen abgestellt.

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 19:08 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von safe go, Dienstag, 21.09.2010, 19:08

Wirtschaftlichkeit ist nicht in allen Lebensbereichen eine sinnvolle Abwägungsgröße!


Ich hoffe, das sagst Du auch noch, wenn all die Waren, bedingt durch Deine Forderungen das Doppelte kosten. Oder was meinst Du, wer das ganze bitte zahlen soll?


Das Waren durch Lärmschutzmaßnahmen sich um 100% verteuern ist unrealistisch.

Wenn mein Joghurt oder meine Zeitschrift in Zukunft 10 oder 20 ct mehr kostet, damit andere Leute ein gesünderes und zufriedeneres Leben führen können, nehme ich das gerne in Kauf. Billigprodukte auf Kosten der Lebensqualität anderer Menschen ist das größte Übel in unserer Gesellschaft und das gehört lieber heute als morgen abgestellt.

Mich würde ernsthaft interessieren, wie Du darüber denkst, wenn es so weit ist. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass die geringen Preise bspw. in Discounter auch an den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter liegen... Gerade der Discount der Gebrüder A., von denen einer kürzlich verstorben ist, setzt seine Lieferanten lt. einem SPIEGEL-Bericht dermaßen unter Druck, dass da an Transportkosten wohl nix großartig dazu kommen würde.

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 18:55 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

An dieser Stelle verweise ich auf das Gleichheitsprinzip:

Gleiches Recht für alle.

Egal ob nun ein Bauernhof mit 6 Einwohnern oder eine Plattenbausiedlung mit 60.000 Einwohnern, haben beide gleiches Anrecht auf Lärmschutz.

Wirtschaftlichkeit ist nicht in allen Lebensbereichen eine sinnvolle Abwägungsgröße!

Aber im konkreten Fall eben schon, da es sich um ein (teil)privat(isiert)es Unternehmen handelt. DB Netz gehört noch dem Staat? Oder wer lässt Lärmschutz bauen?

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 19:08 (vor 5705 Tagen) @ safe go

Es spielt doch keine Rolle ob öffentlich oder privat, beide sind der Allgemeinheit in gewisser Weise verpflichtet und wo diese Verpflichtung nicht freiwillig erfolgt, müssen entsprechende Gesetze geschaffen werden.

Wenn sich die DB Netz weigert einen angemessenen Lärmschutz zu finanzieren, müssen eben Zwangsmaßnahmen erfolgen.

In Thüringen hat vor 10 Jahren die Vernachlässigung der DB Netz für bestimmte Bahnstrecken ja dazu geführt, dass sie durch Auftrag des Freistaates zwangsweise auf Kosten der DB Netz saniert wurden, Stichwort: Eisfeld-Sonneberg

Wer seinen eigenen wirtschaftlichen Erfolg über das Allgemeinwohl stellt, gehört bestraft, so einfach ist das.

Wenn sich die DB Netz weigert diese Maßnahmen umzusetzen, werden sie halt von der Allgemeinheit durchgeführt und die Kosten dann der DB Netz in Rechnung gestellt. Ende, Punkt.

Siedlungsdichte <-> Kosten für Lärmschutz

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 19:11 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von safe go, Dienstag, 21.09.2010, 19:16

Wer seinen eigenen wirtschaftlichen Erfolg über das Allgemeinwohl stellt, gehört bestraft, so einfach ist das.

Na dann viel Spaß beim Kampf gegen die Lobbyisten und Unterstützer ...
Ich hätte auch gerne eine stärkere Besteuerung der Gewinne von Banken und Kennzeichenpflicht von Motorrädern an der Front und noch diverse andere Dinge. Aber was passiert? Wer sich gegen die entsprechende Lobby äußert, kann seine Karriere vergessen.

edit: Was den Inhalt Deines Beitrages angeht, stimme ich Dir durchaus zu, aber ich finde es realistisch zu sagen, dass eine Durchsetzung (immer) schwierig und unpopulär ist.

