Die Standseilbahnen in Heidelberg und Durlach (22 B.) (Reiseberichte)
Hej!
Heidelberg und Durlach sind zwei ehemalige Residenzstädte im heutigen Baden-Württemberg. In Durlach residierte der Markgraf von Baden-Durlach bis 1715, als er eine neue Residenzstadt errichten ließ. Diese neue Stadt hat bald an Bedeutung gewonnen, so daß Durlach schließlich 1938 in diese neue Stadt, Karlsruhe, eingemeindet wurde.
Heidelberg hingegen war Residenzstadt der Kurpfalz. Diese beiden Städte eint neben dem Verlust der Hauptstadtfunktion für ihr Territorium auch die Tatsache, daß man dort Standseilbahn fahren kann. Womit wir beim Thema wären. Ich möchte in meiner Standseilbahnserie heute die Bahnen in diesen beiden Städten vorstellen.
Beginnen wir unsere kleine Bergbahnreise in Heidelberg. Die dortige Bergbahn besteht aus zwei Standseilbahnen, die aneinander anschließen.
Erste Planungen für eine Bergbahn zum Schloß und zum Königstuhl verliefen im Sande. Bis zur Molkenkur wurde die Bergbahn schließlich 1890 eröffnet, die obere Bahn 1907. Aufgrund der geringen Kapazität wurde die untere Bahn 1961/1962 vollkommen modernisiert.
Aufgrund angeblich mangelnder Sicherheit mußte die Bergbahn ihren Betrieb 2003 einstellen. Im Rahmen der Modernisierung wurden für die untere Bahn daraufhin neue, größere Wagen beschafft. Die Originalwagen der oberen Bahn hingegen wurden an die verschärften Sicherheitsbestimmungen angepaßt. Nach einer längeren Unterbrechung sind somit die beiden Bergbahnen seit März 2005 wieder in Betrieb.
Technische Daten der unteren Bahn:
Spurweite: 1000 mm
Länge: 455 m
Höhenunterschied: 173 m
Steigung: 25 - 43 %
Fahrpreis: Rückfahrkarte für beide Bahnen 12 €uro
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/untenTalstation.jpg)
Die Talstation der unteren Seilbahn erinnert nicht wirklich an eine Seilbahnstation. In ihr finden bedeutend mehr Autos als Seilbahnwagen platz.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/untenAnkunftTalstation.jpg)
Hier sehen wir Wagen 2 bei der Einfahrt in die Talstation. Im Vergleich mit anderen Standseilbahnen fallen die langen Bahnsteige auf. Die Erklärung dafür ist sehr einfach: Von der Mittelstation (die übrigens in der Ausweiche liegt) ist es nur ein kurzer Fußweg hin zum Heidelberger Schloß, das zu einem der beliebsten Touristenziele Deutschlands zählt. So ist auf diesem kurzen Abschnitt das Publikum der Standseilbahn entsprechend international.
Vermutlich war es dieser starke Publikumsandrang, der dazu führte, daß ich nur diese beiden vorzeigbaren Fotos habe.
An der Station Molkenkur erreichen wir die obere Bahn.
Technische Daten der oberen Bahn:
Spurweite: 1000 mm
Länge: 1020 m
Höhenunterschied: 261 m
Steigung: 22 - 41 %
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenAnkunftTalstation.jpg)
Wagen 3 erreicht die Talstation der oberen Bahn. Die Wagen der unteren Bahn tragen die Nummern 1 und 2 (mittlerweile in der dritten Besetzung), die Wagen 3 und 4 sind seit Betriebsbeginn auf der oberen Bahn unterwegs.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenTalstation.jpg)
Wir schauen zurück auf die Talstation. Rechts der Fahnen ist die Altstadt zu sehen; auf Höhe der Talstation befindet sich die Bergstation der unteren Bahn.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenStreckenblick.jpg)
Wir fahren weiter.
