Fazit Deutschlandpass (Allgemeines Forum)

Tommyboy, OWL, Freitag, 22.08.2008, 23:45 (vor 6460 Tagen)

Hallo,

nachdem sich schon einige zu ihrer Monatsfreifahrkarte geäußert haben möchte ich mich da, jetzt zum Ablauf hin, auch mal anschließen.

Also, insgesamt (falls ich nichts vergessen habe) bin ich 9772 km im Fernverkehr gereist und sicherlich noch einige hundert km im NV. Die Touren waren meistens Tagestouren mit Start in Bielefeld oder Hamm (nach Hamburg, Bremen, Frankfurt, Berlin, Fulda, Mainz...) sowie ein längerer Aufenthalt in München mit Fahrten ins Umland und einem Zwischenstopp im DB-Museum Nürnberg. Genutzt wurde das Ticket daher sowohl zur Fahrt in einen Kurzurlaub, um Freunde zu besuchen und um Städte zu erkunden.

Größere Ausfälle oder Verspätungen habe ich in der gesamten Zeit nicht erlebt, allerdings entwickelt man auch ein Gefühl für Züge, die man als letzte Tagesverbindung besser meiden sollte (ein Kandidat wäre der EC 115). Durch die Flexibilität wurden tlw. auch Verbindungen möglich, die als Sparpreis gar nicht buchbar gewesen wären, einfach weil es kein Planumstieg ist. Bei einer Fahrt nach Aachen konnte ich z.B. vom 956 (an K um 10.09) auf den Thalys (ab 10.13) umsteigen, obwohl die Reiseauskunft diese Verbindung gar nicht empfahl. Die Thalys-Fahrt war darüber hinaus noch interessant, weil es das erste und einzige Mal war, dass ich die Bundespolizei in einem Zug kontrollierend sah. Was, wenn man keinen Ausweis mitführt? Bei einer Inlandsreise ist das ja normalerweise nicht zu erwarten....

Die Strecke München-Nürnberg wirkt auch ziemlich beeindruckend vor allem dann, wenn man sie sich mal auf der Karte anschaut. Da fährt man innerhalb kürzester Zeit rd. 170 km, durchquert halb Bayern und kommt noch nicht mal dazu, die Zeitung komplett zu lesen. ;-)

Weiterhin war augenscheinlich, dass sich die NV-Züge in Bayern in einem wesentlich besseren Zustand befinden als ich es aus NRW gewohnt bin. Bei meinen Fahrten war kein einziger nach Bier, Urin und abgestandener Luft riechender und mit allerlei Edding-Verzierungen geschmückter Wagen dabei, bis auf eine Ausnahme funktionierten sogar die Toiletten. Wieso geht das in NRW nicht? Der km-Preis für den Kunden ist derselbe.

In Erinnerung geblieben ist mir auch eine Fahrt in einem IR-Wagen auf der SFS zwischen Fulda und Hannover, die mit Dauergeschrei eines kleinen Kindes vor mir begleitet wurde, welches sich wohl vor den Tunneln, dem Geräusch und vor allem den Druckschwankungen fürchtete. Also, auch wenn man die Fahrt ohne Hörsturz überleben kann fragt man sich, wieso die Bimz auf dieser Strecke überhaupt laufen? Selbst mit "normalen" IC-Wagen (A/Bpmz) lässt das Druckgefühl noch zu wünschen übrig.
In diesem Zusammenhang empfand ich auch den Ohrendruck auf der SFS Köln-Frankfurt als unangenehm, interessanterweiser entsteht der aber gar nicht unbedingt bei Einfahrt in einen Tunnel, sondern baut sich allmählich auf. Hängt das vielleicht mit den Höhensteigungen zusammen?

Übrigens, wieso stehen in Fernzügen einige Leute eigentlich manchmal schon 10 Minuten vor dem Halt aussteigebereit an den Türen? Als Übung gegen Langeweile???

Insgesamt würde ich das Zugsystem in Deutschland als durchaus leistungsfähig einschätzen, in dem es mittlerweile ohne Probleme möglich ist, Tagesreisen von fast 1000 km zu unternehmen und noch genügend Zeit am Ziel verbringen zu können. Wenn da im Normalfall nicht der Preis wäre....

Eine Frage indes habe ich noch an die BC 100 Besitzer: die rd. 10-12.000 km, welche die Pass-Besitzer offensichtlich innerhalb eines Monats verfuhren (siehe auch die anderen Postings) erscheinen mir ziemlich viel und sicherlich unternimmt man, solange das Ticket gilt, auch Fahrten, die man sonst nicht in dieser Dichte angetreten hätte. Würdet ihr trotzdem sagen, dass dies auch eurer BC-100 Nutzung in etwa entspricht?

Viele resümierende und fragende Grüße
Tommyboy


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