Wer war zuerst da?

Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Dienstag, 21.09.2010, 07:56 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Übrigens steht ja weiterhin die von Turbonegro schon angesprochene Frage im Raum: Wer war zuerst da?


In 99% der Fälle wohl die Städte. Ich kann mich zumindest nicht an Eisenbahnstrecken erinnern, die demnächst 800- oder 1000-jähriges Jubileum feiern ;)

und? Bedenke, wie groß die Städte seinerzeit waren, als die Bahnstrecken gebaut wurden, und was in der Zeit seit der Eröffnung der jeweiligen Strecken passiert ist. Man hatte schon darauf geachtet, dass die Strecken am Stadtrand lagen, soweit es ging. Dass die Stadtplaner nun ihrerseits entlang der Strecken Neubaugebiete ausgewiesen haben, kann man wohl kaum der Bahn anlasten.

--
bye, Dan

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Wer war zuerst da?

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 10:56 (vor 5706 Tagen) @ Dan_P

braucht Deutschland "Betuwerouten"?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 21.09.2010, 08:56 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo ICE-T-Fan,

Eisenbahnlärm ist nicht minder schädigen wie LKW- oder Flugzeuglärm.
Daher würde ich abseits von NBS jeglichen Güterverkehr innerhalb der Nachtruhe verbieten, solange er mitten durch Siedlungen durchgeführt wird.

Dann wirst Du es bei uns schwer haben. Wenn ich denke was so alles zwischen 22:00-06:00 durch Eindhoven fährt...

(nochmal abgesehen von was so alles drin ist = Ammoniak, Flüssiggas, usw.)

Es ist doch nicht die Schuld der Städte, dass die DB Güterverkehr auf Gleisen mitten durch die Städte durchführt. Solch eine Regel würde zwangsweise sehr schnell zu einer hohen Anzahl Umgehungsstrecken führen, was nebenbei bemerkt auch Kapazitätsengpässe beseitigt.

In Italien ist man tatsächlich so vorangegangen. Tagsüber blitzen die Eurostar Italia über die Rennbahnen, nachts rollen Cargoschlangen.
Italien konnte das tun:

1. EU Subventionen
2. fehlende Wasserinfrastruktur
3. Bündlung mehrerer Lärmquellen, z.B. Mailand-Bologna = Autobahn + Rennbahn + Altstrecke + Gewerbegebiete

Deutschland ist kein Italien. Und auch in Italien ging es nicht ohne Proteste, z.B. NoTAV.

Bei uns wurde die Betuweroute gebaut. Sozusagen eine Rennbahn für Güterzüge: vmax 120 km/h, 5000 Tonnen pro Zug, 6 Minuten Folgezeit, ERTMS Level 2. Der komplette Rotterdam-Deutschlandverkehr auf eine Strecke. Schön, aber auch das ging nicht ohne Proteste.

Warum also nicht für LKWs und Güterzüge die gleichen Grundbedingungen schaffen?

Weil ein LKW die Fracht vor die Haustür abliefern muss, und ein Güterzug nicht.
(der sgn. Wagenladungverkehr wurde bei uns schon Ende 60er eingestellt, weil der LKW dafür besser geeignet war -> 80-90% aller Eisenbahnverladestellen in NL wurden "ausgemustert")

Nachts gehört für nicht dringlichen Verkehr eine Betriebsruhe, außer für ausgewählte Strecken, die genügend Lärmschutz bieten, sprich Neubaustrecken durch die Gegend.

Bevor man in Deutschland eine 3-4 stellige Kilometerzahl an "Betuwerouten" baut: wie wäre es mit:

1. leisere Güterwagen bauen?
2. Reaktivierung von stillgelegten Strecken?
3. Ausbau der Binnenschifffahrt? (bei uns gab es heute ein Artikel bezüglich einer Stadtumfahrung für Binnenschiffe)

Daher finde ich auch allgemein, dass es wünschenswert sein könnte den größten Teil des Güterverkehrs von den Altstrecken auf die Neubaustrecken zu verlagern. Das würde nebenbei bemerkt auch die Strecken im Wartungsaufwand entlasten und man hätte mehr Kapazität für mehr Regional- und Mittelfernverkehr.