An der oberen Station gibt es eine böse Überraschung für den Fotografen: Die Station ist wegen Bauarbeiten komplett eingerüstet. Für die Zukunft der Bergbahn ist das natürlich positiv.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenBergstation-Kopie.jpg)
Die Halle der oberen Bahn. Das Original ist leider etwas dunkel. In Sepia kommt die hölzerne Dachkonstruktion besser zur Geltung.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenAussicht.jpg)
Weit geht der Blick auf die Stadt Heidelberg.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenletzteSeilrolle.jpg)
Drei Bilder zeigen ein klein wenig Technik. Hier sehen wir die erste Seilrolle. Anschließend verschwindet das Seil im Maschinenhaus.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenMaschinenhaus1.jpg)
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenMaschinenhaus2.jpg)
Mit mehr oder minder großem Spiegelungsschaden kann man durch die Fenster einen Blick ins Maschinenhaus werfen.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenZugkommt.jpg)
Hier sehen wir beim Blick aus der Bergstation den Wagen ankommen, der uns wieder in die Stadt bringen wird.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/obenBlicknachunten.jpg)
Ein Blick auf die Ausweiche.
Wieder am Kornmarkt angekommen, begeben wir uns zum Bismarckplatz. Von dort geht es in einen alten Düwag-Achtachser zum Hauptbahnhof, in ihm gibt weder einen Netzplan noch Haltestellenansagen.
Von Heidelberg aus fahren wir einige Kilometer gen Süden, nach Durlach.
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Die Turmbergbahn in Karlsruhe-Durlach ist die älteste noch in Betrieb befindliche Standseilbahn Deutschlands. Sie wurde 1888 eröffnet. Bis zu einer Komplettmodernisierung 1966 handelte es sich um eine mit Wasserballast betriebene zweigleisige Standseil-Zahnradbahn.
Technische Daten:
Spurweite: 1000 mm
Länge: 315 m
Höhenunterschied:
Steigung: maximal 36 %
Fahrpreis: Rückfahrkarte 2,40 €uro
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Talstation-1.jpg)
Nach einem kurzen Fußweg von der Straßenbahnhaltestelle (es geht bergauf) erreichen wir unser Ziel in Durlach: Die Talstation der Turmbergbahn.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Talstation1.jpg)
Der Wagen ist klar zur Abfahrt.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Strecke.jpg)
Es ist noch Zeit für einen Blick die Strecke hoch.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Theaterbestuhlung.jpg)
Der Wagen bietet gerade nur Plätze entgegen der Fahrtrichtung.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/TalstationausdemZug.jpg)
Wir blicken zurück auf die Talstation.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Gesamtstrecke.jpg)
Oben angekommen, sehen wir, daß wir die gesamte Strecke sehen.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Bergstation-1.jpg)
Auch die Bergstation ist im Waschbetonstil gehalten.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Bergstationvonoben.jpg)
Vom Turm auf dem Turmberg (er ist der Rest einer mittelalterlichen Burg) sieht man die Bergstation der Turmbergbahn, einen Wagen selbiger Bahn und auch Durlach. Weitere Aussichtsbilder spare ich mir, es war bei meinem Besuch recht diesig.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/AndererWagen.jpg)
Zurück in der Station eine Riesenenttäuschung: Wie schon in Bad Wildbad, das ich am Vormittag besuchte, werde ich auch in Durlach keine Bereisung der Gesamtstrecke durchführen können. Das sehe ich jedoch nicht so tragisch und warte auf den anderen Wagen.
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Zugkreuzung.jpg)
Mit mir reist eine Kindergartengruppe talwärts, den Platz an der Sonne - oder eher am Fenster - kann ich mir jedoch kampflos sichern, so daß mir ein Bild des nun bergwärts fahrenden unbedienten Wagens gelingt.
Zum Schluß noch einige Links:
Offizielle Seite der Heidelberger Standseilbahnen
Die Heidelberger Standseilbahnen bei Wikipeda
Die Turmbergbahn beim KVV
Wikipedia zur Turmbergbahn
Viele Grüße, Sören
Standseilbahnen in Deutschland:
Oberweißbacher Bergbahn
Sommerbergbahn Bad Wildbad
(Die Bilder aus Heidelberg entstanden am 10.8.2010, die aus Durlach am 11.8.2010)
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![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)
![[image]](http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/IMG_1127-Kopie.jpg)