Tagsüber wird das die Kapazität der Rennbahnen stark einschränken.
Nachts hat man das Problem, dass die Rennbahnen nicht für Cargo parametrisiert sind, und die Situation wird mit UL-S und BA-EF-HAL nicht besser.
In Italien wurden die Rennbahnen so parametrisiert, dass Cargo die auch befahren kann. Demzufolge musste man zwischen Bologna-Florenz eine "Hochleistungs-U-Bahn" bauen (73 km Tunnel von 78), wobei man bei den Tunneln sowohl Fahrgastevakuation als Brandschutzmaßnahmen berücksichtigen musste.

Deutschland fehlen für solche Projekte halt die Finanzmittel.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

braucht Deutschland "Betuwerouten"?

safe go, Chemnitz, Dienstag, 21.09.2010, 09:09 (vor 5706 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar!

Bevor man in Deutschland eine 3-4 stellige Kilometerzahl an "Betuwerouten" baut: wie wäre es mit:

1. leisere Güterwagen bauen?

Damit löst Du aber nicht das Problem von älteren Modellen aus dem Ausland. Da müssten alle mitziehen. ;-)

3. Ausbau der Binnenschifffahrt? (bei uns gab es heute ein Artikel bezüglich einer Stadtumfahrung für Binnenschiffe)

*Grünen-Modus an* Kanäle zerschneiden die Landschaft. Und außerdem - die armen Lebewesen in den Flüssen! *Grünen-Modus aus*

Tagsüber wird das die Kapazität der Rennbahnen stark einschränken.
Nachts hat man das Problem, dass die Rennbahnen nicht für Cargo parametrisiert sind, und die Situation wird mit UL-S und BA-EF-HAL nicht besser.
In Italien wurden die Rennbahnen so parametrisiert, dass Cargo die auch befahren kann. Demzufolge musste man zwischen Bologna-Florenz eine "Hochleistungs-U-Bahn" bauen (73 km Tunnel von 78), wobei man bei den Tunneln sowohl Fahrgastevakuation als Brandschutzmaßnahmen berücksichtigen musste.

Deutschland fehlen für solche Projekte halt die Finanzmittel.

Bzw. nimmt man sie sich in Italien einfach, obwohl man sie nicht hat.

Viele Grüße
safe go

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

Irgendware, Bremen, Dienstag, 21.09.2010, 10:57 (vor 5706 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von Irgendware, Dienstag, 21.09.2010, 10:58

Ich denke, dass es mehr Sinn machen würde folgende Maßnahmen zu intensivieren

1. Investition in Forschung zum Bau und Sanierung von Bahnstrecken zwecks Lärmminderung. Vielleicht könnte man für Ballungsgebieten "Flüstertrassen" erfinden
2. Herabsenkung der Streckengeschwindigkeit in Ruhezeiten (22 bis 6 Uhr, bzw 8 am Wochenende)
3. Stärkere Förderung von leisen Güterwaggons. Erlass eines Gesetzes, dass bestimmte alte Rädertypen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr fahren dürfen (kenne mich fachlich leider nicht aus, um da genaueres zu schreiben)
4. Einbeziehung der Anwohner


Gerade 4. passiert leider gar nicht. In Bremen z.B. wurde über 1,5 Jahre eine Eisenbahnbrücke saniert. Die neue Aufhängung der Brücke erzeugt sehr viel Lärm, viel mehr als die alte. Die Leute fühlen sich von mehr als 70db(A) in den Wohnräumen nachts natürlich gestört. Die Bahn war zwar vor den Menschen da, aber Lärm macht sie erst jetzt. Da hat irgend ein Ingenieur gewaltig Mist gebaut

Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten

ICE615, Dienstag, 21.09.2010, 13:32 (vor 5705 Tagen) @ Irgendware

Ich denke, dass es mehr Sinn machen würde folgende Maßnahmen zu intensivieren

1. Investition in Forschung zum Bau und Sanierung von Bahnstrecken zwecks Lärmminderung. Vielleicht könnte man für Ballungsgebieten "Flüstertrassen" erfinden

Das wäre sicherlich eine sehr sinnvolle Erfindung, ich denke mal nur, dass die Bahn die Kosten scheuen würde.

2. Herabsenkung der Streckengeschwindigkeit in Ruhezeiten (22 bis 6 Uhr, bzw 8 am Wochenende)

Halte ich nur für bedingt sinnvoller, immerhin ist ein schneller Zug auch schnell wieder weg und die Lärmquelle damit auch. Da kann man sich nur entscheiden ob man lieber lange mittel starken Lärm haben will oder kurz starken Lärm.

3. Stärkere Förderung von leisen Güterwaggons. Erlass eines Gesetzes, dass bestimmte alte Rädertypen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr fahren dürfen (kenne mich fachlich leider nicht aus, um da genaueres zu schreiben)

Bei Güterzügen ist halt noch das Problem, dass nicht wie bei unseren neuen Kunststoff-Triebzügen nur das Fahrwerk lärmt, sondern auch noch der ganze Wagenkasten, da dieser ja auch noch aus Metall ist. Hinzu kommt noch eine aerodynamisch gesehen katastrophale Form der Wagen, kurzum, man müsste komlett neue Wagen beschaffen.

Im Gegensatz zum Flugzeug besteht halt noch das Problem, dass nicht die Triebwerke den größten Lärmanteil verursachen, sondern die Wagen. Ansonsten könnte man ja auch einfach besonders dicht bebaute Abschnitte ohne Leistung fahren, so wie zum Beispiel für den Flughafen Köln in der Nacht ein Continuous Descent Approach Verfahren vorgeschrieben ist, bei dem die Triebwerke bis kurz vor der Landung im Leerlauf drehen.

4. Einbeziehung der Anwohner


Gerade 4. passiert leider gar nicht. In Bremen z.B. wurde über 1,5 Jahre eine Eisenbahnbrücke saniert. Die neue Aufhängung der Brücke erzeugt sehr viel Lärm, viel mehr als die alte. Die Leute fühlen sich von mehr als 70db(A) in den Wohnräumen nachts natürlich gestört. Die Bahn war zwar vor den Menschen da, aber Lärm macht sie erst jetzt. Da hat irgend ein Ingenieur gewaltig Mist gebaut

Eben, auch hier musste zum Beispiel der Flughafen Köln in einem sehr geräumigen Umkreis (ca. 25 km) in den Einflugschneisen für alle Anwohner in den Schlafräumen besondere Lärmschutzfenster bezahlen, durch die man nichts mehr hört. Warum sowas bei der Bahn nicht durchgesetzt wird, finde ich ziemlich unerklärlich.

Ansonsten denke ich mal, dass man sich mit dem Lärm arrangieren muss, wer morgens um 7 den Aldi voll haben will, muss halt mit den Konsequenzen leben, und dazu gehört nunmal, dass die Blumen aus Marokko nachts geflogen werden, die Milch nachts mit dem Laster kommt und die sinnfreie Aktionsware in Form von Plastikweihnachtsmännern nunmal nachts per Bahn vom Schiff aus China kommt.

Aktuelle: Bahnumgeheung Sande

ICE-T-Fan, Dienstag, 21.09.2010, 19:53 (vor 5705 Tagen) @ ICE-T-Fan

Während ich gerade herum gezappt habe, bin ich beim NDR hängen geblieben, weil da gerade zufälligerweise genau zu diesem Thema ein TV-Bericht lief.

-> http://www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-836773.html

Da kam vor wenigen Minuten ein Bericht über den Ort "Sande" im Norden, wo Leute über Bahnlärm klagen.

Hier auch nochmal erwähnt.

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